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Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., Mr Post, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pf-, Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker in Hanau.
Rl. 288 Ker«sprechanschlutz Nr. 230.
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Fernfprechattschlutz Nr. 230. 1912
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14 Seiten.
Amtliches.
Mitteilungen der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Harleshausen (Kr. Cassel.)
Untersuchungen durch die Versuchs station Harleshausen.
Nach vorliegenden Anfragen besteht selbst in landwirtschaftlichen Kreisen heute noch vielfach Unklarheit darüber, wie es sich mit den Kosten für Untersuchungen durch die Versuchsstation verhält. Deshalb mögen die nachfolgenden Angaben darüber Aufklärung geben.
A. Kostenfrei werden von der Versuchsstation folgende Untersuchungen a^oeführt:
1. die Prüfung von Kulturboden auf ihren Kalkgebalt;
2. die Prüfung von Kulturböden auf ihre Düngebedürf- tigkeit durch Anbauversuche im Vegetationshause der Versuchsstation. Da alljährlich nur eine beschränke Anzahl von Prüfungen vorgenommen werden kann, ist ein dahingehender Antrag spätestens bis 1. Dezember bei der Versuchsstation zu stellen. Don dem zu prüfenden Boden sind 6 Ztr. frachtfrei einzusenden.
3. Dünge- und Futtermittel, namentlich solche, bei denen der Verdacht einer Fälschung vorliegt, sofern für diese Untersuchung ein allgemeinesJnteresse vorliegt und dieses durch so ausführliche Angaben (Einsendung von Reklameschriften, Kaufangeboten usw.) begründet wird, daß eine etwa erforderliche Verfolgung der Sache möglich ist. Der Antrag auf kostenfreie Untersuchung muß in die'em Falle beim Vorstand der Landwirtschaftskammer gestellt werden.
4. Diejenigen Analysen von Düngemitteln, Futtermitteln and Saatwaren, welche von Firmen, die mit der Landwirtschaftskammer einen Kontrollverlrag abgeschlossen haben, bezogen sind oder für welche die Fabrik oder der Lieferant auf Grund eines dem Käufer gewährten Gutscheins die Unter- suchungskosten übernimmt. Bedingung ist dabei in jedem Falle, daß die Probe genügend groß, vorschriftsmäßig genommen und verpackt und mit dem aus- zefüllten Probenahmeatiest eingesandt wird.
305 MWlWtM im Wen FlMN- ntrtins vom Roten Kreuz.
In dem mit maßvollem Schmucke verschönten Saale der Turnhalle hatte sich am vorgestrigen Abend eine sehr zahlreich eilâne- nene Zuhörerschaft vornehmlich aus den ersten Kreisen unserer Stadt zusammengefunden, um an dem zum Zwecke der Wohl tätigkeit veranstalteten Feste des deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien (Abteilung Hanau) teilzunehmen. Die mit viel Feinsinn und bewundern---w"rtem Kunstgeschick infte- durch einen von Frau
nierten Darbietungen wurden
und der
Akzentuierung
guter
eröffnet,
lein Lotte Hertel mit schöner Betonung gesprochenen Prolog die kurze Kennzeichnung der mühevollen Kolon.a. Mission der Schwestern vom Roten Kreuz und die Dankespslâ und Opferfreudigkeit des heimatlichen Vereins zum Thema ba.te. Es folgten nun eine Reihe herrlicher Kinderszenen, die von einer Anzahl wundervoll und jeweilig verschieden gekleideter suger, kleiner Mädchen pantomimisch dargestellt und von Frau P arrer Wohlfahrt und Fräulein A. V a r n h a g e n durch Klavier- spiel und begleitenden, weichtönenden Zwiegesang erläutert wurden. Wie sich diese allerliebsten Kin^ - im schon inszenierten Gartengelände, am Kaffeetisch, am Zaun "der unterm blühenden Psirfichbaum in, ihrer knospenhaften Schönheit mit relzend ver lerntet Befangenheit bewegten, das waren Bilder von naivefter, fitester Stimmung, malerische Sujets, an denen sich eine Gaspari oder ein Kaulbach und Zuprbusch erfreut habe,. wurden. Andie Kinderszenen schloß sich die wohlgelungene Aufführung des er ei der beiden daroebotenen dramatischen Stucke des für derar g. Festlichkeiten immerhin angängigen Tharakterb,ldes ^n 2 Jften „Geniestreiche" von Selma Wunderly-Gutzkow. Das Stück versetzt uns nach Offenbach in das Heim der Fahrigen Sophie> von Laroche, bei einstigen Geliebten Wielands und zweiten Mama Goethes. In ihrem Hause, das auch von der hrer auf.retenden
Unterläßt der Probeeinsender die Beifügung des Gutscheins oder des Probenahmeattestes, so müssen ihm die Analysenkosten in Rechnung gestellt werden; bei rechtzeitiger Nachlieferung des Gutscheins kann er jedoch wieder von den Gebühren entlastet werden.
B. In allen anderen als den unter A 1—4 erwähnten Fällen hat der P r o b e e i n s e n d e r die Untersuchungsae- bühren zu tragen. Die Höhe derselben wird in diesem Falle durch den vom Vorstand der Landwirtschaftskammer festgesetzten Tarif der Versuchsstation bestimmt, worauf, wenn die Untersuchungskosten in einem Jahre eine bestimmte Höhe erreichen, besondere Rabatte gewährt werden. Näheres teilt hierüber die Versuchsstation auf Ersuchen mit.
C. Kostenfrei erfolgt: Schriftliche oder mündliche Ratserteilung über Düngung und Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Fütterung und alle landwirtschaftlich-technischen Fragen.
D. Gläser für die Probenahme einschließlich Verpackungsmaterial werden von der Versuchsstation gegen Erstattung der Portokosten, im übrigen aber k o st e n f r e i zur Verfügung gestellt.
Sämtliche Sendungen an die Versuchsstation find zu abreiperen :
Landwirtschaftliche Versuchsstation
Harleshausen
(Kreis Cassel).
Für Bahnsendungen ist als Bahnstation C a s s e l - II. anzugeben.
E. Mit Rücksicht auf die Bedentung der vorschriftsmäßigen Probenahme für die Uebernahme der Untersuchungskosten durch den Lieferanten sollen nachstehende
Probenahmevorschriften besonders bervorgehoben werden:
1. Die Probenahme bat sofort nach der Ankunft auf der Entladestelle oder am Empfangdort unter Zuziehung eines Zeugen zu geschehen. Von jeder Ladung ist aus dem Innern (nicht von oben) eines jeden zehnten Sackes eine Probe zu entnehmen; bei Futterküchen sind von mindestens 20 Stück, welche ohne Auswahl von verschiedenen Stellen der Ladung heransgenommen werden, kleine Stücke von verschiedenen Stellen der Kuchen (vom Rande sowohl wie aus der Mitte) auszubrechen. Diese einzelnen Proben sind gut zu durchmischen und von dieser Mischung 3 gleiche Durch- schuitlsmuster zu bilden;
„Frau Aja" (Frau Osius-Gutzkow) oft aufgesucht wird, lebt ihre damals siebzehnjährige, schwärmerisch-romantisch veranlagte und zu allerlei tollen, burschikosen Streichen geneigte Enkelin Bettina Brentano, die nachmalige „Sibylle der romantischen Literaturperiode". Ihre Abneigung gegen den hergebrachten, trockenen Unterricht des pedantischen, altbackenen Magisters Arenswald (Herr Leutnant Schubert), ihre schwärmerische Liebe zur Natur, ihr freies, ungebundenes, jede Förmlichkeit sprengendes, jugendfrisches Wesen und die sich aus demselben ergebenden „Geniestreiche" bilden neben ihrem Zusammentreffen mit ihrem späteren Gatten Achim von Arnim (Herr Leutnant Bode) Gerüst und Hülle des mit starker mundartlicher Färbung verfaßten Stückes. Die Darstellung war eine durchaus angemessene und gute; indessen verdienen das gewandte Spiel von Fräulein Magda Kleim und besonders das frisch lebendige Auftreten von Fräulein Lotte Hertel wie auch der von der erstgenannten Dame und Herrn Leutnant Bode ausgeführte Zigeunertanz lobende Anerkennung. Was die Mimesis der Kleidung angeht, so wäre auch hierüber nur das Günstigste zu sagen. Frau Professor Leven glich in ihrer Toilette durchaus dem von Sintzenich in Mannheim gestorbenen Bilde der Sophie von Laroche, wie auch Fräulein Magda Kleim besonders im Profil dem Aussehen der Bettina nach der Radierung von Ludwig Emil Grimm entsprach. Nach Beendigung des Stückes trat eine Pause ein, in der es an reichlicher Ergötzung des Gaumens und an schöner Augenweide nickst ermangelte. Schöne Damen boten mit zarter Hand und verlockendem Lächeln in der wundervollen, blauweißen Tracht holländischer Schokoladenmädchen in rosenumrankter Laube köstliche Süßigkeiten und erfrischende Getränke feil und wer hätte da widerstehen und die süße Gabe der noch süßeren Eeberin abschlagen können? Im oberen Saale der Turnhalle lieferte ein monströses Büfett aus reichster Fülle duftende Platten, denen es an eifrigem Zuspruch nicht fehlte. Fanfarenklänge gaben am Ende der etwa dreiviertel- stündigen Pause das Zeichen zum Wiedereinnehmen der Plätze, und in farbenbuntem Wogen flutete der Strom der Besucher in
2. die Größe der Proben muß 250 gr betragen;
3. Es find nur reine und trockene GlaS- und Tongefâß« (keine Papierdüten oder Beutel, keine innen feuchte Flaschen, bei Düngemitteln auch keine Blechaeiäße) zu verwenden, welche mit Korkstopsen zu verschließen und mit dem Siegel des Empfängers eventuell auch des Zeugen zu versehen find.
4. Die Proben find sogleich mit genauer Bezeichnung der Art der Probe und mit Angabe der Wagen- nummer, der Abgangs st ation und deS Tag » der Verladung zu versehen und dann sofort der Versuchsstation zur Untersuchung einzusenden.
Cassel, den 8. November 1912.
Der Vorsitzende der LandwirtschaftSkammer für den Regierungsbezirk Cassel.
Maertens.
Städtische Sparkasse.
Die nachbezeichneten Einlagebücher zur hiesigen städtischen Sparkasse sind angeblich gestohlen worden:
Nr. 153 für Selma Klose,
„ 4568 für Oberlandmesser Klose,
„ 10721 für Mathilde Witte geb. Klose,
„ 10722 für Dorothea Klose,
‘ „ 10723 für Oskar Klose.
Der bezw. die Besitzer dieser Bücher werden anfgefordert, sich zu melden und etwaige Ansprüche geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf von 3 Monaten die Aus. fertigung von Duplikatbüchern erfolgen wird.
Hanau den 7. Dezember 1912. 30231
Der Vorstand.
(Belwiiiene M serforene Segenitiinie it
Gefunden: 1 Radfahrer-Gummiumhang.
Abhanden gekommen: 1 Mülleimer (in bet Bogenstraße). .
Zugelaufen: 1 grauer junger Hund m. Geschl. mit gestutzten Ohren, 1 junger rehbrauner Hund m. Geschl. mit weißer Brust, weiße Pfoten, weiße Schwanzspitze und weißes Kreuz im Genick.
Hanau den 9. Dezember 1912.
den großen Saal zurück. Der zweite Teil des Abends begann mit der Aufführung des hübschen einaktigen Lustspiels „Witwe und Kellner" von John Tbartwell bei der die gut wiedergegebene Situattonekomik des als Kellner verkleideten Liebhabers Bertte Thalonner (Herr Oberleutnant Thon) und vor allem aber das ausgezeichnet realistische, fein nüanzierte Spiel von Frau Osann-Wunderly als Witwe Verecker rühmend hervor- gehoben werden müssen. Die markigen Klänge des Hohenfried- berger Marsches leiteten dann zu dem pantomimischen Gruppenbild „Friedrich der Große bei einem ländlichen Fest auf Sanssouci" über. Die von feinem, ästhetischen Empfinden dittierte Att und Weise der Ausstellung, die Farbenpracht der friedericia- nischen Trachten und insonderheit die durch Herrn Oberleutnant FreiherrRiedesel zu Eisenbach in Aussehen, Haltung und Gebärde getreu wiedergegebene Figur des großen Königs vereinigten sich zu jenem herrlichen Bilde, das seine eindrucksvolle Wirkung unmöglich verfehlen konnte. Unmittelbar an das Gruppenbild schloß sich als letzte Darbietung ein mit feinem Geschmack und großer Sorgfalt eingeübtes Schäferspiel mit Gesang und Tanz. Klangschöne, von Schäferinnen und Schäfern fein vorgetragene Sologesänge wechselten mit Tänzen und Reigen voll zierlicher Geschmeidigkeit ab, von denen die Gavotte Ludwig XIII. und der Reigen „Phyllis und die Mutter" (Ihren Schäfer zu ermatten) in reizvoller Lebendigkeit ausgefühtt wurden. Mit besonderem Lobe möchte ich noch des meisterlich gesungenen fran= zdsis^en Liedes der einen Schäferin (deren Ramen mir leider un- befnnnt geblieben ist) und der mit dramatischem Nachdruck wtr- kung'-'voll gebotenen Weisen des Herrn Lehrer Schnell gedenken. Wie fast alle Veranstaltungen des Abends standen auch diese letzten unter der Tendenz der herrlichsten Farbenwirkung, die in den stilreinen und in maßvoller Buntheit abgetönten Gewänder« der Schäfer und besonders der Schäferinnen zu wunderbarer Entfaltung kam. — Zwischen und teilweise auch während der ei» zelnen Darbietungen spielte das Streichorchester der Kapelle des Etsenbabn-Reaiments mit bekannter Leistungsfähigkeit. A. N.