Erstes Blatt,
Einrückvngsgebvhrr
Die bgefpolten» Petttzetle ober Deren Naum 20 Pfg, im NettameteU DU Zelle 50 Pjg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de- verein. eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Imllidjts Organ für Mt nn- Fandkreis Hanan.
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Vierteljährlich 1.80 3RL, monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 SRL, monatlich 70 Pfg«
Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hana«,
Nr. 284
Zyernsprechairschlttsr Nr. 230
Mittwoch den 4. Dezember
Fernsprechattschlittz Nr. 230
1912
©©©©©© Kaufet in Kanan. ©@©@©®
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14 Seiten.
Amttichcs.
Handelsregister.
Offene Handelsgesellschaft in Firma: . ^Richard Altmannsperger Söhne Cigarren-Versandhaus
Hanau"
mit dem Sitz in Hanau.
Gesellschafter sind die Kaufleute:
1. Fritz Altmannsperger,
2. Hans Altmannsperger, beide zu Hanau.
Die Gesellschaft hat am 28. November 1912 begonnen.
Dem Kaufmann Richard Altmannsperger zu Hanau ist Prokura erteilt.
Eintrag d< Kgl. Amtsgerichts 5 zu Hanau vom
30. November 1912. 29661
Gelungene nnh verlorene Gegenstände it.
Gefunden: 1 Päckchen Grammophonfttfte.
Verloren: 1 schwarzes Portemonnaie mit etwa 3 Mark.
Hanau den 4. Dezember 1912.
Der Kriegsbrand am Balkan.
Die Unterzeichnung des Waffenstillstands.
Konstantinopel, 3. Dezbr. Der Waffenstillstand wurde soeben mit Bulgarien, Serbien und Montenegro, jedoch nicht mit Griechenland, unterzeichnet.
Die griechisch-bulgarischen Differenzen.
Paris, 3. Dezbr. Dem „Temps" wird aus Athen gemeldet, daß der Bericht des bulgarischen Generals Theodorow über die Unterwerfung der türkischen Besatzung von Salonik in griechischen Kreisen lebhaftes Befremden hervorrief. Es sei bekannt, daß die Türken sich erst ergaben, nachdem der griechische Kronprinz den Befehl zum Vormarsch gegeben hatte und seine Vorhut bereits mit den türkischen Truppen in Fühlung getreten war. Unbegreiflich sei es, daß die Bulgaren an 60 000
Zweit» MMWNtslmWt des SoOwtetts.
Reich an Neuheiten ist die Literatur der Kammermusik. Aber Werke grundverschiedenen Inhaltes und grundverschiedener Tendenz sind es, welche in der nachklassischen Periode der Kammermusikkomposition entstanden sind. Besonders in den letzten zwei Jahrzehnten macht sich hier eine Gegensätzlichkeit in Form und Inhalt, in Verwendung und Stilisierung der vorhandenen Auedrucksmittel bemerkbar, die wie vielleicht nichts anderes in der Musik so sehr dazu geeignet ist, unter den Zuhörern den Widerstreit der Geschmacksrichtungen auflodern zu lassen und das musikalische Empfinden der Gegenwart unbemerkt, aber zielsicher entscheidend zu beeinflussen. Allerdings stehen im Hintergründe dieses unsagbar bewegten, farbenübersättigten Bildes modernen Flimmerns und Flackerns die glorifizierten Erscheinungen unseres Haydn, Beethoven und Mozart, und immer wieder eilt das angestrengte Auge des Beschauers gerne zu jenen Ee- sunten hin, welche in ihrer Abgeklärtheit, in der Verkörperung ner vollendeten Formenschönheit und Eeistesttese Frie- c n ntmen und Ruhe. Darum ist es eine ebenso hohe als
> w ? r e A u f g a b e, dar um ist es auch für diejenigen, k > dazu befähigt sind, eine unabweisbare
* be' der künstlerischen Bötn"gung im Dienste der aus- ubenden Kammermusik von vornehmer Objektivität sich ei en zu lassen in der A u f st e l l u n g ihrer Programme und n er warmherzigen Ausführung derselben. In dieser Beziehung sind wir von dem Hock-Quartett das Beste gewohnt Auch am vorgestrigen Abend war es den Mitgliedern dieses Quartetts, den Herren Hock, Dippel, Graf und 4 ppunn . nebst ihrem Gast, dem Pianisten Chr. Gerh. Eckel aus /Frankfurt a M, vollauf gelungen, ihren alten guten Ruf rufs neue glänzend zu rechtfertigen. Das Programm verzeichnete 'inen Haydn, einen Dvorak und ein ganz neues Werk von einem ganz neuen Komponisten — C. FrLhling. Wie diese Nummern gespielt wurden, das gereicht sämtlichen genannten
Mann ihrer thrazischen Armee nach Salonik geschickt hätten, wo die griechischen Verbündeten keinerlei Verstärkungen bedürften. Diese 60 000 Mann wären vor Adrianopel und Tschataldscha notwendiger gewesen, wo sie zu einem raschen Erfolg der bulgarischen Offensive beigetragen hätten.
Die Situation zwischen Oesterreich und Serbien noch völlig unklar.
Semlin, 2. Dezbr. Zu der gemeldeten Konferenz des österreichischen Gesandten Ugron mit Paschitsch verlautet, daß Urgron der serbischen Regierungen nochmals bezüglich Albaniens und des Adriahafens den unabänderlichen entschiedenen Standpunkt Oesterreich-Ungarns bekannt gegeben habe. Der Frieden könne nur aufrechterhalten werden, wenn Serbien diesen österreichischen Standpunkt endlich anerkennst wolle. Viel Zeit zum Ueberlegen sei aber nicht mehr übrig. Die Antwort der serbischen Regierung auf diese Erklärung soll wieder ausweichend und hinhaltend ausgefallen sein. Die Situation ist also noch völlig unklar. Sehr bedenklich ist auch, daß die Affäre Prochaska, über welche die serbische Regierung auffallend schweigt, noch immer in mysteriöses Dunkel gehüllt ist.
Veröffentlichung der Akten über den Fall Prochaska.
Wien, 2. Dezbr. Das Auswärtige Amt wird morgen die Akten über den Fall Prochaska veröffentlichen. Ein von Serbien gegen Ehrenwort frei gelassener türkischer Offizier, welcher mit dem Konsul Prochaska die Reise »uh Pirzrenb nach Uesküb machte, erzählt, daßProchaSka von er Verisovic nacbUes- küb in einem mit Kriegsgefangenen besetzten Waggon befördert wurde. Prochaska habe erzählt, als serbische Soldaten in das österreichisch Konsulat eindringen wollten, habe er ihneu zugernfen: Ihr könnt mich erschießen, aber weiter vordringen werdet Ihr nicht. Prochaska wurde kein Leid zugeführt aber er wurde verhaftet und interniert.
Die österreichisch-serbische Spannung.
Semlin, 3. Dez. Zu den in Lausanne bervorstehenden Verhandlungen über den Frieden mit der Türkei werden serbischerseits entsandt werden der ehemalige Ministerpräsident Rovakovitsch, ferner der Wiener Gesandte Jovan Jovanowitsch und der frühere Kriegsminister Nikolitsch. In Belgrad werden vielfach Stimmen dafür laut, den Krieg gegen die Türkei bis zur Einnahme Konstantinopels fortzusetzen, falls die Türkei auf Adrianopel und Skulari nicht verzichten will. In Belgrad sind gestern und heute 800 Verwundete aus
Künstlern zur Ehre. Vor allem gelang das Schwerste in der Ausführung vorzüglich: die scharfe Eharaktertslerung jener drei Werke, die im einzelnen von einer bestimmten Eigen- a r t sind und untereinander Satz für Satz kontrastiere n. Mit immer den gleichen Instrumenten eine solche Verschiedenartigkeit der Gestaltung zu erzielen, wie sie vorgestern zu beobachten war, kann nur geschehen durch eine souveräne Beherrschung der einzelnen Stimmen und durch die fern ste Abtönung des Ensembles. Beides zeigte sich vorgestern abend im schönsten Licht. Hinsichtlich der Ginzel- leistungen trat ja selbstverständlich am meisten und augenfälligsten die erste Violine hervor, deren meisterhafte Führung durch Herrn Herm. H o ck ja genugsam bekannt ist. Aber auch der Vertreter der z w e i t e n V i o l i n e, Herr Fritz D i p- p e l, hatte des öfteren Gelegenheit, aus dem Rahmen des Zn- sammenspiels äußerst wirkungsvoll hervorzutreten. Einen tzanz besonderen Erfolg erzielte Herr Gotthold Graf durch seine bochkünstlerische Verarbeitung der Bratschenpartie in dem heißblütigen Doorakschen Terzett, während Herr Heinr. A P P u n n mit seinem Cellospiel vornehmlich in den verschiedenen Andantesätzen und im Schlußteil des Frühling- s ch e n Klavierquintetts sich in seiner gereiften Künstlerschafl bestens zeigen konnte. Den Klavierpart der letztgenannten Komposition spielte Herr Chr Gerh. Eckel mit tiefer Empsin- d " ng und ausgezeichneter technischer Bravour, dem Ganzen sich einfügend in der Art eines hochvornehmen Musikers. Dieses abgek^'rte Klavierspiel genannten Künstlers, das in keinem Augenblicke dominiert, trotz feines hochbe- deutenden künstlerischen Gehaltes, kam auch bei der Beglel- tung der Lieder, die von Frau S ch acko gesungen wurden, zu einer prachtvollen Wirkung.
Frau Hedwig S ch a ck o - Frankfurt a. M. hatte sich für ihr erstes Auftreten zwei italienische Gesänge (Go rd i »i an i und l’ieiro Dominico Paradies) gewählt. Als zweite Nummer sang sie drei Lieder von Franz Schubert („G ret- chen am Spinnrad". „Frühlingsglaube" und »Auf
den Kämpfen bei Monastir angekommen. Bezüglich bei österreichisch-serbischen Konfliktes ist auch heute keine Aenderung zu verzeichnen, auch nicht zum Guten, und die Lage ist daher auf beiden Seiten nach wie vor sehr ernst. Das Dementi der serbischen Regierung, daß Serbien hier an der Nordgrenz« und längst der bosnischen Grenze keine Truppen zu aggressiven Zwecken zusammenziehe, ist einfach lächerlich. In Wirklichkeit trifft Serbien fieberhafte militärische Vorbereitungen gegen Oesterreich-Ungarn.
Eine Erneuerung des Dreibundes?
Die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt zu der Nachricht, daß der Dreibund soeben erneuert worden sei, daß die Erneuerung bei der Zusammenkunft des italienischen Minister- des Arußern mit dem Reichskanzler in Berlin tatsächlich zustande gekommen sei. Wenn die Ueberrinkunft noch nicht formell vollzogen werden konnte, so habe das nur an d« äußeren Umständen gelegen. Die Bekanntgab« der Erneuerung des Dreibundoertrages werde jetzt in kürzester Frist erfolgen.
Der Eindruck der Kanzlerrede in Belgrad,
Semlin, 3. Dez. Die Belgrader Blätter 5tf4<i fügen sich lebhaft mit der gestrigen Rede deS deutschen Reichd- kanzers. Mehrere meinen, daß sie unter den gegenwärtigen Verhältnißen eine direkte Provozierung Serbiens darstelle, die -gebührend zurückqewiesttt werden müsse. Serbien werd« sich aber keinesfalls einschüchtern lassen, möge Herr Don Bethmann Hollweg das treue Zusammenhalten Oesterreichs und Deutschlands noch so sehr betonen. Auch bit serbischen Regierungsblätter betonen, daß bit Rede bei deutschen Reichskanzlers keine Ueberraschung sei und Serbien ziemlich kalt laßen sönne. Zur friedlichen Lösung der Krists werde diese Rede jedenfalls nicht beitragen.
Die russischen Rüstongsn
werden anscheinend noch weiter fortgesetzt. Der Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg." schreibt:
Der nach der Audienz des österreichischen Botschafter- beim Zaren eingetrete Optimismus ist nicht am Platze. Die Triebfedern, welch« die bösen Aussichten der letzte» Tage hervorgebracht hatten, sind nicht etwa beseitigt; st« warten nur auf die nächste Gelegenheit, um wieder einzuschnappen. Wieviel solcher Gewaltproben die Nerven Europas aushalten, davon wird es abhängen, ob der aufrichtige Wunsch der regierenden Männer in Rußland, de« Frieden zu erhalten, Wirklichkeit bleibt. Den Zaren dem Wasser zu singen"). Die Solistin zeigte sich bei ihre« sämtlichen Gesängen im Vollbesitze ihrer bekannten, vorzüglichen Gesangstechnik, die sie mit bewundernswerter Leichtigkeit und Natürlichkeit handhabt. Mit Hilfe dieser Ge- sangstecknik vermag sie jedem einzelnen Tone ein gleichartig schönes Gepräge zu verleihen und die Kunst der S p r a ch e sowohl als auch die Kunst der Deklamation vollkommen in den Dienst der dichterischen Idee des Textes und der Komposition zu stellen. Hierdurch werden ihre Gesänge zu fertigen, abgerundeten vokal-musikalischen Darbietungen, die den Hörerkreis feßeln und der Solistin reichen, wohlverdienten Beifall einbringen, wie am vorgestrigen Abend.
Mit Genugtuung ist noch zu erwähnen, daß sich der hier besprochene Kammermustkabend eines verhältnismäßig guten Besuches zu erfreuen hatte. Es wäre zu wünschen, daß das Interesse an den vorzüglichen Konzerten des Hock-Quartetts unter den musikliebenden Einwohnern unserer Stadt immer weitere Kreise zöge, damit die Erhaltung und Förderung jener hochbedeutsamen musikalischen Veranstaltungen in jeder Beziehung gesichert sei und ihnen diejenige ideelle und materielle Unterstützung zuteil werde, der sie nach Maßgabe ihres künstlerischen Wertes fraglos voll und ganz würdig find.
Das nächste Kammermusik-Konzert, welches am 22. Iammr kommenden Jahres in Form eines „Beethoven-Abends" stattfindet, wird zu regem Besuche sicher Veranlassung geben.
Stadttdeater in Sam.
„Die Generalsecke",
Lustspiel in 3 Akten von Richard Skowronnek.
In Preußen-Deutschland, wo jeder dritte Mann Soldat gewesen ist, finden Bühnenwerke mit Schilderungen des Soldaten- lebens in Krieg und Frieden, im Feld- und Garnisondienst stets ein großes und dankbares Publikum. So ist es gekommen, daß auch dem neueren Lustspiele Skowronneks „Die Generalsecke", das am Sonntag hier zum ersten Male aeaebe« wurde, eine recht