Einzelbild herunterladen
 

MeuSra«

3- Dezemoer

gelte S

Der österreichisch-serbische Konflikt.

Wien, 2. Dezbr. Die offiziöse österreichisch-ungarische Presse tritt fortgesetzt der im Auslande verbreiteten Auffassung ent­gegen, daß bereits eine Entspannung eingetreten sei. Die öster­reichisch-serbische Streitfrage ist im Gegenteil unverändert kri­tisch und von einer abmahnenden Haltung Rußlands in Belgrad ist nichts bekannt. Die Belgrader Blätter verzeichnen mit großer Genugtuung ein Petersburger Telegramm, wonach der Zar in den nächsten Tagen bem Balkanbunde ein Zeichen seiner Teil- oahme geben wolle, indem zwei Großfiirsten in einer Spezial­kommission nach Belgrad und Sofia entsendet würden, um den Königen Peter und Ferdinand die Glückwünsche des Zaren zu ihren Kriegserfolgen zu überbringen. Die BelgraderTribune" deutet an, daß die Reise der Großfürsten auch noch andere Zwecke verfolge. Diese Meldungen tragen sichtlich dazu bei, in Serbien den Glauben an die Unterstützung seitens Rußlands zu nähren. Die serbische Presse setzt daher ihre systematische Hetze gegen Oesterreich-Ungarn fort.

Keine Entspannung.

Semlin, 2. Dezbr. Am Sonntag vormittag ist der öster­reichisch-ungarische Gesandte von Ugron beim Ministerpräsidenten Paschitsch erschienen und hatte eine mehr als einstündige Kon­ferenz mit ihm, der eine große Bedeutung beigemessen wird. Nach der Konferenz mit Herrn v. Ugron hat Paschitsch aste oppositio­nellen Führer zu sich berufen unb mit ihnen angeblich darüber debattiert, bezüglich der Forderungen Oesterreich-Ungarns eine etwas entgegenkommendere Richtung einzuschlagen. Von anderer Seite aber verlautet, daß Paschitsch in dieser Beratung mit der Opposition gar nichts erreicht habe. Besonders die serbische Offi­zierspartei, die auf die Beschlüsse des Königs großen Einfluß besitzt, bewahrt ihren durchaus feindlichen Standpunkt gegen Oesterreich-Ungarn und hetzt fortwährend zum Kriege. Heute muß bezüglich des Konflikts zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien noch keine Entspannung, sondern vielmehr eine weitere Verschärfung konstatiert werden.

Französische Vorsichtsmaßregeln.

Genf, 2. Dezbr. Aus den französisch-schweizerischen Grenz- orten werden mannigfache Vorbereitungen gemeldet, die die französische Regierung für den Mobilisierungsfast trifft. So wurde ein Teil der Zollbehörden benachrichtigt, daß sie von jetzt ab und vorläufig dem Kriegsministerium unterstehen und nicht mehr dem Finanzministerium. Viele Zollbeamten wurden zur Bewachung der Telegraphenlinien angewiesen; ferner wurde den Eisenbahngesellschaften befohlen, alles Mobilisationsmaterial be­reit zu halten. Endlich haben die Militärkommisiare in den hauptsächlich für eine Mobilisation in Betracht kommenden Bahn­höfen Bureaus eingerichtet.

Bulgarien militärisch erschöpft?

Paris, 2. Dezbr. Aus hier vorliegenden Balkanmeldungen, die sich sehr widersprechen, erhellt, daß Bulgarien physisch und finanziell erschöpft ist. Die Armee ist, von Cholera, Ruhr usw. dezimiert, geneigt, die türkischen Waffenstiststandsbedingungsn anzunehmen, dagegen verlangen Serbien und Griechenland, die weniger gelitten haben und noch kriegslustig sind, die Uebergave Skutaris, Adrianopels und Janinas, sowie IM Milliarden Fran­ken Kriegsentschädigung. Auch über die Dauer des Waffenstill­standes differieren die Meinungen außerordentlich. Die Türkei wird in Athen und Belgrad beschuldigt, die Verhandlungen ver­schleppen zu wollen. Auch ein hiesiger ungenannter Diplomat sprach die Ansicht von Bulgareins Erschöpfung und der völligen Niedergeschlagenheit König Ferdinands aus.

Die Kriegsberichterstatter auf türkischer Sette.

Konstantinopel, 2. Dezbr. Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird die Stellung der Kriegsberichterstatter. Eigent­lich wollen die Türken diese schon seit dem Rückzüge nach der Tschataldscha-Linie nicht mehr im Lager sehen, und viele Bericht­erstatter kehrten nach Konstantinopel zurück unv begnügten sich mit gelegentlichen Ausflügen nach Tschataldscha. Die türkische Heeresleitung wollte eben nicht, daß ihre Unterlassungen und Mißgriffe durch einwandfreie Zeugen aller Welt bekannt werden. Ein englischer Korrespondent, der bis ins Hauptquartier vorge­drungen war, wurde vor wenigen Tagen wie ein Verbrecher ab­geführt. Einem deutschen Korrespondenten wurde im Betrelungs- salle das Gleiche in Aussicht gestellt.

Kronprinz Danilo von Montenegro.

Es hieß dieser Tage, der Kronprinz Danilo von Montenegro sei leicht erkrankt, aber bald wiederhergestellt gewesen. Ein Be­richterstatter des PariserFigaro" weiß nun aber aus dem mon­tenegrinischen Hauptquartier zu melden, der Kronprinz Danilo sei bei einem Sturm auf die türkische Stellung bei Skutari schwer verwundet. Der Prinz sei nach der Ambulanz gebracht worden, wo eine Unterleibsoperation hätte vorgenommen werden müssen. Es läßt sich natürlich nicht feststellen, was von diesem Gerücht zu halten ist. °

Die Schänd- und Greueltaten der Sieger.

London, 2. Dezbr. DieTimes" meldet aus Cetinje: Nach- nchten aus Quellen, die keiner Serbenfeindlichkeit verdächtig sind, bestätigen bedauerlicherweise die Gerüchte über die Härte der Unterdrückungsmaßregeln, die die serbische Nachhut gegen die Albanesen ergriffen und die, wie es heißt, während des Marsches an das Adriatische Meer vorgekommen sind. DieTimes" meldet ferner aus Saloniki: Mazedonien ist getränkt mit dem Blute unschuldiger Opfer. Es ist notorisch, daß die Bulgaren sich in weitem Maße der Hilfe der Komitatschis bedienten, und da sie si lbst alle verfügbaren Truppen nach Thrazien schicken mutzten, so überließen sie das eroberte Mazedonien der Gnade ihrer blut­befleckten Hilfstruppen. Das Ergebnis zeigt sich in den Ereig­nissen von Kawala und Seres und in der enormen Menge unler- schiedloser Schlächtereien, die vor sich gingen, besonders in dem ^^ von Avrethissar, wo kaum einem einzigen Mohammedaner .as Leben gelassen wurde. Auch Dedeagtsch ist der Schauplatz cheußlicher Szenen gewesen. Mohammedanische Banden haben lyrerseits zur allgemeinen Verwilderung beigetragen, und ganze Dörfer sind durch ihre Grausamkeiten zerstört worden. Die Metze- e en m Kawala sind durch Armenier (!) verübt worden, die sich ml U Kistchen Armee als Freiwillige angeschlossen hatten. Der offenbar, die Armeniermetzeleien von Adana aus dem Jahre 1908 zu rächen.

Der Konflikt zwischen Bulgaren und Griechen, der bereits zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Soldaten 'beider Heere geführt haben soll, tritt immer offener zutage. Bis­her haben die Griechen die Sache so dargestellt, als ob sie allein es gewesen wären, die durch ihr Erscheinen vor Saloniki die Garnison der Stadt zur Kapitulation veranlaßt hätten, und der Einzug des Königs von Griechenland in Saloniki schien dieser Auffassung Recht zu geben. Jetzt wird aber von Sofia aus und wohl nicht ohne Grund die Sache ganz anvers Darge­stellt. Eine offiziöse Meldung aus Sofia besagt nämlich: Um der Auffassung entgegenzutreten, daß die Griechen zuerst in Saloniki eingezogen seien, wird ein amtlicher Bericht des Armeekomman­danten Theodoroff veröffentlicht: Am 26. Oktober alten Stils, morgens 4 Uhr, befand ich mich an der Spitze der Armee zwischen den Dörfern Juvezna und Aiwatovo. Während einer Rekognos­zierung wurde die Kavallerie von einer feindlichen Batterie be­schossen und erwiderte das Feuer. In diesem Moment verstän­digte mich der Kommandeur der griechischen Kavalleriebrigade, daß die Griechen am nächsten Tage angreifen würden. Wir be­stimmten gemeinsam die Stunde des Angriffs am nächsten Tage. Der griechische Kommandeur versprach, unseren Beschluß sofort dem griechischen Kronprinzen, dem Höchstkommandierenden, mit­zuteilen. Meine Armee trat den Vormarsch gegen die feindliche Stellung an. Der Gegner eröffnete gegen die Infanterie ein heftiges Feuer; unsere Geschütze brachten aber die feindliche In­fanterie zum Schweigen. Ich leitete die Verfolgung des Gegners ein und näherte mich Saloniki. In diesem Augenblick verstän­digte mich der Kronprinz, daß sich die Türken ergeben würden. Obgleich ich mit den Türken keinen Kapitulationsvertrag unter­zeichnet hatte und mir die Bedingungen der Kapitulation unbe­kannt waren, ordnete ich mich doch der Mitteilung ves Kron­prinzen, unseres Verbündeten, unter und hielt die Armee drei Kilometer vor Saloniki auf. Die Griechen befanden sich siebzehn Kilometer entfernt am Wardar hinter meiner Armee. Eine meiner Eskadrons ritt in Saloniki ein. Von meinem Stand­punkte aus konnte ich sehen, wie Türken mit aus Saloniki kom­menden Vahnzügen in der Richtung auf den Wardar entsandt wurden, um 2 Bataillone Griechen in die Stadt zu führen. Wäh­rend meine Armee allein vor Saloniki kämpften, unterhandelten die Griechen 17 Kilometer weit von Saloniki entfernt mit den Türken, und so ergaben sich diese,,von unseren Waffen bezwungen, den Griechen, da die Griechen günstige Bedingungen stellten. So rückte ein Teil der bulgarischen Armee zuerst in Saloniki ein, während der andere Teil am 28. Oktober gemeinsam mit den Griechen einzog. Die Prinzen Boris und Kyrill rückten an der Spitze zweier Bataillone und einer Eskadron am 29. Oktober, also einen Tag später als der griechische Kronprinz, aus Achtung vor dem Kronprinzen, der älter als unser Kronprinz ist, feierlich in Saloniki ein. Wir marschierten mit unseren Waffen, die Griechen ohne Schwertstreich ein, indem sie die Erfolge unseres Kampfes ausnützten. Das ist die Wahrheit über die Einnahme von Saloniki. Diese Darstellung macht den Eindruck der Zu­verlässigkeit. Sehr gut schneiden die Griechen dabei freilich nicht ab. Es ist natürlich auch kein Streit um die Ehre Des ersten Einzuges; diese Feststellungen von bulgarischer Seite soll natür­lich nur den Griechen ihr ausschließliches Recht aus den Besitz von Saloniki bestreiten, was sie bisher als selbstverständlich an­sahen. Nachdem die neue Westgrenze der Türkei bis Dedeagatsch hinausgerückt ist, scheint Bulgarien jetzt Absichten auf Saloniki zu haben.

Ser ksssmätise Verein kör Men md MM hielt am Sonntag nachmittag im Saale deß Restaurants Stadt Stockholm" zu Gaffel eine gut besuchte Versammlung ab, zu der alle Mitglieder der staatserhaltenden Parteien eingeladen waren. Justizrat Dr. Weihe eröffnete mit einem Kaiserhoch die Versammlung, worauf Landtagsabgeordneter v. Stockhausen einen Vortrag überPalamentarische Rück- und Ausblicke" hielt. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Tätigkeit des Landtages während seiner abgelaufenen Legislaturperiode. Ernste Arbeit habe der Landtag erledigt. Wer sie mitgemacht habe, werde von der Form, in der die Verhandlungen geführt wurden, angenehm berührt sein. Die Reden im Landtage hätten einen Niederschlag der Kom­missionsverhandlungen bargefteUt. Zunächst habe das Arbejts- losengtsetz den Landtag beschäftigt. Die Regierung sei bisher dagegen machtlos gewesen, die große Zahl von Arbeitern, die sich der Sorge für ihre Familie entzögen, einzuschränken. Die Arbeitsscheuen bedeuten einen großen Krebsschaden für die finanzielle Belastung der Kommunen. Arbeitskräfte fehlen aber besonders auf dem Land, und hier Wandel zu schaffen, sei Aufgabe der Regierung. Durch das neue Arbeitslosengesetz werde cs möglich sein, arbeitsscheue Menschen wieder an die Arbeit zu gewöhnen. Das Sparkassengesetz, das ebenfalls den Landtag beschäftigt, beabsichiige, alle die Kassen, die auf Grund der Haftpflicht der Kommunatver- waltunqen gegründet, zu zwingen, einen Teil der Gelder Mlindclstchcr anznlegen. Der Widerstand der Sparkassen gegen das neue Gesetz gründe sich darauf, daß sie du^ch die Kursschwankungen schwere Verluste befürchten. Zu wünschen sei allerdings dringend, daß die Kursschwankungen gestaut würden. Auch mit dem Kampf der Deutschen mit den Polen im Osten habe sich der Landtag durch das Ent­eignungsgesetz befaßt. Einer Enteignung widerstrebt auch der Redner, wenn man aber den Kriegszustand im Osten be= obaebte, müssen man sich eben mit dem Gedanken vertraut machen. Wenn Verhältnisse Platz griffen, die letzten Endes ein polnisches Königreich beabsichtigen, so sei Notwehr wohl am Platze. Bisher sei allerdings das Gesetz noch nicht an­gewandt, aber es sei, wenn sich die Verhältnisse weiter zn- spitzten, nicht ansgeschlossen, daß die Regierung von diesem scharfen Schwert Gebrauch machen werde. Seit Jahren werde auch eine Neuregelung der gesamten Wasserqesetz- gebung des preußischen Staates angestrebt. Ein entsprechender Entwurf habe den Landtag diesmal beschäfliqt. Die hessischen Abgeordneten feien für ihre alte bewährte hessische Wasser- ordnung eingetreten, so weit dies möglich gewesen. Das neue Gesetz führe einen neuen Begriff ein und zwar den der Verleibuna auf Zeit und Dauer. Geaen die Verleidung auf

Zeit habe die Industrie Bedenken Erhoben. Es sei aber un» tunlich, hier dauernde Reckte zu verleihen, ohne die All­gemeinheit zu schädigen. Bei der Beratung des Gesetzes seien politische Gegensätze nicht in Erscheinung getreten, man habe erfreulicherweise nur die wirtschaftlichen Interessen energisch vertreten.

Redner ging dann auf die Fleischnotsrage ausführlich ein. Auch die landwirtschaftlichen Kreise gäben eine außer­gewöhnliche Höhe der Fleischprcise zu. Man müsse aber bestreiten, daß sowohl ein Mangel an Schlachtvieh, wie überhaupt ein Mangel an Vieh in Deutschland vorhanden sei. Die regelmäßigen Viehzählungen bewiesen, daß die Vieh­zucht von Jahr zu Jahr prozentual zugenommen habe. Es müssen also andere Gründe, die die Fleischnot verursachen, vorhanden sein. Die deutsche Landwirtschaft habe ihre Ver­pflichtungen erfüllt. Wenn infolge von Naturereignissen ein Stillstand in der Viehzucht eingetreten ist, so trage eben der Landwirt keine Schuld. Viel Schuld an den hohen Fleisch- preisen trage unzweifelhaft der Schlachtviehzwischenhandel, der nach Möglichkeit ausgeschaltet werden müsse. Wenn sich die Preise für das Vieh mit den Produktionskosten decken würden, so sei das normal, wenn sie aber unter die Pro­duktionskosten sänken, so bedeute das ein nationales Unglück Jetzt werde als Allheilmittel anslândischeß Fleisch empfohlen. Dieses Fleisch würde aber die Preise herabdrücken und damit gleichzeitig ein Zurückgehen der Produktion mit sich bringen. Von feiten der Regierung seien nun Mittel und Wege zur Linderung der Fleischnot in die Wege geleitet worden. Immerhin müsse an der nationalen Wirtschaftspolitik und der Losung :Los vom Ausland" festgehalien werden. Wenn die deutsche Landwirtschaft Ruhe und Sicherheit habe, so werde sie auch der Fleischnot begegnen können. Man be­haupte immer, die Produktionsfähigkeit der Landwirtschaft sei nicht steigerungsfähig man steigere aber erst einmal die Konsumfähigkeit des deutschen Volkes. Redner glaube nicht an eine Unterernährung des Volkes, die Gesamtheit des Volkes hinterlasse gewiß diesen Eindruck nicht. Redner streifte dann das Einkommensteuergesetz und das Schlepp« Monopol. Bezüglich der Regelung des Wahlrechtes lasse sich schwer sagen, was die Regierung beabsichtige. Zweifellos seien es die Konservativen und die Vertreter der landwirt­schaftlichen Interessen, die an den Grundlinien des bestehen­den Rechtes nichts geändert haben wollten. Zum Entgegen­kommen sei man allerdings bereit, nur dürfe eine Begrenzung der Zahl der Abgeordneten nicht siattfinden, da den In­teressen des platten Landes kein Abbruch getan werden dürfe. Licht und Schatten müßten in dieser Beziehung gleichmäßig auf alle Erwerbsstände verteilt werden. Wer dafür eintrete, sei der wahre Vertreter des Volkes. (Lebhafter Beifall.)

In der Diskussion verbreitete sich Gutsbesitzer Seidler über die Fleischnotfrage unb betonte, bisher fei in keiner Weise znm Ausdruck gebracht, daß der Grund für die Fleisch­not in den enorm gesteigerten Ansprüchrn des Publikums zu suchen sei. Ein Sinken der Rindfleischpreise wolle er nicht erhoffen, da die allerdings hohen Preise für Rindfleisch immerhin noch nicht zu hoch seien. Bezüglich Yer Schweine­preise meinte der Redner, daß die Produktion in Schweinen durch die ständigen Schwankungen im Preise zurückgehalten werde. Notwendig sei, feste Mittelpreise zu schaffen. Redner wunderte sich darüber, daß nicht staatlicherseits eine Förde­rung der Schafzucht in die Wege geleitet werbe, um billige Volksnahrung zu schaffen, Abg. v. Stockhausen war der Meinung, daß ein höheres Angebot an Hammeln sofort auch die Preise in die Höhe treiben würde. Er bemängelte, daß die Stadtverwaltungen große Summen bereitgeftedt hätten, um ausländisches Fleisch hereinzubringen, ober nie den Ver­such gemacht hätten, im Inland vermittelnd zwischen Pro­duktion unb Konsumtion (Schlächtermeister) einzuwirken.

Nach einer weiteren kurzen Aussprache aus der Mitte der Versammlung wurde die Sitzung gegen 7 Uhr abends ge­schlossen.

Handel, Gewerbe und Verkehr.

Eschwege, 1. Dezbr. (Telegramm.) Die Aktiengesell­schaft Klosterbrauerei I. Andreas schlägt die Verteilung einer Dividende von wiederum sechs Prozent vor.

Frankfurter Fruchtmarkt vom 2. Debr. Es notieren je nach Qualität: Weizen hiesiger und Wetterauer Mk. 20.7521.00, kurh. M. 20.7521.00,nordd. 20.7521.00, ruff. 28.2524.50'Mani- toba 28.00-23.75, Kansas 23.50-23.75, La Plata Mark -.- ., Noqqen hiesiger Mark 18.2518.35, rum. M. 0.000.00 russischer Mk. 19.50.-19.75. Gerste hies. und Wetterauer Mk. 20.75 bis 21-, Pfälzer Mk. 21.00-22.00, Ried Mk. 21.0022.00 Hafer: hiesiger Mk. 19.0020.00, bayrischer Mk. 19.0020.00, russischer Mk. 19.00 bis 21.00, rumänischer 00.0000, Laplata Mk. 00.00 bis 00.00 Mais mixed 00.00 b. 00.00, russ.00.00 00.00, Donau 00.00 00.00, Laplata 15.00-00.00. Alles per 100 Kg. netto effektiv loko hier. - Mehl: stetig. Weizenmehl Mk. 31.00-31.50. Basis 0, feinere MarkenMk. 0.501 höher. Roggenmehl Mk. 26.0026.50. Basis 0 ab hier. Alkes per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. - Futter­mittel: stetig. Weizenschalen Mk. 10.50-10.75, Weizenkleie Mk. 10.50 bis 10.75. Roggenkleie Mk. 10.75 bis 11.00, Futtermehl Mk. 1416, getrockn. Biertreber Mk. 13.3514.00. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.

Für Errichtung eines Nnterkunftsstanses auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen rotster ein :

Hotel zur Post, für die Linse des Fern­

rohrs mit lOOfacher Vergrößerung . 1. Mk.

Gerson Cassel fürs Fernrohr . . . 0.50

Weil auch am Sonntag die Vuchberg- wirtschast wieder gut besucht war und etwa 25 Personen den Turm bestiegen und sich an der im Sonnenschein er- glänzenden Winterlandschaft erfreuten 0.25 Gin Blitz aus heilerem Himmel . . 1. V. D. London . . . . . 0.25 Voriger Betrag 2464.80

Zusammen bis setzt 2467.80 Mk.

Alle Wege vom Bahnhof Langenselbold oder Jud)berg und Lochseif nach Niederrodenbach waren tauber, trocken und sehr gut passierbar.