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Nß BgtfpaTkne PetitzeUe ober deren Raum 20 Pfg. im SUUametetl die Zette 60 Pfg.

-totaNonsdruck und Verlag der Buchdruckerei bet verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für S'UN= und Fandürcis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Vezugsprei«

Vierteljährlich 1.80 TIL, monatlich SO Pfg., filt Pöst. bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer lostet ß Pfg,

verantwort!. Redakteur: G Schrecker in Hanau.

Nr. 283 RtrnfrrtdianMuß Nr. 230.

Dienstag den 3. Dezember

FeritsprechanschlitK Nr. 230»

1912

TTGGGT Kaufet in Kanan. TTTTGT

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Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Bekanntmachung.

Am Donnerstag den 5. Dezember 1912, vormittags 91/« Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rat­hauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.

Hanau den 29. November 1912. 29631

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

J. V.: Bartmuß.

Beschluß.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Mittelbuchen belegenen, im Grundbuchs von Mittelbuchen Band 12 Blatt 584 unter Nr. 2 und 3 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Johann Heinrich Hack in Hanau eingetragenen Mundstücke:

Flur 9 Parz. Nr. 27, 4 ar 45 qm,

Flur 9 Parz. Nr. 28, 2 ar 1 qm,

Planstraße Nr. 142

a) Wohnhaus mit Hofraum,

90 Mark jährlicher Nutzungswert,

b) Hofraum mit Stallgebäude und Abtritt (A), Erundsteuermutterrolle Nr. 344, Eebäudesteuerrolle Nr. 147,

am 31. Januar 1913, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13, versteigert werden.

Hanau den 25. November 1912. 29619

Königliches Amtsgericht, Abt. 6.

Zwangsversteigerung

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in Großauheim belegenen, im Grundbuche von Großauheim Band 37 Blatt Nr. 1940 in Abt. I unter Ifb. Nr. 1 bis mit 6 zur Zeit der Eintragung des Ver-' steigerungsvermerkes auf den Namen des Fuhrmann Jean Nestel in Hanau und des Kaufmanns Emanuel Schmidt in Hanau je zur ideellen Hälfte, eingetragenen Grundstücke:

1. H 46 Acker, Das Hungerbühl, 3,25 ar Grundsteuerreinertrag 0.23 Mk.

2. H 50 Acker, Im Hungerbühl, 3,44 ar Grundsteuerreinertrag 0.24 Mk.

8. C 146 Acker, Auf das Nähefahrtgewann, 5,57 ar , Grundsteuerreinertrag 0.39 Mk.

4. C 147 Acker, daselbst, 3,98 ar Grundsteuerreinertrag 0.28 Mk.

5. H 48 Acker, Das Hungerbühl, 8,99 ar Grundsteuerreinertrag 0.63 Mk.

6. H 49 Acker, daselbst, 3,32 ar Grundsteuerreinertrag 0.23 Mk.

Grundsteuermutierrolle Nr. 1629 besteht, sollen diese Grundstücke

am 31. Januar 1913, vormittags 10 Uhr, öurch daS unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 — versteigert werden.

Hanau den 25. November 1912. 29621

Königliches Amtsgericht Abt. 6.

Bekanntmachung.

Gesucht wird der am 28. Juni 1831 in Langenselbold geborene Jakob Friedrich Leißner, Sohn des Schneider­meisters Johannes Leißner in Langenselbold und seiner Ehefrau Elisabeth geborene Fische , zwecks Aushändigung eines Geldbetrages.

Wer über den Aufenthalt des Gesuchten oder seiner Abkömmlinge etwas weiß, wolle zu den Akten L VIII 5 hierher Nachricht geben.

Langenselbold den 19. November 1912. 29595 - Königliches Amtsgericht.

Dienstnachrichten.

Der Landwirt Michael Maisch X. in Mittelbuchen ist als Beigeordneter dieser Gemeinde gewählt und be­stätigt worden.

Mniene and verlorene WeWM it.

Gefunden: 1 orodierte Damenubr. 1 französisches

Lesebuch mit dem Namen Eva Böhm und 1 Brief mit Adreffe Adam Böhm, 1 Hausschlüssel mit Kette.

Verloren: 1 goldene Herrennadel mit Brillant, 1 Bäcker-Bestellbuch.

Zugelaufen: 1 gelber Rehpinscher.

Entlaufen: langhaariger Jagdhund (Griffon) grau mit weißen Flecken am Sonntag abend in Hochstadt; Mitteilung an E. H. Koch, Hanau, Langstr. 30, erbeten.

Hanau den 3. Dezember 1912.

Politische Rundschau.

Der Kaiser nahm gestern vormittag mit dem Fürsten zu Fürstenberg und dem Gefolge an dem evangelischen Gottesdienst in der Stadtschule zu Donaueschingen teil und besichtigte im Anschluß daran den Neubau der eoanpeTH&en Stadtkirche. Zur Frühstückstafel im Fürstlichen Schlosse waren Statthalter Graf v. Wedel und Gemahlin geladen. Nach der Tafel wurde ein Automobilansflug auf das Stettener Schlößchen unternommen. Der Kaiser hat außer den bereits gemeldeten, noch weitere Auszeichnungen verliehen, u. a. sein Bild in Rahmen mit eigenhändiger Unterschrift, dem fürst» Tieften Kabinettsrat Würth, dem Stadtpfarrer Feurstein und dem Bürgermeister Sckän.

Der Dreibund noch nicht erneuert. Das in Reichs- tagskreisen verbreitete Gerücht, daß der Dreibund erneuert worden sei, wird von unterrichteten Stellen als unbegründet erklärt.

Eine Verlobung am Altenburgischen Hofe. Prin­zessin Olga Elisabeth von Sachsen-Altenburg, Herzogin zu Sachsen, hat sich mit Karl Friedrich Grafen von Pückler, preußischem Leutnant im Leibkürassierregiment Großer Kur­fürst (Schlesisches) Nr. 1 verlobt. Der Herzog hat zu diesem Verlöbnis seine Genehmigung erteilt.

Der Eisenbahnverkehr nach Bulgarien ist, wie der Berliner Handelskammer mitgeteilt wird, vom 28. November ab wieder ausgenommen worden. Die bulgarische Eisenbahn- Verwaltung übernimmt jedoch wegen des andauernden starken Militärverkehrs keine Haftung für die regelmäßige und recht­zeitige Beförderung von Privatgütern. Aus diesem Grunde müssen die Absender auf den Frachtbriefen folgenden^Ver­merk unterschreiben : Ohne Verbindlichkeit der bulgarischen Staatsbahnen für Lieferfrist - Ueberschreitungen gemäß Ministerial-Erlaß Nr. 104 253 vom 10. November 1912 für den Binnenverkehr.

Stimmungsbild aus dem Reichstag.

Des Krieges Stürme schweigen — vierzehn Tage lang, denn die fünf kriegführenden Mächte haben einen Waffenstillstand abgeschlossen, der dann später schmerzlos in einen Frieden übergeben wird. Das war für den Reichskanzler ein sehr günstiger Augenblick, sich im Reichs­tage über die Verhältnisse auf dem Balkan zu äußern. Der Reichstag war sehr gut besetzt und an den Tischen des Bundesrats wimmelte es von Staatssekretären und Geheimräten. Alle Reichsrefforts waren vertreten. Präsident Kaempf konnte zu Beginn der Sitzung mit­teilen, daß mit den Verbündeten Negierungen ein Ab- fommen dahin getroffen ist, daß zunächst die auswärtige Politik behandelt werden soll und dann die innere, die der Schatzsekretär Kühn mit einem Ueberblick über die Finanzen des Reiches einleiten wird. Zur auswärtigen Lage sprach zunächst der Reichskanzler selbst, kaum eine Viertelstunde lang. Er sprach sehr ruhig und schmucklos und wies zunächst in einer kleinen historischen Abhand­lung darauf hin, daß die Gegensätze auf dem Balkan, die sich in der Raffe und in der Religion finden, schon lange zu einem Konflikte drängten. Die Großmächte taten ihr Bestes, eine Katastrophe zu verhindern, aber als im Frühjahr dieses Jahres der Valkanbund be- gr'.indet wurde, da wußte man, daß die Bombe bald plaßen würde. So kam es denn zum Krieg. Als der Balkan jetzt von Waffen starrte, sahen die Großmächte ihre Aufgabe darin, den Kampf zu lokalisieren. Das ist ihnen gelungen, und der Reichskanzler sprach die Hoffnung aus, daß die Kriegsfackel nicht in andere Ge­biete getragen werden wird. Er stellte aber auch fest, daß Deutschland zwar nicht direkt an den Vorgängen auf dem Balkan interessiert ist, daß es aber ein leb­haftes Interesse an der weiteren ökonomischen Gestaltung der Dinge dort hat. Der Reichskanzler rückte aber auch die Möglichkeit in das helle Licht des Tages, daß es einmal gelten kann, für unsere Verbündeten ein Wort in die Wagschale zu legen. Die Großmächte werden, wie er versicherte. bei der Fesileauna der

neuen Grenzen ein kräftiges Wörtlein mitreden und möglichst gemeinsam ihre Forderungen Vorbringen, um fie so wirksamer zu machen. Mit erhobener Stimme erklärte er, daß unsere Bundesgenossen auf Deutschland rechnen können, und daß Deutschland selbst nicht zögern würde zur Wahrung seiner eigenen Stellung in Europa, zur Verteidigung seiner Zukunft und Sicherheit das Schwert aus der Scheide zu ziehen. Hier stimmte ihm das Haus mit lebhaftem Beifall zu. Deutsch­land habe, fuhr der Kanzler fort, der Türkei manchen Dienst erwiesen und habe sich während des italienisch-türkischen Krieges die Sympathien des Bundesgenossen zu erhalten ge­wußt. Diese Politik soll weiter fortgesetzt werden. Auch mit den Balkanvölkern erhofft der Kanzler ein gutes Einver­nehmen. Die Behauptung, daß einzelne Großmächte nach Landerwerb auf Kosten der Türkei bürsten, wies er als Unter­stellung zurück. DaS Endergebnis der Kanzlerrede war: eine allseitig befriedigende Lösung der Schwierigkeiten unter den Großmächten. Nach dem Reichskanzler sprach als Ver­treter der stärksten Partei Herr Ledebour. Seine Rede war wieder ein „echter Ledebour", mit faustdicken Uebertreibungen und allerlei anzüglichen Bosheiten. Er sang natürlich das Lied des Weltfriedens, daS ja auch der internationale sozia­listische Kongreß im Münster zu Basel angestimmt hat. Dom Zentrum ließ sich denn Dr. Spahn vernehmen, der warme Worte für den österreichischen Bundesgenossen fand. Auch der konservative Redner Graf Kanitz wies auf den Wert deS Dreibundes hin. Er gab zum Schluffe die Erklärung ab, daß seine Freunde wünschen, daß mit aller Energie darauf geachtet werde, das deutsche Heer kriegsbereit zu halten, und daß der Reichstag bereit sei, die notwendigen Mittel auch nachträglich zu bewilligen, wenn irgend wo eine Lücke sich zeigen sollte. Auf den ostpreußischen Grafen folgte dann der Führer der Nationalliberalen Herr Daffermann. Herr Bassermann wies mit Recht darauf hin, daß der inter- nationale Friede nicht durch daS Proletariat gewahrt wird, sondern durch di« Vernunft der Kabinette und der Völker, die wohl wissen, daß bei einer solchen Weltabrechnung die Throne krachen und die Länder zersplittern. Er stellte es als notwendig hin, die Türkei als lebensfähigen Staat zu erhalten. Das verlangen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands. Andererseits soll man aber den Balkanstaaten die blutig errungenen Siege nicht neiden. Herr Bassermann rühmte die Rede des Kanzlers als aufklärend, und erhoffte von ihr eine beruhigende Wirkung. Wie alle Redner der bürgerlichen Parteien betonte auch er, daß Deutschland fest zum Dreibund stehen müsse. Aber auch mit dem Vetter jenseits des Kanals müsse es in gutem Einvernehmen bleiben. Vertrauensvoll erwartet er, daß im Kriegsfälle alles klappt. Zu diesem Zwecke wird auch an die Schaffung einer deutschen Luftflotte zu denken sein. Als ein erfreuliches Zeichen sah er es an, daß durch die Tätigkeit der nationalen Vereine die Freude an großen nationalen Fragen warm- und wach- gehalten wird. Er sprach im Sinne der Mehrheit des deutschen Volkes, wenn er seine Ansichten dahin zusammen« faßte: wir sind friedliebend aber kriegsbereit. Der Reichs­varteiler Schultz führte die Ledebourschen Uebertreibungen auf das richtige Maß zurück und wies darauf hin, daß gerade die Politik des sozialdemokratischen Zentralorgans kriegs­hetzerisch gewesen wäre. Lebhaft begrüßt wurde die kurze Erklärung des Staatssekretärs v. Kiderlen, daß wir mit England durchaus auf gutem Fuße stehen. Dann vertagte man die Weiterberatung auf Dienstag, nachdem noch Herr Erzberger es abgelehnt hatte, sich nm den albanischen Thron zu bewerben. Er hatte sich in persönlicher Bemerkung da­mit begnügt, mitzuteilen, daß noch der Posten des Hofnarren frei sei, und er gab Herrn Ledebour anheim, sich darum zu bewerben.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Die Unterzeichnung des Waffenstillstandes verschoben.

Paris, 2. Dezbr. Die Unterzeichnung des Waffenstillstandes ist bis morgen verschoben, damit die Vertreter Serbiens, Grie­chenlands und Montenegros gleichzeitig mit Bulgarien zeichnet« sollen. Der Waffenstillstand wird während der Friedensverhand­lungen dauern; sollten diese kein Resultat ergeben, so müssen die Interessenten die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten 48 Stun- den vorher ankündigen. — Eine starke Mißstimmung zwischen den Allierten macht sich bemerkbar. Griechenland ist gegen den Waffenstillstand und wirft den Bulgaren vor, den Türken über­triebene Konzessionen gemacht zu haben. Saloniki sei durch griechischen Wafferfolg griechisch und müsse es bleiben. König Georg will mit Familie den ganzen Winter in Saloniki zubrin­gen. Der Pariser griechische Gesandte Romanos verständigte heute Poincarü, daß Griechenland diesen Waffenstillstand leine* weas aLurvLiere.