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Erstes Blatt'

Elarückungvgebührr

Die Bgefpattene Vetttyile ober deren Naum 20 Pfg. tm NâmettU DU âetle 60 Pfg.

Hotattonsbrud und Verlag der Buchdruckerei der verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Geueral-Anztiger

Amtliltzts Organ für Stabt nnb Landkreis Kanan.

Bezugspreis,

vierteljährlich 1.80 Ml., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Nr. 282 WeHifmedxmWitfi Nr. den 2. Ttzemdtl Frr»sprechanschltz Nr. 330. 1912

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14 Seiten.

Amtliches. Handelsregister.

Offene Handelsgesellschaft in Firma: Trahling und Schlingloff mit dem Sitze in Hanau.

Die Gesellschaft ist aufgelöst.

Liquidator ist der Kaufmann Wilhelm Nicolaus in Hanau, Salisweg Nr. 74.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 27. November 1912. . 29507

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Gefunden: 1 schwarz- und graugestreifter Herren­rock und 1 braunaelblicher Ueberzieher (Ulster) mit Porte­monnaie mit 6^Pig., Taschentuch, Kragenschoner, Meer­schaum-Cigarrenspitze mit Etui.

Verloren: 1 Acetylenlaterne (innen mit weißer Emaille), 1 goldene Damenuhr mit Sprungdeckel.

Entlaufen: 1 junger hellgrauer Wolfspitz, m. Geschlecht.

Hanau den 2. Dezember 1912.

Enteignung von Grundeigentum.

Zur Feststellung der Entschädigung für das zum Bau eines Vollbahnanschlusses Bahnhof GroßauheimWasser- Übungsplatz am Main und einer die Wafferübungsplätze am Main und an der Kinzig verbindenden Feldbahn zu enteignende, in der Gemarkung Großauheim belegene, nachstehend bezeichnete Grundeigentum habe ich Termin auf Donnerstag den 19. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr 16 Min., Zusammenkunft Bahnhof Hanau-Ost, anberaumt.

Alle Beteiligten werden gemäß § 25 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. Juni 1874 (G.-S. S. 221) aufgefordert, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.

Beim Ausbleiben wird ohne ihr Zutun die Ent­schädigung festgestellt und wegen Auszahlung oder Hinter­legung der Entschädigung verfügt werden.

Die nationale Einheitsschule und die Hanauer Lehrer.

H. Höhmann.

Der hiesige Lehrerverein veranstaltete am 23. November im großen Saale derConcordia" eine öffentliche Versammlung, in der der weit über die Grenzen Hessen-Nassaus bekannte Schul­politiker und Redakteur derHessischen Schulzeitung", Lehrer Kimpel aus Cassel überDie nationale Einheitsschule" sprach. Obwohl die gesamte Bürgerschaft Hanaus eingeladen war, war nur ein kleiner Teil derselben vertreten, auch von den Stadtver­ordneten waren nur einige Herren erschienen, trotzdem war die Versammlung sehr gut besucht; denn die Wichtigkeit dieses sozial-pädagogischen Problems und der Ruf des Redners hatten viele Lehrerinnen und Lehrer aus Hanaus engerer und weiterer Umgebung herbeigelockt. Auch der als sozial-pädagogischer Schriftsteller rühmlichst bekannte Schulrat Scherer aus Offen­bach war zu der Versammlung erschienen und ergriff als erster in der Diskussion das Wort. . ,

Herr Kimpel verstand es, in fast zweistündigem Referat seine Zuhörer zu fesseln. Einleitend wies er auf jenen Stolz, jenen elbstbewußten Glauben an die glücklich,. Zukunft unseres Volkes hin, der in der deutschen Volksseele lebt und der seinen schönsten Ausdruck in denk Dichterwort findet:Und es soll am deutschen Wesen einmal noch die Welt genesen". Wir haben ein Recht und alle Ursache, auf deutsches Wesen, auf unser Vaterland stolz zu sein; denn dank einer vierzigjährigen wirtschaftlichen und '.etstigen Entwickelung steht Deutschland an der Spitze aller Kulturstaaten. Trotz dieses nie geahnten Aufblühens unseres Volkslebens haftet ihm noch unmoderne Unkultur an. So müssen wir leider auch von der Organisation unseres vaterländischen Schulwesens bekennen, daß ihm trotz aller Kulturentwickelung noch so viele historische Ueberkommenheiten und Rückständig­keiten anhaften, die sich dem fortschreitenden Geist entgegen­stemmen.

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Eigentümer (Name, Stand und Wohnort)

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Ehefrau des Acker- manns Fried­rich Manael- mann, Bar­bara Wilhel­mine geb. Räm- mercr in Groß­auheim

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Der

Enteignungskommissar.

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Alle einsichtigen Staatsmänner waren sich des hohen Wertes unseres nationalen Schulwesens bewußt, viele erkannten, daß unter allen Schulgattungen unstreitig die Volksschule die aller­wichtigste ist, verdanken doch 93 Prozent unserer gesamten Jugend ihr allein ihre geistige und sittliche Erziehung! Das Volk wird künftig das reichste und mächtigste sein, das die besten Schulen hat und der Staat wird zu der höchsten Stufe seiner Leistungs­fähigkeit kommen, in dam keine geistigen Kräfte brach liegen bleiben, in dem jede Kraft an der rechten Stelle ist, an der Stelle sich betätigt, die ihrer natürlichen Anlage am besten entspricht. Entspricht nun unser Staat als moderner Kulturstaat bei der Schaffung und Ausgestaltung seiner Bildungsanstalten diesem psychologischen Prinzip? Diese Frage beantwortete Redner mit einem glattenNein". Unser Staat nutzt seine Intelligenzen, seine idealen Güter noch nicht in der rechten Weise aus; denn noch stehen in Deutschland eine Menge idealer Kräfte und Hofs- »ungsberechtigter Intelligenzen an der unrechten Stelle und sind zu elender Verkümmerung verdammt. Der Grund für diese trau- rige Tatsache liegt nach der Ansicht des Referenten in der rück- ständigen Organisation unseres Schulwesens.

Trotz alles Fortschrittes im Schulleben, trotz aller Fürsorge des Staates sind unsere Schulen noch nicht in erster Linie auf das S! aalsinteresse, sondern auf das gewißer Gesellschaftsschichten und kirchlicher Machtansprüche berechnet; es sind entweder Kon- sessions- oder Standesschulen Noch gibt es in Preußen keine allgemeine Volksschule, noch eine nationale Einheitsschule. Der Geldbeutel der Eltern und der Taufschein entscheiden leider bei uns über die Zugehörigkeit der Kinder zu den verschiedenen ^^ulgattungen. So wie im Jahre 1906 bei dem Kampfe um das Schulunterhaltungsgesetz in Preußen die kirchlichen Interessen siegten, so ist es im Jahre 1912 auch in Sachsen der Fall. Auch die Marxsche Kampforganisation, ein Produkt des diesjährigen Katholikentages, erstrebt eine Trennung des gesamten Unter­richtswesens nach konfessionellen Gesichtspunkten. In allen diesen Bestrebungen, die im schroffen Gegensatz zu einem freiheitlichen Geiste und einer nationalen Gestaltung unseres Schulwesens

Gefunden: in der Oberrealschule 1 Rucksack mit Tafel und Schulbüchern für Volksschüler, im Stadttheater 2 Spazierstöcke; abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 30. November 1912.

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Politische Rundschau.

Der Kaiser in Donaueschingen. Gestern vormittag nahm der Kaiser mit dem Fürsten zu Fürstenberg und dem Gefolge an dem evangelischen Gottesdienste in der Stadt­schule teil und besichtigte anschließend den Neubau der evangelischen Stadtkirche. Zur Frühstückstafel im fürstlichen Schloß waren der Statthalter Graf v. Wedel und Gemahlin geladen. Nach der Tafel wurde ein Automobilausflug auf das Stettener Schlößchen unternommen. Der Kaiser hat noch weitere Auszeichnungen verliehen, darunter sein Bild mit Rahmen mit der eigenhändigen Unterschrift dem fürst­lichen KabinettSrat Würth, dem Stadtpfarrer Feuerstein und dem Bürgermeister Schön.

Nach der dem Reichstage zugegangenen letzten Denkschrift über die Ausführung der Anleihegesetze belief sich das gesamte auf Gründ des Anleihekredits begebene Schuldkapitel am 30. September 1912 auf 4802,2 Millionen Mark, wovon 961,6 Millionen auf vierprozentige, 1974,8 Millionen auf 31 /# prozentige, 1645,8 Millionen auf 3 prozentige Schuldverschreibungen und 220 Millionen auf 4 prozentige Schatzanweisungen kommen. Don den Schuld­verschreibungen im Gesamtbeträge von 4582,2 Millionen Mark waren zum gleichen Zeitpunkte 1227,7 Millionen Mark oder 29,6 Prozent in das Reichsschuldbuch eingetragen. Von den gewährten Anleihekrediten waren am 30. September 1912 noch 331,8 Millionen Mark verfügbar.

Eine interessante Uebersicht bietet der Marineetat fiir 1913 in seiner Vorbemerkung. Darin werden die tat­sächlichen Ausgaben bezw. Etatsforderungen für 1900 bis 1913 mit den Geldbedarfsberechnungen zu den Flottengesetzen verglichen. Es stellt sich heraus, daß im Jahre 1900 eine Überschreitung beim Bau des LinienschiffesWittelsbach" von 3,6 Millionen Mark zu verzeichnen war. Für 1901 belief sich die Geldbedarfsberechnung auf 200,7 Millionen, die tatsächliche Ausgabe auf 194,8 Millionen, in 1902 jene auf 212,4, diese auf 205,3 Millionen, in 1903 auf 217,7 und 212,6, in 1904 auf 217,0 und 206,5, in 1905 auf

stehen, steht der Referent eine Gefahr, die leider noch zu wenig erkannt wird. Die Idee der Einheitsschule brach in unserem Volke immer in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Krisen mit voller Macht durch, in Zeiten, in denen es darauf ankam, die Volkskräste zu konzentrieren und auf große nationale Ziele zu lenken. Nach Preußens Fall bei Jena und Auerstädt ent­standen die Schulprogramme eines Fichte, Stein, Hardenberg, Süvern; Männer, denen alle die allgemeine nationale Einheits­schule vorschwebte. Auch 1848 und 1870/71 brach die Idee der nationalen Einheitsschule durch; jedesmal aber wurde ste in den zwischen diesen Zeiten nationalen Aufschwungs liegenden Reaktionvperioden bekämpft.

Die Gründe für die Konfessions- und Standesschulen liegen auf Interessengebieten, die mit dem Staats- und Dolkswohl nichts zu tun haben . In gewißen Kreisen fürchtet man den Auf­stieg des Volkes und mit der Ausbildung seiner Intelligenzen eine verschärfte Konkurrenz. Die Kirchen bangen um Einbrüche in ihr Machtgebiet; sie benutzen die Schulen, um ihren kirchlichen Besitz zu befestigen. So bedeuten die Konfessionsschulen die Klein­staaterei auf pädagogischem Gebiete. Ohne die kirchliche Für­sorge würde das Schulwesen zu schönerer Entfaltung gekommen sein; die Kirche war mehr eine herrschsüchtige als fürsorgliche Mutter der Schule. Ohne kirchliche Fürsorge würden wir uns heute ein konfessionelles Schulwesen ebensowenig vorstellen können, als eine konfessionelle Rechtspflege oder konfessionell ge­trennte Verkehrsanstalten. Zu den konfessionellen Trennungs­mauern kommen dann noch die gesellschaftlichen Unterschiede, der Gegensatz zwischen arm und reich, der die Existenz der Standesschulen fordert. Die Trennung unseres gesamten Schul­wesens nach diesem Gesichtspunkte in Volks-, Mittel- und höhere Schulen hat einen unheilvollen Einfluß ausgeübt. Trotz aller Fürsorge des Staates und der Kommunen haftet der Volksschute in den Städten der' Charakter der Armenschule an. Das wies Herr Kimpel an der Hand statistischen Materials nach. Der Volksschule fehlt die normale Gestaltung der einzelnen Klassen, aibt es doch in Vreuben noch SRnlfarAitlflrtfot» mit ßü Ms über