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Lage dieses wichtigen Zweiges unserer Volkswirtschaft sind im Anschluß hieran bereits im Gange.
Die Wahlen in Württemberg. Im gestrigen zweiten Mahlgange standen 24 Mandate zur Entscheidung. Es erhielten die Volkspartei 8, Konservative und Bauernbund 6, Nationalliberale 5, Sozialdemokraten 3 und das Zentrum 2 Mandate. Insgesamt sind bis jetzt gewählt 21 Zentrum, 17 Konservative und Bauernbund, 15 Volkspartei, 13 Sozialdemokraten und 9 Nationalliberale.
Antimilitärische Agitation der Sozialdemokratie. Die politische Polizei beschlagnahmte in dem sozialdeniakratischen Bureau für Rheinland und Westfalen 20 000 Exemplare einer antimilitärischen Broschüre, wovon ein Teil bereits versandt war.
Parlamentarisches
mb Stimmungsbild aus dem Reichstag. Nach eine Harfen Anklagerede des Sozialdemokraten Dr. Südekum sah sich der Präsident des Reichsgesundheitsamt veranlaßt, noch einmal richtig zu stellen, daß er nicht behauptet habe, daß vas in Deutschland vorhandene Fleischquantum ausreichend sei. Dann wurde der Debatte ein gewaltsamer Schluß bereitet. Die Vorlage über die Zollerleichterungen ging an eine besondere Kommission. Die Frage, ob ein spezialisierter Antrag zu einer Interpellation zulässig, soll in der Geschäftsordnungskommission geprüft werden. Ueber das sozialdemokratische Mißtrauensvotum wird morgen namentlich abgestimmt werden. Außerdem stehen kleine Vorlagen auf der Tagesordnung.
Aus Nutz und Fern.
Büdingen, 29. Nov. Zur Erschließung des südlichen Abhanges des Vogelsberges taucht wieder mal ein Plan auf, hoffentlich kommt dieser endlich zum Abschluß, um auch den dortigen Anwohnern die Vorteile des Verkehrs zugänglich zu machen. Wiederholt schon ist nachgewiesen worden, daß eine direkte Bahnverbindung Fulda—Frankfurt mit gleichzeitiger Entlastung der Bebraer Bahn nur durch diesen Teil des VogelsbergeS schneiden kann. Vorerst ist es eine Kraftwagenverbindung, die zwischen Büdingen und Schlierbach bezw. Birstein beabsichtigt wird. — Auch die Bahn Büdingen-Hanau tritt wieder in den Vordergrund, so wurden in letzter Zeit in verschiedenen in Betracht kommenden Orten Gemeinderatssitzungen abgehalten, in denen bei der Erkenntnis, daß jede Bahn Verkehr bringt, nicht allein die früher gegeben» Zustimmung erteilt, sondern es wurde auch der lebhafte Wunsch ausgesprochen, daß die Arbeiten bald in Angriff genommen werden möchten. In geheimer Sitzung wird der Büdinger Geweinderat, der sich im Vergleich zu den Opfern keine sonderlichen Vorteile verspricht, zu der Frage Stellung nehmen.
Butzbach, 28. Novbr. Im hiesigen Zellengesängnis wurde gestern abend der Gefangenaufseher Konrad von dem Strafgefangenen Christen meuchlings niedergeschlagen und schwerverletzt. Der Unglückliche mußte sofort dem Krankenhause zugeführt werden. Der Verbrecher, der wegen Mordversuches eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, wurde zur Anzeige gebracht.
Friedberg, 28. Novbr. Heute vormittag wurde der Arbeiter Singer, beschäftigt beim Umbau des Bahnhofs Friedberg, beim Ueberschreiten des Gleises Rosbach-Friedberg von einem Zuge überfahren und gelötet.
Gerichtsiaal.
* Zur Niedermodauer Sparkassen-Affäre. Eine wichtige Entscheidung traf das Landgericht Starkenburg in der Nieder-Modauer Sparkassenaffäre. Einige sehr vermögende Mitglieder der Kasse hatten nach dem Bekanntwerden des Zusammenbruchs das von ihren Frauen eingebrachte Ver- mögen hypothekarisch sichergcstellt, in der Erwartung, daß sie
Wirkung einen recht gediegenen Eindruck. Sehr gut gewählt.
Chor II bei Takt 4 hinter dem nächtlichen W a l d, den Vokal a nicht zu breit nehmen, während der Vokal a klingt, berührt man mit der Spitze der Zunge die obere Eaumenwand und läßt den Konsonant 1 mit in a einklingen und der unästhetische Laut ist in eine edle Form umgewandelt.
Takt 13 des zweiten Verses etwas zu hart angelegt. Hier muß mehr Vorsicht walten.
Vers 3, Dörfchen, o sei uns willkommen, war viel zu stark und zu aufgeregt, mit freudiger, liebevoller Erregung und doch mit voller edel und angenehm klingender Tongabe singen, pp des
3. Verses, Läute mein Elöcklein nur zu, wurde sehr schön gehaucht.
Der Verein sollte im Jahre 1913, um sich in seiner Leistung zu vervollständigen, einen Wettstreit zu besuchen.
Die vierte Korporation, Gesangverein Cäcilia-Somborn, wartete ebenfalls mit zwei Chören auf, dies waren 1. „Heimatliebe" von J. Wengert, 2. „Altniederländisches Volkslied" von Ed. Kremser.
Chor I Tonreinheit recht gut Auffaffung sehr gut Stimmenausgleich gut Rhythmik sehr gut Dynamik gut Aussprache recht gut Schwierigkeitsbezeichnung
Chor II
Tonreinheit recht gut
Auffaffung ungenügend
Stimmenausgleich gut
Rhythmik zl. gut, teils geringer
Dynamik gut
Aussprache recht gut
Schwierigkeitsbezeichnung leicht
etwas über leicht
Chor I wurde von dem Herrn Dirigenten ganz vorzüglich aufgefaßt, auch ist die Intonation, bis auf eine kleine Schwankung des 1. Baffes im 16. Takt, außerordentlich zu loben. Das Lied machte in seiner Totalwirkung einen großzügigen Eindruck. Chor II. Recht schön und duftig angefangen, jedoch muß das ^mpo von Takt 1 bis 7 und von 12 bis 15 etwas leichter fort« Wetten (Allegretto grazioso), während in Takt 7—11 der 1. Baß ul ruhiger Bewegung die Melodie führt und etwas hervortritt. , ^ltragsweife und Tonbildung war jedoch sehr vornehm bei dem Publikum Begeisterung aus.
*** ^^ «oes Wettstreites für 1813 ist sehr zu empfehlen.
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für die Verluste haltbar gemacht würben. Der Konkursverwalter der Kasse hat diese hypothekarischen Eintragungen gerichtlich angefochten und das Landgericht bat nun eine Entscheidung dahin gelallt, daß diese Hypcnbeken nnniliia sind, weil durch biete Emteaaungen die Rechte der Sparcinleger in gesetzwidriger Weise geschädigt würden.
Aus &Her Wett.
Die musikalische Schusterbude. Man schreibt der „Frankfurter Zeitung" aus Sachsen: Auf einen waheh.st amerikanischen Gedanken ist ein Leipziger Schuhmachermeister gekommen, der in diesen Tagen eine Schuhmacherwerlstatt mit elektrischem Betrieb eröffnet hat. In der Werkstatt hat er nämlich ein Klavier aufstellen lassen, das ebenfalls mittels Elektrizität gespielt wird. Wenn also die große Transmission surrt und die Gesellen an der Besohlmaschine beschäftigt sind oder das Leder abschleifen lassen, so ertönt zu dieser sonderbaren Musik das Liedchen: „Wenn meine Frau mich ärgern tut" oder irgend ein zeitgemäßer Gassenhauer, und die Gesellen pfeifen noch dazu. Lustiger kann es wohl in keiner Schusterbude zugehen. Die Wirkung ist aber auch entsprechend. Das große Schaufenster ist stets von Zuhörern belagert und der Laden ist jederzeit mit Kundschaft angefüllt. In erster Linie gilt die Unterhaltungsmusik den Kunden, die aus ihre Schuhe warten, damit sie sich nicht langweilen; Denn diese Werkstatt ist eine Schnellbesohlanstalt in großem Stile. Außerdem soll das Klavier aber auch die Schuhmachergesellen zur Arbeit begeistern. Der witzige Inhaber dieser musikalischen Schnellbesohlanstalt hat von der Wirkung der Musik eine vorzügliche Meinung. Er behauptet, daß seine Gesellen den fünften Teil mehr schaffen, wenn ihre Arbeit von Musik begleitet wird, und da sie im Akkord arbeiten, so ist das weder den Gesellen noch dem Meister zum Nachteil.
Die Cholera.
Konstantinopel, 29. Novbr. (Amtlich.) Einundfünszig Cholerafälle sind in Konstantinopel vorgekommen, davon fast die Hälfte tödlich. Die Epidemie wütet unter den türkischen Truppen in der Tschataldscha-Linie und in den Cholerabarachn in San Stefano weiter, wo die Lage trostlos ist. Die Regierung beschloß, außer in ©an Stefano auch in Hademköj Cholerabaracken zu errichten. Außerdem beschloß der oberste internationale Sanitätsrat die Flüssigmachung neuen Kredits.
Verlosungen. (Ohne Gew.)
Credit Foncier de France. Ziehung vom 5. November 1912. Obligationen vom Jahre 1909. Hauplpreise: Nr. 949104 zu 50 000 FrcS. Nr. 155900 zu 10 000 Fr. Nr. 42587 70696 511634 524493 734248 774337 814698 839717 1172707 1177249 je 1000 Francs. Nr. 51186 85579 104357 117206 134898 203479 271194 286895 341866 419661 435960 449003 449626 486546 514397 548363 569215 591170 617494 655733 689632 693389 709948 778955 790985 796459 815753 818933 82102.5 823283 838731 853424 863071 873371 880123 890939 896427 908931 930064 952164 1039911 1066994 1068883 1074327 1096223 1098158 1109655 1110735 1112261 1123447 1150786 1155605 1187848 1189859 1292471 1319451 1321344 1328485 1329786 1391525 je 500 Frcs. Auszahlung ab 1. Dezember 1912.
Auszüge aus d em Amtsblatt der Königlichen Negierung zu Cassel.
S a n n e r z. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Sannerz belegenen, im Grundbuche von Sannerz zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Steinhauers Johann S ch l e m- b a ch und Ehefrau, Klara, geb. Koch, zu Sannerz eingetragenen Grundstücke am 10. Januar 1913, vormittags
An fünfte Stelle trat der Liederkranz-Oberrodenbach, derselbe wühlte 1. „Der Fremdenlegionär" von I. Wengert, 2. „Tirt- tomba", Italienisches Ständchen, von Fritz Vaselt.
Chor I Tonreinheit sehr gut Auffaffung sehr gut Stimmenausglcich recht gut Rhythmik gut
teils etwas geringer Dynamik sehr gut Aussprache sehr gut Schwierigkeit mittelschwer Chor I konnte in der
Chor II
Tonreinheit sehr gut Auffaffung sehr gut Stimmenausgleich recht gut Rhythmik gut
Dynamik sehr gut
Aussprache recht gut
Schwierigkeit leicht
Ausführung nicht beffer charakterisiert
werden, auch der Stimmenausgleich ließ nichts zu wünschen übrig.
Takt 7 und 8 die Worte: Kein Laut ertönt vom Lager mehr, sind staccato zu singen. Takt 30, 31 und 32 dürfen noch etwas mehr Uebung erfahren. Takt 74 und 76 rhythmisch genauer in
4 Vierteltakt einteilen, dessenungeachtet machte das Werk, welches zu den schönsten und melodienreichsten Kunstchören der Gegenwart zählt, dem Leiter und seinen Getreuen alle Ehre.
Habe diesen Chor noch selten in solch schöner und dramatischer Steigerung gehört.
Auch wurde hierbei die Atemtechnü recht merklich im Auge gehalten.
Wie bereite in vorausgegangener Zensur erwähnt, haben sich in der rhythmischen Einteilung einige ganz kleine Unebenheiten gezeigt, welche scheinbar nicht auf das Konto des Dirigenten, sondern vielleicht durch Unachtsamkeit auf das der Sanger zu schreiben sind. Also etwas mehr Vorsicht.
Chor II ergab sich als eine Glanzleistung ersten Ranges. Der Verein darf sich mit der Wiedergabe dieser beiden Chöre den leistungsfähigen deutschen Männergesangvereinen als würdiges Glied ohne jeden Zweifel anfügen und darf sich bei Wettstreit mit diesen Leistungen schon in etwas stärkere Konkurrenz begeben.
Die Bruderkette-Langenselbold war derjenige Verein der den Konzert-Reigen beschloß und interpretierte folgende Chöre' 1 „Schills Heldenzug" von Jost Werth, 2. „Die Nacht" von Franz Schubert,
SO. November
10^3 Mr, durch das Königliche Amtsgericht zu Schlüchtern — an der Gerichlsstrlle — versteigert werden.
Handel. Gewerbe und Verkehr.
Berlin, 29. Novbr. Weizen Dez. 804.—, Alai 209.—, Juli -.— Roggen Dez. 175.75, Mai 177.-. Haier Dez. 176.75, Mai 175.25. Mais Dez. —.—, Mai -.-. Rüböl Dez. 67.70. Mai 65.60. Weizenmehl24.75—28.2 5, Roggemucbt 21.60—23.60.
Oombnrn, 29. Novbr. Kai iee Santos December 69V« März 693/<, Mai693/<, Sept. 69”/« Pf. RohzuckerNovember 9.52 7s Dezember 9.5772, Jan.-Mär', 9.80 —, Mai 10.10—, Aug. 10.82 72, £)Et.= 2^3.10.02.71. Nuieri k. Ba uinwo(leNov.650»,Dez. 657»,Jan.657> Br. Weizen Mecklenburg. Novbr. 202.—. («erste Sudruls. Nov. 136 7?. Mais stet. Auierik. mix. Dez.-M..rz 109—. La Plato Nov. 110—. Nilböl fest. Loco verzollt 69—. Salpeter fest loco 10.92—, Februar-März 11.25—, Mai 10.80—. Schmalz stet. Amerik. steam 57'/», Chamberlain 58V«. Cacao: Quayanil. 59'/<, Trinidat 65—.
Budapest, 29. Novbr. Weizen April 12.08, Roggen April 10.58. Hafer April 11.28. Mais Mai 7.80.
Paris, 29. Novbr. Roggen Nov. 21.50, Dez. 21.25, Sait.» April 21.25, März-Juni 20.90. Weizen Nov. 30.50, Dez. 27.40, Jan.-Ap eil 27.05, März-J mö 36.70. Mehl Nov. 39.75, Dez. 36.60, Jan.-April 35.40, März-Juni 35.05. Nuböl Nov. 69 7», Dez. 69V«, März-Juni 67 72, Mai-August 67—. Sp iritus Nov. 43V« Dez. 42V« Jau.-April, 437,, Mai-August 45—. Rohzucker loco 27—, Zucker Nov. 30V», Dez. 307», Jan.-Avril31'/», März-Juni 31V» Leinöl Nov. 613/., Dez. 62®«, März-Zmü 627«, Mai-Aug. 63—,
Schiffsnachrichten.
Hamburg, 28 Novbr. Der Dampfer „Christian X." von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Philadelphia und der Dampfer „Wasgenwald" vorgestern in Havana ein« getroffen.
Bremen, 29. Novbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Schleswig" ist gestern wohlbehalten in Alexandren eingetroffen.
Sprachcckt des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
Zweigverein Hanau, orientieren.
Kürzlich wurde in der Zeitschrift des Sprachvereins als Vor- deutfchung von Orientierung (beim Kirchenbau) „Ostung" empfohlen, das ausdrucksvoller ist als das verwaschene Fremdwort. Und wie oft liest man dieses trotz seiner Verwaschenheit heute! wie sehr ist es zum Modewort geworden! Eigentlich orientiert nur der Seemann, d. h. er sucht den Sonnenaufgangspunkt, den Osten, auch „orientiert" man mit Recht eine Kirche, d. h. richtet ihren Chor nach Osten; heute aber „orientiert" man einen Bau gar von Süden nach Norden! Heute sagt man ferner, eine Regierungspolitik sei nach dem und dem Gesichtspunkt orientiert, spricht von einer national orientierten Mittelpartei, meint, die Politik müsse gänzlich neu orientiert werden usw. usw. — statt richten, einrichten, einstellen usw. — Und wie viele Verdeutschungen gibt es doch für „sich orientieren!" Sarrazin hat ihrer ein volles Dutzend, darunter „sich umsehen" und „sich umschauen". Zu diesen stellt sich für viele Fälle ganz vortrefflich „sich umhören". Dieses Wort ist vielleicht noch kaum oder nur sehr wenig bekannt; bei Heyne fehlt es, Sanders aber bringt es in folgender Form: „Umhören, refl.: sich hörend, erkundigend nach etwas umtun (vgl. sich umsehen): Warnte vor den Umhörungen und unmaßgeblichen Ratschlägen. Eervinus Lit. 5. 287"; er belegt es im „Ergänzungsbande" noch aus Freytag, den Erenzboten, Mommsen (Auch e. Wort), Rodenburg usw. Das Hauptwort „Umhörung" scheint zwar nicht besonders empfehlenswert zu fein, aber das rückbezügliche Zeitwort dürfte sich in sehr vielen Fällen als brauchbare und zweckmäßige Verdeutschung von „sich orientieren" erweisen. Und ebenso könnte man sagen: „Ich muß erst umhorchen".
Chor I
Chor II
Tonreinheit fast gut Auffaffung gut Stimmenausgleich ziewl. gut Rhythmik gut Dynamik gut Aussprache fast gut Schwierigkeitsgrad sehr schwer
Tonreinheit gut Auffassung fast gut Stimmenausgleich recht gut Rhythmik gut Dynamik gut Aussprache fast gut Schwierigkeitsgrad
nicht ganz mittelschwer.
Bei Chor I war die gute Auffaffung des Dirigenten recht zu rühmen, der Verein hatte sich mit diesem Werk des bekannten Bonner Komponisten, dessen Text aus der Feder des beliebten Liederdichters Herrn Amtsrat Dr. Pusch in Ortenberg stammt eine sehr schwere Aufgabe gestellt.
Obwohl der 1. Tenor besonders in Takt 7 bei den Worten „doch ließ ihm das eigene Herz nicht Ruh'" etaws Gaumenklang sang und der Schluß in den letzten 2 Takten in der Reinheit beeinträchtigt war, so wurde doch der gute Eindruck in der Gesamtwirkung nicht besonders verletzt und zeugte von großem Fleiß und Tüchtigkeit des Chorleiters sowie von einer nicht zu unterschätzenden Standhaftigkeit der Sänger.
Chor II. Hier war die Wahl des ewig schön bleibenden Schu» bertschen Liedes „Die Nacht", mit dem Textanfang „Wie schön bist du, freundliche Stille, himmlische Ruh", eine sehr glückliche und sang der Verein diesen Chor mit recht viel Wärme und edelklingender Tongabe. Dürfte dem Herrn Dirigenten anraten, das Tempo etwas bewegter zu nehmen. Die Komposition neigte etwas zum Schleppen.
Auch hätte ich lieber das zu dunkle e", welches fast wie „o“ klang, bei den Endsilben vermißt.
Der Verein kann mit bestem Gewiffen für 1913 einen Wettstreit besuchen.
Am Schluß des Konzertes wurde das neueste Heimatlied, mit dem Titel „Ewig, liebe Heimat", komponiert von dem Schreiber dieses, welcher als Beurteiler der Leistungen hinzugezogen war, mit sehr großem Erfolg von 120 Sängern unter Chormeister Schirmers Leitung zum Vortrag gebracht unb nahm der Verlauf der Konzerte» hierdurch ein würdiges Ende, Brodk