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Erstes Blatt.

SlnrSSungsgebllhrr

Dtr Kgespalrene Petttzetle oder deren Raum 20 Pfg. im SeUameteU die ZeU« 60 Psg,

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. eo. Waisenhauses in Hanan.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.

Bezugspreior

Vierteltahrlich 1.80 Mk., monatlich 80 Pfg., fSr Poff, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet ü Pfg«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Ns. 280 fferirsprechaitschlufz Nr. 230.

Freitag den 29. November

Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912

Die heutige Himmer mW sühn dem MnhM»«BM

14 Seiten.

Amtliches.

B-s»I«k Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Groß­auheim belegenen, im Erundbuche von Großauheim zur Zeit der Eintragung des Dersteigerungsvermerkes auf den Namen des 1. Bäckermeister Georg Heeg, 2. dessen Ehefrau Eva geb. Erick, früher in Großauheim, jetzt in Candusky-Ohio Nr. 1328 Jeffersonstraße II. S. v. A. je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke:

Krtbl. 0 Nr. 699/297» a) Wohnhaus Hauptstraße

Nr. 43 mit 4,68 ar

Krtbl. 0 Nr. 296 Hofraum und 2,52 ar Krtbl. 0 Nr. 297 Hausgarten 2,39 ar

Krtbl. 0 Nr. 599/297» b) Scheuer mit Stall (B) . 6) Waschküche mit Stall und Abtritt (A)

d) Schlachthaus

e) Wurstküche mit Wohnung darüber, links (D)

Krtbl. 0 9ic. °96 f Restaurationshalle , jährl. Nutzungswert 865 Mark am 24. Januar 1913, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Großauheim East, wirtschaftzum Engel" versteigert werden. Hanau den 18. November 1912. 29291

Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

Ueber das Vermögen des Landwirts Karl Braun von Ostheim ist am 27. November 1912, nachmittags 12 Uhr 10 Minuten der Konkurs eröffnet worden. Konkursverwalter: Kaufmann August Wilhelm Ströbel von Windecken. Anmeldefrist bis 3. Januar 1913. Wahl eines Gläubigerausschuffes 20. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr. Allgemeiner Prüfungstermin

17. Januar 1913, vormittags 10 Uhr. Offener Arrest und Anzeigefrist bis 31. Dezember 1912.

Windecken den 27. November 1912. 29241

Der Eerichtsfchreiber des Königlichen Amtsgerichts

Mnöene m »etlorene ßegenüänhe it

Gefunden: 1 Taschenmesser, 1 grauer Damen­handschuh (rechter, Wildlederimitation), 1 Pfandschein Nr. 5164.

«WL» .

Konzert des LehrersnngerArs.

Ein interessantes, abwechselungsreiches Programm war es, mit dem der Lehrersängerchor gestern abend in der Tentralhalle seine Zuhörer fesselte. Die Allmacht Gottes, die Herrlichkeit der Natur, den Zauber der Heimat priesen seine Chöre. Franz Schubert stand mit einem Gesang aus derdeutschen Messe" an der Spitze, dem sich die Nägel'sche MotetteDer Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit" inhaltlich verwandt an­schloß. Außer dem matten ersten Einsatz (Heilig") konnte man damit zufrieden sein. Joachim Raff war vielleicht zum Ge­dächtnis seines 30. Todesjahres als nächster ausersehen wor­den. SeinHirtenlied" undAlpenjägerlied", stimmungsvolle Vertonungen der Schiller'schen Dichtungen, kamen sehr schön heraus. Mehr noch sprich das wundersame H e g a r'scheMor­genlied im Walde" an, das, fein nuanciert, all seine süßen Schauer und Ahnungen ausströmen konnte. DasEsthnische Volkslied" nahm sich in der geschickten, gut klingenden Bearbei­tung Bruno Pfeifers recht vorteilhaft aus und auch beim Minnelied", einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Weise des Troubadours Adam de la Hale, eines jener Gesänge, die dem Ueberwuchern des Kontrapunktes heilsame, gesunde Volks- tümlichkeit gegenübersetzten, machte sich emsiges, gewissenhaftes Studium bemerkbar. Von letzten wohlgelungenen Chören Mie's daheim war" undJn^r Fremde" von W o h l g e m u t h ist der zweite herzlich unbedeutend, den ersten aber, aus die ge­mütstiefe cornelianifche Lyrik, hörten wir nach seiner neulichen Darbietung durch den Weins'schen Gesangverein gerne noch ein­mal, ist er doch, wenn auch nicht eigenartig, in seiner melodisch­harmonischen Simplizität warm zu Herzen gehend.

Als Gesangssolist war Herr Dr. Hermann Brause aus Görlitz erschienen. Ein großer Vortragskünstler, mit keiner volu­minösen aber wohlgeschulten, sehr sympathischen Barttonsttmme. Die Loewe'schen BalladenErlkönig",Gutmann und Gut- wetb" und -Hockzeitslied" schlugen Sofort die Brücke autn Dubli-

Liegen geblieben bei M. L. Berlizheimer u. Söhne: 1 Rockhalter, 2 Paar und 2 einzelne Damen­handschuhe und 3/< Meter grüne Franzen. Empfang­nahme auf dem Fundbureau.

Verloren: 1 Fahrscheinblock von der elektrischen Straßenbahn (in der Hospitalstraße).

Entlaufen: 1 schwarzer Rehpinscher mit braunen Abzeichen m. Eeschl., 1 wolssfarbiger deutscher Schäfer­hund.

Hanau den 29. November 1912.

Politische Rundschau.

Der Kaiser in Donaueschingen. Der Kaiser, der Fürst zu Fürstenberg und die Jagdgesellschaft begaben sich Donnerstag mittag zur Jagd nach Brugger. Das Frühstück wurde im Freien eingenommen.

Der Bundesrat hat in seiner gestrigen Sitzung über die Ausführung des Jesuitengesetzes folgenden Beschluß ge­faßt : Da Zweifel über die Bedeutung des Begriffs der verbotenen Ordenstätigkeit im Sinne der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. Juli 1872 (Reichsgesetzblatt Seite 254) entstanden sind und die bayrische Negierung eine authen­tische Auslegung dieses Begriffs beantragt, beschoß der Bundes­rat: Verbotene Ordenstätigkeit ist jede priesterliche oder sonstige religiöse Tätigkeit gegenüber anderen sowie die Er­teilung von Unterricht. Unter die verbotene religiöse Tätig­keit fallen nicht, soweit nicht landesherrliche Bestimmungen entgegenstehen : Das Leien stiller Messen, die im Rahmen einer Familienfeier sich haltende Primizfeier und das Spenden der Sterbesakramente. Nicht untersagt sind wissenschaftliche Vor­träge, die das religiöse Gebiet nicht verrühren. Die schrift­stellerische Tätigkeit wird durch das Verbot nicht betroffen.

Zu den württembergischen Landtagswahlen meldet derVorwärts", daß die Nationalliberalen mit den Sozial­demokraten eine Vereinbarung getroffen haben, wonach sie sich gegenseitig in den Kreisen Waiblingen und Brackenheim unterstützen. Nach der offiziellen Wahlparole haben die württembergischen Nationalliberalev jedes Zusammengehen mit der Sozialdemokratie abgelehnt. Es ergibt sich hier also ein Widerspruch, deffen Aufklärung notwendig ist.

Zur Durchführung der Angestelltenversicherung.

Durch Beschluß vom 29. Juni d. Js. hat der Bundesrat gemäß § 9 Abs. 1 des Versicherungsgesetzes für Angestellte vom 20. Dezember 1911 bestimmt, welche Gehaltskiaffe der Berechnung des Mindestbetrages im Sinne dieser Vorschrift zugrunde 'zu legen ist. Auf Grund des § 320 des an­gezogenen Gesetzes werden vom Minister des Innern die nunmehr gemäß § 9 Abs. 3 zu treffenden Entscheidungen für die in Betrieben oder im Dienst eines Gemeindeverbandes tum. Wie er in der ersten die Stimmen des Gespenstes, Vaters und Kindes auseinander hielt (hier unheimlich gleichförmig, da beruhigend, dort ängstlich und schließlich wildentsetzt), ver zweiten zum Schalk verhalf, in der dritten Stimmung und Silben gerecht wurde, das war so groß, so bedeutend, daß es ihm sicher nur ganz Wenige nachmachen werden. Wüllnersche Kunst, unter­stützt durch wirkliche Stimme. Auch in den Brahm e'schenEr­innerung" undStändchen" war er Meister. Ueber je In, zum Unterschied von Frl. Uhr, eine Spur schalkhaft gefärbtesVergiß nicht mein" läßt sich nicht streiten. Hochamüsant gelang Her­mannsEinst und jetzt", gar ehrbar-zopfig seinAlter Herr", Drei Wanderer" zeigte wieder Dr. Brauses großzügige Balladen­kunst. Wie fein schied er die Spieler, wie erschütternd kam das Trumpf As! Ich bin der Tod!" heraus. Die Andacht der Zu­hörer wuchs von Lied zu Lied. Hatte der prächtig interpretierte Tom der Reimer" bereite starken Applaus gesundem so stellte Archibald Douglas" den Höhepunkt dar. Hier muß ich dem Sänger, dem ich M seinem ersten Auftreten hinsichtlich seiner Aussprache (der ^h ö w e den Riegel vor" u. a. m.) nicht überall bestimmen konnte, in jeder Beziehung bewundernde Anerkennung zollen. Das Gedicht ward zum Bild, das Bild zur plastischen greifbaren Handlung, die Handlung zum unmittelbaren Miter­lebnis, man stand den Personen Auge in Auge gegenüber, hörte üe sprechen und sah sie sich bewegen. Reifste Kunst eines Hoch­begabten, von dem noch viel Großes gemeldet werden wird.

Robert Schumanns op. 46 Andante und Variationen für zwei Klaviere hatten sich die Pianistinnen Fräul. Auguste und Johanna Dilger aus Frankfurt a. M. als Eingangs­nummer erwählt. Das 1848 vollendete Werk, zuerst mit Beglei­tung von zwei Violoncells und Horn geschrieben, wurve dann, jedenfalls auf Mendelssohns Rat, in die jetzige Form umgear- beitet. Uebrigens liegt es seit 1903 auch in ursprünglicher Gestalt vor. In Schumanns produktivster Zeit, kurz vorParadies und Peri" entstanden, ist es ein wunderlich-phantastisches, echt Schu- mann'sches Stück jedoch etwas stark elegisch, sodaß nicht jeder Hörer Sofort mitgerissen wird. Es aelana den beiden Damen bester

oder einer Gemeinde beschäftigten Beamten oder sonstigen Angestellten auf die Kommunalaufstchlsbehorden übertragen. Die Entscheidung ist nach folgenden Gesichtspunkten zu treffen:

1. Bei den auf Lebenszeit Angestellten gilt die Anwart­schaft als gewährleistet, wenn ihnen kraft Gesetzes oder auf Grund eines Ortsstatutes oder eines Beschluffes des zu­ständigen kommunalen Organes oder nach dem Inhalt ihrer Anstellungsurkunde oder ihres schriftlichen Dienstvertrags die im ^rwâbnten DundrsratSbeschluß festgesetzten Mindestbelräge an Ruhegeld und Hinterbliebenenrente zustehen.

2. Bei den auf Kündigung Angestellten gilt die Anwart­schaft gewährleistet, wenn außer den unter 1 benannten Voraussetzungen noch folgende Bedingungen erfüllt find:

a) Die Kündigung muß vom Vorhandensein eines wichtigen Grundes (vgl. § 626 B. G. B.) abhängig gemacht sein.

b) Falls für die Entscheidung darüber, ob ein wichtiger Grund vorliegt, der Rechtsweg ausgeschloffen ist, muß . in anderer Weise dafür gesorgt sein, daß diese Ent­scheidung nicht lediglich dem Ermeffen des zur Kündigung berufenen kommunalen Organes entgültig überlassen bleibt. Es muß vielmehr dem Betroffenen die Mög­lichkeit offen stehen, durch Anrufung einer außerhalb der Kommune stehenden Justauz eine Nachprüfung zu erreichen.

3. Bei den auf Probe Angestellten gilt die Anwartschaft als gewährleistet, wenn die Anstellung auf Grund oder nach den Grnndsâtzen des § 10 des Kommunalbeamtengesetzes und für eine bestimmte, die Voraussetzungen der Versicherungs- freiheit erfüllende Stelle (vergl. zu 1 und 2) erfolgt ist.

Auf Lehrpersonen m kommunalen Unterrichtsanstalten er­streckt sich diese Verfügung nicht.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Die Verhandlungen.

Konstantinopel, 28. Novbr. Ein maßgebender türkischer Staats- mann erklärte dem Vertreter des Wolffschen Bureaus, daß bisher von Friedensverhandlungen nicht die Rede sein könne. Die bul­garischen und türkischen Unterhändler hüten nur den Auftrag, über die Bedingungen für den Waffenstillstand zu verhandeln. Türkischerseits werde dabei der Standpunkt vertreten, daß der Waffenstillstand auf dem gesamten Kriegsschauplatz eintreten müsse, währenddessen alle Truppennachschübe und Munitions­transporte zu unterbleiben hätten, die Verpflegungszufuhr und der Abtransport der Kranken und Verwundeten aber erlaubt sein solle. Dahin gehöre auch die Erlaubnis des Eintritts des Roten Kreuzes in Adrianopel. Erst wenn der Waffenstillstand effektiv sei könne man über die Vorschläge zu Friedensverhandlungen be­raten. Bis Mittag waren die Verhandlungen anscheinend noch als dieFünf Walzer" op. 39 von Brahms und das Allegro brillante Adur von Mendelssohn, wo schülerhafte Scher und Unfreiheit uns gar Manches vorenthielt. Technik, Sauberkeit des Spiele und Exaktheit des Zusammengehens war da, das übrige muß aber erst noch kommen.

Herr Wilhelm Hamburger, der rührige Dirigent des Vereins, hat auch gestern wieder bewiesen, daß er Chöre einzu- studieren versteht. Mit Befriedigung kann er auf den Abend zu­rückblicken. Als äußerst feinsinniger Begleiter, deffen Instrument oft geradezu orchestral anmutete, ist Herr Alfred Fischer aus Hersfeld zu nennen, der die Eefangsfoli auf das Verständnisvollste unterstützte.

Stadtthester in Mu.

Nach dem großen Erfolge, den am Mittwoch die klassische, lvundervolle OperetteDer Zigeunerbaron" mit Herrn Hermann Schramm von der Frankfurter Oper erzielte, dürfte sich die heutige Wiederholung, verbunden mit dem letzten Gastspiel des geschätzten Künstlers, größten Interesses zu erfreuen haben. Die Partie derSaffi" wird wieder von Frl. Hildegard Wegner gesungen. Morgen Samstag wirdAutoliebchen" bei volkstümlichen Preisen gegeben, weitere Aufführungen der Poffe dürften kaum zu ermöglichen sein. Am Sonntag geht nachmittags bei kleinen Preisen die Posie,, Der Walzerkönig" in Szene und abends im Abonnement A zum ersten Male der neueste Lustspiel­schlager von Richard SkowronneckDie Eeneralsecke", in Szene gesetzt von Herrn Direktor Steffter. Ueber den Erfolg des prächtigen Stückes bei der Uraufführung in Berlin schreibt der

T a g". Richard Skowronneks dreiaktiges LustspielDie Generalsecke" fand im Komödienhaus ein enthusiasmiertes Publi­kum, das in Lachen und Beifall schwelgte und den Autor unzäh­lige Male aus die Bühne rief. Richard Skowronnek ist der Meister in der behaglichen Schilderung militärischer, jagdlicher und feu­daler Milieus, sein treffsicherer Witz und sein köstlicher Humor haben ihn längst zu einem Lieblingsdichter des deuhickre» yun^t