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Bezugspredsr

Llerteljährttch 1.80 ML, monatlich 60 Pfg., für Pqt« bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg.

vkrSckongsgeLS-N

SU Sgespaktene Petttzetle oder deren Raum 20 Pfg. im SUUcimeteU bte Zette 60 PfL

Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtlilhes Organ für Stabb M <an>krrw Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantwort!. Nedakteur: G. Schrecker in Hamm,

Nr. 277

Aerrrsprechanschlutz Nr. 230.

Dienstag den 26. November

Fernfprechanschttttz Nr. 230.

1912

. Amtliches.

Eandhreis Ranau.

Das am 1. Mai d. Is. in Kraft getretene Vieh­seuchengesetz hat eine Menge von Bestimmungen gebracht, deren Kenntnis für jede Behörde, jeden Landwirt und Viehhändler von der größten Wichtigkeit ist. Eine Zu­sammenstellung dieser Vorschriften gibt das von dem Ne- gierungssupernumerar Lenz in Calau herausgegebenene HandbuchBiehseuchenpolizei in Preußen", welches in dem Verlage von R. E a h l-Berlin erschienen ist. Der Preis des Buches beträgt broschiert 3. Mk., gebunden 3.50 Mk. Das Buch ist übersichtlich und handlich, es ermöglicht durch geschickte Anordnung des Stoffes und insbesondere durch eineUebersicht über die bei den ein­zelnen Seuchen zu treffenden Maßnahmen" einen Ge­brauch schon ohne ein tieferes Eindringen in den Inhalt.

Ich kann die Anschaffung allen Behörden und Vieh­besitzern in ihrem eigensten Interesse nur dringend empfehlen.

Ich bin bereit, Bestellungen zu übermitteln und er­suche die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher mir bis zum 15. Dezember d. Zs. anzuzeigen, wieviel Exem­plare gewünscht werden.

Fehlanzeige ist nicht erforderlich. Hanau den 23. November 1912. * V 6679

Der König!. Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.

Die Laubversteigerung im Bezirk Keffelstadt findet am Donnerstag den 28. November 1912, nachmittags 2 Uhr, statt.

Zusammenkunft am Schießplatz am Bahnhof Wil­helmsbad.

Hanau den 23. November 1912. 28945

Der Magistrat.

Z. A.: Ehrich.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Erundbuche von Hanau, Band 18 Artikel Nr. 1074 in Abteilung I unter Nr. 53 und 151 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn zu Hanau, jetzt wohnhaft in Heigen­brücken, eingetragenen Grundstücke:

Nr. 53 GG 313/19, Das neue Mühlfeld, Acker, 40 ar 82 qm, Nutzungswerl 2 Mark 88 Pfg.,

Erundsteuermutterrolle Nr. 1951,

Nr. 151 GG 290/76, Das neue Mühlfeld an der Ufer­straße, Wiese und Acker, 48 ar 3 qm, Nutzungs­wert 5 Mark 75 Pfg,

Grundsteuermutterrolle Nr. 1951

am 15. Januar 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 versteigert werden.

Hanau den 18. November 1912. 29035

Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau im neuen Mühlfeld und in der Uferstraße belegenen, im Erundbuche von Hanau Band 18 Artikel 1074 unter Nr. 204, 220, 239, 242 und 243 zur Zeit der Ein­tragung des Bersteigerungsvermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn zu Hanau, jetzt wohnhaft in Heigenbrücken, eingetragenen Grundstücke:

Nr. 204 GG 266/62, Das neue Mühlfeld unterhalb der Wilhelmsbrücke, Wiese, 6 ar 39 qm, Nutzungswert 0,50 Mk.,

Nr. 220 GG 337/62, An der Uferstraße, Wiese, 89 qm, Nutzungewert 0,07 Mk.,

Nr. 239 HH 179/53, Das neue Mühlfeld, Acker, 14 ar 73 qm, Nutzungswert 1,04 Mk.,

Nr. 242 HH 182/53 f, Das neue Mühlfeld, Acker und Hofraum, 18 ar 70 qm, Nutzungswert 1,32 Mk.,

Nr. 243 HH 183/53, Das neue Mühtfelo, Acker, 31 ar 30 qm, Nutzungswert 2,21 Mx

Erundsteuermutterrolle Nr. 1951 am 15. Zanuar 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13, versteigert werden.

Hanau den 18. November 1912. 29033

______ Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

GWent md aeriorene WeiMe x.

Gefunden: 1 kleines gelbes Kinderportemonnaie mit 10 Pfg., 1 Schlüsselring mit 3 Schlöffeln.

Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen w. Eeschl., 1 graubrauner deutscher Schäfer­hund w. Geschl.

Hanau den 26. November 1912J

Srklmltililsk für kl Landkreis M«.

Die außerordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 1. Dezember 1912

vormittags 11 Uhr, und nicht um 9 Uhr im Saale des Gewerkschaftshauses statt. 29017

Der Vorstand.

Politische Rundschau.

Der Kaiser hat gestern um 4 Uhr 5 Min. die Reffe nach Donaueschingen im Sonderzug angetreten.

^m Reichstage sind mehrere kurze Anfragen eingelau­fen, die am nächsten Freitag auf die Tagesordnung kommen werden, darunter eine Anfrage des Abgeordneten Behren- über die Folgen der Verkehrsstockungen im Ruhr-Revier. Der Antragsteller erklärt fich mit einer schriftlichen Beant­wortung zufrieden.

DaS lippische Staatsministerium macht bekannt: Aw 1. Januar nächsten Jahres tritt Se. Exzellenz Frhr. v. Gevekot in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde der Ge­heime Oberfinanzrat Viedenweg-Berlin ernannt.

Die Parole der Nationalliberalen in Württemberg zu den Nachwahlen lautet auf Zurückziehung ihrer Kandi­daturen in Ludwigsburg - Stadt und Tübingen - Amt. In Künzelsau wird der Bund der Landwirte gegen da- Zentrum unterstützt. In den Wahlkreisen, in denen die Fortschrittliche Volkspartei ihre von den Nationalltberalen unterstützien Kan­didaturen nicht aufrecht erhält, werden die Nationalliberalev für den Bund der Landwirte eintreten.

Deutsche auf Neuguinea ermordet. Aus Deutsch- Neuguinea meldet ein Telegramm des Gouverneurs, daß bu Pflanzer Gebrüder Weber auf Umboi, einer größeren Insel zwischen dem Festland Neuguineas und Neupommern, von den eingeborenen Bergstämmen ermordet sind. Ihre Familien­angehörigen konnten gerettet werden.

Der Kriegsbrand am Balkan. Ein bulgarischer Offizier über die deutsche militärische Tüchtigkeit.

Das Versagen der türkischen Heeresmacht hat bekanntlich im Auslande vielfach zu dem irrigen Glauben geführt, der militärische Zusammenbruch der Türkei sei gleichbedeutend mit einer Niederlage der deutschen Kriegskunst. Die tiefere Einreißung dieses Wahnes Tonnte unter Umständen dem Frieden gefährlich werden, soweit er auf der Achtung vor unserer Waffenmacht beruht. Umsomehr ist es zu begrüßen, daß von einem höheren Militär des im Balkanbunde führen.

Alis 6er MM des Sirois der 15880.

Sarralanis Riesencircus ist erstanden wie eine Vision.

Die Menschenströme rinnen durch seine lichtumfluteten Portale, ' Trompetenklänge, schmettern von hohen Balkönen, das men« schenbedeckie Amphitheater ringelt sich empor zum zweiten Range der letzten Galerie, ein Vorhang rauscht auf und nieder, läßt glitzernd geschirrte Tiere und seltsame Völker. Taraivanen, Klowns und Dompteure und elegante Jokeis in die Manege treten. Die buntfarbig schillernden Schauspiele der Arena lösen sich ab in rasendem Tempo, der Jubel steigert sich rings um den gelbsprühenden, geharkten Sand, es ist, als ob der Zauber des alten Cireusses wieder auf­erstanden sei in verjüngter Herrlichkeit, in gesteigerter Groß­artigkeit.

Auf und nieder rauscht der purpurne Vorhang, und die Menschen, die gekommen sind, sich zu freuen und zu ge­nießen, sagen ein begeistertes Willkommen den Gaben, die er spendet.

Aber hinter dem purpurnen Vorhänge, der auf- und niederrauscht, arbeitet unentwegt und unerbittlich die Ma­schine einer straffen, sorgsam und nüchtern angeklügelten Organisation.

Der moderne Circus, dessen Vorbild Sarrasani ist, ist nicht ein Werk der Kunst allein, er ift ein Erfolg der Technik und des Kautmannsgeistes. Dieser* Circus ist befreit von der Bodenständigkeit, sein Lebenselement ist die Eisenbahn. Auf Rädern und Kugellagern ruhen seine Bureaus, seine Wohnungen, seine Raubtierkäfige. Es gab keine Vorbilder für die Organisation eines derartigen Betriebes, der nicht einmal in Gesellschaftsform geführt werden kann, weil er ganz und gar auf den Charakter einer leitenden, im« panierenden Persönlichkeit gebaut ist. Der alte Circus mit seinen beengten Anschauungen über Technik und Kaufmanns- organijation mußte die Segel streichen: die stolzen Ge­

schlechter der Renz, der Wulf, der Schumann, der Krembser, die stechten dahin.

Und Hans Stosch-Sarrasani, der vor elf Jahren klein anfing mit seinen großen Ideen, mit seiner ernsten Auf­fassung von der Circuskunst, kam zur jähen Höhe des Circusses der 15 000, des Riesenunternehmens, das die fabelhaften amerikanischen Gegenbeispiele übertrumpft.

Sarrasani befördert sein Material in ea. 100 Gefährten, er reist in zwei bis drei eigenen Exirazüqen mit Spezial­wagen. Es besteht eine Statistik aus dem Jahre 1910, in dem der Circus die Hälfte der bisherigen Größe hatte: es wurden in diesem Jahre 180 000 Mark an Eisenbahnfrachten ausgegeben. Die täglichen Unkosten während des Frank­furter Gastspieles beziffern sich auf über neuntausend Mark. Für Artistengagen allein wurden für den einen Monat 150 000 ausgeworfen. Dazu muß gerechnet werden, daß eine Anzahl von Artisten, vor allem die exotischen, freie Wohnung seitens der Direktion gestellt bekommt. Zudem muß in Betracht gezogen werden, daß die Hauptrollen des Circusspielplanes dem Direkiorenpaare zufallen, daß also hierfür (Sagenbetrâge nicht berechnet wurden. Der Stamm der Artisten ist auf Jahreskontrakt verpflichtet, ein Zustand, der den Circusartisten viele Längen vor dem Söariétéarliften vorausgibt, und der die Bildung eines geschloffenen Ensembles, also auch einer beherrschenden Regie ermöglicht, die beim Sariéié wie beim alten Circus vollkommen wegsälll. Die teuersten Gagen beziehen die exotischen Trupps, an der Spitze die Japaner, die auf einer völlig europäischen Kultur­stufe stehen und als LuxuSmenichen an das Dasein nicht unbescheidene Ansprüche stellen. An zweiter Stelle kommen diejenigen ühbft-n, deren Produktion mit einem erhöhten Risiko für das Leben verbunden sind, vor allem die Luft­gymnastiker, von denen Sarrasani zur Zeit die kostspieligsten Kräfte vereint hat, die je in einem Circus ausgetreten find.

Wie bei den Artisten, ist es bei den Tieren. Das edle Blut der Pferde bildet gewiß einen kostbaren Besitz, und ein

Marstall von zweihundert edlen Rafferroßen stellt zum min­desten ein Halbmillionenkapital dar. Aber die reinen Pferde­circusse machen aus der Not eine Tugend, wenn sie ihr Prinzip als das einzig Berechtigte hinstellen. Ein Zebra allein ergibt vier edle Pferde, und Sarrasanis zehn Zebras repräsentieren bereits einen durchschnittlichen Circusmarstall, wenn man das Zebroid hinzuzählt, von dem es überhaupt nur vier reinrassige Exemplare auf der Welt gibt, dessen Wert also mit keinerlei Maßstab nachzuprüfen ist.

Ein Elefant ist heute nicht mehr unter siebentausend Mark marktgängig in einem Alter, wo er die Kinderkrank­heiten noch nicht überstanden hat, ein dressierter Elefant er­zielt bis zu dem Dreifachen dieses Wertes, und eine Gruppe von 15 Elefanten kann schlechterdings deshalb nicht abtaxiert werden, weil bisher niemals eine berartige umpfangreiche zu- sammendressterte Gruppe zum Handelsobjekt geworden ist.

Nilpferde gehören zu den seltensten Tieren auf dem Jm- portmarkte, ein kleines Sudannilpferd ist kaum unter 10 000 Mark zu haben. Sarrasani, der zum ersten Mal die Dressur und Zähmung der Nilpferde in die Hand nahm, besitzt zur Zeit drei Nilpferde. Das Nilpferdbasstn muß dauernd unter einer Temperatur von 18 bis 20 Grad gehalten werden, und ist an eine eigene Maschine zwecks Beheizung ange­schlossen.

Rechnet matt hinzu die gewaltigen Herden an Löwen, an Tigern, die reichliche Anzahl von Seelöwen, von Bären, indischen Büffeln, Känguruhs, Tapiren, Affen, Kamelen, Renntieren und kostbaren Hunden, so wird man leicht er­messen können, welchen ernormen Anschaffungswert ein der­artiger Tierpark darstellt. Charakteristisch ist es, daß der Anschaffungswcrt durch die^Dressur der Tiere um das Zwei­fache bis vierfache gesteigert wird.

Die Leitung des gesamten Unternehmens erfolgt durch ein kaufmännisches Bureau, an dessen Spitze der Direktor selbst steht. Es geht kaum ein Brief, niemals eine Zahlungsanweisung aus dem Hause, dir bar Direktor