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NotoNtmsdruck und Verlag der Buchdruckerei Vee verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
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Aiullichts Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vezugspreier
vlerlelsährllch 1.80 Mk., monatlich 60 W. W« Postbezug vierteljährlich 2.10 SRL, monatlich 70 Psg. Die einzelne Nummer kostet B Psg.
verantwort!. Redakteur: C. Schrecker in Kamm,
Nr. 275 M<r»ft>recha>«schlilk Nr. 230
Samstag kn 23. November
Fer«sprechanschl«tz Nr. 230* 1912
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18 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.
Für die Wahl der Beisitzer für das Gewerbegericht sind folgende Vorschlagslisten eingereicht:
Vorschlagsliste I des Gewerkschaftskartells. (Arbeitnehmer).
August Aukamm, Goldarbeiter, Schützenstraße 8/10, Georg Bock, Bijoutier, Hochstädterlandstraße 34, Iakob Lamm, Tabakarbeiter, Nordstraße 31,
Jean Nasch, Lithograph, Langendiebach,
Heinrich Glund, Zimmermann, Schützenstratze 4, Wilhelm Bröse, Schreiner, Kölnischestratze 5, Friedrich Geiger, Etuismacher, Salzstratze 22,
Peter Lutz, Fabrikarbeiter, Nordstratze 3, Georg Schramm, Schneider, Aepfelallee 36.
Vorschlagsliste II der christlich-nationalen Arbeiter. (Arbeitnehmer).
Wilhelm Kurz, Eehäusemacher, Lothringerstratze 9,
Louis Gräf, Schneider, Nordstratze 48,
Sean Oberlies, Lagerverwalter, Vruchköbelerlandstr. 81,
Franz Wolf, Installateur, Waldstraße 20,
Ruppert Stützte, Kupferschmied, Nordstratze 48, ’ ( Johannes Igel, Kupferschmied, Kölnischestratze 12, \ Joseph Göttmann, Obermälzer, Freigerichtstratze 15, \ ' Iakob Rack, Glaser, Hospitalstraße 9, Georg Fath, Hausbursche, Hospitalstratze 31.
Vorschlagsliste III der vereinigten Arbeitgeber-Verbände.
Ernst Zimmermann, i. Fa. E. G. Zimmermann,
Iakob Wirth, i. Fa. Georg Wirth & Co.,
Karl Schädel, i. Fa. Schädel & Dial,
Friedrich Henrich, Kunst»- und Handelsgärtnsr,
Ernst Traxel, i. Fa. C. A. Traxel,
Karl Kehl jun., i. Fa. Kehl & Gustine,
Otto Bonn, i. Fa. Ochs & Vonn,
Friedrich Schmidt, L Fa. Weinranck & Schmidt,
Jean Bernges, i. Fa. Jean Bernges.
Vorschlagsliste IV der Arbeitgeber.
Karl Ganter, Friseur, Nürnbergerstratze 32,
Albert Hüter, Schreinermeister, Langstratze 8,
Franz Hoffmann, Oekonom, Gärtnerstratze 71,
Georg Kaiser, Bäckermeister, Leimenstratze 24,
Andreas Leipold, Restaurateur, Rosenstratze 14, Otto Niedermeyer, Kunstgärtner, Leimenstr. 14,
Ernst Pforr, Installateur, Nürnbergerstratze 24, Ignatz Peteler, Schlossermeister, Schnurstratze 16,
Gottfried Reinhardt, Schneidermeister, Frankfurter- strahe 31.
Hanau den 23. November 1912.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
J. D.: Bartmutz.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 1 Vureaudiener, 4 Fahrburschen,
1 Gärtner, 6 Hausburschen, 1 Monatsfrau.
Gesucht «erden: 5 Dienstmädchen.
Hanau den 23. November 1912. 28913
Städtische Arbeitsvermittlungsstelle.
Dem unterzeichneten Verein ist es von Interesie zu erfahren, welche Pferde von Mitgliedern und Nichtmitgliedern des Vereins in den letzten 10 Jahren an den Schachdeckeln in den Straßen der Stadt Hanau verunglückt sind. Wir bitten uns evtl. Angaben innerhalb der nächsten 8 Tage zukommen zu lassen. Etwaige Auslagen werden gern erstattet.
Ravolzhausen, den 21. November 1912.
Pferdeversicherungsverein für den Landkreis Hanau.
I. A.: Clauß,
Vorsitzender und Bürgermeister. 28909
SMMMk für Den Landkreis Sann Außerordentliche Generalversammlung Sonntag den 1. Dezember 1912, vormittags 9 Uhr, im Saale dès Gewerkschaftshauses, zu welcher die stimmberechtigten Vertreter gemäß § 49 des Kastenstatuts hiermit eingeladen werden.
Tagesordnung:
Antrag des Vorstandes auf Erteilung der Genehmigung der Generalversammlung zur Erhebung des Antrags auf fernere Zulassung bezw. Ausgestaltung der Ortskrankenkaste für den Landkreis Hanau als Allgemeine Ortskrankenkaste (Artikel 15, 17, 18 des Einführungs-Gesetzes zur Reichs-Versicherungs-Ordnung).
Hanau den 23. November 1912. 28829
Der Vorstand.
Aus Hanau Stadt und Land.
Hana«, 23. November.
M. p. Die nächsten Kaisermanöver. Vorverhandlungen, die von der Berliner militärischen Zentralstelle u. a. mit den hessischen Behörden geführt werden, deuten darauf hin, daß das Kaisermanöver 1914 am Vogelsberg, etwa zwischen Fulda und Marburg, stattfindet. In dem Schloste
Romrod des Erotzherzogs von Hessen, unwett Alsfeld gelegen, werden große bauliche Veränderungen ausgefühtt, weil, wie es heißt, das Schloß zum Wohnort des Kaisers während der 1914er großen Herbstübungen bestimmt ist Während im September 1913 nur zwei Armeekorps, Vas 5. (posensche) und das 6. (schlesische) Korps, gegeneinander fechten werden, ist — wie die ,Mil.-pol. Korrespondenz" hört — für 1914 wieder der Kampf zweier Armeen und zwar in noch viel größerem Umfange als je bisher geplant. Voraussichtlich werden sechs volle Armeekorps zu diesen hessischen Manövern herangezogen werden und zwar das 7. (westfälische), bas 8. (rheinische), das 10. (hannöversche), das 11. (kurhessische), das 18. (hessisch-nassauische), ein bayerisches Korps (das 2., das sein Generalkommando in Würzburg hat?) und zahlreiche Heereskavallerie.
* Volkstirchenkonzert des Johanniskircheuchores. (Hauptprobe.) Die Hauptprobe für das morgen abend um 7^2 Uhr beginnende Volkstirchenkonzert findet heute abend 8 Uhr in der Kirche statt. Die Mitglieder werden dazu freundlichst eingeladen. — Die Programme â 10 Pfg. die als Eintrittskarte gelten, sind — wie bereits bekannt — an den Eingängen der Kirche zu haben. Auch find solche schov von jetzt an bei Herrn Lehmann erhältlich.
* Aus der konservativen Partei. Die am 22. November d. Is. in Wächtersbach versammelten Vorstärrde der konservativen Parteien in den Kreisen Gelnhausen und Schlüchtern und die Vertrauensmänner aus dem Kreise Gelnhausen nahmen mit Bedauern Kenntnis von dem Entschluß des Herrn Abgeordneten Pfarrer Meyenschein, eine Wiederkandidatur zum ßanbtag wegen der Steigerung seiner Aufgaben in seinem Hauptamts nicht annehmen zu können. Unter Anerkennung und wärmster Danksagung für die bisher seitens des Herrn Abgeordneten Meyenschein geleistete rastlose eifrige Tätigkeit, die er nur unter Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit vollbringen konnte, beschloß die Versammlung einstimmig, Herrn Amtsgerichtsrat Hengsberger in Schlüchtern als gemeinsamen Kandidaten für alle rechtsstehenden Parteien aufzustellen. Die Versammlung richtet an alle rechtsgerichteten Wähler Sie Aufforderung sich durch keine noch so verlockende Versprechung von der Förderung der Kandidatur Hengsberger abbringen zu lasten.
* Lustiger Vortragsabend Konrad Dreher. Das Programm des Vortragsabends, der am nächsten Montag, abends 8 Uhr, im Saal der Turngemeinde, Jahnstraße 3, stattfindet, wird in seiner Vielseitigkeit und sorgfältigen Auswahl und Zusammenstellung gerade die charakteristischen und stärksten Eigenschaften des weltberühmten Humoristen in wirksamer Steigerung zur Geltung bringen. Die erste Abteilung „B a’u ernhumor" ist der naiven volkstümlichen Kunst gewidmet, in der Drehers Komik wurzelt: Von Bauernhoch-
Zum Totenfest.
Totenfest 1 Die Glocken klingen Heut so traurig und so bang ;
Von Vergehn und Todesringen Spricht zu uns ihr dumpfer Klang. Don den Heißgeliebten allen, Die wir schon zur Ruh gebracht. Von den Tränen, die gefallen, Von der eignen Todesnacht.
Alles, was wir um uns sehen, Reichtum, Schönheit, Glück und Macht, Alles, alles muß vergehen In der dunklen Todesnacht.
Keiner ist ihr noch entgangen, Keiner wird hr je entgehn;
Denn vom Tod sind wir umfangen, Seit wir einst das Licht gesehn.
Aber über Grab und Sterben Strahlt ein ew'ges Morgenrot: Wer da glaubt, kann nicht verderben, Christus ist des Todes Tod. JesuS lebt, und mit ihn leben, Die ihm gläubig hier vertraut, Und er wird den Seinen geben, Was kein Auge noch geschaut.
Totenfest! Die Glocken klingen Ernst mir und doch freudenvoll, Weisen mich von ird'schen Dingen Hin auf das, was werden soll. Kreuz und Krankheit, Not und Klage Währt gottlob nur kurze Zeit, Und dem Leiden dieser Tage Folgt die sel'ge Ewigkeit.
Wetlerauische Gesellschaft.
Am 18. November hielt Herr Dr. Gerlach von Frankfurt am Main den ersten von drei Vorträgen über „Astronomie" vor einem den Stadtschloßsaal bis zum letzten Platz füllenden Publikum. Die lebendige und leicht verständliche Darstellung wurde durch sehr gute Lichtbilder vervollständigt, so daß der Abend für alle Zuhörer sehr lehrreich wurde. Der Vortragende besprach zunächst, ausgehend von den älteren astronomischen Instrumenten, die Hilfsmittel der astronomischen Forschung: das Fernrohr, den photographischen Refraktor und den Spektralapparat und wandte sich bann zur Besprechung der Erdbewegung. Gründe für die Annahme der Drehung der Erde sind 1. die tägliche Bewegung der Gestirne in der Richtung von Ost nach West, die durch direkte Beobachtung oder durch Photographie leicht nachgewiesen werden kann; 2. die Abplattung der E' de. Durch genaue Gradm-sssungen in Peru unb ^applanb wurde 1735 Newtons Behauptung, daß die Erde abgeplattet sein müsse, bestätigt; 3. der Analogieschluß. Von vielen Himmelskörpern läßt sich durch direkte Beobachtung die Rotation nachweisen. Von den feineren Beobachtungen, die unsdieWahr- schnnlichkeit der Erdroiation zur Gewißheit erheben lassen, ist vor allen Dingen zu erwähnen die Beobachtung der östlichen Abweichung eines frei fallenden Körpers. Seidenberg fand 1804 bei Fallversuchen am Mickaelisturm in Hamburg die gleichfalls von Newton vorherge'agie Abweichung von 9 mm bei 76 m Hohe. Neben dieser Achsendrehung beobachten wir die Bewegung der Erde um die Sonne. Die Gründe, die uns zu dieser Annahme zwingen, sind 1. das Massenver- Hältnis von Erde und Sonne ist 1 : 1 000 000. 2. Bei vielen Siernsystemen kann man direkt beobachten, daß der kleine Körper um den großen freist. Von den feineren Beobach
tungen, die auch die Erdrevolution uns zur Gewißheit werben lassen, ist hauptsächlich die Beobachtung der jährlichen Parallaxe der Gestirne zu erwähnen. Die Beobachtung hat nämlich ergeben, daß die näheren Fixsterne im Laufe eines Jahres kleine, regelmäßig wiederkehrende, natürlich nur scheinbare Bewegungen ausführen, die durch Vergleich mit den feinen feststehenden Fixsternen gemessen werden können. Nach Erklärung der Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen und Erörterung der Beobachtungen bei der letzten Sonnenfinsternis vom 17. April 1912 ging der Vortragende über zur Besprechung der Physik der Sonne. Mit Hilfe eines Fernrohrs erfennt man, daß die Sonnenoberfläche kenreswegs gleichmäßig hell ist. Das Fernrohr läßt eine gekörnte Oberfläche, die Granulation der Photosphäre erkennen. Das reine Weiß wird getrübt von dunkeln Flecken, an deren Rändern wiederum Helle, leuchtende Fackeln erscheinen. Aus der Bewegung der Flecken hat man auf eine Rotationszeit von ungefähr 25 Tagen geschlossen. Die neuesten Forschungen am Spektroheliographen, mit dem Hale photographische Aufnahmen der Flecken und Fackeln im Lichte der Kalzium- und Wasierstofflinie gemacht hat, lassen erkennen, daß die Sonnenfleckea als elektrisch geladene Gaswirbel aufzufassen sind. Ebenso ist es Hale gelungen, die Protuberanzen zu photographieren, jene rosa erscheinenden Leuchtgarben, die bis zum Jahre 1868 nur zur Zeit einer totalen Sonnenfinsternis am Rande der Sonne zugleich mit der die Sonne umgebenden Korona beobachtet werden konnten, die aber jetzt zu jeder Zeit, wenn die Sonne sichtbar ist, im Spektrographen gesehen werden können. Der zweite Vortrag, der den Mond und die Planeten (Merkur Phalm- ber Venus, Mars und seine Monde, Bewohnbarkeit der Himmelskörper, Planetoiden, Jupiter usw.) behandeln wird findet am Mittwoch den 27. November statt.