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Die vgejpaltene PetttzeNe oder deren Raum 20 Pfg« im SkOamttetl bU Zelle M PiL
General-Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Mt- und Landkreis Kavan
vezugsprei»,
vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 W. ft* Post.
bezug vierteljährlich £10 3RL, monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,
Nr. 273
Afernsprechanschluf; Nr. 230
Donnerstag den 21. November
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Ferusprechanschltttz Nr. 380
1912
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die von Mannschaften des Beurlaubtenstandes beanspruchten Familien- unterstützungen alsbald zur Zahlung zu bringen und die Empfangsbescheinigungen bis spätestens den 30. November zwecks Erstattung der vorschußweise gezahlten Beträge bei der Kreiskommunalkasse vorlegen zu lassen.
Hanau den 19. November 1912. A 3606
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Ranaa.
Bekanntmachung.
Nachdem die Steinheimerlandstrahe zwischen Wallweg und Neue Anlage, die Frankfnrterlandstrage zwischen Land- grafenstrahe und Salksweg, die Erimmstrahe zwischen Neue Anlage und Ostbahnhofstrahe und die Neue Anlage zwischen Vor dem Kanaltor und Steinheimerlandstrahe nunmehr gepflastert sind, werden die Anlieger dieser Strahenstrecken auf die Vorschriften der Polizeiverordnung vom 3. Juli 1790 in Verbindung mit der Straßenpolizei- verordnung vom 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.
Danach müssen die Straßen einschließlich der Rinnen und Bürgersteige Mittwochs- und Samstagsnachmittags längs der ganzen Frontlänge eines Grundstücks bis zur Mittellinie des Straßendammes gründlich gereinigt wer-
Beschluß.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Hanau belegene, im Grundbuche von Hanau, Band XVIII Artikel Nr. 1074 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn, zu Hanau, jetzt in Heigenbrücken, eingetragene Grundstücke:
Krtbl. ZZ Parzelle Nr. 412/63 rc. Geibelstraße Nr. 15, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, 3 ar 66 qm,
Nutzungswert 1570 Mk.
Eebäudesteuerrolle Nr. 3293, Grundsteuermutterrolle Art. 1951 am 17. Januar 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 — versteigert
Möbclverkaus.
Am Samstag den 23. d. Mts„ nachmittags von l1^ Uhr ab, wird im Kurhause Wilhelmsbad noch eine größere Anzahl von Bettstellen, Sprungfedermatratze- und Matratzen von Zwillich, sowie einige Sofas und andere Mobiliargegenstände öffentlich meistbietend gegev gleich bare Zahlung verkauft.
Hanau den 21. November 1912. Reinhardt, Domänenrentmeister.
2868]
werden.
Hanau den 14. November 1912.
Königliches Amtsgericht, Abt. 2.
28635
Gefunden: 1 Portemonnaie enthaltend einen Barbetrag und einen Posteinlieferungsschein an Albert, Berlin, 1 Spazierstock, 1 Damenschirm (im Stadttheater stehen geblieben); abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 21. November 1912.
28693
^^ Verantwortlich sind die Eigentümer ganzer Häuser.
Die Verpflichtung der Straßenreinigung dem 23. d. Mts.
Hanau den 19. November 1912.
Der Köniql. Polizeidirektor.
J. A.: Karbe.
oder Mieter
beginnt mit
P. 12672
Bekanntmachung.
Die Wohnung im 2. Obergeschoß des Hauses Nordstraße 42 (Vordergebäude), bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Zubehör, ist sofort zu vermieten.
Angebote find auf Zimmer 35 des Rathauses von 10
bis 12% Uhr vormittags anzubringen. Hanau den 5. Oktober 1912.
Der Magistrat.
Hild.
25077
In <MlM Aal« MM» 1912.
Regierungsbezirk Cassel, Land-Kreis Hanau.
Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel (durchschnittlich), 4 = gering, 5 » sehr gering.
Fruchtarien usw.
Winterweizen Winterspelz (Dinkel)
Winterroggen Winterraps -Rübsen
Klee
Durch- 'chnittSnoten
für
den
'S
sr
3,0
3,0
2,9
3,0
2,8
2,9
2,8
2,4
2,0
1—2
1
Anzahl der von dm Vertrauensmännern abgegebenen Noten.
2
1
4
3
2—3
3
2
3-4
4
4—5
5
Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.
Evert, Präsident. V 6482
Politische Bundschau.
Englisches Unterhaus.
London, 20. Novbr. Der Konservative Middlemore richtete an Churchill bk Frage, ob er angesichts der Tatsache, daß infolge der angemessenen Wahrnehmung der britischen Interessen im Mittelmeer in den heimischen Gewässern nur zwanzig vollwertige Schlachtschiffen gegenüber achtzehn deutschen anwesend seien, die Einbringung eines neuen Bauplanes in Erwägung ziehe, sodaß es' in Zukunft möglich sei, die britischen überseeischen Interessen zu schützen, ohne die Überlegenheit in den heimischen Gewässern zu beseitigen. Churchill erwiderte, bk Admiralität sei überzeugt, daß bk in den heimatlichen Gewässern verfügbaren Seestreitkräfte für eine kurze Frist ausreichend sind, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Auf Einzelheiten einzugehen, habe er nicht die Absicht. Der Unionist Fred Hall fragte an, ob bk Admiralität beabsichtige, die beiden Schlachtschiffe, die jetzt in England für die Türket gebaut werden, anzukaufen für den Fall, daß jenes Land sie nicht abfordere. Churchill erwiderte: Ich habe nicht die Absicht, eine Erweiterung des vorgesehenen Bauplanes, den ich dem Haufr im vergangenen Herbst vorlegte, zu empfehlen, wenn nicht Ereignisse eintreten, die zu jener Zeit nicht in Betracht gezogen worden sind. Der endgültigen Bestimmung der in der Anfrage erwähnten Schiffe wird die Admiralität ihre Aufmerksamkeit zuwenden.
Rußland, China und die Mongolei.
Schanghai, 20. Novbr. Die chinesische Regierung sieht die Unmöglichkeit ein, Rußland in der Mongolei bewaffneten Widerstand zu leisten, und sieht deshalb davon ab, trotzdem hunderte zum Krieg treibende Aufforderungen aus dem ganzen Reich einlaufen. Die Regierung will die russisch-mongolische Frage friedlich lösen in ähnlicher Weise, wie die englisch-tibetanische Frage gelöst wurde. Bestimmend mag hierbei die Tatsache mit« gewirkt haben, daß im Norden Chinas, namentlich auch in Peking, vielfach Anzeichen von Sympathien für die
L WnnmiMwrt des SMonenverms.
Dachs und Händels, der großen Zeitgenossen Schaffen . war ein in vielen Punkten wesentlich verichiedenes. Während die Dach'sche Passion von der Kirchenmusik ausgehend die Elemente der Oper assimilierte, weist Händels Oratorium als Ausgangspunkt die Oper und Endziel die Kirche auf. Er, der gefeierte Bühnenkomponist wandte sich erst nach dem Erfolg seines „Messias" dauernd der Pflege des Oratoriums zu. „Samson", „Belsagar", „Judas MaccabâuS" u. a. entflossen seiner Feder. Eine gleiche Popularität wie den „Messias" errangen sie aber nicht, können sich auch mit seiner musikalischen Bedeutung nicht messen, denn nur Werke gleich monumentaler Art, als „Schöpfung", „Jahreszeiten", „Missa solemnis", „Meunte Sinfonie", „Matthäuspassion" und H-Moll-Tkffe an die Seite zu stellen sind.
Ein Schlaganfall hatte den Meister bereits heimgesucht, a^ bs an die Komposition deS „Messias" ging. Wie war es möglich, trotzdem ein Werk von solch gigantischer Größe zu konzipieren ! Seiner Uraufführung im Jahre 1742 zu Dublin folgte ein Jahr- darauf die Londoner, die von ungeheurer, ganz beispielloser Begeisterung getragen war. In achtundzwanzig nach 1749 zum Besten des von Händel protegierten Findelhauses gebotenen Auffübrunaen ging die beträchtliche Summe von über 200 000 Mk. eku, eine Tatsache, die Burney bezüglich des Segen stiftenden Werkes in den Worten fixierte; „Es hat die Hungrigen gespeiiet, die Nackenden bekleidet, die Waisen verpfleget". In doppeltem Sinne hat es dies getan ! Welcker Trost, welche Glaubensstärke, welch hohe Zuversicht gibt es noch heute in unverminderter Kraft dem Darbenden. Nur 30 Jahre trennen uns noch von seinem zweihundertjährigen Bestehen und auch diese Zeit wird dahin gehen, ohne seine wunderstarke Wirkung im geringsten abschwächen zu können.
Es war ein schöner Gedanke des Oratorienvereins dem gestrigen Bußtage durch Aufführung des Werkes eine besondere Weihe zu geben, bie Aufführung in der Marienkirche sicherte
seinem Klangkörper durch Mitwirkung der Orgel ein nicht unwesentliches Ingredienz und erhöhte die Andacht der Zuhörer. Und viele, gar viele waren erschienen und so überfüllt war der weite Raum, daß eine große Anzahl der den Emporen noch Zustromenden der Eintritt leider nicht mehr gewährt werden konnte. Sckade, denn die Aufführung bot einen großen künstlerischen Genuß. Der stattliche Chor zeugte von gediegenem Studium und zeigte sich, präzis in den Einsätzen und außerordentlich klangschön in den zum Teil recht komplizierten Chören, seiner Aufgabe voll gewachsen. Gleich der AnfangSchor: „Denn die Herrlichkeit GoiteS", kam sehr bestimmt und stimmlich durchsichtig zur Wiedergabe. Ueberhaupt trat das polyphone Gewebe überall deutlich und klar zu Tage. Den dynamischen Zeichen wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Diminuendo unb Bitar« dento bei „Sein Joch ist sanft" kam mit der nötigen gegen das Vorangegangene kontrastierenden Schwere heraus und das „Hoch lut euch auf" war von packendem Pathos. Gar viel wäre noch als besonders roobigelungen zu bezeichnen, doch würde uns das zu weit führen. Den Höhepunkt aller Chöre bildet stets das gewaltige „Halleluja". Auch gestern abend war es von sieghafter Größe, nur hätte ich mir das Tempo ein wenig beschleunigter gewünscht. Das Fortreißende, Ueber« große wäre noch mehr zur Geltung gekommen.
Die Sololopranpartie lag in den Händen von Frau Schmidt-Illing aus Darmstadt, die mit wohlge- schuiter, klangschöner Stimme und gefühlswarmem Vortrag ib^er Aufgabe gereckt wurde. Die Geburtsoerkündigung Christi, die Arie „Doch du ließest ibn im Grabe nicht" und das ergreifende „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt", waren Gaben reinster, edelster Kunst. Besonders das letzte war von wahrhaft weihevoller Erhabenheit. Fräulein Melie S e y b e r t h aus Köln, die Vertreterin der Allpartie, verfügt über sympathische Stimmittel und tiefempfundenen Vortrag. Die Arie „Er ward verschmäht", sprach wahr zu Herzen und läßt uns noch Vielversprechendes von der jungen Dame erhoffen. Bedauerlich das kleine Versehen in der Soli- und Chornummer „Denn es ist uns ein Kind gebaren*. das durch
die Geistesgegenwart des Dirigenten und Choraltes rasch wieder ausgeglichen wurde. Herr Joachim Breiding auS Frankfurt a. M. lieh der Tenorpartie seine metallische, tragfähige Stimme. Er sang mit seelischem Empfinden und sehr deutlicher Aussprache. Letzteres machte sich besonder- in der Arie „Du zerschlägst fie mit dem eisernen Scepter" vorteilhaft bemerkbar, aber auch sein mitleidiges „Die Schmach brach ihm das Herz", soll hier nicht mit Stillschweigen übergangen werden. In dem Bassisten, Herrn Martin Ober* d 8 rffer aus Leipzig, begrüßten wir einen vor 4 Jahren liebgewonnenen Bekannten wieder. Wenn ihn auch feint Stimme mehr auf das Baritonfach hinweist, müssen wir ihm doch eine wohlgelungene und wohlbefriedigende Durchführung der Baßrezitation und Arien zuerkennen. Ein so gewaltige- „Warum entbrennen die Heiden", kommt natürlich bei einem wuchtigen Baß besser zur Geltung, aber derartige Anforderungen bergen auch die anderen Nummern nicht. „Wer mag den Tag seiner Zukunft erleiden", „Sie schallt bk Posaun'" u. a. m. gelangen seiner männlich schönen, an Adolf Müller gemahnenden Stimme, mit dem er auch bie dunkle Aussprache ge mein hat, in hervorragender Weise.
Herrn Dr. Frank Limbert, dem umstchtigen, unermüdlichen Dirigenten des Vereins, gebührt für die feinsinnige Einstudierung und in allen Teilen hoch befriebiqenbe Wiedergabe des Werkes größt, Anerkennung. Schon oft hat er bewiesen, daß er berufen ist, verborgenen Schönheiten einer Partitur nachzugehen und alle Fährnisse einer solchen mit fester Hand zu überwinden und er kann nun seinen früheren Erfolgen, einen neuen schönen hinzufügen. Auch Herrn Daniel P a u l st i ch , der die vom Dirigenten au-ge- arbeitete Orgelstimme ausführte, partizipiert an den Ehren des Abends und muß als feinfühliger, sein Instrument bestens meisternder Begleiter, genannt werden. DaS klangschöne Orchester, von der Kapelle deS Eisenbahnregiment- Nr. 3 gestellt und durch Künstler und Kunstfreunde verstärkt, hielt sich auf respektabler Höhe und folgte sicher und geschickt seinem Führer.