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Erstes Blatt.

EivrSckungsgebllhrr

Die Ogefpattene Petttzetle ober deren Raum 20 Pfg. tm ReNameteU die Seile 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei deck verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeigcr

Amtliches Organ für Äadt- und Fandkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis

vierteljährNch 1.80 Ml., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mt^ monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau

Nr. 272 KernsprechaElutz Nr. 230.

Dienstag den 19. November F«r»sprecha»rchi«k «t. 2.30. 1912

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12 Seiten

Hierzu

Amtliche Beilage Nr. 9".

Amtliches.

Eandkreis kjanau

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Der § 2 meiner Diehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 31. August 1912 A III. 4789b, Amtsblatt Nr. 36, S. 403 betr. Maßregeln gegen die Einschleppung der Maul- und Klauenseuche, wird hierdurch wie folgt abgeändert:

Die Vorschriften des § 1 finden Anwendung auf das aus folgenden Regierungsbezirken oder diesen gleichstehen­den Verwaltungsbezirken eingeführte Vieh: Potsdam, Frankfurt, Stettin, Breslau, Liegnitz, Merseburg, Erfurt, Münster, Minden, Düsseldorf, Köln, Aachen, Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Mittelfranken, Schwaben, Leip­zig, Schwarzwaldkreis, Donaukreis, Braunschweig, Schwarz­burg-Sondershausen, Waldeck, Lippe, Hamburg.

Cassel den 12. November 1912. A III. 6576 Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Unter Bezugnahme auf die vorstehende Viehseuchen­polizeiliche Anordnung bringe ich hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß gleichzeitig die z. Zt. gebildete Untersuchungs- y l(* Aainkur-Fechenheim für die Einfuhr von Klauen- ?L^H ®X3 der Provinz Starkenburg und dem Regierungs- ^ bezirk Wiesbaden (vergl. meine Bekanntmachung vom 14. Juli V. 4255 in Nr. 163 desHanauer Anzeigers" vom 15. s. Mts., 2. Bl.) aufgehoben wird.

Die in Betracht kommenden Herren Bürgermeister er­suche ich, die vorstehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.

Hanau den 15. November 1912. V. 6540

Der Königliche Landrat.

Frhr. L a u r.

Meine Anordnungen vom 29. Januar d. I., J.-Nr. V. 452, und vom 2. Februar d. I., J.-Nr. V. 452 I, betr. Untersuchung von eingeführtem Klaunevieh für die Ge­meinden Gronau, Niederdorfelden und Kilianstädten (vgl. Nr. 25 und Nr. 30 desHanauer Anzeigers" vom 30. Ja­nuar und 5. Februar d. Js.) werden hiermit aufgehoben.

Hanau den 15. November 1912. V. 6534

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Am Bußtag.

Gott der Gnaden, schwerbeladen Neigt sich unser Haupt zu dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen Staub und Asch* ist unser Zier. Hab' Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir.

Wir verzagen, denn wir tragen Auf uns aller Sünden Last; Aller Qualen volle Schalen, Die du ausgegossen hast. Hab' Erbarmen mit uns Armen, Angst und Not hat uns erfaßt.

Wir bekennen, Herr, wir nennen Laut vor dir die Missetat;

Es ist keiner hier ein Reiner, Jeder, ernte! böse Saat.

Hat?' Erbarmen mit uns Armen, Sieh auf den, der für uns bat!

Jesus, rette! brich die Qette Unsrer Finsternis entzwei, Daß der Glaube tief im Staube. Unsres Herzens Zuflucht sei. Hab' Erbarmen mit uns 2hmen, Mach uns aus den Sünden frei!

Wenn du Frieden uns beschieden, Fürchten wir die Strafe nicht; Dein Versöhnen wird uns krönen Mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen, Du bist unsre Zuversicht.

Mntae imh nertorene EmiMde it.

Gefunden: 1 goldene Damenuhr (im Auheimer Wald), 1 goldenes Gliederarmband mit 3 roten Stein­chen, 1 Herrenuhr ohne Bügel (auf der Messe), 1 Taschen- messer, 1 schwarzer Herrenkrimmerkragen (auf der Messe), 1 Eranatbrosche (am Sonntagabend in der Centralhalle), 1 Pferdedecke, 1 Portemonnaie mit Trauring (gez. D. B. 1911 M. 8.) und einer Münze mit Kaiserbildnis.

Stehengeblieben bei E. Eysel, Philipp-Ludwigs- Anlage: 1 Damenschirm; Empfangnahme daselbst.

Verloren: 1 Trauring (gez. E. K. 1. Okt. 1905), 1 schwarzer Cammetschlupf mit silberner Nadel mit grünem Stein (auf der Straße BruchköbelHanau).

Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit braunen und schwarzen Abzeichen m. Geschl.

Hanau den 19. November 1912.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Ein letzter türkischer Erfolg?

Während von türkischer Seite überhaupt keine Mel­dung vorliegt, will eine türkische Depesche noch von einem letzten Erfolg der türkischen Waffen wissen. Diese amtliche Meldung aus Konstantinopel lautet:

Der Eeneralssimus Nazim Pascha hat an das Groß- wesirat ein Telegramm gerichtet, nach welchem der Kampf bei Tschataldscha infolge der Vorwärtsbewegung der bul­garischen Infanterie von der türkischen Artillerie unS Infanterie gestern morgen ausgenommen wurde und bis eine Stunde nach Sonnenuntergang dauerte. Die Vul­garen versuchten, gegen das türkische Zentrum und den rechten Flügel vorzugehen, wurden aber von der türki­schen Artillerie zurückgewiesen. Drei bulgarische Batte­rien wurden zerstört.

Auf dem Ministerium des Aeußern wird versichert, daß die Vulgaren auf der ganzen Linie geschlagen wor­den sind, nachdem der rechte Flügel der Türken die Bul­garen besiegte, wobei letzteren zwölf Kandnen abgenom- men und viele Gefangene gemacht worden seien.

Unmöglich ist ein solcher Erfolg der Türken ja nicht ge­rade, zumal in der Tschataldscha-Linie ganz frische, gut aus­gebildete anatolische Truppen stehen. Nachdem die türkische Regierung aber eingestandenermaßen eine falsche Sieges­meldung nach Lüle Burgas verbreitet hat, nur um einen Aufruhr in Stambul zu verhindern, müssen türkische Siegesmeldungen sehr skeptisch ausgenommen werden.

2000 fremde Martosen in Konstantinopel gelandet.

Angesichts des bei Tschataldscha entbrannten Kampfes und der Gefahr, die die Rückkehr einer geschlagenen türki­schen Armee nach Konstantinopel bedeuten kann, haben die Kommandanten der europäischen Kriegsschiffe in Konstan-

Zm ersten Saniert les ßriteriennereins

am 20. November in der Marienkirche.

Wollte sich jemand in unseren Tagen die Ausgabe stellen, das Leben des Heilandes in Tönen zu illustrieren, er würde die Größe des Stoffes schwerlich bewältigen oder aber sich inS Ungemessene verlieren. In HändelsMessias" ist uns ein Oratorium geschenkt, dessen G'öße darin besteht, daß eS uns in einem idealen inneren Zusammenhang den Welter- loser von feinem ersten Erscheinen bis zum Abschluß seines Lebenswerkes schildert ohne die Erzählung des äußeren Ver­laufes. Die meisterhafte Textanlage gruppiert in 3 großen Teilen den riesigen Sioff vom Morgenlicht des Advents bis zu den Ausblicken der Jöhannischen Offenbarung, wo die Musik der himmlischen Heerschaaren den Preis des Gotteslammes hinanssudelt. Kretzschmar, der hervor­ragende Musikgelehrte und Kenner Händels sagt mit Recht: es handelt sich hier um ein sich verdenkendes Betrachten der Geschichie des Heilandes, eine Betrachtung aus der Höhe der Jahrtausende."

Hier spricht allein das lautere Wort der heiligen Schrift, die der gro' e Genius Händel uns auslegt in jene Himmels­sprache die keinem Ohre fremd, jedem Herzen zugänglich ist. Was sollen wir zu jenen wunderbaren musikalischen Bildern sagen, die uns ja schon längst vertraut sind? Es ist nicht Aufgabe dieser Zeilen, die Musik des Messias, einen der kostbarsten Schätze der musikalisten Literatur, zu zergliedern, nein, ich möchte vielmehr darauf hinweisen, daß die bevor­stehende Aufführung dieses Oratoriums durch den Oratorien­verein den Zimck verfolgt, das Idealbild religiöser Musik einer großen Kunstgemeinde aus Herz zu legen, sie mit­empfinden zu lassen mit dem Tondichter, was er empfunden, wenn er die Niedrigkeit und Schmach aber auch den Sieg des Lebensfürsten über Welt und Tod schildert. In der Echtheit und Wahrheit dieser Einpsindung liegt auch die

tinopel eine Landung von Marinemannschaften im Ein­verständnis mit den Diplomaten der Mächte beschlossen. Und zwar hat die am Samstagabend abgehaltene Votschafter- konferenz mit Einwilligung der türkischen Regierung den Beschluß gefaßt, am Montag Matrosen landen zu lassen. Ueber die Ausführung dieses Beschlusses wird dann vom Sonntag berichtet:

Um 8 Uhr früh landeten die ausländischen Kriegs­schiffe zweitausend Marinesoldaten, sämtlich mit Waffen und Fahnen (?) versehen, und besetzten die Spitäler, Schulen und andere öffentliche Anstalten. Maschinen­gewehre sind bereits am Sonntag gelandet worden.

Ueber die Verteilung dieser Marinemannschaften wird aus Konstantinopel noch berichtet:

Die auswärtigen Matrosend'etachements werden su über die zentralen Punkte der Stadt verteilt, daß sie im Notfälle unverzüglich die Hauptstraßen absperren kön­nen. Der österreichische KreuzerAdmiral Spaun" wird 50,Aspern" 30 Matrosen landen, die im Bankverein in Galatha und in der österreichisch-ungarischen Schule in Pera untergobracht werden sollen. Nach dem Beschluß der Botschafter begibt sich der amerikanische Stationär zum Schutze der Einwohner nach Therapia. DieLore­ley" geht nach Heidar Pascha, um dort den Bahnhof zu schützen. Mehrere Botschaften sind mit Maschinengewehren ausgerüstet.

So scheint alles geschehen zu sein, was unter Umständen Sie Sicherheit der Europäer in Konstantinopel garantieren kann. \

Das deutsche Landungskorps das stärkste.

Die Landungskorps, die zum Schutze der Deutschen in Konstantinopel durch den PanzerkreuzerEoeben" und das SchulschiffVineta" in Tätigkeit treten können, übertreffen, "entsprechend der Größe dieser Schiffe, zurzeit die der anderen Mächte. Beide Schiffe haben zusammen 1650 Mann Be­satzung, sodaß man wohl mit einem Landungskorps von 550 bis 650 Mann rechnen könnte. Der PanzerkreuzerSoeben" steht in funkentelegraphischer Verbindung mit den übrigen deutschen Schiffen in türkischen Gewässern. Bemerkt sei noch, daß der kleine KreuzerBreslau", der ursprünglich Salo­niki anlaufen sollte, nach Alexandrette geht, da dort deutsche Interessen im Hafenbau zu schützen sind. Am bedeutendsten hinsichtlich der Zahl der Mannschaften nächst Deutschland ist zurzeit Rußland vor Konstantinopel vertreten. Von der Schwarzenmeerflotte liegt das LinienschiffRostißlaw" mit 641 Mann, sowie der geschützte KreuzerKagul" mit 570 Mann und das. KanonenbootKubanes" mit 135 Mann dort, die etwa 560 Mann ausschiffen können. Erst dann folgt England. Die übrigen Mächte stehen inbezug auf Be- satzungsstärke der Schiffe vor Konstantinopel gegen die ge­nannten zurück. Die französische Flotte ist durch den Panzer- ^---!I---- A-LUB --- ' 1

Lebensfähigkeit dieser Musik, die seit ihrer Entstehung i der unglaublich kurzen Zeit vom 22. August bis 14. September 1741 bis zum heutigen Tage nichts von ihrer Wirkung eingebüßt hat.

Der Darbietung dieses Kunstwerkes sollte aber auch ein würdiger Rahmen beschieden sein in dem es berufen ist, zu erscheinen, darum hat der Oratorienverein die Marienkirche gewählt, um durch die Mitwirkung der ausgezeichneten Orgel in Verbindung mit dem reichen Klang des Orchesters alle Voraussetzungen zu erfüllen, die hier. eine künstlerische Not­wendigkeit find.

Es mag hier noch Erwähnung finden, daß der Aufführung des Messias die Bearbeitung des Werkes zu Grunde gelegt ist, die unser großer Meister Mozart vorgenommen hat. Dieser hat im Sinne seiner Zeit eine reichere Instru­mentierung des Werkes vorgenommen als es Händel getan, jedoch vornehmlich aus dem Grunde, weil er Händels Praxis nicht kannte nur einem Notstand damit abhelfen wollte. Der Fachmann von heute kennt Händel's Absichten viel deutlicher und ist auch bestrebt diese wieder zur Geltung zu bringen. Indessen sind wir nicht schlechter daray, wenn wir Mozarts Hand in dieser Sache erkennen, die eine unschätzbare Arbeit für ihre Zeit geleistet hat und auch heute noch zu Ehren kommen darf. ' Die Orgelstimme hat im Sinne Händel's für die hiesige Aufführung eine Neubearbeitung erfahren.

Das Wesen Händel'scher Musik ist Ursprünglichkeit und gesunde Kraft. Seine Themen sind der charakteristische Aus­druck des Gedankens von geradezu zwingender Gewalt. Jede Regung, von den zartesten Bildern der Heilandsverkündigung mit der einleitenden Hirtenmusik bis zu den tiefergreifendm Rezitationen und Sologesängm der Passion und endlich zu den Siegesgesängen des weltberühmten Hallelujah am Schluß des 2. und den mächtigen Schlußchören des 3. Teiles findet ihren tiefergreifenden Ausdruck. Ueberwältigt von den ersten Takten des Hallelujahchores erhob sich bekanntlich in bet erstell Anführung die gesamte Zuhörerschaft und bis heute