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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ilotattonsdruck und Verlag der Buchdruckerei bef verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

VlorSckungsgebvhrl

Di« vgespaltene Petit-eile oder deren Raum 20 Pfg. tm RettameteU dl« Zelle 60 Pfg.

9?L 271 Zyernsprechtmschltttz Nr. 230.

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vierteljährlich 1.80 Mh, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm,

Amtliches.

Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.

Da die städtischen Badeanstalten im verflossenen Jahre am Buß- und Bettage nur sehr schwach besucht worden sind, so bleiben dieselben in diesem Jahre am 20. d. Mts. geschlossen.

Hanau den 12. November 1912. 28437

Der Magistrat.

J. A.: Ehrich.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Fabrikarbeiter, 3 Fahrburschen, 5 Hausburschen, 7 Tagelöhner, 2 Monats- bezw. Auf­wartefrauen.

Gesucht werden: 1 Sattler und Tapezierer, 3 Schuh­macher, 3 Dienstmädchen (2 für Wirtschaften).

Hanau den 16. November 1912. 28508

Städtische Arbeitsvermittlungsstelle.

Handelsregister.

1. Offene Handelsgesellschaft in Firma:

Socob Hack & Cie. Hanauer Wickelformen und Wende­maschinenfabrik"

mit dem Sitze in Hanau.

Der Gesellschafter, Architekt Jacob Hack in Hanau, zur Zeit unbekannten Aufenthaltes, ist aus der Gesell­schaft ausgeschieden.

Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Der bis­herige Gesellschafter, der in Hanau wohnhafte Kaufmann Wilhelm Eberhard führt zu Hanau unter unver­änderter Firma das Handelsgeschäft als Einzelkauf­mann fort.

2. Das unter der Firma:

Richard Pelz"

in Hanau bestehende Handelsgeschäft ist auf den Kauf­mann Georg Tuch zu Berlin-Schöneberg, Nollendorf- straße 13/14 übergegangen, welcher das Geschäft unter unveränderter Firma fortführt.

3. Firma:

Fritz Groh" in Hanau.

Die Prokura des Kaufmanns Heinrich Tegtmeier in Hanau ist erloschen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 vom 9. November 1912, zu 2 und 3 vom 13. November 1912. 28451

Stavttheater in Hana«.

Der zerbrochene Krug. Frauenkampf.

Am Mittwoch der verflossenen Woche ist uns im Stadt­theater die Wiederholung des prächtigen EinaktersDer zerbrochene Krug" von Kleist und neu einstudiert das LustspielFrauenkampf" von Scribe geboten worden. Beide Stücke errangen einen freundlichen Erfolg. Das erstgenannte Lustspiel zeigte die gleiche Besetzung wie bei der vorausgegangenen Aufführung, in dem Seribeschen Lustspiel F r a u e n k a m p f " waren hervortretend be­schäftigt Frl. Ballin alsGräfin", RtL Michel als Leonie", Herr Holtz alsGustav", Herr Brandt alsHenri", Herr W i e b e r g alsManrichard", die beiden den Kampf um den Besitz des Geliebten führenden Damen wurden durch Frl. Ballip und Frl. Michel wirksam wiedergegeben. Herr Holtz bot alsGustav" eine aus­gezeichnete Leistung, die seinem Können und Talent zur Ehre gereichte.

Hasemanns Töchter.

Mit dem gefeierten Gaste Herrn Carl W. B ü l l e r als Hafemann" wurde am Samst^ , das BolksstückHase­manns Töchter" von L*Arronge neu einstndiert bei anS- verkauftem Hause ausgeführt. Der Gast, der denHase mann" |U einer seiner Glanzrollen zählt, feierte auch hier Triumphe, sein fein abgetöntes, nirgends die gezogenen Grenzen überschreitendes Spiel, sein goldener Humor, die ihm besonders glücklich liegenden warmen Herzenstöne, kurz, alles vereinigt sich bei ihm, den Erfolg zu sichern. Mit Ge­nugtuung ist zu konstatieren, daß überhaupt die ganze Vor­stellung sich unter einem recht glücklichen Stern befand, indem alle Mitwirkenden sich mit Geschick ihrer Aufgaben ent»

Gentral-Anzeigcr

Amtliches Orga« für Statt- und Landkreis K

Montag den 18. November

Aufgebot.

Der Bürgermeister Rüger in Langendiebach hat das Aufgebot der unbekannten Erben des Gläubigers der im Grundbuch von Langendiebach Artikel 174 Abt. III Nr. 1 eingetragenen Grundschuld von 942 Mk. 86 Pfg. verzinslich zu 5°/o für Gabriel Gerns­heimer in Hanau, bezw. der mit unbekanntem Auf­enthalt abwesenden Erbin Doris Gernsheimer beantragt.

Die unbekannten Erben bezw. die mit unbekanntem Aufenthalt abwesende Erbin Doris Gernsheimer werden aufgefordert, spätestens in dem auf

Freitag den 13. Juni 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebots­termine ihre Rechte anzumelden widrigenfalls die Aus­schließung ihrer Rechte erfolgen wird.

Langenselbold den 14. November 1912.

Königliches Amtsgericht. 28461

MndM und verlorene kezeWnde it.

Gefunden: 1 silbernes Portemonnaie mit 2 Mk 1 schwarzes Damenhandläschchen mit Portemonnaie mit 11,08 Mk. und 1 silbernen Damenuhr, 1 vernickelter Hufnagel als Brosche mit dem Namen Gretel, 1 goldenes Medaillon mit 2 Photographien.

Verloren: 1 Schlüsselbund (bestehend aus 2 Schlinken, 2 großen und 3 kleinen Schlüsseln), 1 goldenes Armband mit 3 Saphiren (auf dem Wege Wilhelmsbad bis Hanau), 1 Portemonnaie mit 20 Mk. (auf der Mesie).

Hanau den 18, November 1912.

Politische Rundschau.

Die Zweite Hessische Ständekammer ist nunmehr auf Diensiag, 10. Dezember d. Js. ein berufen worden, um die Gesetzesvorlage über die land» und forstwirtschaftliche Ver­sicherung sowie einige weitere Vorstellungen und Anträge zu erledigen. Die Sitzung dürfte voraussichtlich nur einige Tage dauern. In der ersten Sitzung wird von feiten einiger Abgeordneten die derzeitige zwischen dem Staatsministerium und den Kammern wegen Nichtausführung des Gesetzes über die Kammerbeamten entstandenen Differenzen zur Sprache gebracht werden, was lebhafte Debatten herbeiföhren wird.

Die Landtagswahlen in Württemberg.

Stuttgart, 16. Novbr. Bei der Landtagswahl wurden im ersten Wahlgang von 69 Oberämtern undguten Städten" 45 Mandate entschieden. Davon entfallen auf das Zentrum 19, den Bund der Landwirte und die ............................................................. ledigten und dadurch auch an ihrem Teile an dem Erfolge des Abends partizipierten. Vor allem ist hervorznheben, daß die weiblichen Rollen vorzüglich besetzt waren. Frl. Hesse als Frau Hasemann bot wiederum eine sympathisch berührende Leistung, ebenso entzückten Frl. Arens (Rosa), Frl. H a r v e s (Emilie) und Frl. Michel (Franziska) als Hasemanns Töchter durch reizendes Spiel. Herr Brandt war alsKorner" anlangs zu matt, fand aber später den zusagenden Ton, Herr W i e b e r g alsKnorr" konnte be­friedigen, ebenso Herr Kubitzky alsKlein", Herr Holtz alsZinnow" u. s. f. Die Regie führte Herr Palitzsch.

Der Walzerkömg.

Eine Poste, in der viel gesungen und getanzt wird, kann immerhin damit rechnen, daß sie ein zahlreiches, beifalls- freivdiges Publikum findet. So war es auch am gestrigen Abend, der die neueinstudierte alt« Gesangspl.ffeDer Walzerkönig" bot. In der Titelrolle war Herr H i e t e l mit hübschem Erfolge tätig. Ihm sekundierte vorzüglich als Onkel Rentier Höppner Herr Palitzsch. Weiter bietet die Posse noch verschiedene andere hervortre'ende Rollen, die ebenfalls gute Besetzung gesunden hatten. Wir wollen hier­bei vor allem Herrn W i e b e r g alsPoliiiker Schellen­berg", Herrn Hunold alsSvekulant Bergmann", dann Frl. Harves alsDamenschneiderin", Frl. Ballin als Klot'Ide", Frl. Michel alsRips", Herrn Kubitzky alsBerger", Herrn Veß alsLämmchen" erwähnen. Die Regie sühne Herr Palitzsch, die musikalische Leitung lag 'N den Händen des Herrn Kapellmeisters Kähler. Das Publikum war in hob Maße beifallsfreudig.

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Feritsprechanschlittz Nr. 23«. 1912

Konservativen 10, die Sozialdemokraten 7, die Dolks- partei 6 und die Nationalliberalrn 3 Mandate. 24 Nachwahlen sind erforderlich. Die Nationalliberalen verlieren Eßlingen und Maulbronn an die Sozial­demokraten, ferner Mergentheim und Hall an die Kon­servativen und den Bund der Landwirte. Die Volls­partei verliert Cralisheim an den Bund der Landwirte. Die Sozialdemokraten verlieren Welzheim an die National­liberalen.

Deutscher Hansa-Tag.

Berlin, 17. November. Heute mittag fand im Admirali­tätspalast der Allgemeine deutsche Hansatag statt. Zahlreiche Abgeordnete der liberalen Parteien waren erschienen. Der Präsident des Hansabundes, Riester, wies in einer längeren Rede darauf hin, daß der Hansabund in erste Linie die Her­beiführung des sozialen Friedens erstrebe. Er trete ebenso für die Arbeitgeber wie Arbeitnehmer ein. Daun sprach Prof. Delbrück überSozialpolitik undllnternehmertum. Er führte aus, es sei erforderlich, bezüglich der Sozialpolitik vorläufig nicht weiterzugehen, da die Unternehmer alsdann als Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht bestehen können. Abgeordneter Stresemann sprach über die Industrie und Handelspolitik. Er forderte, daß der Industrie und dem Handel die gleichen Rechte wie der Landwirtschaft eingeräumt werden. Nau­mann sprach über Wirtschaftspolitik und nationale Aufgaben. Er betonte die Notwendigkeit, daß alle linksstehenden Par­teien, möglichst einschließlich der Sozialdemokratie, zusammen­gehen müßten, wenn es gelingen sollte, die Junker und die Klerikalen zu bekämpfen und ein weiteres Fortschreite« der Reaktion zu verhindern. In einer Schlußrede bemerkte Riester, der Hansabund führe den Kampf nicht bei Kampfes wegen, sondern um die allgemeine Gleichberechtigung. Er sei keineswegs ein Feind der Landwirtschaft und wolle auch die Landwirtschaft fördern. Die bürgerlichen Erwerbsstände müßten sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenschließen, um bessere wirtschaftliche Zustände herbeizuführen. Dann schloß Riester den Hansatag.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Besetzung von San Giovanni di Medua.

Rjeka, 17. Nov. Nach einer im Laufe der Nacht im Hauptquartier eingegangenen Meldung besetzten die Truppen des Generals Martinowitsch gestern abend San Giovanni di Medua.

Oesterreich-Ungarn und Serbien.

Wien, 17. Nov. DieNeue Freie Presse meldet: Der österreichisch-ungarische Konsul in Mitrovitza, Tahy, tst in Budapest angekommen. Er konnte sich nur auch großen Schwierigkeiten und nicht ohne Gefahren auS Mitrovitza flüchten und die Grenze der Monarchie erreichen. Di« ser-

Emmys Steifeabentener.

Humoreske von Udo Stefan Blig.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Als Emmy erwachte, war schon heller Tag. Sie setzte sich auf, um nach der Uhr zu sehen aber, was war das? Hinter ihrem stand ein zweites Bett! Das war doch, als Onkel und Lilly mit heraufkamen nicht dagewesen? Ein eisiger Schauer legte sich über ihre Glieder, ihr Herz schlug bis zum Halse hinauf: Kein Zweifel, dies Bett, ja dies Bett war benutzt? Sie war doch nüchtern . . . .? Ein Zittern überkam sie, nein, was sie sah war reale Wirklich­keit, hier hatte jemand, wie sie weg war, im Bett gelegen oder hatte sie sich im Zimmer geirrt und eins erwischt, das tage zuvor jemand, der abgereist, inne gehabt und wo das Bett noch nicht gemacht war? Mit beiden Füßen sprang sie auf den Fußboden. Der Kleiderschrank, war er nicht eintürig gewesen? Und wo kamen die beiden Sessel her? Himmel! Wo waren ihre Sachen? Ein Klopfen an der Tür:Es ist sieben Uhr?" Als keine Antwort er­folgte:Herr Astestor, es hat eben sieben geschlagen?" Emmy ward es schwarz vor den Augen. Assessor? Einem Mann gehörte das Zimmer . . . .? Erneutes, heftigeres Klopfen: Nr. 29! Herr Assessor, wollen Sie denn nicht aufstehen, die Uhr ist sieben!" Nebenan ein unterdrückter Fluch. Blitzschnell erkannte sie die Situation. Sie hatte mit einem wildfremden Herrn das Zimmer geteilt! Ein heftiger Stoß gegen den Stuhl, als sie nach ihrem Bett wankte, beruhigte den Störenfried. Er verschwand und Emmy sank schluchzend, von Scham überwältigt, auf die Kisten. Großer Gott! Das überlebte sie nicht! Ein Skandal war unver­meidlich, ihr Ruf unwiederbringlich dahin! Einige Minu­ten hatte sie so gelegen, du fiel ihr Blick auf die Tür. Kein Schlüssel! Aber sie hatte doch den Riegel vorgeschoben *,,