Einzelbild herunterladen
 

Erstes VlaLt-

UinrSckvngsgeVUhr«

Die Ügefpaltene Petitzeile oder Deren Raum 20 Pfg. im RetlameteU DU Zeile 60 Pjg.

RotoHonsbrud und Verlag der Buchdruckerei der verein, ev. Wotjeichaujes In Hanau.

Amtliches Organ für Ml- und FaMreis Kana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis»

LierteliStzrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hamm,

Nr. 270 Kernsprechonschlich Nr. 330.

Samstag den 16. November

Fernsprechatrschlttß Nr. 230. 1912

Sie Me Mummet MM außer Dem Hnterlialhmgsilntt

82 Seiten.

Amtliches

Bekanntmachung.

Die von uns von den Bernhard Scherf'schen Erben er­worbenen, an der Leipziger- und Bernhardstraße gelegenen Grundstücke nebst großem Werkstatt-Gebäude und geräumi­ger Holzhalle sollen vom 1. Januar 1913 ab anderweitig als Lagerplätze vermietet werden.

Nähere Auskunft wird täglich in den Dienststunden von 10 bis 12% Uhr vormittags in unserem Verwaltungsge­bäude, Zimmer Nr. 3, erteilt.

Mietangebote werden bis Montag den 2. Dezember d. I.» vormittags 10 Uhr, an uns erbeten.

Hanau den 16. November 1912. 28333

Die Direktion der

Stadt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Hanau a. M. E ä ß l e r.

©efunbene und verlorene EesknWnde k.

Gefunden: 1 Monogramm W K oder K W, 1 kleines weißes wollenes Kinderhandschuhchen, 1 schwarzes wachstuchledernes Mäppchen mit Portemonnaie mit 1,14 Mk, Taschenspiegel und 2 Visitenkarten mit dem Namen Dina Nicolaus.

Verloren: 1 Däckerkorb, 5 Mk. bar, 1 goldene Vorstecknadel.

Entlaufen: 1 grauer deutscher Schäferhund.

Hanau den 16. November 1912.

politische Rundschau.

Krupp-Jubiläumsstiftung für die Königlich preußische Armee. Das Armee-Verordnungsblatt vom 15. November 1912 enthält eine Allerhöchste Verordnung vom 26. Oktober 1912 betreffend Errichtung der Kruppschen Jubiläumsstif- tung für die Königlich preußische Armee. Dieser Erlaß ist an die Minister des Innern, den Kriegsminister und den Justizminister gerichtet und von dem Justizminister Be- seler, dem Kriegsminister v. Heeringsn und dem Minister des Innern v. Dallwitz gegengezeichnet. Das Kriegsmini­sterium erläßt durch Verfügung vom 13. November 1912 im Anschluß an diese Verordnung folgende Bekanntmachung: Vorstehende Allerhöchste Kabinettsordre wird mit dem Ausdruck des Dankes für die hochherzige Stiftung zur Kenntnis der Armee gebracht. Nach der Stiftungsurkunde

Kunstverein Hanau.

In den nächsten Tagen wird ein Plakat darauf hin- . weisen, daß der Kunstverein endgültig am Sonntag den 1. Dezember cr.,' vormittags 11 Uhr, seine diesjährige Kunstausstellung in der Kgl. Zeichenakademie eröffnet.

Diese Ausstellung wird zu den besten Veranstaltungen gehören, welche der Verein seinen Mitgliedern bisher bieten konnte. Den Bemühungen des Vorsitzenden ist es gelungen, eine große Reihe von bedeutenden Bildern nach Hanau zu bringen, die die Aula und einen großen Neben­saal füllen werden.

Das von den Künstlern durch ihre Anmeldung gezeigte Interesse besagt, daß die Bewertung der Ausstellung des Hanauer Kunstvereins eine Steigerung erfahren hat. Der Vorstand ist einig in dem Gedanken, daß eine reichlich gute Ausstellung einen größeren Eindruck hinterläßt, wie der früher gepflegte Usus mehrerer kleinerer Veranstaltungen.

Es soll schon heute darauf hingewiesen werden, daß Künstler wie: Josef M. Auchentaller, Hans Best, Felix Bürgers, Professor' Engel, Richard Eschke, Prof. Franck, Prof. Haueisen L. Heinrich Heyne, Dora Hitz, Eugen Lud­wig Hoeß, Prof. Holz, Otto Jllies, C. Kayser-Eichberg, Pro­fessor Klein-Chevalier, Fritz Kunz, Ernst Liebermann, Paul Oberhoff, A. Petersen, Graf v. NV.cbenbach, Th. Rocholl, Prof. Saltzmann, R. Seuffert, Prof. Schmoll v. Eisenwerth, wohl zum erstenmal ihre Werke senden. Eine Folgeerschei­nung davon, daß der Vorstand nach der Zahl der Anmel­dungen und den dabei verzeichneten Preisen sich gezwungen sah, seine bisherige Versicherungssumme um ein bedeuten­des' zu erhöhen.

Das letztere besagt natürlich nicht, daß ausschließlich Bilder von hohen Werten gezeigt werden, der Kunstfreund findet auch eine Reihe kleinerer Formate, intime feine Malereien woran sich ein Herz erfreuen kann.

ist der Zweck der mit einem Kapital von 1 Million Mark begründeten Stiftung die Förderung des Wohles der ak­tiven und ehemaligen Mannschaften Unteroffiziere und Gemeinen der Königlich Preußischen Armee, in Aus­nahmefällen auch ihrer Hinterbliebenen, und sollen die Stiftungsmittel in erster Linie für die Errichtung und Unterhaltung von Soldatenheimen verwendet werden. Zur Erfüllung des Stiftungszwecks sind in den Allerhöchst ge­nehmigten Ausführugnsbestimmungen die Stiftungsmittel, von denen bis auf weiters nur die Zinsen des Stammka­pitals verwendet werden sollen, für folgende Zwecke be­stimmt worden: 1. zur Errichtung und Unterhaltung von Soldatenheimen: 2. zur Gewährung von Vergütungen (Be­lohnungen) für hervorragende Leistungen an Frontdienst tuende Unteroffiziere von tadelloser Führung; 3. zu ein­maligen Beihilfen: a) an solche bedürftigen und würdigen Unteroffiziere mit mindestens 5jähriger Dienstzeit, die wegen Gesundheitsschädigung vor Erlangung der Dienst­prämie aus dem Dienst ausscheiden müssen; b) an dringend bedürftige und würdige ehemalige Personen des Soldaten­standes vom Feldwebel abwärts, welchen aus Reichs- oder Staatsmitteln mangels Anrechts eine Unterstützung nicht gewährt werden kann; ferner ausnahmsweise verfügbare Mittel vorausgesetzt: c) an Witwen solcher Unteroffi­ziere, die nach 5jähriger, aber vor vollendeter 12jähriger Dienstzeit verstorben sind und ihre Hinterbliebenen in Be­dürftigkeit zurückgelassen haben; d) an Hinterbliebene der zu b genannten Gattung bei vorhandener Würdigkeit und dringender Bedürftigkeit. Die Beihilfen können zu a und c überhaupt nur einmal, zu b und d in der Regel nicht öfter als einmal im Jahre gewährt werden. Anträge auf Be­willigungen aus der Stiftung sind von den Generalkom­mandos zu 1 und 2, und zwar zu 2 für je 1 Unteroffizier n. U. nach Benehmen mit den zuständigen obersten Waffen- behörden, an das Allgemeine Kriegs-Departement zum 20. Juni und 20. Dezember jedes Jahres (erstmalig zum 20. De­zember 1912), zu 3 an das Versorgung?- und Justiz-Depar­tement zum 20. Juni jedes Jahres in dringlichen Fällen auch außerterminlich zu richten.

Das russische Marineministerium hat in der Reichsduma einen Gesetzentwurf zur Ausführung des sogenannten klei­nen Flottenprogramms für 1913 eingebracht, der im gan­zen 58 000 000 Rubel vorsieht und zwar 39 Millionen für den Bau von Kriegsschiffen, 4 Millionen für den Bau von Hilfsschiffen und schwimmendem Material, 8 Millionen für Artillerie und 7 Millionen für den weiteren Ausbau der Schiffsbauwerften des Marineministeriums. Der Mi­nisterrat hat für das Jahr 1913 den Ankauf von 4050 Millionen Pud Steinkohlen im Ausland zur Versendung

Es erübrigt sich zu sagen, wie dankbar der Vorstand sein wird, dem einen oder anderen Jünger der Kunst schreiben zu können, dein Werk bleibt in unserer Stadt, als Beweis für das Verständnis von guter Kunst.

Die Ankäufe für die Verlosung werden in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bestimmt, der Termin wird so spät gelegt, um privaten Käufern möglichst lange nicht vorzugreifen. Der Schluß der Ausstellung ist aus schultechnischen Gründen am 5. Januar vorgesehen. Der Vorstand hofft, daß ein starker Besuch für seine Mühen ent­schädigen wird.

Mitglieder haben freien Eintritt, Nichtmitglieder zahlen 50 Pfg. Ein Verzeichnis mit den Namen der Künstler und Kunstwerken wird jedem Besucher unentgeltlich überreicht.

Literarisches.

Packende Bilder vom Valkankrieg, dazu eine famose Zeichnung von Th. Th. Heine und einen fesselnden Aufsatz des bekannten Militärschriftstellers R. Gädke bringt das neueste Heft (Heft 46) der bekannten WochenschriftZeit im Bild", ferner einen reichillustrierten Aufsatz von Dr. Paul Marc überKöprülü", die in den Berichten vom Balkankrieg jetzt so vielgenannte türkische Stadt. Aus dem sonstigen reichen Inhalt dieses glänzend ausgestatteten Hef­tes sind vor allem erwähnenswert ein interessanter Bericht über Richard Straußens neueste OperAriadne auf Naxos" mit wirksamen Bühnenbildern von der Uraufführung in Stuttgart, ferner eine ausgezeichnete kritische Abhandlung über EulenbergsBelinde" von Heinrich Michalski. Nicht minder interessant ist ein mit großer Fachkenntnis geschrie­bener illustrierter Artikel überKabeldampfer" von In­genieur Ohaus, sowie eine höchst lesenswerte Studie des bekannten rheinischen MontanmaanatenStinnes" von Dr.

für die Staatseisenbahnen bewilligt. Außerdem sollen für eine Million Rubel Weichen und Schienen aus dem Ausland bezogen werden.

Der Wagenmangel im Ruhrbezirk.

Essen a. d. Ruhr, 15. Novbr. Der Bergbauverein sendet nachstehende Zuschrift: Nach den amtlichen Angaben der Eisenbabndirektion Essen fehlten im Ruhrbezirk im August 3579 Wagen auf 10 Tonnen Ladegewicht zurückgerechnet, im September 24 092 und im Oktober 177 398 Wagen. Hieraus ergibt sich für die vergangenen drei Monate ein Aus­fall von 205 069 Wagen und somit ein Versandausfall von 2 050 690 Tonnen Kohle. Es enispricht dies einem Verlust von über 20 Millionen Mark. Die weiteren Schäden für die Produttion durch die ständige Betriebsstörung und das Stürzen der Kohle ist unberechenbar. Der Anteil des Arbeits­lohnes an dem Wette der Förderung beträgt über 50 Proz. Der Lohnverlust der Arbeiter im Ruhrbezirk beträgt also in den letzten drei Monaten mindestens zehn Millionen Mark. Allein in der Woche vom 20. Oktober bis 26. Oktober mußten im Ruhrbezirk auf 91 Zechen volle achtstündige Feierschichten eingelegt werden, wodurch 41 000 Arbeiter betroffen wurden. Allein für diese Woche beträgt daher der Lohnverlust für die Feierschichten über 200 000 Mark. Die Prozentzahl der Wagen, die gefehlt haben und daher nicht beladen werden sonnten, beträgt über 26 Prozent des Wagenbedarfes, außer­dem mußten aber täglich die Belegschaften wegen unzu­reichender oder nicht rechtzeitiger Wagengestellung frühzeitig ausfahren oder stundenlang untätig in der Grube liegen, so daß der weitere Lohnausfall ins Ungemessene geht. Diese Zustände haben ihre Ursachen nicht lediglich im Wagen­mangel, sondern auch in dem völlig unzureichenden Ausbau der Bahnanlagen und der gänzlich ungenügenden Zahl der Lokomotiven und des Personals. In den letzten zehnJabren verminderte sich, dies bezogen auf eine Einheitsleistung von 100 000 Tonnenkilometer, das gesamte Personal der Preußisch-Hessischen Staatsbahnen um 16,06 Prozent. In dem gleichen Zeitraum nahm die Länge der unterhaltenen Eisen­bahnstrecken nur um 20 Prozent zu, während die Steigerung der gesamten Güterbeförderung 70 Prozent betrug. Die Eisenbahnverwaltung ist also gegenüber der Verkehrsvermeh­rung um 350 Prozent zurückgeblieben. Bis zu 24 Stunden müssen in allen Bahnhöfen des Bezirks beladene Kohlen­wagen auf die Abholung durch die Bahn warten. Ganze Eisenbahnstrecken sind auch im Ruhrbezirk bereits vollkommen verstopft. Der Schaden gilt für unabsehbar. Wie mitge- geteilt wird, haben bereits ganze Betriebe die Arbeit einge­stellt, sodaß die Hochöfen ausgeblasen werden müssen. In den ersten sieben Tagen des Monats November fehlten im Ruhrbezirk 35 589 Wagen. Seitdem haben sich die Zustände noch folgenderweise verschlimmert: Von 8 bis 11.

A. Goldschmidt. Wiederholt sei diese vorzüglich geleitete rührige Wochenschrift jedermann zum Abonnement emp­fohlen. Das Heft kostet nur 30 Pfg. Probehefte stellt die Neue Deutsche Verlagsgesellschaft in München gern zur Verfügung.

Hochland, Inhalt des Novemberheftes: Der Einfluß der Arbeit auf die völkische Entwicklung. Don Medizinal- rat Dr. J. Graßl. Beresina. Zum Gedächtnis der Tage vom 26. bis 29. November 1812, mit einem Situationsplan. Von Geh. Reg.-Rat Univ.-Prof. Dr. Alois Schulte. Marte Schlichtegroll. Roman von Karl Linzen. Anselm Feuerbachs religiöse Krisis. Ein Beitrag zur Künstler- psychologie von Dr. Max Schwarz. Strömungen im neue­ren Islam. Von Univ.-Prof. Dr. Hubert Grimme. Geigen. Gedicht von E. A. Bertram. Japans soziale Probleme. Von Mons. Graf Vay von Baya und zu Luskod. Die Welt der Ideen. Gedicht von Jos. Bernhart. Kleine Bausteine: Friedrich Wasmann. Von Rud. Klein. Das Komische in der Musik. Don Privatdozent Dr. E. Schmitz. "Die Aussichten in der Verwendung der Luftfahr­zeuge. Von Dr. Franz Pieper. Krittk: Vom Schaffen in der Lyrik. Von Christoph Flaskamp. Hochland-Echo: Ideale und Reichtum. Rundschau: Dem eucharistischen Dölkerfrieden. Henri Poincarä. Neue Erzählungsbücher. Ueber das Passtonsspiel im allgemeinen und die Erler Auf­führung 1912. Die Münchener Festspiele 1912. Vom Weihnachtsbüchertisch: Religiöse und apologetische Werke. Bildende Kunst. Belletristik. Kunstbeilagen: Anselm Feuerbach,Konzert"; Friedrich Wasmann,Blick auf Me­ran";Mutter und Schwester des Künstlers" und zwei Porträtbilder.