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ElnrLckungsgebvyrr
Dil vgespaNene Petttzetle oder deren Raum 20 Pfg, im ReüameteU dir Zette 60 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruck?«! des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Generkl-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreior
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 80 Pfg., flr Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: ®. Schrecker in Hanau.
Nr. 269 RmiforedianMttü Nr. 330. Freitag bell 15. Novcnilltl Frrnsprrcha»schl,is, Nr. 330. 1912
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14 Seiten.
Amtliches. Stadtkreis Ranaa.
Bekanntmachung.
Das dem Althanauer Hospital gehörige Grundstück Karte ZZ 28 — im Töngesfeld rechts der Windeckerstraße — 20,29 ar groß, ist pachtfrei geworden.
Termin zur Weiterverpachtung an den Meistbietenden wird auf
Montag den 18. November 1912, nachmittags 3 Uhr, im Eeschäftslokal der Stadthauptkaste, Marktplatz Nr. 18, 1. Stock anberaumt.
Pachtliebhaber werden hierzu eingeladen.
Hanau den 14. November 1912. 28235
Althanauer Hospitalkasse.
Bekanntmachung.
Die städtischen Grundstücke Karte B Nr. 153, 311, Karte C Nr. 219, 351, 352, 467 und Karte DD Nr. 452, 457, 541, 542, Hergerswiesen, in der Gemarkung Großauheim sind pachtfrei geworden.
Termin zur Weiterverpachtung an den Meistbietenden wird auf
Montag den 18. November 1912, nachmittags 3 Uhr, im Eeschäftslokal der Stadthaupikaste, Marktplatz 18, 1. Stock, anberaumt.
Pachtliebhaber werden hierzu eingeladen.
Hanau den 14. November 1912. 28237
Stadthauptkasfe.
. Möbelverkauf.
Die entbehrlichen fiskalischen Mobiliargegenstände des Wirtschafts-Etablisiements zu Wilhelmsbad sollen öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft werden. Termin hierzu wird auf Dienstag den 19. d. Mts., von vormittags 8 Uhr ab, in dem großen Saale des Kurhauses zu Wilhelmsbad anberaumt.
Hanau den 12. November 1912. 28095
Reinhardt, DomSnen-Rentmeister.
Sthmöene und verlorene KegMM ic
Gefunden: 1 Kinderschirm, 1 Schlüsselring mit 3 Schlüsseln, 1 Päckchen mit weißen Spitzen (auf der Messe).
L Minnmenls-Konzttt des Weiöz'slhen Eesangnereins.
Bor einem zahlreichen kunstliebenden Auditorium veranstaltete gestern abend in der „Centralhalle" der Weins'sche Gesangverein sein 1. Abonnements * Konzert. Das vielversprechende Programm schied sich in zwei Teile, von denen der erste „Ernstes und Erbauliches" bot, der zweite zumeist liebenswürdigem Humor und Schalk die Tür öffnete. Die Chore zeichneten sich sämtlich durch große Präzision und feinste dynamische Schattierung aus. Welche Arbeit, welche Hingabe hier gewaltet, man vergaß eS, hörte man das alles so tiefempfunden, so ungezwungen-lebenswarm vor sich auf- quellen, hatte man das Gefühl, das müsse all so sein, daß sei alleS ganz selbstverständlich. Und wie wenig selbstverständlich ist das all und wie weit ist es bis zum Tempel der Kunst. Gestern abend aber standen wir wieder einmal darin.
Mit Vincenz Lachners „Allmacht" wurde der Abend imposant eingeleitet. In dem mystischen „Grab und Mond" lind zarten „Liebe" Schuberts trat die Vortragskunst der Sänger in schönstes Lickt. „Wahrlich, in dem Schubert lebt der götilicke Funke l" | Wer hâite dieses Wort Beethovens nicht in doppeltem Sinne bewahrheitet gesunden? Weisen im Volkston grüßten uns in dem bekannten „Vogel, flieg weiter" lind sehnsuchtsvoll-innigen „W>e's Daheim war", einem Hohenlied? auf die Heimat, das außerordentlich gefiel. Wirkungsvoll hob sich von diesem Schlüsse des ersten Teils das kecke „Der Obendrauf" des zweiten ab. Richtige Walzermusik lockte da in der letzten Strophe. Und auch den launigen „Canon" Franz Lachners „Wann ich weiß, was du weißt", den ofigehörten und ebenso oft dacapo verlangten, ließ man sich gerne gefallen und gleich noch einmal Vorsingen. Bei dem „Sakrischen Baß" hätte ich mir noch einte sakrische BaiLttten mit laknicker Tiefe mehr gewünscht.
Stehen geblieben bei Dr. Georg Wagner, Mühlstraße 1: 1 Herrenschirm; Empfangnahme daselbst.
Liegen geblieben bei Cigarrenhändler Pregler, Nürnbergerstraße 19: 1 Portemonnaie mit 48 Pfg. und 1 Ring; Empfangnahme daselbst.
Zugelaufen: 1 schwarzer pudelartiger Hund mit etwas weißer Brust, m. Eeschl.
Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen m. Eeschl.
Hanau den 15. November 1912.
Aus Hanau Stadt und Land.
Hanau, 15. November.
Stftnilidje Wag Her AMvcmketen-VttMmliW
vom 14. November 1912.
Anwesend die Herren: Vorsteher-Stellvertreter Schroeter; Backes, Bernges, Beyer, Birkner, August Brüning, Craß, Deines, Dißmann, Fischer, Förster, Franz, Dr. Hoffmann, Hoch, Honzen, Koburger, Dr. Küch, Lückhardt, Ohl, Philips, Ro^se, Sommer, Stephan, Stübing, Spatz, Schwabe, Dr. Wagner und Wolf.
Vom Magistrat: Die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebe- schuß, Bürgermeister Hild, Baurat Ehrich und Syndikus Bartmuß.
Wahlen.
Zunächst werden Wahlen in die Stadtschuldeputation, in das Kuratorium der Oberrealschule und in die Armenkommission vorgenommen. In die Stadtschuldeputation werden gewählt Phil. Müller, Ohl, Dr. Hoffmann, Dr. Küch, in das Kuratorium der Oberrealschule Jean Wilh. Wörner, in die Armenkommission Anton Kalb, Jean Weibert, Karl Nicolaus, Jakob Lamm.
Die Rechnung der Stadtkaffe Abt. I für 1910 wird vorgetragen und genehmigt.
Grundstücksfonds.
Der Vorlage über Bildung eines Grundstücksfonds wird Zustimmung erteilt.
Abkommen mit der Hanauer Stratzenbahn- Aktiengesellschaft wegen Entfernung des Abraumes aus den Straßenbahngleisen.
Beschluß des Magistrats vom 22. Oktober 1912: Das unter dem 20. November 1908 mit der Aktiengesellschaft getroffene Abkommen soll für die Dauer, eines weiteren Jahres erneuert worden. — Begründung: Am 20. November 1908 ist mit der Hanauer Straßenbahn-Aktiengesellschaft ein Abkommen dahin getroffen worden, daß sie die der Stadt obliegende Verpflichtung zur Beseitigung
Das Komische wäre stärker zur Geltung gekommen. Mit dem „Pappelmäulchen" und „Allerliebsten Mäuschen", die der Schlagfertigkeit und Silbenbereitschaft der Chormitglieder das beste Zeugnis ausstellten, war das Chorprogramm erschöpft und mit Ehren absolviert.
Einen sehr glücklichen Griff hatte der Verein in der Wahl der Gesangssolistin Fräulein Charlotte Uhr vom Opernhause in Frankfurt getan. Die junge Dame verfügt über eine ausgiebige, gulgeschulte, sehr schöne Stimme und einen ausgezeichneten, nach jeder Seite hin durchdachten Vortrag. Wie seelenvoll die Arien „Wie nahte mir der Schlummer", wie warmblütig und fein pointiert „Ständchen von Brahms, „Abends" und „Nachtgeschwätz". Sie gaben auch der Künstlerin Gelegenheit, ihre wohlgebildeten Kopftöne bewundern zu lassen. Das „Vergiß nicht mein!" Ende des Brahms'schen Liedes wird wohl niemand sobald vergessen. Fräulein Ubr mußte sich zu einer Zugabe entschließen und verabschiedete sich mit der Mär von Dornröschen und dem dummen Prinzen — hoffentlich auf nicht allzulange — von der begeisterten Zuhörerschaft.
Den anderen Teil des solistischen Programms bestritt der ehemalige Kwastscküler Herr Bruno Helberger, Klaviervirtuose, eben'alls aus Frankfurt. Seine hochentwickelte Technik trat in L i s z t' s 6. Rhapsodie besonders glänzend hervor, auch in „An bord d’ une source“ des geliebten Autors faszinierte seine Geickmeidigkett und phänomenale Tastengewandtheit. Wenn ich die zuerst gezielten Stücke: Adagio in as-dur aus op. 13 von Beethoven und g-moll Ballade von Chopin an zweiter Stelle nenne, so geschieht es, weil ich dort nicht den vollen poetischen Gehalt wiederfand, der ihnen innewohnt. Aber Vertiefung und restloses Ausschöpfungsoe»mögen trotzt der Künstler ja erst der Zeit und der damit Hand in Hand gehenden allmählichen Ganz-Ausreife seiner Individualität ab.
Rächst Herrn Adolf Müller, dem geschätzten, hoch- verdienten Leiter des Vereins, dessen bewunderungswürdig» *
des bei Reinigung der Gleise sich ergebenden Straßenunrates — gegen Verzicht auf die der Stadt zustehende Vergütung von 10 Pfg. für das Jahr und das lfde. Meter eingleisiger Strecke — übernimmt. Das Abkommen ist von Jahr zu Jahr erneuert, zum letztenmal am 10. Oktober/ 9. November 1911; es wird Erneuerung für ein weiteres Jahr beantragt. — Wird genehmigt.
Uniformierung der Gasgelderheber un8 Gewährn ng von Stiefelgelb.
Beschluß des Magistrats vom 10. Oktober 1912: Den Easgelderhebern wird für die Folge freie Dienstkleidung und pro Jahr ein Stiefelgeld von 30 Mark bewilligt. — Begründung: Es ist die Frage angeregt worden, ob nicht die Bediensteten, welche Gas-, Waffer-, Elektrizitäts- unÜ Kanalgeld erheben, in ähnlicher Weise wie die Vollziehungsbeamten zu uniformieren seien; dieses sei schon mit Rücksicht darauf angezeigt, daß das Publikum nicht im Zweifel darüber sein könnte, daß es dem fraglichen Geld- crheber rechtsgültige Zahlung leisten könnte. Demgemäß beschloß die Gehaltskommission am 3. Oktober, die Gelderheber der gewerblichen Betriebe in gleicher Weise wie die Boten oder Vollziehungsbeamten zu uniformieren und ihnen dasselbe Stiefelgeld, im Betrage von 30 Mark jährlich, wie jenen zu gewähren. — Der Vorlage wird von der Stadtverordnetenversammlung Zustimmung erteilt.
Aenderung des Statuts betreffend die Fristen für die Legung und Feststellung der städtischen Jahresrechnungen.
Beschluß des Magistrats vom 10. September 1912: Der vorgeschlagenen Abänderung des Statuts wird zugestimmt. — Begründung: Nach dem z. Zt. geltenden Statut betreffend die Fristen für die Legung und Feststellung der städtischen Jahresrechnungen ist vorgeschrieben, daß sämtliche Jahresrechnungen der städtischen Verwaltung von den Rechnungsstellen bis spätestens Ende Oktober jeden Jahres aufzustellen und dem Magistrat einzureichen sind, welcher sie zu prüfen und der Stadtverordnetenversammlung zur Feststellung und Entlastung vorzulegen hat. Die Feststellung der Rechnungen muß bis zum 31. März des auf den Abschluß folgenden Jahres bewirkt sein. Diese Termine sind nun niemals innegehalten worden. Wir wurden jedes Jahr von dem Regierungspräsidenten gedrängt, den Rechnungsabschluß vorzulegen, mußten aber immer wieder berichten, daß die Feststellung und Entlastung noch nicht erfolgt sei. Der Regierungspräsident verlangt nun, solange das vorhandene Statut nicht abgeändert wird, Einhaltung der jetzt geltenden Bestimmungen. Das Rechnungsamt hat sich im Einvernehmen mit der Stadtkaffe dahin geäußert, daß die Einhaltung der Termine nicht möglich sei und schlägt vor, die Einreichung der Jahresrechnungen bis Ende De-
Selbstvortragsiveise suggestiv auf seine Sänger übergegangen, der uns, wie im Vorjahre auch diesmal wieder so hohe Ge- nüsse bereitete, gebührt dem Interpreten, der wahrlich nicht überall einfachen Liedbegleitungen (man denke an Brahmas „Nachtgeschwätz"!) Herrn Gustav Altvater wärmst» Anerkennung. Ein Begleiter fällt leider meistens nur auf wenn — er schlecht spielt. Darum also ein besonderes Wort zu seiner Ehre! Dem rührigen Verein und seinem Dirigenten aber wünschen wir weiter gedeihliche Arbeit.
* Stadttheater. „Autoliebchen", die lustige Gesangs« poffe, kommt am heutigen Freitag bei kleinen Preisen außer Abonnement zum letzten Male zur Aufführung. Morgen gastiert Carl Willam Büller, einer der bedeutendsten Komiker der Gegenwart, als „Hasemann" in dem prächtigen Volksstück „H a s e in a n n's Töchter". (Gewöhnl. Preise.) Das Stück ist von Herrn Palitzsch inszeniert und es werden neben dem berühmten Gast die Damen Areus, Hesse, Harves, Mickel und Wald sowie die Herren Brandt, Holtz, Kubitzky und Wieberg in größeren Rollen darstelle, risch tätig sein. Am Sonntag nachmittag wird bei Hei« n e n Preisen die Operette „D i e L a n d st r e i ch e r" gegeben, ein musikalisch wundervolles Werk mit köstlicher, erheiternder Handlung und abends tm Abonnement B neu einstudiert eine der besten älteren Posten „Der Walzerkönig" von W. Mannstädt, Musik von Steffens. Am Montag ist bei kleinen Preisen eine Wiederholung der Operette „F r ü h l i n g s l u f t" und am Dienstag gehl vielfachen Wünschen zufolge nochmals das herrliche Drama „E u d r u n" von Ernst Hardt bei ermäßigten $ r e fa sen in Szene. .