Einzelbild herunterladen
 

I

Bezugspreis«

viertekjahrNch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg^ für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Einrückungsgebührr

Ditz ßgrfpaftene Petttzetle oder deren Raum 20 Pfg. im NeUameteU die Zeile 60 Pfg.

Rpiottonsbrud und Verlag der Buchdrucker«! der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stützt- M FandKreis Hanau.

Erlchemt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belleliistijcher Beilage.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm,

Nr. 262

Aernsprechanschlttft Nr. 230

Donnerstag den 7. November

Fernsprechanschlutz Nr. 230

1912

Amtliches.

Stadtkreis ^anau.

Nachdem gegen das Vorhaben der Königlichen Inten­dantur des XVIII. Armeekorps betr. die Herstellung eines Privatgleisanschlusses vom Bahnhof Hanau-Nord zu den Depotgebäuden des Eisenbahnregiments Nr. 3 hier inner­halb der vierwöchigen Offenlegung der Grundsteuerfort­schreibungsverhandlungen und Zeichnungen, das ist vom 28. September bis 23. Oktober 1912, Einsprüche nicht gel­tend gemacht worden sind, verfüge ich hierdurch auf Grund des § 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 die Einziehung der öffentlichen, in der Zeichnung näher be­schriebenen Wegestrecken an der Aepfelallee, der Rückinger- straße unb an dem Diebacher Pfade unter gleichzeitiger Ge­nehmigung der Anlegung und Unterhaltung der in Aussicht genommenen Ersatzwegeteile.

Hanau den 2. November 1912. P. 11729 Königliche Polizeidirektion.

J. A.: K a r b e.

Landkreis Fyanau.

Diejenigen Herren Bürgermeister, die mit der Bericht­erstattung auf die Verfügung vom 2. Oktober 1896 V.10719 betr. Nachrevision der Feuerstätten noch im Rück­stände sind, werden an die Erledigung mit 8tägiger Frist erinnert.

Hanau den 4. November 1912. V. 6365

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit der Berichterstattung auf meine Kreisblattver-

1 fügung vom 5. v. Mts. V. 5660 betreffend Bildung « von Zählbezirken für die am 2. Dezember d. Is. stattfin­dende Viehzählung im Rückstände sind, werden hiermit an die Erledigung derselbe:: mit einer Frist von 5 Tagen er­innert.

Hanau den 1. November 1912. V. 5660 Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Jüngerer Kanzleigehilfe alsbald gesucht.

Erfordernis: gute Handschrift und Gewandtheit in der Stenographie. Vergütung nach Alter und Leistungen. Schriftliche Bewerbungen mit selbstverfaßtem Lebens­lauf an den Magistrat hier.

Hanau den 4. November 1912. 27607

Der Magistrat.

Dr. G e b e s ch u s.

Konzert des Lehrersiingerchors.

Leiter: Herr Wilhelm Hamburger.

9 1

Auch in diesem Jahre veranstaltet der L eh re r i â n g e r- l chor ein größeres Konzert. Das elbe finde am 28. November er. in den Sälen derEentralhabe statt. -ter Verein wird eine Anzahl gediegener Chöre aus dem Ge uete des Kunst, und Volksgesanges zum Vortrag bringen. Ver­treten sind von den älteren Meistern b a g e l l, m u- bert, A. de la H *1 e, Raff, von den neueren H e g a r und Wohlgemuth. An Vâed-rn wird unter anderem geboten einEsthnisches o i e . So ziehe hin in Frieden, die Du nur teuer bist von R. Illgen, für Männerchor bearbeitet von einem unserer bürger, dem Direktor der Kaufmännischen Fortbildungsichule, Herrn BrunoPfeifer. a. f. .. Eine ganz besondere Anziehungskraft wird das Konzert noch ausüben durch die Miiwi'.ug hervor­ragender Solisten. Herr Dr. Herma n n B r au > e aus G ö r l i tz , einer der gefeiertltenLaladen- s â nger und würdiaerNacbiolger< »gen Gura , wird einige der schönsten Balladen von C. ^oeiver Er - k ö n i g , Gutmann und G u t w e > b , H o ch z e i t e b, Eomber Reimer, Archibald Douglass sowie von Job. Biabms die LiederE r i n n e r >in g un S t ä n d ch e n", fernerE i n st und v e $ t ,D e r alle Herr" unbDrei Wanderer" von H. Hermann zum Sorten bringen. Dem SünUler sieben aui den H ° ch- bürgen der Kun ft die glänzendsten Kritiken

ragender Solisten.

aus Görlitz

s ä n g e r

^ Weiter sind gewonnen die beiden Schwestern Allste und Johanna Däger (Pianistinnen) aus Frankfurt a. M. Ihre Darbietungen und zwar I. Schumann: A und Variationen, op. 46 für zwei Klaviere und Brahms: F ü nf Walzer aus op. 39,

Bekanntmachung.

Die Uebersichtskarten der Stadt Hanau in den Maß­stäben 1 : 2500 und 1 : 5000 sind auf den neuesten Be­stand ergänzt und vervielfältigt worden. Einzelne Exemplare können im städtischen Vermessungsamt, Rat­haus, Zimmer 28/29, zu folgenden Preissätzen bezogen werden:

1 farbiger Stadtplan im Maßstab 1 : 2500 in 9 Blättern â 1.50 Mk. zus. 13.50 Mk.,

1 nicht farb. Stadtplan im Maßstab 1: 2500 in 9 Blättern â 1 Mk. zus. 9 Mk.,

1 farbiger Stadtplan im Maßstab 1 : 5000 in 2 Blättern â 4 Mk. zus. 8 Mk.,

1 nicht farb. Stadtplan im Maßstab 1: 5000 in 2 Blättern â 3 Mk. zus. 6 Mk.

Hanau den 25. Oktober 1912. 27095

Der Magistrat.

Z. A.: Ehrich.

Bekanntmachung.

Es sind 25 000 Mark Stiftnngsgelder gegen erststelltge

Hypothek zu 4X % am 1. April 1913 auszuleihen.

Näheres Stadthauptkasse, Markt 18. 27643

SLadthauptkasse.

Politische Rundschau.

Ein deutsches Kanonenboot nach Liberia: Amtlichen Nachrichten zufolge sind an verschiedenen Orten der liberia­nischen Küste Unruhen unter den Eingeborenen ausgebrochen. Mehrere Faktoreien, barunter eine deutsche, sind bedroht. Wie das Wolffsche Bureau hört, ist zum Schutze von Leben und Eigentum der Reichsangehörigen die Entsendung des zur Zeit in Duala stationierten KanonenbootesPanther" in d'e Wege geleitet worden.

Erklärung. In zahlreichen Blättern der politischen Presse wurde vor einiger Zeit die Ansicht kundgegeben, daß sich aus Anlaß der neuerlichen Entwickelung der Geschäftsbe­ziehungen der Reichsgenossenschaftsbank ein grundsätzlicher Wandel in den bisherigen Anschauungen des Reichsoer­bandes über die zentrale Ausgestaltung der Kreditorgani­sation im ländlichen Genossenschaftswesen vollzogen habe. Diese Anschauung ist unzutreffend. Der Reichsverband als solcher hat keinen Anlaß genommen, seine seitherigen An­schauungen in dieser Frage abzuändern.

Staatliche Unterstützung der Viehzucht. Nach einer Er­klärung des preußischen Ministerpräsidenten in seiner Rede über die Fleischteuerung wird der nächstjährige preußische Staatshaushaltsetat nicht unerhebliche Erhöhungen fast aller Fonds aufweisen, die zu einer direkten Unterstützung der Viehzucht bestimmt sind. Der Etat für die landwirt­schaftliche Verwaltung enthält vier solcher Fonds. Der erste

b) F. Mendelssohn-Bartholdy: Allegro brillante, A-dur, ebenfalls für zwei Klaviere, dürften bei unserem kunstsinnigen Publikum einem ganz besonderen Interesse begegnen. Die bei­den Konzertflügel, Steinway und Sons, New-Dork, werden von dem Vertreter der Firma, Herrn C. A. Andrö, Frank­furt a. M., geliefert.

Die Liste wird in den nächsten Tagen in Umlauf gesetzt, und bitten wir um recht zahlreiche Beteiligung.

Stadttheater in Hanan.

Der Schwur der Treue.

Lustspiel in 3 Akten von Oscar Blumenthal.

Wenn auch des Verfassers Idee nicht gerade auf eine sonderliche Originalität (wir erinnern beispielsweise an das Sujet vonCyprienne") oder erstaunliche Tiefe zurückzuführen ist, so belustigen die durch ihre graziöse, liebenswürdige Form entwoi'enen munteren poLitenridjen Verse umsomehr, als uns durch dieselben manche Lebenslihre niedlich und prickelnd enthüllt wird. Ferner übt der äußern geschickt ge­wählte Schauplatz zu Ende des 17. Jahrhunderts in Antwe pen, durch das vornehme Kolorit des Zeitaliers, einen solch angenehm verblüffenden Zauber auf die Wirkung des neckischen Reimgeplauders wohUuend aus, daß binch den symbolischen Charakter des schaikhanen Verslust- spieles ein etwa vorznbrnlgender Vorwurf ber dichterisch etwas frei emgeiügten G schichte des Nembeaudt Bildnisses in die Handlung, zur verzeihlichen Erklärung bcrechiigt. So wurde denn am gestrigen Abend das neu einstudierte Werk wieder recht freundlich ausgenommen, dessen Darstellung eine durchweg zufriedenstellende zu nennen war. Interessant und erfolgreich zeichnete Walter Brandt den galanten, lockeren Anh.»Veit van Emdens Recht gut «rfc uns ferner dieSlaubine van Znylen" von Alide Valtin. Mit stchtlicher Hlngebung »erftanb die Darstellerin eine derart

'st bestimmt zu Prämien bei Pferderennen; er ist erst im Aten Etat um rund ^ Million Mark auf 4^ Millionen

erhöht worden. Aus dem zweiten Fonds sollen Prä­mien gezahlt werden für die Zucht von Hengsten unb Stuten im Bentz von Vereinen und Privaten sowie Prämien für y.^ Einfuhr von Vollblutzuchtpferden. Auch er ist im dies- jährigen Etat, allerdings klein, aufgebessert worden, was der Förderung der Privathengsthaltung vornehmlich in der Bheinprovinz und in Westfalen dienen soll. Der dritte Fonds dient zur Unterstützung und Förderung der Geflügel­züchter, insbesondere in den bäuerlichen Wirtschaften. Er ist mit 135 000 Mark dotiert und befindet sich auf dieser Höhe schon seit einiger Zeit. Der vierte Fonds schließlich ist für die Förderung des Molkereiwesens bestimmt. Er ist im laufenden Etat um 100 000 Mark erhöht worden, was vor­wiegend zur Erleichterung der Beschaffung von Zuchtvieh, zur Gewährung von Zuschüssen für Einrichtung gemein­schaftlicher Viehweiden und zur Unterstützung der Maßnah­men der Landwirtschaftskammern zur Tilgung der Rinder­tuberkulose Verwendung finden soll. Der Fonds beläuft sich jetzt auf 1,1 Millionen Mark. Man wird wohl in der An- nahme nicht fehlgehen, daß namentlich die letzten Fonds im nächstjährigen Etat Verstärkungen aufweisen werden. Insgesamt sind im letzten preußischen Etat direkt zur För­derung der Viehzucht 6,4 Millionen Mark ausgeworfen. Diese Summe wird also nächstens nicht unerheblich erhöht werden.

Parlamentarisches

* Die preußische Steuerreform.

Berlin, 6. Novbr. Die Steuergesetzkommission des Abgeordnetenhauses setzte heute nachmittag die zweite Beratung der Novelle über das Einkommensteuergesetz und das Ergänzungssteuergesetz fort. Zn erster Lesung waren auch die Konsumanstalten der Besteuerung unter­worfen worden. Die Kommission hob diesen Beschluß einstimmig auf. Ein Antrag der Volkspartei, das Ein­kommen arbeitender Frauen und das Einkommen des Mannes getrennt zu besteuern, weil dadurch eine Ver. ringerung des Steuerbetrages entstehe, wurde von der Kommission abgelehnt. Ein Antrag der Nationalliberalen, die Regierung zu ersuchen, eine Uebersicht über die Eisen­bahnüberschüsse des Finanzjahres 1912 und über die Eisenbahnbetriebsergebnisse für die Zeit bis zum 1. Oktober 1912 der Kommission vorzulegen, wurde angenommen. Die Kommission beschloß, folgende Bestimmung in das Gesetz hineinzuarbeiten:Steht der Aufwand eines steuerpflichtigen in einem auffälligen Mißverhältnis zu dem angegebenen Einkommen, so hat die Schätzung des Einkommens nach dem Aufwand zu erfolgen, soweit nicht der Steuerpflichtige nachweist, daß er seinen Aufwand aus seinem Kapitalvermögen oder durch Aufnahme von

durchgearbeitcte Leistung zu bieten, daß ihr das vollständige Interesse des Hörers auf sich zu konzentrieren zielbewußt gelang. Lieblich in der Erscheinung verlieh Franziska Hesse ihrerGräfin Lux" das erforderliche Maß von Wärme und Natürlichkeit. Durch eine gut abgestimmte Nüancierung seines Vortrags wußte Otto Hunold eine humorvolle Falstaff-FigurJobst van Zuylen" auf die Bühne zu stellen. Axel Kubitzky (Pankratz Brüning) brachte seine Erzählung im letzten Akt recht überzeugend. Wilhelm Holtz wußte sich des kecken FarbenreibersPeter Volz" mit Geschick zu entledigen; Helly Michel erzielte mit ihrer kleinen vorlauten ZofeMalva" einen hübschen Erfolg. Mit neckischer Schelmerei charakterisierte Martin Wiebe rg seinenDoktor Erasmus Wundt". Nicht unerwähnt bleibe schließlich die verständnisvolle Regie von Otto Hunold.

So 'n Windhund", der köstliche Schwank von Kraatz, wird Sonntag den 10. November, abends 724 Uhr, mit Direktor Steffter als Doktor Winternitz zur Auffüh­rung gebracht. Da diese Vorstellung außer^ Abonnement stattfindet, so sind vorzügliche Plätze an der Kasse zu haben und es empfiehlt sich, rechtzeitig gute Plätze zu sichern.

In O f f e n b a ch a. M. hatSo'n Windhund" riesigen Erfolg gehabt das ausverkaufte Haus tobte vor Ver­gnügen. DasOffenbacher Abendblatt schreibt.

'So'n Windhund" Schwank von Curt Kraatz und Ar­thur Hoffmann. Der'Schwankunsinn mag noch so blühend sein er mag dreist jede Vernunft auf den Kopf stellen, wenn man zwei Stunden lang herzhaft darüber lachen kann dann darf der Kritiker ohne Verletzung seiner Pflicht auch'zu dem tollsten Blödsinn schweigen in dankbarer SInt erkennung dafür, daß für seine Gesundheit durch ausgiebige Reizung der Lachmuskeln der Autor Gutes getan hat. Und gestern abend kam man buchstäblich aus dem Lachen nicht