SinrScknngsgebvhrr
DK ßgefpathme Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg, im ÄetlameteU DU Zeile 50 Pjg
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Orga» fit AM- M AMms Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis»
Vierteljährlich 1.80 DL, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet B Pfg«
Verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker in Hanau,
Nr. 259
^ernsprechanschlutz Nr. 230
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Montag den 4. November
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Fernsprechanschlittz Nr. 230
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1912
Amtliches.
Stadtkreis fyanau.
Durch Allerhöchsten Erlaß ist der verwitweten Frau Friedrich Kellermann in Hanau-Kesselstadt gestattet worden, das ihr verliehende Prädikat als Hofbauunternehmer Seiner Königlichen Hoheit des Landgrafen von Hessen annehmen und führen zu dürfen.
Hanau den 1. November 1912. V 6285
Der König!. Polizeidirettor.
Frhr. Laur.
Landkreis Hanau.
Der am 2. Mai 1870 zu Bergen-Enkheim geborene Stukateur Wilhelm Iohannes Puth, wohnhaft in Bergen- Enkheim,, hat für sich und seine Familie die Entlastung aus dem preußischen Staatsverbande nachgesucht.
Hanau den 1. November 1912. V 6289
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Am 30. und' 31. Oktober 1912 hat die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner der versicherten Angestellten auf Grund des Derficherungsgesetzes für Angestellte stattgefunden. Von ihrem Wahlrecht haben insgesamt 462 Angestellte Gebrauch gemacht. Bis auf eine Stimme waren sämtliche abgegebene Stimmen gültig. Auf die Vorschlagsliste A sind entfallen 418, auf die Vorschlagsliste B 43 Stimmen. Es sind sonach gewählt:
Kaufmann Charles Ferd Joseph । Kaufmann Heinrich Sandberg > Kaufmann Friedrich Bierbrauer 1
Kaufmann August Schuch Kabinettmeister Heinrich Eisenach Betriebs-Ingenieur Gustav Kroß
als Vertrauensmänner
als erste Ersatzmänner
als zweite Ersatzmänner
Kaufmann Willi Winterhalter Bureauvorsteher Konrad Kühne Kaufmann Rudolf Bechthold
Bei der Gruppe der Arbeitgeber hat keine Wahl stattgefunden, weil nur eine Vorschlagsliste eingereicht war. Gemäß § 16 der Wahlordnung vom 3. Juli 1912 gelten als gewählt:
I.Vijouteriefabrikant Konrad Sch wahn
2. Kaufmann Julius Berlizheimer
8. Bauunternehmer Jean Wilh. W ö r n er
als Vertrauensmänner
4. Bijouteriefabrikant Albert Deine s^ ^ ^ste Ersatz-
5. Kaufmann Markus Cantha l I männer
6. Kaufmann Ludwig Lehr '
7. Bankier Hermann Oppenheim j
8. Vrauereibesitzer Wilhelm Kaiser .
9. Kaufmann Hermann Küstner
Hanau den 2. November 1912. Der Oberbürgermeister.
I. V.: Bartmuß.
als zweite Ersatzmänner
27409
Bekanntmachung
Am Donnerstag den 7. November 1912 vormittags 10 Uhr, findet im Geschäftszimmer der Garnisonverwaltung des Truppenübungsplatzes XVIII. Armeek.orps zu Bad Orb, Quellenring 686 A, der Verkauf von etwa 6000 Weihnachtsbäumen in verschiedenen $o ,en- klassen aus den von dem Neichs-fMitttar-jFrskus angekauften Privatwaldungen in den ^mai. g Lettgenbrunn mit Villbach, Pfaffenhausen und Oberndorf im Wege der öffentlichen Ausbietung statt.
Schriftliche Angebote sind postfrei und postnwßig verschlossen bis zum Termin an die unterzeichnete Garnffon- verwattung einzureichen. .
Die Bedingungen, welche vor Eröffnung des.e von den Bietern durch Namensunterschrift anzuerkennel sind liegen im Geschäftszimmer der Garnlsonverwaltung während der Dienststunden zur Einsichtnahme aus, auch können die Bedingungen gegen Erstattung der Anfertr- gungs- usw. Kosten von hier bezogen werden.
Königliche Garnisonverwaltung des Truppenübungsplatzes ' XVIII. Armeekorps bei Orb. 27115
In dem Zwangsversteigerungsverfahren bett. die auf den Namen des Landwirts Johann Georg Geibel, Philipp Jakobs Sohn, zu Hanau-Kesselstadt im Grundbuch eingetragenen Grundstücke, ist der auf den 10. Dezember d. Js. anberaumte Versteigerungstermin auf
den 20. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr, verlegt worden.
Hanau den 25. Oktober 1912. 27865
Königliches Amtsgericht, Abt. 2.
MMm uRh neriorette ©egenitcuise it.
Gefunden: 1 graue Herrenweste, 40 Pfg. bar.
Verloren: 1 Handtäschchen aus Silbergarn mit Portemonnaie mit etwas Inhalt.
Hanau den 4. November 1912.
Politische Rundschau.
Die Krankheit des russischen Thronfolgers.
Petersburg, 3. Novbr. Amtlich wird mitgeteilt ! In den ersten Tagen seines Aufenthalts in Bjelowesch machte der Thronfolger bei einem Sprung ins Boot einen zu weiten Schritt. Anfangs machten sich keine Folgen des Sprunges bemerkbar. Jedoch ist es diesem Zufall zuzuschreiben, daß am 20. September in der linken Weichengegend ein- schmerzhafte Geschwulst auftrat, die durch Bluterguß in die Bauchhöhle erzeugt war. Bei entsprechender Behandlung wurde der Bluterguß nach drei Wochen so unbedeutend, daß der Patient Versuche zu stehen machen konnte. Am 11. Oktober fiel der Thronfolger bei selbständigem Gehen infolge einer unvorsichtigen Bewegung hin. Dadurch wahrscheinlich erfolgte ein erneuter Bluterguß in der Nacht auf den 15. Oktober, der sich auf die ganze linke Weichengegend ausdehnte und bessert innere Grenze über die Mittellinie des Bauches hinausragte. Die natürliche Folge so großer Blutergüsse ist eine bedeutende Blutarmut, die bisweilen eine langwierige Heilung erfordert und auch die freie Benützung der Beine erschweren kann.
Spala, 3. Novbr. Der Thronfolger hat den gestrigen Tag gut verbracht und fröhlich gespielt. Der Appetit ist etwas besser. Die Temperatur betrug früh 36,8, am Tage 37,0, abends 36,9, der Puls morgens 100, abends 112.
Der Kriegsbrand am Balkan.
Ablehnung des Poincar^schen Vorschlages durch Oesterreich.
Wien, 2. Novbr. Der Mediationsvorschlag Poincar^s und die französischen Kommentare, von denen er begleitet wurde, haben in hiesigen Regierungskreisen einen schlechten Eindruck gemacht. Es wird hier erklärt, Las Wiener Kabinett sei nicht gegen die Teilnahme an einer Mediation, sie lehne aber die französischerseits gewünschte Verknüpfung der Mediation mit einer allgemeinen europäischen Uneigennützigkeitserklärung ab. Man ist hier der Meinung, daß es dem französischen Kabinett weniger um die Mediation zu tun ist, welche ja die Valkanstaaten kaum geneigt find, anzunehmen, als um die Uneigennützigkeitserklärung, durch die man dem Wiener Kabinett die Hände binden möchte. Es kann schon heute festgestellt werden, daß dieser Plan gescheitert ist. Es wird hier betont, man sei nicht geneigt, die französische Friedensaktion auf Kosten Oesterreich- Ungarns und um den Preis eines Verzichts auf die Lebens- intereffen der Monarchie zu einem Erfolge zu verhelfen. In diesem Sinne wird die Antwort des Wiener Kabinetts auf den französischen Vorschlag gehalten sein. Vielleicht ist die Antwort auch schon nach Paris abgegangen.
Eine offiziöse Begründung der Ablehnung.
Budapest, 2. Novbr. Dem „Pester Lloyd" wird zu der Vermittelungsaktion Frankreichs von offiziöser Seite aus Wien telegraphiert: „Der Vermittelungsvorschlag des Herrn Poincarè ist auch bereits in die Hände der österreichisch-ungarischen Regierung gelangt. Was seinen Inhalt betrifft, so wird dieser, wie französische Zeitungen das bereits mitgeteilt haben, im großen und ganzen auck an den hiesigen maßgebenden Stellen bestätigt.. Ueber die Aufnahme, die der Vermittelungsvorschlag bei den einzelnen Kabinetten gefunden hat, liegen heute noch keinerlei authentische Angaben vor. Nur bezüglich der a.ripleentente heißt es, daß diese >on von vornherein ihre Zustimmung zu dem Plane Poincarös gegeben hat. Soweit oer Vorschlag die Mediation als solche betrifft, so wird er gewiß auf keiner Seite unfreundlich ausgenommen werden. Es wird nur notwendig sein, ihn auch mit der notwendigen Auf
richtigkeit auszustatten unS nicht ein Desinteressement in einer Frage an den Tag zu legen, bei der tatsächlich ganz enorme Jntereffen Europas und natürlich auch in erster Linie Jntereffen unserer Monarchie auf dem Spiele stehen. Wenn französische Zeitungen die Schwierigkeiten, die Oesterreich-Ungarn den Vorschlägen des französischen Ministerpräsidenten mache, mit einer gehässigen Sprache erwähnen, so müssen wir darauf Hinweisen, daß Oesterreich- Ungarn gewiß bereit ist, einer Mediation beizutreten, die sich aber nicht an Bedingungen knüpfen kann, die ihm die Hände binden würden. Man hat hier einen merkwürdigen Eindruck von dem Umstand gewonnen, daß Vorwürfe dieser Art gerade von der französischen fresse erhoben wurden, die vollkommen vergessen zu haben scheint, daß Frankreich in
einer Frage, in der es ebenfalls das Nachbarrecht geltend machte, in der es aber gewiß nicht geringere Jntereffen zu wahren hatte als wir auf dem Balkan, volle fünf Jahre hindurch an Europa die Zumutung gestellt hat, diese französischen Jntereffen für bedeutsam genug zu erachten, um dafür dasjenige in Kauf zu nehmen, was man heute in Paris mit mißbilligendem Stirnrunzeln „Schwierigkeiten" zu nennen beliebt. In erfreulichem Gegensatz zu den Preßangriffen, die jetzt von Paris aus gegen uns gerichtet werden, stehen die Aeußerungen des russischen Ministers des Aeußern Sasanow, der das besondere Entgegenkommen Oesterreich-Ungarns mit großem Nachdruck als ein Moment hervorgehoben hat, das seine eigene Friedensaktion wesentlich erleichtert habe. Auch England hat bereits in der letzten Zeit wiederholt und in ernsterer Weise sich zu derselben Meinung bekannt und der österreichisch-ungarischen Politik den Dank für ein Verhalten ausgesprochen, durch das die Tätigtest der europäischen Diplomatie ungefährdet geblieben sei. Die russische und englische Kundgebung bieten einen Beweis dafür, daß die französische Treffe mit ihrer Auffassung in der Tripleentente ganz vereinzelt dasteht. Wir möchten daraus keine weiteren Konferenzen ableiten, um so weniger, als wir überzeugt find, daß die französische Regierung, die gerade in den letzten Wochen so glänzende Beweise ihrer Friedensliebe gegeben hat, gewiß nicht hinter dieser Presse steht."
Abdul Hamids Ankunft in Konstantinopel.
Der Exsultan Abdul Hamid ist, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, Samstag früh an Bord der „Loreley" in Konstantinopel eingetroffen und durch ein türkisches Dampfboot nach dem Palafte Beyler Bei übergeführt worden. Am Mittwoch gegen mittag hatte ein von Oberleutnant zur See Becker kommandiertes Boot in Saloniki ihn vom Kai abgeholt. Gleich nach Besteigen des Bootes sprach Abdul Hamid seinen Dank aus, den er an Bord der Loreley" dem Kommandanten Kapitänleutnant v. Arnim und dem ersten Offizier Oberleutnant zur See Rose wiederhotte. Er sagte auf französisch: „Ich danke Seiner Majestät dem Kaiser sehr für die Freundschaft, die er mir auch in diesen dunklen Tagen beweist." Die „Loreley" verließ um 3 Uhr nach- mitags Saloniki. In der Begleitung Abdul Hamids befanden sich seine zwei Hauptfrauen und zehn Nebenfrauen und Dienerinnen, die mit ihm zusammen die Offiziersmeffe und die beiden Offizierskammern des Achterdecks bewohnten. Dazu kamen noch sein 7jähriger Sohn Mehemed Alid Effendi, vier türkische Offiziere seines militärischen Gefolges, drei Eunuchen, zwei Diener und zwei Köche. Jedoch nahm der ehemalige Sultan auch bei seinen Mahlzeiten die „Loreley" in Anspruch. Er war heiter und ausschließlich Familienvater und aß und schlief sehr gut. Einmal nahm er den Rat des Stabsarztes Dr. Koßwig in Anspruch, der auch eine Kabine behandelte. Das Wetter war vorzüglich. Mit regem Interesse verfolgte Abdul Hamid die Bewegungen dreier griechischer Torpedoboote, die der „Loreley e- gegneten. Er äußerte sich wiederholt sehr befriedigt über die Fahrt, ebenso die Mitglieder des neuen Ministeriums Damad Arif Hikmet Pascha, ein Schwiegersohn des Sul.ans, und Damad Schorif Pascha, die nach Saloniki gekommen waren, um Abdul Hamid abzuholen. Aus den Besprachen des Sultans ist erwähnenswert, daß er I-gte. Ich habe jetzt erst den Tod Marschalls erfahren. Ich bitte Sie, seiner Gattin meine aufrichtige Teilnahme zu dem Verluste meines Freundes zu übermitteln."
Vom thrazischen Kriegsschauplatz.
Wien 3 Novbr. Der Kriegsberichterstatter der „Reichs« voll" bei'der bulgarischen Armee meldet von gestern: Die in der Schlacht von Lule Burgas-Wtsa geschlagene türkische Armee setzt ihren Rückzug entsprechend den beiden Haupt-, kampfgruppen im großen und ganzen auf zwei Linien, näm- ttch über Tschorlu und westlich von Scharas fort. Die nüriM