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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amlliihes Organ für StaM= und FaudKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau,
Nr. 258 N,rnspre»ans»lutz Nr. 830.
Slimstais den 2. November F».»spr<chanichi,.si Nr. 330. 1912
Sie heutige Römer umtobt nuber dem Unterljaltungsblatt
18 Seiten.
Amtliches, e Landkreis Ranati.
Mitwirkung von Forstschutzbeamten bei der Handhabung des Jagdschutzes.
Auf Grund des § 103 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird den nachstehend genannten Forstschutzbeamten 1. dem Hegemeister Müller in Lamboybrück, 2. dem Hegemeister Rauhut in Niederrodenbach, 3. dem Förster o. R. Jahn in Niederrodenbach und 4. dem Förster o. R. Schüler in Niederrodenbach die Mitwirkung bei Ausübung des Jagdschutzes außerhalb ihres Dienstbezirkes in den an letzteren unmittelbar angrenzenden Gemeindejagdbezirken aushilfsweise übertragen.
Hanau den 30. Oktober 1912.
Der Röntgt Lackdrat.
Frhr. L au r.
V. 6219
Bekanntmachung.
Das Kürassier-Regiment Graf Geßler (Rhein.) Nr. 8 in Köln-Deutz am Rhein stellt zum Oktober 1913 Freiwillige ein.
Eingestellt werden Leute aller Berufsarten, besonders Schmiede, Schneider, Schuhmacher, Schreiner, Sattler, Köche, Schreiber, Landwirte usw.
Größe mindestens 1,67 Meter, jedoch möglichst nicht über 1,75 Meter. Das Gewicht darf 70 Kilogramm nicht übersteigen.
Meldungen sind zunächst schriftlich unter Beifügung eines Meldescheines an das Regiment zu richten.
Hanau den 30. Oktober 1912. M. 2449
Der Königl. Landrat.
J. A.: Karbe.
^. —.A-V— —----------------— ■ ■
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 1 Ausläufer, 1 Bureaudiener, 5 Hausburschen, 1 Schlosser, 1 Spengler und Installateur, 2 land-
Der Sieger!
Unsichtbar, unhörbar für menschliche Sinne,
Zum letzten der Tage vom Anbeginne;
Auf allen Wegen, in allen Gestalten;
Durch Länder und Meere, durch Sonne und Nacht —
D a geht er! — —
Die furchtbarsten Erdengewalten ;
Sie dienen ihm nur!--
Sind nichts gegen seine unendliche Macht! — —
Oft ist er uns nahe; wir merken es nicht, Und lächeln ihm heiter
Ins hohle Gesicht. —
Sorglos, wie der Schiffer aufs tückische Riff, So segeln wir weiter —
Und plötzlich erfaßt uns sein eisiger Griff 1 — —
Die meisten denken an ihn mit Erschauern;
Die Kampfesmüden als den letzten Freund; Verzweiflungsvoll wirft sich in seine Arme So mancher, dem kein Glück, kein Stern mehr scheint. —
Er ist es, der den Kriegs», den Geisteshelden, Die niemals ihn gefürchtet, noch gescheut, Galt's ihrer Ueberzeugung, galt's dem Vaterlande, Des Ruhmes ewiggrüne Lorbeerkione beut. —
Er ist's, der streng, nach ewigen Gesetzen, Ohn' An'ehn der P rson dieunabweiidbar letzten Schlüsse zieht, Aus denen, nach Befreiung von des Stau^eohülle, Des Glaubens Trost auf höheres Sein im Jenseits auf» erblüht. —
Wir hoffen, daß er uns den Schleier hebe
Von Rätseln, deren Lösung keine We sheit bot;
Daß er die Sehnsucht stille nach der Wahrheit, Die in der Menschenbrust in heißer Flamme loht. — Der Sieger ist's — der Friebensfürst vor allen, Vor dessen Majestät die irdstchen Schranken fallen,
Vor dem wir alle arm und gleich---
Der Letzte auf dem Plan!--- Der Allbezwinger, Allerlöser; derAllverlöhner — Tod! —
♦ L November 1912. Friedr. Iac. Geikseil.
wirtschaftliche Taglöhner, 6 sonstige Taglöhner, 1 Monatsfrau, 1 Poliseuse (Heimarbeit).
Gesucht werden: 2 Dienstmädchen, 1 jüngerer Bauschlosser, 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 junger Bursche-, 5 landwirtschaftliche Knechte.
Hanau den 2. November 1912. 27387
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Hanauer Kreisobstbauverein.
Herbst-Versammlung
am Sonntag den 10. November 1912, nachmittags 3 Uhr, im Restaurant „Concordia" zu Hanau (Vereinszimmer im 1. Stock).
Tagesordnung:
1. Verlesung des Berichts über die Frühjahrsversammlung. 2. Die Selbständigmachung des Vereins. 3. Vortrag des Herrn Kreisobstbautechnikers Walther. 4. Wahl des Ortes für die Frühjahrsversammlung. 5. Verschiedenes.
Wir bitten um rege Teilnahme an dieser Versammlung.
Der Vorstand. 27275 Hofacker, Vorsitzender.
Politische Rundschau.
Die ägäischen Inseln.
Paris, 1. Novbr. Dem „Temps" wird aus angeblich : guter Quelle aus Samos gemeldet: Die Uebergabe der ' ägäischen Inseln an die Türkei wird nicht so erfolgen, wie man nach dem Wortlaut des italienisch-türkischen Friedens» ; Vertrages annehmen könnte. Diesem Vertrag ist nämlich eine geheime Klausel hinzugefügt, wonach die Italiener sich verpflichten, die Fuseln an die Türkei erst dann zurück- erstatien, wenn diese es selbst verlangen würde. Diese Ge* Heimklausel wurde am Tage nach der griechischen Kriegserklärung auf Ansuchen der Türkei selbst Hinzugefügl, die im Hinblick auf die Ueberlegenheit der griechischen Flotte es vermeiden wollte, daß die Inseln in einem Augenblick zurückgegeben würden, wo sie dies als unzweckmäßig, ja sogar als gefährlich für sie ansehe.
Konzert Des Eejangsmin; „ronMhe".
= Hanau, 1. Novbr.
Ein weiteres Glied in der Reihe unserer dieswinterlichen Männerchorkonzerte bildete die gestrige Veranstaltung des Gesangvereins „T 0 n b l ü t h e" in der Central- Halle. Die Aufgabe, die der unter der Leitung des Herrn Direktors Hch. A p pu n n stehende Chor sich diesmal gestellt hatte, war eine nicht besonders leichte, da die Vortragsordnung teilweise recht schwierige, tüchtige Arbeit und vorzüglich geschultes Material voraussetzende Nummern aufzuweisen hatte. Mit Genugtuung ist zu berichten, daß der Verlauf des Abends mit Befriedigung verfolgt werden konnte, da aus allen Darbietungen die zielbewußte Tätigkeit des Dirigenten und die Hingabe des Gesangskörpers an die Lösung der gestellten schönen Aufgabe hervorleuchtete. An den mit Begleitung von Blasinstrumenten (Mitglieder der Ulanenkapelle) wirkungsvoll zum Vortrag gebrachten Chor „Hymne" von Ernst Herzog zu Sachsen reihten sich Kompositionen bekannter Meister. Wir nennen die „Motette" von J. Haydn, den vom Verein schon früher zum Vortrag gebrachten außerordentlich schwierigen Chor „Das Grab im Vusento" von Zerlett, „Die stille Wafferrose" von Franz Leu mit Klavierbegleitung, „Venetianisches Gondellied" von E. Meyer-Helmund mit Baritonsolo des Vereinsmitgliedes Herrn Wilh. Weins und Klavierbegleitung, „Sabbatfeier" von Fr. Abt, „Nachtzauber" von A. M. Storch, „Waldeinsamkeit" von Joh. Pache, die, wie aus dem gespendeten Beifall hervorging, sämtlich recht dankbar ausgenommen wurden. Wir zweifeln nicht, daß der Genuß des Abends noch gesteigert worden wäre, wenn in der Vortragsfolge ein Chor mit etwas durchgreifender Wirkung sich befunden hätte, ein Chor, der sozusagen die Herzen mehr hätte erwärmen, zu Begeisterung entfachen können.
Zur solistischen Ausgestaltung des Abends waren gewonnen worden. Frau Margarete Brieger-Palm, Konzertsängerin (Mezzosopran) und i? Konzertsänger (Bariton) aus Berlin. Frau Margarete Brieger-Palm bot folgende Lieder: „Der heilige Franzis
Der Kriegsbrand am Balkan.
Die türkischen Soldaten auf österreichischem Gebiet.
Von den aus dem Sandschak über die österreichisch-ungarische Grenze geflüchteten türkischen Truppen wurden 50 Offiziere und 1300 Mann zu etwa gleichen Teilen nach vier größeren Garnisonen Oberungarns sowie nach Reichenberg (Böhmen) und Znaim gebracht. Während die Mannschaften unter Bewachung Kasernements erhalten werden, dürfen die Offiziere gegen ihr Ehrenwort, nicht zu flüchten, sich in den Garnisonen frei bewegen. Die Offiziere erhalten Bezüge ihres Ranges, während' die Mannschaften die gleiche Löhnung wie die österreichisch-ungarischen Soldaten. Die Türken bleiben bis zum Friedensschluß in Oesterreich-Ungarn. In gleicher Weise werden etwa eintreffende Flüchte linge behandelt.
Die Griechen auf dem Marsch nach Saloniki.
Die griechischen Truppen marschieren, wie aus Athen gemeldet wirb, auf Saloniki. Prinz Georg ist zum ersten Adjutanten des Königs ernannt worden. Die Schenkungen von Privatleuten zum Besten der nationalen Bedürfnisse haben bereits die Höhe von mehreren hunderttausend Drachmen erreicht.
Die Griechen haben die Insel Samothraki besetzt.
Ein ganz überflüssiger Mensch
auf oder vielmehr hinter den Kriegsschauplätzen ist der „General" Riciotti Garibaldi, der, sobald es irgendwo Krieg gibt, sich mit einem freiwilligen Korps unnütz zu machen pflegt. Einem italienischen Reporter gegenüber erklärte dieser groteske Kriegsheld, der in Brindisi angekommen ist, von wo er nach Südgriechenland abreist, um dort ein garibaldisches Freiwilligenkorps zu bilden, die Legion bestehe aus 2—3000 Mann und konzentriere sich in Patras. 1000 griechische Freiwillige würden sich in Athen unter dem Befehl des Grafen Romas, eines alten gari- baldianischen Offiziers, vereinigen. Es würden außerdem auch englische und französische und wahrscheinlich auch russische Abteilungen aufgestellt werden. Seine Frau werde eine garibaldianische Ambulanz bilden. Wahrscheinlich werden diese Charakterhelden schon zu spät kommen.
Europäische Kriegsschiffe in den türkischen Gewässern.
Das österreichische Kriegsschiff „Kaiserin und Königin Maria Theresia" ist zum Schutz des österreichisch-ungarischen Generalkonsulats und der österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen nach Saloniki beordert worden.
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kus" von Carl Löwe, „Daheim" und „Mit den Gänsen" von Hugo Kaun, „Waigenleedken" von Arn. Mendelssohn, „Soldatenlied" von R. Schumann. Die genannte Dame gehört nicht zu denjenigen Sängerinnen, welche über eine sogen, große Stimme verfügen, im Gegenteil, sie muß sehr vorsichtig und haushälterisch in der Tongebung sein, was sie auch im allgemeinen beolmchtete, dann klingt ihr Gesang im mezzoforte angenehm, im piano gut. Ein gewisser Anflug von Dialekt beeinträchtigt die Deklamation und macht sich besonders bemerkbar in zu schwerer Betonung leicht klingender Endsilben. Ihr Auftreten war von gutem Erfolg begleitet, der Beifall ein großer. — Die zweite solistische
Kraft, Herr Eugen Brieger, bot: „Auf dem Kirchhofe" von Joh. Brahms, „Wanderers Nachtlied" von F. Schubert, „Der Kuß" von L. v. Beethoven, „Der Tambour" von Hugo Wolf, „Der Handkuß" von Oskar C. Posa. Der Sänger ist ein wohlgeschulter Baßbariton, hat seine Stimme in der Gewalt, besonders ein sehr schönes Falsett, dem er in der Wahl seiner Lieder sowohl als auch in deren Verarbeitung weitgehend Rechnung trägt. Dann ist er ein guter Deklamator mit offenbarer Vorliebe für den fröh-
lichen Ton, den er zu steigern vermag fast bis in das humoristische Fach hinein, wie auch aus dem Liede „Der „Handkuß" hervorging. — Beide zusammen boten die Duette „So wahr die Sonne scheinet" von R. Schumann, „Gib mir dein Herze" von Hans Hermann, „Des Nachts wir uns küßten" von Peter Cornelius, „Der Herzens- fchlüffel" von Hugo Kaun, „Sandmännchen" und „Der Jäger", Volkslieder, gesetzt von Wilh. Berger. Das Solisten- paar ist, wie die Darbietungen ergaben, im Duett gut eingesungen, die Stimmen sind gegeneinander hübsch ‘ abgetönt. In der Wahl für beide zusammen paffender Gesänge zeigten sie eine glückliche Hand, besonders wirkungsvoll waren „Das Sandmännchen" und „Der Jäger". Der gespendete Beifall war ein enthusiastischer. Am Klavier wirkte Herr Gust. A l t v a t e r, dem wir ebenfalls Anerkennung zollen müffen. — Auch das Konzert der „Tonblüthe" legte Zeugnis ab von der sorgsamen und vorbildlichen Pflege des Männer, gesangs in den Mauern unserer Stadt. y^