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r__.. der „Schumi Mariza", der bulgarischen Nationalhymne. Hirr^r einem hellerleuchteten Fenster des Schlosses zeigt sich die Königin, die mit lautem Jubel begrüßt wird. Ein letztes markerschütterndes Hurra, ein Fahnen- und Hütc- schwenken, und weiter schiebt sich die Menge, um den Mi­nistern ihre Ovationen darzubringen.

Ich sprach mit einer jungen Bulgarin. Vater und Bru­der sind im Krieg, aber da war keine Sorge in ihrem Blick. Nein, die Wangen waren von freudiger Erregung gerötet, die schwarzen Augen blitzten Begeisterung. Sie denkt nicht daran, daß ihre Lieben draußen im Felde beim Sturm auf Losengrad gefallen sein könnten, sondern auch sie lebt nur dem Vaterlands und ist stolz auf feine Erfolge. Der erste große Sieg ist errungen. Man ist in gehobener Stimmung. Neue Scharen Freiwilliger bilden sich. Beim Mondschein

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wirb auf den Schulplätzen Horroh getanzt. Nicht wie Sonn­tags auf dem Dorfe, das Mädchen an der Hand mit ruhigen Schritten, sondern wild und kriegerisch, die eintönige Me­lodie durch übermütige Jauchzer unterbrechend. Oder man sitzt in den Klassenzimmern, die zu Schlafsülen, allerdings ohne Betten, eingerichtet sind, bei dem offenen Holzfeuer und politisiert oder singt zur Laute und Mandoline melancho­lische Weisen, die der Bulgare so sehr liebt; aber auch Hel­denlieder von kriegerischem Charakter. Das ganze Volk ist voll Zuversicht und Selbstbewußtsein. Und es wird seine Sache gut zu Ende bringen, denn es ist ein kerngesundes, strebsames Volk voll Kraft und Mut.

Weitere Erfolge der Serben.

Semlin, 30. Oktbr. Nach einer unerwartet aufgenomme­nen türkischen Offensive auf Petovo, Jstip und Veles wur­

den die Türken neuerdings gänzlich von der serbischen Armee zurückgeschlagen. Besonders zeichneten sich dabei die serbischen Komittschis aus. Die Türken flüchteten in der Richtung auf Prilip und Gostivar, doch dürften sie auch hier eine Niederlage erleiden, da sich dort schon die serbische Armee mit der griechischen vereinigt haben soll. Die Bel­grader Blätter enthalten Brandartikel gegen Oesterreich, weil Oesterreich allen kriegführenden Balkanstaaten Sani­tätsabteilungen sandte, nur nach Serbien nicht. Bekanntlich ist das deshalb nicht geschehen, weil die serbische Negierung darum nicht nachgesucht hat.

Die Verluste auf dem westlichen Kriegsschauplatz.

Ein amtlicher Bericht aus Wranje besagt:

Die ganze türkische Armee Mazedoniens in Stärke von 80 000 Manü hat an der Schlacht vpn Kumanowo teilge­nommen. Die Serben hatten 400 Tote und 2000 meist leicht Verwundet. Die Türken hatten 16 000 Tote und verloren fast die ganze Artillerie. In dem Kampfe bei Veles und Köprülü, der kurz aber erbittert war, hatten die Türken 5000 Tote. Die türkischen Truppen wurden von neuem In Verwirrung gebracht und in die Flucht geschlagen.

Der Zustrom serbischer Freiwilliger.

Semlin, 30. Oktbr. Noch immer treffen aus allen Welt­teilen Serben und Bulgaren ein. Nahezu 11 000 Serben und 10 000 Bulgaren sind heute aus Amerika eingetroffen. Der englische, russische, bulgarische und griechische Gesandte in Belgrad besuchten gestern spät abends sämtliche Kranken­häuser und verabreichten den Verwundeten Erfrischungen und Tabak. Der bekannte Propagandist der großserbischen Idee, Großgrundbesitzer Dundjerski, spendete dem serbischen und montenegrinischen Noten Kreuzverein 150 000 Kronen und den beiden Armeen 100 Waggons Mehl. Anläßlich des feierlichen Einzuges des serbischen Königs in Uesküb unter­zeichnete der König einen Ukas, durch den 120 Offiziere einen Rang vorrücken. Ein führender Staatsmann erklärte mir, daß das Endziel der Verbündeten Konstantinopel sei und daß sie von da aus den Frieden diktieren werden. Im Krankenhause von Belgrad verübte heute ein Arnaute ein Pistolenattental auf dott liegende verwundete Soldaten, hat aber niemand getroffen. Der Atlenläter wurde verhaftet und wäre beinahe gelyncht worden. Aus der belagerten Stadt Nova Warosch find Abgesandte, darunter auch Musel­manen, beim serbischen General Zivkovitsch erschienen und haben die Uebergabe angeboten. Gestern und heute sind 180 deutsche und französische Aerzte in Belgrad angekommen unb werden weiter auf den Kriegsschauplatz gehen. Zwei japa- panische Kriegskorrespondenten aus Tokio sind auch schon hier.

Griechische Erfolge.

Der König von Griechenland hat aus Kotschana an Venizelos depeschiert:

Nachdem der linke Flügel der Armee den Feind ge­schlagen hatte, verfolgte er ihn bis Nalbankoei und er­oberte nach erbittertem Kampfe die Fahnen zweier tür­kischer Bataillone, die mir ein Abgesandter brachte. Auch der Kronprinz sandte mir die türkische Fahne eines Ba­taillons von Drama zu, die in der Schlacht bei Serfidsche erbeutet worden ist. Die ruhmreichen Trophäen der tapferen Armee erfüllen mich mit Freude und Stolz und ich beeile mich, Sie und mein Volk daran teilnehmen zu lasten. Nach einer dreistündigen Schlacht am Sonntag wurde Katerini gestern morgen von der griechischen Armee besetzt, die die Verfolgung des Feindes fortsetzt. Die in der Schlacht bei Nalbankoei Verwundeten be- trogen etwa 100 Mann.

Verdächtige russische Kohlenkäufe.

An der Kohlenbörse von Cardiff scharterten, wie der „Frankf. Ztg." gemeldet wird, Vertreter des russischen Ma­rineministeriums zum Transport von welschen Kohlen nach Odesta. Die Frachtsätze erreichten eine ungeheure Höhe. Die Verschiffung der Kohlen in Cardiff nach Odesta ist sehr ungewöhnlich; es taucht daher die Vermutung auf, daß diese Bestellung auf Sicherheitsmaßregeln gegen etwaige Verwicklungen im Valkankrieg hindeuten.

Weitere Erfolge Ler Griechen.

Athen, 30. Oktbr. Wie aus Koschanj telegraphiert wird, ist Werria gestern abend elf Uhr durch die griechische Armee ohne Widerstand besetzt worden. Die muselmanischen Fa­milien sind in der Stadt geblieben. Die muselmanischen Notabeln erschienen vor dem Kronprinzen, um ihre Unter­werfung zu bezeugen. Die Eisenbahnverbindungen zwischen Werria und Monaftir sind unterbrochen.

Ueber tritt türkischer Truppen nach Bosnien.

Sarajewo, 30. Oktbr.Im Laufe der Nacht trafen hier drei Extrazüge von der Ostgrenze ein mit 1400 türkischen Soldaten, die nach dem Fall von Plevlje nach Bosnien flüchteten. Morgens sollen weitere 600 Mann folgen. Sie werden nach Peterwardein gebracht werden. 30 Verwundete bleiben hier im Lazarett. Die Gefangenen find verwahrlos und sehr müde.

Die Belagerung von Adrianopel.

Sofia, 30. Oktbr. Die türkischen Truppen von Adria­nopel machten mehrere Ausfälle nach verschiedenen Richtungen, wurden aber überall zurückgeschlagen.

Konstantinopel, 30. Oktbr. Anstelle Abdullahs über­nahm Nasim Pascha das Kommando der Ostarmee^