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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, ev. Waisenhauses in Hanau,
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Amtliches Orga» für Stabt Mit Landkreis Kam».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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MerkeljShrNch 1.80 3Kt, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich LIO «Dit, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet B Pfg.
Perantwortt. Redakteur: S. Schrecker in Hanau,
Nr. 250
^ernsprechanschluh Nr. 230
Amtliches.
Stadtkreis fianau. Bekanntmachung.
Für die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner für die Angestellten-Versicherung sind von den versicherten Angestellten folgende Vorschlagslisten eingereicht :
I. Vorschlagsliste A der Hauptausschuhvorbände.
1. Charles Ferd Jose pH, Kaufmann, Friedrichstr. 48,
2. Heinrich Sandberg, Kaufmann, Iahnstr. 33, 3. Friedrich Bierbrauer, Kaufmann, Friedrichstr. 1,
4. August Schuch, Kaufmann, Spessartstr. 18,
5. Heinrich Eisenach, Kabinettmeister, Nürnbergerstr. 16,
6. Gustav Krotz, Betr.-Jngenieur, Iahnstr. 13,
7. Willi Winterhalter, Kaufmann, Kirchstr. 20,
8. Konrad Kühne, Vureauvorsteher, Hospitalstr. 2,
9. Rudolf Bechthold, Kaufmann, Eustav-Adolfstr. 10.
II Vorschlagsliste B der Freien Vereinigung.
a) Vertrauensmann:
1. Jean Hofmann, Geschäftsführer, Schnurstr. 7,
b) Ersatzmänner:
2. Karl Pense, Korrespondent, Aepfelallee 38,
3. Karl Honzen, Zeichner, Bulaustr. 3.
Die Arbeitgeber haben nur eine Vorschlagsliste eingereicht, weshalb gemäß § 16 der Wahlordnung für die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner vom 3. Juli 1912 bei der Gruppe der Arbeitgeber keine Wahl stattfindet. Sie hat die Bezeichnung:
„Vorschlagsliste A des Arbeitgeberausschusses."
Vorgeschlagen als Vertrauensmänner und Ersatzmänner sind darin:
1. Konrad Schwahn, Wilhelmstr. 11,
i. Fa. Wilh. Schwahn,
2. Julius Berlizheimer, Hammerstr. 1,
i. Fa. M. L. Berlizheimer & Söhne,
3. Jean Wilhelm Wörner, Mühlstr. 8,
t. Fa. I. Louis Wörner,
4. Albert Deines, Ramsaystr. 8,
i. Fa. Nicolay & Dunker,
5, Marc. Tanthal, Hessenstr. 1,
i. Fa. M. Tanthal Ww.,
6. Ludwig Lehr, Krämerstr. 18,
i. Fa. Eduard Schlingloff,
7. Hermann Oppenheim, Augustastr. 27,
i. Fa. I. Benjamin,
8. Wilhelm Kaiser, Diakonissenstr. 2 a,
i. Fa. I. L. Kaiser Söhne,
9. Hermann Küstner, Neue Anlage 35,
L Fa. Fues & Küstner,
Stavttheater in Hanau.
Der Andere.
Schauspiel in 4 Auszügen von Paul Lindau.
Die Erstaufführung dieses Schauspiels, des populären Dramatikers, äußerst erfolgreichen Romanschriftstellers und ehemaligen Bühnenleiters des Hoftheaters zu Meiningen erfolgreichen Werkes, liegt bereits nahezu 20 Jahre zurück. Das auch in der heutigen Zeit immer noch fesselnde Stück mit seinem ganz eigenartigen Inhalt bildete in früheren Jahren ein stets gern gesehenes und öfters aufgeführtes Repertoirstück unserer Bühne. Geschickt und mit sicherer Behandlung der szenischen Ausdrucksmittel ausgebaut, folgen wir stofflich gefesselt mit Spannung der Entwicklung der Handlung, die sich im ganzen schnell und dramatisch kraftvoll entfaltet. Ein nicht zu unterschätzender Vorzug, den man heute vielfach in den modernen Schauspielwerken vermißt, ist ferner, daß Lindau als früherer prakiischer Theater- fachmann die Technik versteht, daß er genau weiß, was er verlangt, und daß er schließlich, wenn er neben seiner großen Anzahl Novellen und Romane für die Bühne schreib,, auch den Gk'rtzen die Bühne gehorcht, statt sich in breiter Detailmalerei zu verlieren. Im Mittelpunkt der Handlung steht Staatsanwalt I r. jur. Halleis, den Walter Brandl verkörperte. Der Darsteller gab den durch seinen Berui vollständig aufgeriebenen, seelisch gebrochenen Menschen mit gutem Verständnis und psychologisch glaubhaft enlwick lt. Vornehm und echt in den ruhigeien Ansangsszenen des Schauspiels und von erschütternder Echtheit und Kraft beS Ausdrucks in den hochdramatischen Momenten, traf er mit Sicherheit immer die rechte Nuance. Bruno Palitzsch charakier'sierte die leichtfertige, durchtriebene Verbrechergestalt .Karl Dickert" ganz vortrefflich, wie auch in Franziska
Donnerstag den 24. Oktober *ggg'—^!«W!CTB"fl)!liill! L..............
10. Wilhelm Kappeller, Weberstr. 6,
i. Fa. Folien- u. Flitterfabrik A.-G.
Hanau den 23. Oktober 1912. 26547
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Bartmuß.
Handelsregister.
Aktiengesellschaft in Firma: „Hofbrauhaus Hanau vormals G. Ph. Nicolay Aktiengesellschaft" mit dem Sitze in Hanau.
Das Vorstandsmitglied Georg Filla«er ist durch seinen am 30. September 1912 erfolgten Tod aus dem Vorstande ausgeschieden. •
Dem Kaufmann Heinrich Sandberg in Hanau ist Prokura erteilt mit der Beschränkung, daß er nur befugt ist, in Gemeinschaft mit einem der Vorstands. Mitglieder die Firma zu zeichnen.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 18. Oktober 1912. " 26481
Zwangsversteigerung.
, Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen di« m den Gemarkungen Hanau-Keffelstadt, Hanau, Dörnigheim belegenen im Grundbuche von Hanau Band 21 Artikel Nr. 1279, Nr. 1 u. 2 Hanau-Keffelstadt, Band 5 Artikel Nr. 254, Dörnigheim Band XI Artikel Nr. 651 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Johann Georg Geibel, Philipp Jakobs Sohn zu Keffelstadt, eingetragenen Grundstücke:
Gemarkung Hanau:
Krtbl. WW Nr. 11, Wiese am Tiergarten = 17,93 ar, Reinertrag 1,24 Tlr.
Krtbl. WW Nr. 12 Wiese im Tiergarten = 17,37 ar, Reinertrag 1,58 Tlr.
Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 1976, 2 Taler 82/199 Erundsteuerreinertrag.
Gemarkung Hanau-Kesselstadt:
Krtbl. Nr. 8 Nr. 102 Feldgaffe Haus Nr. 3 = 3,91 ar, Reinertrag 180 Mark,
a) Wohnhaus mit Hofraum und
b) Scheuer mit Stallung (A), o) Futterküche mit Stall und Holzschuppen (B)
Krtbl. Nr. 13 Nr. 6 Acker am Fingertsweg — 34,19 ar, Reinertrag 4,12 Tlr.
Krtbl. Nr. 14 Nr. 9 Acker auf die Pferdelache = 41,39 ar, Reinertrag 11,66 Tlr.
Krtbl. Nr. 8 Nr. 232/152 Hausgarten an der Feldgaffe = 6,13 ar,
Krtbl. Nr. 8 Nr. 260/101 Hausgarten an der Feld- gaffe — 0,13 ar,
Hesse (Emmy) und mit ihren weniger prächtige Vertreterinnen
Marta Arens (Agnes) umfassenben Rollen zwei erstanden. Die Figur
des Prof. Dr. med. „Feldermann." bot Martin W i e b e r g Gelegenheit zu einer glücklichen Schöpfung. Alide Ballin gab die in den Konflikt des Schauspiels stark verwickelte „Amalie Frieben" mit schöner Empfindung. Aus dem unternehmungslustigen „Albert Schrötel" und dem bedachtsamen
Verbrechergenie „Wilhelm Fingering" wußten Otto Hunold
und Josef C h r i st e a n zwei wirksame Jllustrationsfiguren zu ereiren. Vietor V e ß mußte den Polizeikommiffar „Weigert" im Charakter strammer und energischer auf die Bühne stellen. Von den kleineren Episodenrollen heben wir noch lobend hervor: Axel Kubitzky (Kleinchen), Helly Michel (Charlotte), Otto Brand (Ewald), Tilly Clement (Elise), Josef Meyer (Wirt). Die verständnisvolle Regie von Bruno Palitzsch kam dem Werke bestens zu statten. L. 8.
Kunst unv Leben.
„Die ersten Menschen", das Mysterium Otio Born- gräbers, wurde von Geh. Nat Martersteig für das Leipziger Siadttheaier angenommen; die Aufführung findet am 5. November durch ein besonderes Gastensemble unter der Leitung von Franz Ludwig statt, zu dem Hilma Schlüter (ehedem am Deutschen Theater Berlin) Franz Ludwig (Hof. lheater Mannheim) und die Herren Molnar und Reschke gebären. Anschließend an Leipzig sieben im November Aufführungen statt am In«. Theater Nürnberg, an der neuen Wiener Bühne Wien, an den Stadttheatern Barmen, Bonn, Bremen, Chemnitz, Erfurt, Essen, Heidelberg, Kiel, Metz, Stettin, Zürich u. a.
fftrnsprtchanschlutz R*. 830. 1912
Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 86 = 15 Tlx. 78/105 Reinertrag; Grundsteuermutterrolle Nr. 59 Dreihundertundzwanzig Mark Nutzungswext.
Gemarkung Dörnigheim:
Krtbl. DD Nr. 7 Acker an den Keffelstädter Wein, gärten = 3,32 ar,
Krtbl. Nr. 402/17 Acker, die Hufe = 23,30 ar, Krtbl. DD Nr. 80 Acker an den Keffelstädter Wein, gärten = 2,75 ar, Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 460, Grundsteuer, reinertrag 1 Tlr. 5/100
am 10. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Eerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Rr. 13 — versteigert werden. Hanau den 7. Oktober 1912. 26483
Königliches Amtsgericht Abt. 2.
©ehrnöetis md Dertorene SegenMe it.
Gefunden: 1 Herrenschirm; abzuholen bei Lotz, Iahnstr. 4.
Hanau Nen 24. Oktober 1912.
Politische Rundschau.
Verfassungsänderung in Dänemark. Der Minister» Präsident brachte im Folketing einen Gesetzentwurf ein Über eine Aenderung der Verfassung, deren wichtigste Bestimmungen folgende sind: Den Frauen wird das aktive und passive Wahlrecht zum Folketing gewährt, daS Wahlrechtsalter wird auf das 25. statt wie bisher auf daS 80. Lebensjahr festgesetzt, die Zahl der Mitglieder des Folketings, die jetzt 114 beträgt, kann auf 182 steigen, die SesstonSdauer wird auf vier Jahre statt der bisherigen dreijährigen Dauer erhöht. Das privilegierte Wahlrecht zum Landsting soll abgeschafft werden, ebenso die Bestimmung, daß der König zwölf Mitglieder der Landstings ernennt. Von den 66 Mitgliedern des Landstings werde» künftig 54 von den städtischen Vertretungen gewählt; bit auf diese Weise gewählten 54 Mitglieder wählen ihrerseits die fehlenden zwölf Mitglieder.
Der Kriegsbrand am Balkan.
Die bulgarssch^ürkifchen Kämpfe.
Sofia, 23. Oktbr. In allen Gebieten sind erbitterte Kämpfe im Gange. Ueberall wurden die Türken aus ihren Positionen vertrieben. Im Gebiet von Naslog marschieren die Truppen in südlicher Richtung. Das Gebiet von Tamrasch ist endgültig vom türkischen Territorium abgeschnitten. Vor Adrianopel erreicht« die bulgarische Armee den Arda- fluß. Die Türken flohen in Unordnung unter Zurücklassung von Hund^r Toten und hundertsechzig Gefangenen; die bulgarischen Verluste find unbedeutend. Auf der nordöstlichen Seite der Befestigungslinie von Adrianopel wurden einige vorgeschobene Punkte besetzt. Nach einem überaus heftigen Kampf wurde der Feind geschlagen unB trat die Flucht gegen die Festung an; eine große Menge von Toten unb Verwundeten, die noch nicht gezählt werden konnte, blieb auf dem Felde zurück. Während des Kampfes eröffnete eine türkische Batterie vom Nordostsort aus ein ergebnisloses Feuer. Die türkische Artillerie schießt überhaupt unregelmäßig und unwirksam. Eine feindliche Kolonne machte einen Ausfall aus der Festung in östlicher Richtung, wurde jedoch vernichtet. — Eine bulgarische Kolonne ist nach Besetzung Wasilikos an der Schwarzen-Meer-Küste gegen Visa (? D. Red.) vorgerückt. Die Stadt Malo (Tirnowo) wurde genommen. — Die türkischen Gefangenen erzählen, die heftige Offensive der Vulgaren habe die türkische Armee, die unter schlechter Verpflegung leide und bei der sich Disziplinlosigkeit bemerkbar mache, überrascht. —- Die Türken fahren fort, die Dörfer am Struma-Ufer in Brand zu stecken. Die Dörfer Gorna-Suchitza, Dolna-Sv- chitza, Metschkul, Vakanov, Kresna und andere kleine Orte sind bereits eingeäschert.
Der serbische Vormarsch.
Belgrad, 23. Oktbr. Die von den türkischen Truppen auf der Eisenbahnlinie Ristowatz-Kumanowo zerstörten Brücken sind von den Serben wieder in gebrauchsfähigen Zustand gesetzt worden.
Aus 8er Türkei.
Konstantinopel, 23. Oktbr. Der Exfultan soll von hier nach Smyrna gebracht werden.
Konstantinopel, 23. Oktbr. Der Zusammenstoß der Milt« tärzüge auf der Linie Smyrna-Aidin bei Ler Station Aziza wurde durch den Bruch einer Kuppelung verursacht. Di«