NnrSckungsgeVShrr
Die Sgefpakiene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg, im ReklameteU die Zelle 60 Pfg.
HlotaNonsdruck und Verlag der Buchdruckers! der verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis»
vierteljährlich 1.80 Mk^ monatlich 86 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2dO Mk^ monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg,
Verantwort!. Redakteur. G. Schrecker in Hanau.
Äk. 248 ssernsprechanschltttz Nr. 23V.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Anschlag-Tafeln.
Die Verpachtung der im Stadtbezirk 5 anau einschließlich des früheren Gemeindebezirks Kesselstadl aufgestellten Tafeln und Säulen soll vom 1. April 1913 ab anderweit vergeben werden. Die Unternehmer erlangen durch die Pachtung das Recht der alleinigen Benutzung. Die Bedingungen liegen auf dem Rathaus, Zimmer Rr. 35, werktäglich von 10 bis 12*/, Uhr offen.
Angebote find bis zum 20. November 1912, vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift ,Anschlagtafeln" versehen an uns einzureichen.
Hanau den 18. Oktober 1912. 26283
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Aufgebot.
Der Schuhmacher Peter Lenz, Philipps Sohn, von Rüdigheiyr hat das Aufgebot des Grundschuldbriefes über die in dem Grundbuchs von Rüdigheim, Banh II Blatt 86 auf dem Grundstücke des Antragstellers Abt. I Nr. 4 in Abt. III Nr: 20 am 10. Juli 1893 ans Grund Der Bewilligung vom 4. Juli 1893 eingetragenen Grund- ichuld von 100 Mk. für den Spar- und Kreditverein, eingetragene Genossenschaft zu Niedermodau, verzinslich nit 5°/o vom 6. Juni 1893 an, das Hauptgeld zahlbar n sechs gleichgroßen zu Martini der Jahre 1893 bis 1898 fälligen Jahreszielen beantragt. Der Inhaber der llrkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 30. Januar 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vor- prlegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 9. Oktober 1912. 26291
Königliches Amtsgericht Abt. 5.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des früheren Handelsmannes, fetzigen Metzgers, Salomon Strauß HI. (Liebmanns Sohn) in Wachenbuchen ist heute am 19. Oktober 1912, vormittags 11 Uhr 5 Minuten das Konkursverfahren eröffnet.
Der Sensal Rauscher in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt.
Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 30. November 1912; erste Gläubiger« Versammlung am 19. November 1912, vormittags 11 Uhr; Prüfungstermin am 17. Dezember 1912, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau — Rußallee Nr. 17 — Zimmer Nr. 17.
Hanau den 19. Oktober 1912. 26289g
Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts Abt. 5.
Eelmbene mb oerlorene StMWt rc.
Gefunden: 1 Notenhalter, 1 weißer Rosenkranz.
Verloren: 1 goldener Anhänger.
Stehen geblieben: 1 Damen-Regenschirm.
Zugeflogen: 1 Paar braune Tauben.
Hanau den 22. Oktober 1912.
Politische Rundschau.
Zum Geburtstag der Kaiserin. Die Blätter bringen aus Anlaß der Wiederkehr ihres Geburtstages der Kaiserin warme Wünsche entgegen. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Als Frau, Königin und Kaiserin steht Auguste Viktoria an der Spitze einer unendlich verzweigten sozialen, fürsorgerischen Tâiigkeit, für alle, die mühselig und beladen find. Deshalb vereinigen sich heute die Glückwünsche unseres ganzen Volkes zum Beginn des neuen Lebensjahres.
Trauerfeier. Für den am Donnerstag verstorbenen Führer der konleivativen Partei, v. Normann, wurde gestern nachmittag in Darkos die Trauerfeier abgehalien, die einen schlichten Verlauf nahm. Die Gemeinde der Leidtragenden legte durch ihre ungewöhnlich stattliche Zahl Zeugnis ab von der großen Verehrung, die dem Dahingeschiedenen über das Grab hinaus bewahrt bleiben wird.
Der Verkauf der „Kreuzzeitung".
Berlin, 21. Oktbr. Zu der Nachricht vom Verkauf der ^Kreuzzenung" schreibt der „Deutsche Verlag" an die „Rationalzeitung":
Dienstag den 22. Oktober
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Die „Borussia-Druckerei" ist mit der „Kreuzzeitungs"- Gesellschaft nicht fusioniert. Jede der beiden Gesellschaften ist eine selbständige G. m. b. H. Beide stehen mit einander nur in einem Druckvertragsverhältnis. Die Blätter „Deutsche Zeitung", Deutsche Nachrichten", Deutsche Warte" und „Berliner Neueste Nachrichten" sind nicht im „Deutschen Verlag", sondern wiederum Eigentum einer besonderen Gesellschaft, und zwar der „Deutschen Zeitungs-Gesellschaft m. b. H." Diese Zeitungs-Gesellschaft hat mit der „Kren^zeitung" auch fernerhin nichts zu tun. Weder die Firma Büxenstein noch der „Deutsche Verlag" noch die „Deutsche Zeitungs-Gesellschaft" haben die „Kreuzzeitung" erworben oder sonst in einer Form übernommen. Nur das eine trifft zu, daß der „Deutsche Verlag" Anteile der „Borussia-Gesellschaft" erworben hat, wobei die letztere als selbständige Gesellschaft fortbesteht und auch künftighin mit der „Kreuzzeitung" nichts weiter gemein hat, als daß die „.Kreuzzeitung" bei der „Borussia-Gesellschaft" weitergedruckt wird.
Das Jubiläum des Kardinals Kopp.
Breslau, 21. Okt. Heute nachmittag fand zu Ehren des Kardinals Kopp ein Festessen im großen Saal des Konjerthauses statt, an dem u. a. teilnahmen: der Kultusminister, Oberpräsident Dr. v. Günther, der Landespräsident von Oesterreich-Schlesien Graf v. Coudenhove, der Herzog von Natibor, Herzog v. Trachenberg, Oberbürgermeister Matting, Bürgermeister Trentin, Stadlverordenvorsteher Dr. Freund, die übrigen Spitzen der Staats- und Zivübehörden, die Geistlichen der Diözese und eine große Anzahl Laien auS allen Ständen. Den ersten Trinkspruch brachte der Jubilar auf Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und den Pabst aus. Kultusminister v. Trott zu Solz gedachte in seiner Rede der Tätigkeit des Jubilars als Bischof von Fulda und später als Fürstbischof von Breslau. Der Kardinal sei mit der Ge- schichte unseres deutschen Vaterlandes unlöslich verbunden. Wer einmal seine Lebensgeschichte schreibe, werde der erfolgreichen Tätigkeit des Kircheufürften nur ehrend und rühmend gedenken können. „Wir verehren aber in dem Jubilar", führte der Minister weiter aus, „den warmherzigen Patrioten und Verehrer unseres Kaisers. Immer fei Kardinal Kopp bemüht gewesen, den konfessionellen Frieden zu fördern. Das Hoch des Kultusministers galt dem Kirchenfürsten und Friedensfreund, dem noch ein recht langer und reichgesegneler Lebensabend beschießen sein möge. Im Namen der österreichischen Regierung sprach Graf v. Coudenhove, Domprobst Prälat König brachte die Gefühle des Klerus der Diözese und der übrigen Diözesanen zum Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf den obersten Hirten der Diözese. Zum Schluß dankte Kardinal Kopp für- alle dargebrachten Ovationen. Er habe immer den Grundsatz vertreten, daß auf dem Zusammenwirken von Kirche und Staat die Wohlfahrt der Ration beruhe. Er werde auch ferner diesen Grundsatz vertret«! und sich von ihm leiten lassen. Sein Hoch galt dem Kultusminister und dem Landespräsidenten Grafen v. Coudenhove.
Der Kriegsbrand am Balkan.
Kreuz und Halbmond.
Begreiflich ist es ja, daß sich die Balkanslawen und die Griechen die Sympathien Europas zu erwerben suchen, indem sie in ihren Manifesten an das Kreuz gegen den Halbmond appellieren. Aber Glück werden sie damit nicht haben; denn es ist offenbar, daß die bewegenden Ursachen ihres Vorgehens gegen die Türkei nicht religiöser Natur sind. Von einem Glaubenskrieg kann keine Rede sein. War es nicht jahrzehntelang ein Entschuldigungsgrund für die Versäumnisse der türkischen Verwaltung in Mazedonien, daß in dem Völkergemisch dieser Provinz die größten Unordnungen durch den wilden Hader der bulgarischen, griechischen und serbischen Christen untereinander entstanden? Die mazedonische Geschichte der letzten Zeit war voll von Bandenkämpfen ihrer christlichen Bewohner, von Ueberfällen, Brandstiftungen und Metzeleien des einen Dorfes gegen das andere, hervorgegangen aus Feindschaft der Leute bulgarischen, serbischen und griechischen Stammes unter sich. Die Einigkeit, die gegenwärtig unter ihnen herrscht, mag die türkische Kriegführung in Mazedonien erschweren, sie wird auch die Mohammedaner zu Bluttaten gegen die „Christenhundeanstacheln, aber doch nicht darüber täuschen können, daß sie auf nationalen Begierden berußt, die in ihren Zielen verschieden und gegensätzlicher Art sind.
In den großen Türkenkriegen der letzten Jahrhunderte waren es immer Großmächte, insbesondere Oesterreich- Ungarn und Rußland, deren Truppen mit türkischen im Felde standen. Jetzt wollen vier junge und kleine Staaten,
Fernsprechanschlutz Nr. 280* 1912
die früher in Abhängigkeit von der Türkei lebten, gegen diese durchsetzen, was den großen nicht gelungen war, nämlich die Zurückdrängung der Türken nach Asien. Der bulgarische Ministerpräsident Eeschow erinnerte kürzlich an ein Wort Lord Salisburys vom Berliner Kongreß, daß seit dem Krimkriege der Sultan auf Schutz und Wohlwollen der Großmächte angewiesen sei, und fügte hinzu, daß die Pforte nicht den Vorwurf erheben dürfe, die Valkanstaaten hätten den Respekt vor den Großmächten verletzt, weil sie selbst manche übernommene Verpflichtung nicht erfüllt habe. Damit läßt sich aber nicht rechtfertigen, daß die Balkanstaaten den gegenwärtigen Krieg gegen den hierin einigen Willen der Großmächte unternommen haben.
Bulgarien hat auffällig lange mit der Kriegserklärung gezögert, obgleich militärische Gründe für ein schnelles Losschlagen sprachen. Offenbar hat der friedliche Zar Ferdinand damit gerechnet, daß sich doch vielleicht die Regierung des großen russischen Zaren von dem Konzert der Mächte trennen werde. Trotz aller Bemühungen der panslawischen Kreise ist das bisher nicht geschehen. Wahrscheinlich wird auch künftig die friedliche Richtung der Minister Kokowzew und Sasonow obsiegen, weil Rußland Frieden braucht, und zwar auch in dem ungünstigen Fall, daß die Balkanslawen siegreich sein sollten. Wir nennen den Fall ungünstig, weil er die kriegerischen Treibereien der Panslawisten stärken und die Durchführung der Forderung der Aufrechterhaltung des Status- quo, auf die sich die Großmächte geeinigt haben, erschweren würde.
Kämpfe mit Arnauten.
Der Pariser „Agence Havas" ging folgendes Telegramm aus Risch zu: General Pankowitsch traf im Sandschak Novi- basar bei Merdara mit ArnautensHaren zusammen und zerstreute sie. Die benachbarten Blockhäuser wurden angesteckt. Die Verluste der Serben betragen 7 Tote und 120 Verwundete.
Drese Arnauten haben also auf türkischer Seite gekämpft. Aus Konstantinopel wird nun noch gemeldet:
Nach Meldungen von der serbischen Grenze haben türkische und albanestsche Truppen Volik angegriffen. Die Serben sollen unter großen Verlusten in der Richtung auf Kurschumlje geflohen sein. An der bulgarischen Grenze haben die Kämpfe bei Osmaine und Tscharowa begonnen.
Also wie bisher: Sieg auf beiden Seiten.
Folgen des Krieges.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
Nach amtlicher Belgrader Auskunft geht vorläufig bis auf weiteres täglich ein Personenzug um 7 Uhr morgens von Belgrad nach Sofia. Reisende haben in Budapest nachmittags den Zug nach Belgrad zu nehmen und in Belgrad zu übernachten.
Nach einem Bericht aus Saloniki verweigern wegen des Krieges die dortigen Bankkreise jeden Kredit. Die Kundschaft im Innern stellte die Zahlungen ein unb es herrscht größte Geldnot. Es ist dringend zu empfehlen, Lieferungen nur gegen vorherige Zahlung zu bewirken. Andererseits dürfte die Einfuhr von Lebensmitteln lohnend sein, da sämtliche Vorräte durch die Militärbehörden aufgekauft werden, die Zufuhr zu Lande ist völlig unterbrochen und auf dem Seewege wegen Schiffsmangels und wegen Furcht vor Beschlagnahme unbedeutend. Die Preise für Lebensmittel steigen andauernd.
Die Kämpfe an der montenegrinischen Grenze.
Während von montenegrinischer Seite bezeichnenderweise gar keine Nachrichten vorliegen, wird aus Konstantinopel gemeldet:
Wie Meldungen vom Kriegsschauplätze besagen, haben am Sametag an der montenegrinischen Grenze bei den Höhen von Grevitza, Kirtschiska und Ograkimine heftige Gefechte stattgefun en. Die Montenegriner find geflohen und haben ihre Munition und Zelte im Stiche gelassen. Sechs Offiziere und 18 Soldaten fielen auf montenegrinischer Seite. Auch bei Berane und Bjelopolje dauern die Kämpfe mit den Montenegrinern fort, die hier große Verluste gehabt haben sollen. Die türkischen Truppen haben nach diesem Berichte die Höhen von Kronitza, Tak- manli und Tretitsche an der montenegrinischen Grenze besetzt und Munition erbeutet.
Türkische Vorsichtsmaßregeln.
Das türkische Pressebureau teilte den Tagesblättern mik, daß der Kriegsminister jeden Presseangriff auf nicht kriegführende Mächte vermieden sehen möchte. Den Blätter« zufolge hat die Pforte durch Vermittlung ihres Botschafters in Petersburg der russischen Regierung befriedigende Er-