Erstes Dlâ
Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
NurvckungsgebStzrr
Die Lgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Psg. im Reklameteil die Seile 50 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker in Hanau.
Nr. 246
FernsprechairsÄlich Nr. 230.
Samstag den 19. Oktober
Fernspvohanschluh Nr. 2.30. 1912
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18 Seite«.
MBi^mnanmnaainna
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Wegen Vornahme von DampfwulzarLeiten wird der Landweg Nr. 26 von Kilianstädten nach Niederdorfelden von Station 9,0—10,4, das ist von Anschluß des Schienengleises der Eisenbahn Vilbel — Stockheim bis zur Abzweigung des Landweges Nr. 29 von Wachenbuchen nach Niederdorfelden für die Zeit vom 19. bis einschließlich den 25. Oktober d. 3. für Fuhrwerke mit mehr als 20 Zentner Ladegewicht und für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.
Hanau den 18. Oktober 1912. V. 6062
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau. Einladung
• zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung rm Donnerstag den 24. Oktober 1912, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Maßnahmen zur Bekämpfung der Fleischteuerung (Bildung einer gemischten Kommission).
2. Wahl von Mitgliedern in die Einkommensteuer-Veran- lagungskommission.
3. Wahl von Mitgliedern in die Einkommensteuer-Voreinschätzungskommission.
4. Rechnung der kaufmännischen Fortbildungsschule.
5. Rechnung der gewerblichen Fortbildungsschule.
6. Rechnung der städtischen Sparkasse.
7. Tausch- und Kaufvertrag mit dem Militärfiskus bezgl. der für den Vollbahnanschluß Bahnhof Hanau-Nord — Landübungsplatz — erforderlichen Grundstücke.
8. Verwendung des im Rathaushofe stehenden Abortgebäudes.
9. Beitrag zu den Kosten der Veränderung der Haustüre und der Treppe des Hauses Gärtnerstraße Nr. 34.
0. Herstellung des Bürgersteiges vor dem Hause Augusta- straße Nr. 38.
1. Unvermutete Revision verschiedener städtischer Kassen.
2. Beschaffung von 6 neuen Schreibmaschinen für die kaufmännische Fortbildungsschule.
3. Auswechselung der elektrischen Leitungen in der gewerblichen Fortbildungsschule.
In Creuen.
Am Lebensweg, in gold'nen Jugendtagen,
Gin Jüngling eine Mädchenblume fand,
In unbewußter, holder Schönheit blühend; Bald schenkte sie ihm liebend Herz und Hand.
Wie strahlte doch, sein trunknes Aug* entzückend, In sanfter Glut ihr lichter Farbenschein! — Aus ihrer schönen Seele reichem Bronnen Quoll ihm ein Strom des Glückes, voll und rein. —
Und brachte auch das Leben Kampf und Stürme, Sie hielten aus und überwanden sie, Wohl konnten widriges Geschick und Sorgen, Sie schwer bedrücken — niederwerfen nie! —
Sie hatten ihre treue, starke Liebe, Und kämpften fort, mit ihr in festem Bund; Sind sie auch alt, noch wie in ferner Jugend Ruht leuchtend sie auf ihres Herzens Grund!
Friedr. Jac. Geissel!.
Äonitrt den EelllMmins „Gintrodjt“
Den Reigen der dieswinterlichen größeren Darbietungen nserer Gesangvereine eröffnete vorgestern abend die „Ein- :ad)t" mit einem großzügig gedachten Konzert im Saale der Centralhalle". Seit Jahren ist der Verein bestrebt, durch Zusammenstellung sorgsam gewählter Programme, sowie durch eren Ausführung dem Publikum nicht nur einige Stunden »genehmen Hörens zu bereiten, sondern ihm auch nach- altigen, edlen Genuß zu gewähren, insbesondere scheint der
14. Aenderung des Ortsstatuts betr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.
15. Festsetzung des Einheitssatzes der Ableitungsgebühren.
16. Belastung der höheren Schulen durch auswärtige Schüler.
17. Höchstfrequenz der Volksschulklasten.
18. Abänderung des Ortsstatuts betr. die Ruhegehalte der Gemeindebeamten pp. vom 6. Mai 1908.
19. Ortszulagen der Lehrer.
20. Vertrag über die Erweiterung des zu errichtenden Eichamtsgebäudes.
21. Auseinandersetzung mit der Kirchengemeinde Kestelstadt über das Vermögen der ersten Schul- und Küsterstelle. Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 18. Oktober 1912. 26135
Der Ste^tnerordnetenvorsteher.
Uth , Justizrat.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 1 jüngeres Dienstmädchen, 3 Erdarbeiter, 2 Monats- und Putzfrauen, 1 Buchhalter, 1 Packer, 1 Spengler, verschiedene Fahrburschen, Hausburschen, Fabrikarbeiter und Taglöhner.
Offene Stellen. Gesucht werden: 1 Bauschloster, 1 Eisenformer, 2 Fahrburschen, einige jüngere Fabrikarbeiterinnen, 1 Metzger, 1 Monatsfrau, 1 Müllerknecht, 2 Poliseusen, 5 Schneider, 1 Schreiner, 4 Schuhmacher, 1 Silberformer, 1 Spengler, 1 landw. Taglöhner und 1 Mechaniker für elektr. Anlagen für eine auswärtige Eisenbahnbetriebswerkstätte.
Hanau den 19. Oktober 1912. 26157
Städtische Arbeitsoermittelungsstelle.
Dienstnachrichten.
In Albstadt ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau den 18. Oktober 1912. V 6035
LaildmrtsWicher totëntrm Mil
Nächste Versammlung Samstag den 26. Oktober 1912, nachmittags */,3 Uhr, im Gasthaus „3 u m goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über die diesjährigen Ernteergebniste.
3. Vortrag des Direktors der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Harleshausen Herrn Profestor
Verein das Ziel zu verfolgen, uns mit Weisen unserer Klassiker bekannt zu machen und das Verständnis dafür zu erwecken. Ereignisse deè Abends waren deshalb der Pilgerchor aus „Tannhäuser" von R. Wagner, als Einleitung zu der bevorstehenden Wagner-Feier gedacht, sowie F. Schuberts „Nur wer die Sehnsucht kennt". Betrachten wir zunächst den erstgenannten Chor, so ist hervorzuheben, daß Wagner als Chorsetzer ein gefürchteter Mann ist, der vom Sänger Wetterfestigkeit verlangt. Mit der Wiedergabe dieses Chors durch den konzertgebenden Verein konnte man zufrieden sein, da sorgfältiges Studium von Anfang bis zu Ende deutlich in die Erscheinung trat. Mit besonderer Erwartung sah man dem zweiten Chor „Nur wer die Sehnsucht kennt" (sünsstimmig) entgegen, da diese Komposition außerordentliche Schwierigkeiten bietet, deren Ueberwindung an den Dirigenten und die Sängerschar große Ansprüche stellt. Daß die gefährlichen Klippen glücklich umschifft werden konnten, obwohl hier unb da eine Strandung zu befürchten war, gereicht dem Verein zur Ehre, was Genugtuung bieten kann für die sicherlich an Aufopferung reiche Zeit der Einstudierung, die eine volle Hingabe aller Mitwirkenden erfordert hat. Das Programm verzeichnete alsdann noch einige deutsche V o l k s l i e d e r : „Hirtenliebe", bearbeitet von F. Silcher, „Die schöne Schäferin", bearbeitet von F. M. Böhme, „Phyllis und die Mutter", bearbeitet von R. Schwalm, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Außerordentlich dankbar ist besonders der Chor „Die schöne Schäferin", der, mit geradezu entzückend herausgebrachier Kleinmalerei auSgestatte», Herz und Sinne gefangen nimmt, so daß man nicht müde wnd, den herrlichen Melodien zu lauschen. Der darauf folgende Chor „Phyllis und die Mutter" mußte, da sich besonderer Beifall ergab, teilweise wiederholt werden. Wir sehen also, daß das einfache Volkslied mächtig zu packen weiß, wenn eS derartig mustergültige Wiedergabe findet wie durch den Gesangverein „Eintracht" am vorgestrigen Abend. Im ferneren Verlaufe des Konzerts wurde noch aebown
Hasselhoff über „Die Tätigkeit unserer Versuchsstation im Dienste der Landwirtschaft".
4. Besprechung über das diesjährige Ergebnis der Jungviehweide.
5. Besprechung über den Bezug von Saatgut. Gleichzeitig findet eine Ausstellung von Saatfrüchten seitens des Kornhauses statt.
6. Mitgliederaufnahme.
7. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekanntmachung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lasten.
Hanau den 19. Oktober 1912.
Der Vorsitzende.
Frhr. Laur, Landrat.
®elnnd«e und mimm ©eaenftänbe it.
Gefunden: 1 Paket mit 2 Kinderkleidchen.
Hanau den 19. Oktober 1912.
Aus Hanau SLaÄt und Land.
Hanau, 19. Oktober.
Verkürzte Eisenbahnlinie zwischen Bebra— Frankfurt a. M.
Die Eisenbahnstrecke Bebra—Fulda — Hanau —Frankfurt am Main wird in aller Kürze nicht allein eine Verkürzung durch den neuerbauten Tunnel zwischen Flieden und Schlüchtern — welcher den Umweg über Elm beseitigt — sortdern auch noch weitere Verkürzungen der Linie Bebra —Frankfurt a. M. erfahren:
Von Hanau-Ost ab werden künftig 2 Geleise zur Verbindung mit der Strecke Hanau-Ost nach Hanau-West führen, welche dann weiter über Mainkur nach dem erweiterten Bahnhöfe Frankfurt-Ost gehen. Diese Geleise beginnen im Hanauer Ostbahnhofe — östlich anschließend an die Schienengeleise Bebra —Frankfurt-Hauptbahnhof — und leiten die Züge in die Schienenstränge der Strecke Hanau-Ost — Hanau-West zwischen den Bahndämmen, welche vom Ostbahnhofe nach der Mainbrücke führen. Sie laufen also in die Geleise der bereits bestehenden Bahnlinie zwischen Hanau-Ost und Frankfurt a. M.-Ost kurz vor dem Durchlaß zwischen dem alten Maschinenhause und Alexander Jung- Garten in die beiden Geleise genannter Bahn über, wodurch die Verbindung zwischen den Ostbahnhöfen Hanau und Frankfurt a. M. auch auf der Bebraer Seite hergestellt ist. Die Arbeiten zu einem für zwei Geleise berechneten Durchlaß am Hanauer Ostbahnhofe haben bereits begonnen, auch wird demnächst eine Erweiterung des Durchlasses der Bahnlinie Hanau—Offenbach stattfinden. Ferner wird auch ein Stellwerk neu angelegt. Für die Strecke Bebra — Fulda —
„Werners Lied aus Welschland" von Joh. Herbeck und zum Schluß der Chor „An die Mägdelein" von H. Jüngst, ebenfalls eine recht ansprechende Komposition.
Das schon durch die Darbietungen des Gesangschors überaus wertvolle Konzert wurde noch bereichert durch die Mitwirkung in des Wortes schönster Bedeutung geradezu erstklassig zu bezeichnender Solisten, der Klaviervirtuosin Komtesse Helene M o r s z t y n aus Paris und der Konzertsängerin Fräulein Thyra von Ladiges aus Berlin, die beide in unseren Konzertsälen zum ersten Male ausgetreten sind und durchichlagen- den Erfolg erzielt haben. Mit der Wiedergabe van Beethovens op. 57 „Sonata appassionata“ führte sich die Klavier- virtuosin Komtesse Morsztyn ein. Alles vereinigt sich bei der Künstlerin, ihr den Erfolg unbestritten zu sichern; nämlich geniale Technik und außerordentlich hochentwickeltes musikalisches Verständnis. Die Solistin bot dann noch eine Anzahl Chopinscher Kompostnonen, Etüde. op. 25, Nr. 3, Nocturne, op. 27, Nr. 3, Saint-Saens Toccata, op. 111, zum Schluß „Seguidilla" von Albeinz und „Tarantella" von Liszt. Nicht endenwollender Beifall durchbrauste den Konzertsaal, ein Erfolg sondergleichen war erzielt worden. Aber auch mit dem Engagement der Sopranistin Frl. von Ladiges hatte die Konzertleitung einen guten Griff getan. Die Sängerin befitzt einen frischen, klangschönen Sopran von ausgezeichneter Schulung, der sich mit einem groß angelegten, aus dem vollen schöpfenden Vortrag verbindet. Zuerst hörten wir Rezitativ und Arie der Susanne aus „Figaros Hochzeit": „Endlich naht sich die Stunde", später folgten fremdländische Volkslieder in der Bearbeitung von Dr. H. Reimann: 1. französisches Volkslied „O Gott der Liebe", 2. venezianische Barcarole, 3. jüiländischeS Tanzlied, 4. schwedisches Volk», lied „Liebesschmerz" und 5. polnische« Tanzlied. Die gutgewählten Lieder wirkten außerordentlich. Ihre Darbietung verriet .Hineinversenkung in den Geist und innere Beteiligung an denselben. Auch dieser Künstlerin wurde reicher, wohl- verdienter SeifaU aeieenbet Am Klavier mirfte als ®*