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Die 6ge|pottene Petitzeile oder bereit Raum 20 $f& im Reflameteil die Zeile 60 Pfg,

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

^ bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Amtliâies Organ für Stadt- uad Landkreis Hanau. ®ie °'"--'"- --"E. ^.»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 244 K«rnwr<cha»M,,tz Nr. 230. Donnerstag den 17. Oktober Fernsprechanschlich R». 230. 1912

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Amtliches.

I Stadtkreis Ranau.

M- Bekanntmachung.

Die auf heute angesetzte Wahl des Steuerausschusses der I Gewerbesteuerklasse III ist nicht zustande gekommen. Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 4. d. M. lade ich die wahlberechtigten Mitglieder des Steuerausschusses zur Wahl von 7 Mitgliedern und 7 Stellvertretern wieder­holt auf

Freitag den 25. Oktober 1912, vormittags 11 Uhr, in den unteren Rathaussaal ein.

Hanau den 16. Oktober 1912. 25899 Der Vorsitzende der Eewerbesteuerausschüsse III und IV für Len Stadtkreis Hanau.

J. V.: Hild.

Der neue deuW Wister in London.

Berlin, 16. Okt. Wie dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" vernimmt, ist der Kaiserliche Wirkliche Geheime Rat Fürst von Lichnowsky zum Botschafter in London aus­ersehen.

Berlin, 16. Okt. Die Entscheidung über die Wahl des neuen deutschen Botschafters in London findet in der Presse eine günstige Aufnahme. DerBerliner Lokalanzeiger" schreibt: Freiherr v. Marschall erhält einen Nachfolger, der sich in der internationalen Diplomatie eines sehr guten Rufes zu erfreuen hat. DieNationalzeilung" hebt hervor, daß sein Name gleich nach dem Ableben des Freiherr« v. Marschall genannt wurde und daß dafür maßgebend war die Tatsache, daß Fürst v. Lichnowsky wiederholt und in dringender Weise mit her Feder für eine friedliche, aber würdige Auseinander­setzung zwischen Deutschland und England ringetreten ist. DieDeutsche Tageszeitung" sagt: Fürst v. Lichnowsky gilt als Anhänger einer deutsch-englischen Verständigung, aber nicht auf Kosten der deutschen Flotte. DieMorgen­post" sagt: Fürst v. Lichnowsky ist jederzeit eifriges und tätiges Mitglied der Reichs- und Freikonservativen Partei gewesen, deren Standpunkt er namentlich auch in der Polenfrage mit großer Energie und Entschiedenheit vertreten hat. DasBerliner Tageblatt" schreibt: Fürst v. Lichnowsky ge­hört zum linken Flügel der Konservativen, und wie die meisten wirklichen preußischen Grandseigneurs fühlt er sich im Innern seines Wesens dem engherzigen, beschränkten und terroristischen Charakter der Junker völlig fremd. Sein vielseitiges Wiffen und besonders jene unpreußische Vorurteilslosigkeit, die nicht immer nnr Kastenunterschiede und Rangordnungen kennt, lind gerade auf dem Londoner Posten sehr schätzenswert, aber man muß abwarten, ob er mit regsamem Geist die ruhige Hand findet.Vossische Zeitung": Fürst v. Lichnowsky ist ein viel­seitig gebildeter, aufgeklärter Mann, der im Herrenhaus in der Regel mit der Linken stimmte. Insbesondere trat er bei

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WWe MMiiöruno in her MarienlirA am 27. Oktober.

Diese wird durch eine kürzlich im Druck erschienene Komposition von R. E. ZingelSymphonischer Prolog: Glaube, Liebe, Hoffnung" eröffnet. Der Komponist ist Uni­versitätsdirektor in Greifswald und bereits durch größere Kompositionen bekannt geworden. Das in Rede stehende Werk ist ziemlich umfangreich.In gewaltigen Akkorden erklingt das Elaubensmoliv. Die bangen Zweifel, die die Seele bewegen, werden durch neues Hoffen beseitigt, und dem Glauben wird wieder Raum gegeben. Den in Moll gehaltenen Glaubens- und Zweifelsmotiven tritt nun das in B=dur stehende Liebesmotiv gegenüber, das den größten Teil des Werkes einnimmt. Glaube, Liebe, Hoff­nung, diese drei, aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Zweifel, die von neuem in die Seele einzudringen suchen, werden von der Kraft der vereinigten Hoffnung und Liebe verscheucht. Machtvoller erklingt wieder das Glaubens- motiv, unterbrochen von dem in hellstem Glanze erstrahlen­den Liebesmotive. Der Durschluß kündet uns die Erfüllung der Hoffnung." Außer dem Eingangsstück kommen noch zwei Orgelkompositionen zum Vortrag. Ein Präludium von I. E. Herzog überHeiland, deine Menschenliebe" nach der MelodieSchmücke dich, o liebe Seele" leitet den zweiten Teil der geistlichen Musikaufführung ein. Der dritte Teil beginnt mit einem sehr interessanten Vorspiel überWarum sollt ich mich den grämen" von Dr. F. L. L i m b e r t. Die Komposition, in der die Choralmelodie in eigenartiger, hochpoetischer Form durchgeführt ist, wird gewiß allgemein Beifall finden.

Die zum Vortrag kommenden Violinsätze 1. Adagio religiöse von J. I. Bott und 2. Adagio religiöse von G. Merkel sind von erhabener Schönheit Mb Lieblichem WoLlklana.

der Beratung der Wahlrechtsvorlage für die Aenderung deS Dreiklassenwahlsystems und für die Notwendigkeit zeitgemäßer Zugeständnisse an die demokratischen Parteien ein. Berliner Neueste Nachrichtens Der neue Botschafter v. Lichnowsky ist als eifriger Publizist für eine fried­liche Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Eng­land eingetreten.Berliner Tageblatt": Die Er­nennung des Fürsten v. Lichnowsky zum Nachfolger des Freiherrn v. Marschall ist etwas außerhalb der diplo­matischen Rangleiter erfolgt und erregt in London ge­linde Ueberraschung. Man weist darauf hin, daß der Fürst ein persönlicher Freund des Kaisers sei.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Abgelehnte Munitionsbestellungen der Balkanstaaten.

Wien, 16. Oktbr. Nach der hiesigenReichspost" wurden in den letzten Tagen von den Balkanstaaten große Muni­tionsbestellungen in Oesterreich zu plazieren gesucht. Die Türkei, die bei einigen großen Patronenfabriken noch Rück­stände hatte, ließ gestern durch den Wiener Bankverein 20 Millionen zur Auszahlung bringen. Noch mit bedeutend höherem Barbetrage erschien der Mandatar Bulgariens, um Patronen zu bestellen. Die Fabriken lehnten jedoch ab, da angeblich die verlangte Frist nicht einhaltbar sei.

Es ist sehr anzuerkennen, daß diese Aufträge nicht ange­nommen worden sind. Und es ist das wohl auf Veranlassung der österreichischen Regierung geschehen, die natürlich nicht ruhig zusehen kann, daß dieser Krieg von Oesterreich aus genährt und in die Länge gezogen wird.

Bulgarien vor der Kriegserklärung.

Sofia, 16. Oktbr. Heute abend oder spätestens morgen früh wird das Manifest der Kriegserklärung an die Türkei im ganzen Lande verkündet werden. Der König dürfte das Manifest den versammelten Truppen selbst verlesen. Unter der Bevölkerung und dem Militär herrscht größte Sieges­zuversicht, man glaubt allgemein an ein rasches siegreiches Vordringen der bulgarischen Truppen sowie eine rasche Be­endigung des Krieges, weil man Nachrichten haben will, daß die türkische Mobilisierung und Konzentration noch weit zurück sei, wie doch auch der militärische Geist der türkischen Saldaten minderwertig sei. Die fremden Militärattaches rechnen dagegen auf hartnäckigen Widerstand der Türken, sowie daß der Krieg mehrere Monate dauern wird.

Griechenlands Kriegsoorbereitungen.

Daß auch Griechenland zum Kriege entschlossen ist, zeigt die folgende Meldung aus Athen:

Der Abgeordnete von Korfu Zavitzane wurde mit 144 gegen 4 Stimmen zum Präsidenten der. Kammer ge­wählt. Die Parteiführer erließen eine Erklärung, in der sie ihre Parteifreunde aufforderten, sich auf feiten der Re­gierung zu stellen. Der Präsident verlas eine Depesche, in welcher der kretischen Regierung ein Gruß entboten wird.

Drei Sololieder werden von Fräul. Kurth vorge­tragen werden. Der Dame geht der Ruf einer hervor­ragenden Konzertsängerin voraus, und es ist anzunehmen, daß sie der ihr gestellten Aufgabe vollauf gerecht werden wird. Im ersten Teil wird sie eine Arie von I. G. H e r - zogMacht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war" singen. Man kennt den Meister Herzog gewöhnlich nur aus seinen Orgel- und Chorwerken. Hier tritt er uns als trefflicher Arienkomponist entgegen. Die herrliche Arie wird' sicher ihre Wirkung nicht verfehlen. Bekannter als die genannte Arie ist I. Rheinbergers Vertonung des Spitta'schen LiedesSehet, welche Liebe". Die dritte ArieWarum betrübst du dich, meine Seele" ist ebenfalls von Herzog geschrieben. Sie bildet eine äußerst ansprechende Auslegung der genannten Worte aus dem 42. Psalm.

Glaube, Liebe, Hoffnung. Um diese drei Pole bewegen sich die darzubietenden Kompositionen. Daher singt der Chor im 1. Teil das GlaubensliedEs ist das Heil uns kommen her" (in der I. S. Bach'schen Harmonisierung). Im 2. Teil verherrlicht der Knabenchor denQuell der Liebe": Golgatha und der Chor betet an dieLiebe, die für uns gestorben" ist. Den Schluß der Chorgesänge bildet im 3. Teil der 23. Psalm von Janssen.

Heher MW«.

Zu dem am 21. Oktober im Kunstindustrie-Verein statt­findenden Vortrag.

Ein eigenartiges Unternehmen wird in einigen Wochen in Königsberg der Oeffentlichkeit übergeben werden, das in mancher Beziehung als vorbildlich für alle deutschen Lande, in denen sich noch eine alte Volkskultur erhalten hat, be­zeichnet werden darf: ein H e i m a t m M f e u m im F r e i- s n, das ein getreues SviLLelbUd der älteren oitvreuLilLen

Die Verlesung des Telegramms wurde mit lebhaftem Bei­fall begleitet. Die Regierung brachte verschiedene mili­tärische und andere Vorlagen ein, die namentlich be­treffen die Wiedereinstellung der Prinzen mit Komman­dogewalt in die Armee, die Errichtung eines Mora­toriums, die Verhängung des Belagerungszustandes, die Kriegsgerichte. Die Regierung fordert weiter außer­ordentliche Kredite für den Krieg. Der Marineminister gab Erklärungen ab über die ausgezeichnete Verfassung der Marine, die mit stürmischem Beifall entgegengenom­men wurden.

Die Türkei und die Forderungen der Balkanstaaten.

Ueber die diplomatische Situation wird aus Konstan-, tinopel berichtet:

Die Nachrichten, die Regierung habe beschlossen, die griechischen Schiffe fteizugeben, sind unrichtig. Im Mini­sterium des Aeußern wird erklärt, daß die Pforte be­schlossen hat, obwohl der letzte Ministerrat sich für die Er­laubnis der Abreise der griechischen Schiffe mit fremder Ladung entschieden habe, nach dem griechischen Ultima­tum die Abfahrt keinem griechischen Schiff zu gestatten, um nicht den Anschein zu erwecken, als gebe sie dem Ultimatum nach.

Die Regierung hat beschlossen, die Note der Balkan- mächte nicht zu beantworten. Auch da s Personal der tür­kischen Konsulate in Griechenland ist angewiesen worden, zurückzukehren.

Eine russische Friedenskundgebung.

Die offiziöseRossija" schreibt: Wir verhehlen uns nicht, daß die Sympathien und das Mitleid Rußlands dort find, wo sie immer, gewesen find, nämlich auf feiten unserer Re- ligions- und Stammesgenossen. Doch wie ehrwürdig diese Traditionen sind, können sie doch nicht die ganze Richtung unserer Politik bestimmen. Das wesentlichste Bedürfnis aller Bevölkerungsschichten ist die Erhaltung des Friedens. Es kann gesagt werden, daß die ernsteste Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens für Europa die Tatsache bildet, daß Rußland nicht nur ftiedlich gestimmt ist, sondern auch eine ernste und imponierende Macht darstellt. Die kriegerische Stärke Rußlands ist jetzt größer als damals, als es in ent­fernten und fremden Grenzgebieten Krieg führte. Reiche Ernten und andere Bedingungen hoben nicht nur das Wirt­schaftsleben des Reiches, sondern gaben auch dem Schatzamts die Möglichkeit, mutig und ruhig der Zukunft entgegenzu­sehen. Endlich ist auch die politische Lage höchst günstig für die Erhaltung des Friedens in Europa. Die Festigkeit und Solidarität der Beziehungen Rußlands, Frankreichs und Englands zueinander stellen einen unschätzbaren Faktor für die Erhaltung des europäischen Friedens dar. Zu dem Drei­bund verhielten wir uns ohne jeden Argwohn. Mit größter VeftiÄigung muß betont werden, daß gerade in dem Augen­blick, wo sich die Balkankrise verschärft hat, die gemeinsamen Befürchtungen und der gemeinsame Wille, den Frieden zu

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Bauernkultur geben soll. Wer hätte nicht einmal von Skansen bei Stockholm gehört, jener wahrhaft volkstümlichen Schöpfung des ideenreichen Dr. A. Hazelius, die in Architektur, Fauna, Flora und Einzelausstattung ein einziges, großartiges Freiluftmuseum für skandinavische Altertümer darstellt. Dieses bedeutsame Vorbild hat nicht nur in den nordischen Ländern, sondern auch in Deutschland schon mannigfache Nachahmung gefunden: so auf dem Wer­der im Südosten von Bremen, in Hermannsburg (Landkreis Celle), in dem Heidemuseum in Wilsede und am groß­artigsten auch in dem märkischen Dorf, das nicht weit von Berlin geschaffen werden soll. In größerem Maßstabe aber wird die Idee zum ersten Male doch in Königsberg ver­wirklicht werden. Hier hat sich für das Heimatmuseum ein prächtiges Gelände in einem abgelegenen Teile des schönen Tiergartens gefunden, das von einem Bache durchzogen und von herrlichen alten Bäumen bestanden, zudem noch reichlicher Erweiterung fähig ist. Der ursprüngliche Plan, alte Original-Bauwerke von besonderem Wert und Reiz aufzuführen, ließ sich nicht verwirklichen: wohl aber ist es dem verdienstvollen Provinzialkonservator Ostpreußens, Vaurat Dethlessen, gelungen, Handwerker zu finden, die sich noch gut auf die alte Ausführungsweise verstehen.

den zahlreichen Gebäuden des Freiluftmuseums seren zu­nächst erwähnt: zwei Häuser des Oberlandes, eines davon mit einer großen, auf fünf Stützen ruhenden Vo^aube und einem für Norddeutschland auffallend schönem Fachwerk, das sich als der geräumige Sitz eines wohlhabenden Bauern präsentiert Nicht weit davon erhebt sich die ungemein malerisch gelegene oberländische Stabkirche, eine genaue Nachbildung des prächtigen, 1714 in Reichenau entstande­ne Originals. Das Kirchlein, dessen hölzerner Turm ge- sondert steht, ist sehr hübsch ausgemalt und macht mit den Bildern der Heiligen an der Wand-(unter ihnen auch 8er schwarze MönchLutörus"), einen sehr freundlichen Ein­druck. Umgeben ist es von einem oLeriändiâ« »»LM^