Einzelbild herunterladen
 

Erstes

vinrvckungq-ebS-rt

DK Sgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. ta RellameteU die Zeile 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau,

General-Anzeiger

AMlichts Organ für StaM- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

vezugspretsr

vierteljährlich 1.80 ML, monatlich WPfg^ fik Post» bezug vierteljährlich 8.10 ML, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer lostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker in Hanau,

-1 ^-W- m* -* ff*

Nr. 234 N«r»Ipr,chanschl«b Nr. 230.

Will I.........!. J..W«».WB>

Samstag den 5. Oktober

Fernsprechanschlutz Nr. 230.

1912

Die Nt Kummer mW ausser im MnhaltuWbldlt

18 Seite»».

Amtliche«.

Candhreis Ranau.

Wegen Vornahme von Dampfwahlzarbeiten wird der Landwege Nr. 5 von Rotzdorf über Eichen nach Erbstadt von Station 10,311,2, das ist 400 Meter von Erbstadt in der Richtung nach Eichen bis zum Ausgang des Ortes Erb­stadt in der Richtung nach Bönstadt, für die Zeit vom 5. bis einschließlich 12. Oktober d. 3« für Fuhrwerke mit mehr als 20 Zentner Ladegewicht und für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.

Hanau den 4. Oktober 1912. V. 5740

Der Königliche Landrat.

r F r h r. L a u r.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Unter Bezugnahme auf meine Rundverfügung vom 7. Februar d. J. V 991 erinnere ich daran, daß die seit­her zum 1. Juli d. J. mir vorzulegenden Nachweisungen über Geisteskranke nunmehr bis spätestens zum 10. Dezem­ber dem Herrn Kreisarzt vorzulegen sind. Eoentl. ist Fehl­anzeige zu erstatten.

Hanau den 1. Oktober 1912. V. 5766

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur. ,

Ich ersuche hiermit die Herren Bürgermeister mir inner­halb 8 Tagen anzuzeigen, welcher Erlös für Eemeindeobst im Jahre 1912 erzielt worden ist.

Hanau den 3. Oktober 1912. V. 5767

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Fyanau.

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Regulierung der Neuen Anlage zwi­schen Auheimerweg und Ostbahnhofstratze sollen unter Zu­grundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zim­mer 23, zur Einsicht aus und können von dort gegen Ent­richtung von 0.50 Mk. bezogen werden.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 12. d. M., vormittags 12 Uhr, èinzureichen.

Kathe-Wend.

Neben zahlreichen Vereinsveranstaltungen und Zusammen» fünften, an denen unser liebes Hanau so reich ist, fanden am DienStag außerdem zwei öffentliche Darbietungen statt, die das Interesse weiter Kreise in Anspruch nehmen konnten. An dieser Stelle wollen wir heute jedoch des Robert Koihe- Abends gedenken, der uns deutsche Volkslieder und Balladen, zur Laute gesungen, brachte und sich eines glänzenden Ver­laufs erfreuen konnte. Wir hatten nicht nur die Genug­tuung, einen vorzüglichen Konzerifänger bewundern zu können, sondern auch die Freude, den berufenen Vertreter des Lauten- spiels zu hären. Die hohen Vorzüge der Laute als Begleit­instrument liegen klar auf 6er Hand und brauchen h"r nicht erörtert zu werden. Doch nun zu den Darbietungen des Herrn Konzerlfângers Rob. Kothe. Er leitete seinen Liederabend ein mitSuiani", einem geistlichen Wiegenlied ausseraphisch Lustgart" (1638) und bot dann im weiteren Verlaufe eine Fülle prächtiger deutscher Volks­lieder. Einzelnes hervorzuheben ist nicht angängig, da sich das ganze zu einer Kette wahrer Triumphe für den Künstler gestaltete. Wir möchten nur dem Wunsche Aus­druck verleihen, daß sich auch unsere Hanauer Lautenspieler mehr mit dieser fein durchdachten Lautenbegleitung beschäf- ' tigen möchten. Der reiche Beifall, der dem Künstler ge­spendet wurde, war ein wohlverdienter und fügen wir noch hinzu, daß ihm vom Verein der Hanauer Wandervögel^ in Anerkennung seiner großen Verdienste um das deutsche Volkslied ein Eichenkranz überreicht wurde. Da er sich mit seinen Darbietungen die Herzen der Hanauer im Sturm erobert hat, ist zuversichtlich zu hoffen, daß er im nächsten Jahre wiederum hier Einkehr halten und uns mit einem weiteren Abend erfreuen wird.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 2. Oktober 1912.

Der Stadtbaurat.

Ehrich.

Wntene uni) uerioreue ©egenltünbe it.

Gefunden: 1 silberne Herrenuhr, 1 schwarze Peitsche, 1 neue schwarze Herrenkrawatte.

V e rl o r en: 1 brauner wollener Kinderstrumpf, 3 Hem­den und 3 Nachtjacken, 1 schwarze Brosche mit weißer Perle.

Abhandengekommen: 1 Mülleimer (in der Wil­helmstraße).

Hanau den 5. Oktober 1912.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanan, 5. Oktober.

* Kirchliches. Von morgen Sonntag den 6. Oktober ab beginnt der Abendgottesdienst in der Marienkirche um '/,6 U b r.

* Kirchenchor der Johanneskirche. Nächsten Montag den 7. d. Mts., abends 8 Uhr, findet die Uebungsstunde wieder im Uebungssaal der Kirche statt. Die Mit­glieder werden dazu freundlichst eingeladen.

* Die Ortsgruppe Hanau des Verbandes Mittel­deutscher Industrieller hat die Industriellen von Hanau und Umgegend zu einer Versammlung auf nächsten Diens­tag den 8. d. M., abends S1^ Uhr, nach Hanau, Restaurant Concordia" eingeladen. In der Ver­sammlung wird Herr Dr. P r o b st von der Geschäftsführung des Deutschen Jndustrieschutzverbandes einen Vortrag halten über das Thema:Bestrebungen und Erfolge des Deutschen Industrieschutzverbandes." Dieser Verband ist vom Verband Sächsischer Industrieller im Anschluß an die bekannten Vor­gänge anläßlich des Crimmitschauer Streiks ins Leben ge­rufen worden und hat während der kurzen Zeit seines Be­stehens eine dermaßen gedeihliche Entwicklung genommen, daß er heute als die Streikentschädigungsgesellschaft des Bundes der Industriellen anzusprechen ist und bereits gegenwärtig 82 Verbände industrieller und gewerblicher Arbeitgeber, ferner 3520 Einzelfirmen mit einer Arbeiterwhl von etwa 250 000 und einer Iahreslohnsumme von 263 Millionen Mark um­faßt. Infolge des schnellen Anwachsens der Arbeiterorgani­sationen haben die Bestrebungen des Deutschen Judustrie- schutzverbandes über Erwarten schnell in den Kreisen der Deutschen Industrie Eingang gesunden und steht deshalb zu erwarten, daß auch die Hanauer Industrie, die ausschließlich aus kleinen und mittleren Betrieben besteht und deshalb be- fonbrrS dem Ansturm der mächtigen Arbeiterorganisationen

* Stadttheater. Heut ist abends 8 Uhr die letzte Auf­führung des LustspielsDie fünf Frankfurter" bei volkstümlichen Preisen. Morgen Sdnntag geht nachmittags bei ermäßigten Preisen die schöne, volkstümliche Lehar- OperetteEva, das F a b r i k m ä d e l" in Szene und abends halb 8 Uhr im Abonnement B. zum ersten Male die Wiener OperetteDie Landstreicher" von E. M. Ziehrer. Die Handlung der letzteren ist sehr humorvoll und die Musik zum Teil längst populär geworden, sodatz die Hörer angenehm überrascht sein werden, in dieser Operette eine Fülle schöner, bekannter Melodien wieder zu findest. Spielleiter ist Herr Direktor Steffter, die dankbaren Par­tien sind mit den Damen Arpe, Harves, Krohn, Prank, Trauner und Wald sowie mit den Herren Christean, Hietel, Hunold, Möller, Palitzsch und Wieberg besetzt., Die Erst­aufführung des gewaltigen DramasGudrun" von Ernst Hardt mit Frl' Arens in der Titelrolle ist für Freitag den 18. Oktober in Aussicht genommen, die Premiere des PosienschlagersA u t o l i e b ch e n" von Jean Gilbert fin­det am Sonntag den 13. Oktober statt. Am morgigen «onn- tag wird die Orchesterbegleitung nachmittags und abends von der Kapelle des Eisenbahnregiments Nr. 3 ausgeführt.

* Der Spielplan des Stadttheaters zu Hanau a. M. lau­tet: Dienstag, 8. Oktbr., 8 Uhr. Ausschuß für Volksvorle­sungenMinna von Barnhelm". Mittwoch, 9. Okibr, 7 Uhr. Abonnement A.Eva. das Fabrikmädel . Gewöhnl. Preise. - Donnerstag, 10. Oktbr., 8 Uhr. Außer Monn. Die Landstreicher". Gewöhnl. Preise. ^^- Okt.,

7 Uhr. Abonnement B.Heiligenwald". Gewöhnl. Preise. Samstag 12 Oktbr. 8 Uhr. Außer Abonn.Doktor Klaus". - Sonntag, 13. Oktbr., halb 4 Uhr. Nachmittags- Vorstellung.Die geschiedene Frau". Halb 8 Uhr. Außer Abonn.Autoliebchen". Gewöhnl. Preise.

ausgesetzt ist, den Ausführungen des Herrn Dr. Probst leb­haftes Interesse entgegenbringen wird.

* Vogelsberger Höhen-Club (V. H. C.). Nächsten Montag den 7. Oktober, abends 9 Uhr, Monatsversammlung im Restaurant Mohr, wozu alle Mitglieder höflichst einge­laden werden.

Sonnenfinsternis. Am 10. Oktober findet die zweite Sonnenfinsternis, welche eine totale fein wird, statt. Sie beginnt um 11 Uhr 57 Min. vormittags im Caraibischen Meer, erstreckt sich über Mittel- und Südamerika, den süd­lichen Teil des Atlantischen Ozeans, bk Süd spitze von Afrika und das südliche Eismeer und endet um 5 Uhr 15 Min. nachmittags etwa 10 Grad südlich von der afrikanischen Süd­küste. Die schmale Zone der totalen Verfinsterung durch­schneidet die Grenze zwischen Equador und Columbia und streicht durch das nördliche Brasilien in nordwest-südöstliche» Richtung.

* Wandervogel, Deutscher Bund für Jugendwande» rungen. Sonntag den 6. Oktober: 1. Fahrt nach Schlüchtern, Führer Otto Meyer, Abfahrt 7.21 Uhr morgens Hanau-Ost, Kosten 2 Mark. 2. Fahrt in den Vorspeffart, Führer Phil. Roth, Abfahrt 6.54 Uhr morgens Hanau-Ost, Kosten 80 Pfg. Anmeldungen bei den Führern und auf der Bude, Stein­heimerstratze 12 I. Jeder Schüler ist zu unseren Fahrten willkommen.

* Ev. Kasino. Morgen nachmittag von halb 5 Uhr ab gemütliche Zusammenkunft beim Kam. Detter, Becks Felsen- keller.

* Mar. Jungfrauenkongregatkvn. Am morgigen Sonn» tage ist Eeneralkommunion, mittags nach der Andacht Kon­ferenz mit Vortrag, danach Spielgelegenheit am Sport­plätze.

* Der gestrige Obstmarkt imDeutschen Haus", der vom Kreisobstbauverein veranstaltet war, brachte dem heimischen Obstbau einen guten Erfolg. Die bei Beginn des Marktes (^ll Uhr) angefahrenen 145 Zentner Fein- und Wirt­schaftsobst hatten binnen kurzem ihre Käufer gefunden, so­daß noch 118 Zentner für spätere Lieferung verkauft wer­den mußten. Tafelobst erzielte einen Durchschnittspreis von 14 Mark, Wirtschaftsobst 8 bis 10 Mark. Bedauer­licherweise wurde dem Markte seitens der Obstzüchter nicht diejenige Aufmerksamkeit gewidmet, wie es in ihrem eige­nen Interesse tunlich gewesen wäre, denn eine bei weitem größere Menge Obst wäre ebenso glatt zum Verkauf ge­kommen. So mußten, wie gesagt, viele Verkäufe für spätere Lieferung abgeschloffen werden. Jedenfalls hat aber diese Veranstaltung gezeigt, daß das kaufende Publikum gerne und zwar nicht zu seinem Nachteil, dem Hanauer Obstbau seine Unterstützung zuteil werden läßt, was für die Obst­züchter ein Ansporn zu immer weiterer Arbeit sein möge. An- und Verkäufe von Obst werden auch weiter noch durch die Obstnachweisstelle des Vereins (Kreisobstbautechniker Walther, Ramsaystraße 13) vermittelt.

* HerSstfahrten in den Spessart. Das Laub der Bäume hat in den letzten Tagen schon die Farben des Herbstes an­genommen. Der Naturfreund und Tourist sollte deshalb nicht versäumen, das bunte Laubrevier des Spessarts jetzt zu durchwandern. Günstige Verbindungen sind dort­hin Sonntags vormittags gegeben. Schöne Ausblicke auf die jetzt herbstlich gefärbten Täler des Spechtswaldes bietet namentlich die Fahrt zwischen Laufach und Heigenbrücken. Empfohlen wird, von der Station Heigenbrücken den Auf­stieg über den sogen. Kniebrecher zu nehmen. Ist man auf der Höhe, so folgt man links der Fahrstraße und gelangt bald nach einem Platz, der den Ausblick gestattet in das Tal, durch das man mit dem Zuge heraufgekommen ist. Man folgt der Straße in südlicher Richtung. Hat man für den Ausflug im ganzen nur einige Stunden zur Ver­fügung, so gehe man nodj etwas über den linker Hand ab- zweigenden Weg nach Dorf Heigenbrücken hrnaus und dann zurück oder man schlage für die Rückkehr den Weg über Dorf Heigenbrücken ein. Bedauerlich ist der Sonntagszug nachmittags 2.06 Uhr ab .Hanau-West nach Aschaffenburg am vergangenen Sonntag das letzte Mal gefahren ist. Die Eisenbahndirektion sollte den Jug auch im Winterfahrplan beibehalten, zum alle,.wenlgien sollte sie ihn aber noch im Oktober fahren. Dann hatte man auch jetzt noch an Sonntagen na^ bem Mutagenen Gelegenheit zu einem Ausflug ins Kahltal und weller nach Aschaffenburg und Heigenbrücken: denn vonAschaffenburg kann man um 3.25 Uhr mit Lokalzug nach Station Heigen­brücken weiterfahren. Abfahrt von St a t r o n Her^n- brücken nach Aschaffenburg um 6.25 8.17 und mit V-Zug um 10 04 Uhr. (Um 8.05 fährt sein Zug von Heigenbrücken nach Aschaffenburg, viele Kursbücher geben unrichtiger Weise eines solchen Zug an.)