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Sie Opponent Petttzeile oder deren Raum 20 Pfg. im RetlameteU bh Zelle 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers! des verein. eo. Waisenhauses in Hanau.

Gentral-Auzeigkl

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis,

vierteljährlich 1.80 Mt^ monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 240 Mk^ monatlich 70 Pfg. Die einzelne Rümmer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau

Nr. 232 RtrnfrredjanMiiB Nr. 830.

^OnilCrStQß bcn 3. C stoß CI Fernsprechanschltttz Nr. 230. 1912

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Amtliches.

Landkreis kjans«.

Ich ersuche hiermit die Herren Bürgermeister und Euts- oorsteher des Kreises, die mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 30. März 1899, betreffend Aufräumung der Flut-, Entwässerungs- und Abzugsgräben im Rückstände sind, dieses schleunigst nachzuholen.

Hanau den 1. Oktober 1912. V. 5723

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Nachdem der Abtrieb der Kreisjungviehweide erfolgt ist, mache ich die Viehbesitzer, welche die Weide in diesem Jahre beschickt hatten, darauf aufmerksam, daß die für die Dauer der Weidezeit abgeschloffene Biehoerficherung 8 Tage nach erfolgtem Abtrieb endet.

Hanau den 30. September 1912. A. 3165

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

Frhr. Laur.

Handelsregister.

Firma:

Hermann Mesenberg in Hanau.

Dem Architekten und Maurermeister Wilhelm K n i e li n g in Hanau ist Prokura erteilt.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 27. September 1912. 24553

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau Artikel 1813 und 2693 zur Zeit der Eintragung des Dersteigerungsvermerkes:

a) bezüglich Artikel 1813 auf den Namen der Firma J. C. Jäger & J. M. Rumpf zu Hanau,

b) bezüglich Artikel 2693 auf den Namen des Archi­tekten und Bauunternehmers Heinrich Usener, Heinrichs Sohn, zu Hanau, eingetragenen Grundstücke:

I. Artikel 1813, Abteilung I:

Lfd. Nr. 125, Ktbl. B Parz. 11, im Milch, Wiese, 12 ar 73 qm,

260, Ktbl. YY Parz. 420/55 rc., am Teichweg, Acker, 34 ar 75 qm,

265, Ktbl. YY Parz. 425/56, an der Kurfürsten­straße, Acker, 1 ar 5 qm,

Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 2063

Stadttheater in Hanau.

Gastspiel Nita Sacchetto.

Durch das Gastspiel der anmutigen Tanzkünstlerin Rita Sacchetto wurde uns am Dienstag abend im Stadttheater ein hoher Genuß bereitet. Durch Vornotizen ist hinreichend Aufklärung über die vollendete Kunst der Tänzerin ver­breitet worden, sodaß es sich erübrigen dürfte, noch näher darauf einzugehen. Es möge nur hervorgehoben werden, daß der Erfolg auch hier ein unbestrittener war. Die Ula­nenkapelle begleitete unter dem Dirigentenstab des Herrn Leo Kähler sicher und diskret. Zwischendurch wurde das Kleistsche LustspielDer zerbrochene Krug" gegeben, das ebenfalls geeignet war, beizutragen, den Abend zu einem künstlerischen Ereignis zu gestalten. Ueber Heinere Mängel Bei einzelnen Darstellern hinwegsehend, müssen wir an­erkennen, daß die Aufführung unter einem günstigen Stern stand, der Gesamteindruck ein vorzüglicher war, wozu wohl vor allem die prächtige Verkörperung des Dorfrichters Adam durch Herrn Palitzsch beitrug.

Eva".

Operette von F r a n z L e h a r.

Zum dritten Male wurde uns durch die gestrige Wieder­holung die OperetteEva, das Fabrikmädel" geboten, ein Werk, ausgestattet mit gefälligen einschmeichelnden Melo­dien, in dem Jugend und Anmut, Uebermut bis zur Aus- gelaffenheit über die Bühne toben und am Schlüsse, nach vorübergehender Rührseligkeit alles zum Besten gekehrt wird. Unsere neuen Operettenkräfte haben den bei ihrem ersten Auftreten hervorgerufenen günstigen Eindruck ge­kräftigt, so vor allem die Herren H i e t e l und C h r i st e a n. während ja die Damen Harves und Arpe schon durch ihr früheres Wirken alte Bekannt sind. So hinterließ auch die gestrige Aufführung der Operettennovität an unserer

. II. Artikel 2693, Abteilung I:

Lfd. Nr. 43, Ktbl. YY Parz. 426/45, um Teichweg, Garten, 30 ar 85 qm,

» 50, Ktbl. YY Parz. 423/54, an der Kurfürsten­straße, Acker, 2 ar 30 qm,

61, Ktbl. EE Parz. 660/1, der Pulvergarten, Wiese, 21 qm,

62, Ktbl. EE Parz. 661/1, der Pulvergarten, Wiese, 2 ar 69 qm,

63, Ktbl. EE Parz. 662/1, der Pulvergarten, Wiese, 14 ar 12 qm,

Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 2168

am 29. November 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Eerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 versteigert werden. Hanau den 24. September 1912. 24537

Königliches Amtsgericht 2.

Dienstnachrichten.

In der Gemarkung Hüttengesäß ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 2. Oktober 1912. V. 5727

Gefunden: 1 Sack Kartoffeln, 1 Schirm. Abzu­holen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung. Hanau den 2. Oktober 1912.

Die Kriegsgefahr am Balkan.

Die Mobilisierung in Bulgarien.

Infolge der Nachrichtensperre erfährt man über den Verlaus der Mobilisierung der bulgarischen Armee natürlich keine Einzelheiten. Dagegen laffen einige andere Meldungen erkennen, daß Bulgarien sich kriegsbereit fühlt.

Bulgarien kriegsbereit.

Die Verständigung der vier Valkanstaaten unterein­ander ist erst erfolgt, nachdem die von bulgarischer Seite bei den Großmächten unternommenen Schritte zur Ein­führung radikaler Reformen in Mazedonien erfolglos ge­wesen sind. Von feiten Rußlands wurden sie in der schroffsten Form abgelehnt. Die Mobilisierung der Val­kanstaaten wird amtlich als eine bloße Abwehrmaßnahme gegenüber der Konzentrierung der türkischen Armee be­zeichnet. Solange die Türkei nicht angreife, sei keine unmittelbare Kriegsgefahr vorhanden. Die Regierungs­kreise hoffen auf eine sofortige Intervention der Groß­mächte zur Einführung der Autonomie in Mahonien, das Publikum dagegen erwartet stündlich den Ausbruch, und zwar dürfte er durch den Ausbruch der Grenzkämpfe herbeigeführt werden.

Bühne den besten Eindruck, der sich auch äußerlich durch reiche Beifallsspenden kundgab.

Kanzert-AbeO Wilhelm aus der WielSe.

Der blinde Pianist Wilhelm aus der Wiesche ver­anstaltete gestern in der Centralhalle einen Konzert­abend. Wir müssen Ehrfurcht haben vor der Kunst dieses alten Herrn, der das Piano mit einer Sicherheit beherrscht, die dem Sehenden Ehre machen würde. Vor allem zeigte sich der Künstler als ein guter Sonaten­spieler (Beethoven Es-dur und Mozart C-moll), der vor­züglich auszubauen versteht. Durch die seinem Spiele inne­wohnende Harmonie und die Wärme und Innigkeit, mit der er dieses begleitet, brachte er die hohen Schönheiten der beiden Tonstückè zu feiner Gestaltung. In dem Vorträge eines Chopinschen Walzers, der charakteristischen polnischen Tanzmusik, lag ebensoviel Technik als berechnende Kunst. Von gleicher Güte war die Wiedergabe der Fantasie ausOberon" und einer kleinen gefälligen Zugabe am Schluffe des Abends. In dem Konzert wirkte weiter der Opernsänger Karl Kröff mit, der im Besitze eines vollen, seriösen Baffes ist, fast zu mächtig für unseren Konzertsaal. Er sangIn diesen heiligen Hallen" ausZauberflöte" (Mozart),Wenn ewger Haß" ausJüdin" (Halevy) und Die Ansprache des Lander ffen" aus Richard WagnerS Tannhäuser". Der Sänger entfaltete hierbei ein Organ, auch in den tiefen Lagen, von großer Klangfülle. Beide Künstler ernteten reichen Beifall, des leider nicht allzu zahl­reich erschienenen Pu llikums. Die Lieder begleitete am Klavier Herr H. Fritsche recht gut.

Kunst und Leben.

Die älteste menschliche Niederlassung. Ein Mitarbeiter schreibt der »Zrkf. Ztg.": Zu Torralba in Spanien. 1100

Eine Meldung der Pariser Ausgabe desNewyoÄ Herald" besagt noch: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro hätten in der Ueberzeugung, daß sie die Türkei ohne jede Hilfe besiegen könnten, die Mächte gebeten, sie den Krieg allein führen zu lasten. Gleichzeitig hätten die genannten Balkanstaaten den Regierungen der Großmächte sowie Rumänien die Erklärung abgegeben, daß sie keinerlei Gebietserweiterung im Auge hätten. Sie hoffen, daß diese Erklärungen genügen werden, um jede fremde Intervention hintanzuhalten.

Die Ausfuhr von Korn, Mehl und Futter über die Südgrenze ist verboten worden.

Die Finanznöte der kriegslustigen Balkanstaaten.

Pariser Ueberzeugung nach ist der Krieg unvermeid­lich, jedoch wiÄ bestimmt erwartet, daß er lokalisiert blei­ben werde, da das Friedensbedürfnis beider europäischen Mächtegruppierungen gleich groß sei. Eine, wesentliche Klärung der Lage wird, soweit wenigstens Frankreich und Rußland in Frage kommen, von den Unterredungen Poincares mit Sastonow erwartet, der heute abend in Paris eintrifft. Das Ansuchen der französischen Regie­rung an die hiesigen Danken, den Balkanstaaten keine An­leihe zu bewilligen, bringt einen beruhigenden Eindruck hervor. Aus Sofia eintreffende Meldungen besagen, die Balkanstaaten beabsichtigen keine Territorialerwer­bungen, weshalb eine Intervention der Mächte unnötig sei.

Durch Sperrung aller Anleihen haben es die Machte nun freilich in der Hand, die Kriegslust der Balkanvölker etwas zu bremsen, obwohl man Y$ in dieser Beziehung keinen großen Illusionen hingeben darf. Die fraglichen Staaten werden einfach Papiergeld zu einem Zwangskurs ausgeben und damit vorläufig alle Bedürfnisse für die Armee und den Krieg im Jnlande bezahlen, womit sie der ersten Not steuern können.

Die Finanzfrage

wird natürlich am eifrigsten in Paris, wo die letzten bulga­rischen und serbischen Anleihen aufgelegt worden sind als Gegenleistung für französische Militärlieferungen er­örtert. In offiziösen Notizen desMatin" und des Figaro" wird in Zweifel gezogen, ob die Angaben der bulgarischen Regierung, daß sie über einen genügenden Kriegsschatz ver­füge, richtig seien. Der bulgarische Gesandte habe in den letzten. Wochen mit Pariser Danken wegen einer Anleihe verhandelt und versucht, bereits einen Vorschuß auf diese künftige Anleihe zu erlangen. Er sei dabei von 20 Millionen auf 5 Millionen zurückgegangen. Die französischen Banken hätten jedoch auf Anraten des Ministerpräsidenten Poin- care die Gewährung eines Dorschustes in diesem Augenblick abgelehnt.

Meter über Meereshöhe, wurde bei den von dem Marquis v. Cerralbo daselbst vorgenommenen Ausgrabungen eine Niederlaffung von Elefantenjägern gefunden, welche wohl die älteste bekannte menschliche Niederlaffung Europas, ja möglicherweise 5er ganzen bekannten Welt ist. Es war schon auf dem Genfer Kongreß für prähistorische Anthropologie und Archäologie im September von diesen überraschenden Entdeckungen die Rede. Nach den gefundenen Werkzeugen und Waffen aus roh behauenen Steinen, die sich aber an Ort und Stelle nicht finden, gehören diese Elefantenjäger in die vorchelleische Periode. (Die Chelleszeit ist dis große interglaziale Warmzeit der älteren Paläolithik.) Es wur­den Elefantenzähne in so großer Anzahl gefundene daß man an einen Elfenbeinmarkt wie den von Zanzibar denken möchte; die Zähne rühren nicht von dem Mammuth her, sondern von dem älteren Elephas antiquus sowie dem noch älteren Elephas meridionalis. Der Marquis von Cerralbo hat außerdem ganze Städte aus der Frühersenzer^ ausgegraben, darunter Nekropole mit mehr als -000 Gra­bern, ferner eine Niederlassung aus der Bronzezeit.

Eine Strafe von 100 Jahren büßte gestern das englische Reiteregiment, das im Jahre 1812 unter dem Herzog Wellington in Spanien kämpfte, zu Tnde. Ennge Ueber- eifrige hatten ein Kloster geplündert und J , Schwestern vertrieben. Der erzürnte General diktierte ih en und ihren mitschuldigen Kameraden drese^ Strafe: Jeden abend um 10 Uhr hundert 2°^e hindurch, soll das Regiment die englische Nationalhymne und das 2^5 auf den Prinzen von Wales, die spanische und die russische Nationalweise und das Ave Maria spie.en und singen. Gestern nun ertönten diese Wersen zum letzten Male in der Kaserne.