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Die -gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im NellameteU die Zeile 60 $1»
Notattonsdruck «nd Verlag d-r Buchdrucker«! deck verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Gtueral-Anzeiger
Amililhes Organ für Stadt- und Faadkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugsprek-r
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich M Pfg.. für Post, bezug vierteljährlich Mo ML. monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kotzet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm.
Nr. 229 Mernsprech-nschlutz Nr. 830.
Montag den 30. September
Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912
"•
Amtliches.
Bekanntmachung.
In das Handelsregister A unter Nr. 46 ist bei der Firma Kinzigthaler Aepfelweinkelterei Heinrich Gasche, Langenselbold, eingetragen worden:
Die Gesellschafter: Gastwirt — fe^t Küfer — Heinrich Gasche und Küfer Friedrich Gasche find aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Langenselbold den 26. September 1912. 24205
Königliches Amtsgericht.
Holzverkauf.
Königliche Oberförsterei Wolfgang,
Am Freitag den 4. Oktober d. Js„ vorm. 11 Uhr, sollen im Easthause „Zum Forsthaus" bei Hanau aus den Schutzbezirken Niederrodenbach und Oberrodenbach öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung: 88 Stück Eichen 8.-5. Klaffe mit 19,77 fm,
8 Stück Weißtannen 2. u. 4. Klaffe mit 3,77 fm, 68 Stück Fichten 8. u. 4. Klaffe mit 13,46 fm und
4 rm Erlen-Slammknüppel
verkauft werden. 24233
Gefunden: 1 Taschentuch, 1 Kanne mit Milch. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 28. September 1912. 24269
Wundem nnd verlorene SegenWde k.
Gefunden: 1 silberne Halskette mit Perlen, 3 Pfandscheine von der ständischen Leihbank Hanau, 1 Trauring (gez. H. H. 26. 9. 12).
Verloren: 1 gelbes Portemonnaie (Inhalt etwa 7 Mark, 2 Karten von der Berliner Straßenbahn und einer Einlaßkarte vom Schloß Sansouci), 3 Kämmchen, 1 Quit- tungekarte von der Arzneikaffe für Frau Lohrey, 1 kleiner goldener Ohrring mit kleinem Anhänger, 1 Hundertmark- Schein, 1 braunwollener Herrenhandschuh, 1 braunes Portemonnaie mit etwa 30—40 Pfg. und einer Wochenkarte zur Fahrt Niederrodenbach—Hanau-West.
Politische Rundschau.
Kaiser-Manöver 1913. Das Königlich Preußische Kriegs- Ministerium bringt eine vom 20. September 1912 datierte Verfügung zur Kenntnis, wonach im nächsten Jahre die Kaiser- Manöver bei dem 5. und 6. Armeekorps statt- kinden sollen.
Beunruhigende Nachrichten.
Belgrad, 29. Septbr. Der Politika zufolge hat sich Ministerpräsident Paschitsch ihrem Vertreter gegenüber zur politischen Lage dahin ausgesprochen, die allgemeine Lage in der Türkei hätte sich in der letzten Zeit derartig verschlimmert, daß niemand mehr auf dem Balkan sich auf eine
Stadttheater in Hanau.
„Minna von Varnhelm", Lustspiel in 5 Akten von G. E. Lessing.
Am Samstag abend wurde bei volkstümlichen Preisen Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm" gegeben, das auf das zahlreich erschienene Publikum einen Eindruck machte, wie ihn eine durchaus zeitgemäße Novität von aktuellem Werte und Interesse kaum lebhafter hätte Hervorrufen können. Vor weit mehr als 100 Jahren erschienen, ist das alte Stück eben immer noch nicht veraltet, weil «S neben der aktuellen Bedeutung, die es ^ür seine Zeit hatte, eben auch einen künstlerischen Wert besitzt, der Jahrhunderte zu überdauern vermag. Mit der Aufführung des Lustspiels an der hiesigen Bühne konnte man auch zufrieden sein, die einzelnen Darsteller und Darstellerinnen spielten mit Lust und Eifer. Die Rollen der „Minna" (Frl. Ballin) und ihrer aufgeweckten Begleiterin „Franziska" (Frl. Michel) wurden gut charak- terifiert und wirkungsvoll zur Darstellung gebracht, ebenso die des „Majors v. Tellheim (Herr Brand t), des „Ricaut" (He»r Hunold), des „Wachtmeisters" (Herr W i e b e r g). Die Besetzung der weitere Rollen zeigte Frl. Hesse als „Dame in Trauer", £m.. Möller als „Just", Herrn Palitzsch als „Wirt", Herrn Veß als „Feldjäger" und Herrn NadeIreich als „Diener", Die Regie führte Herr Otto Hunold. " G. S.
-Die Else vom Erlenhof".
Volksstück in 5 Akten von Conr. Siegft. Staak.
Wenn" auch Conr. Siegfr. Staak, der Autor des gestern an unserer Bühne nach jahrelanger Pause wieder einmal zur Aufführung gelangten DolksstückeS aus dem Schwarzwald neben einem ziemlich bescheidenen Humor wenig psychologische Vertiefung darin an den Tag legte, und seine handelnden Figur«« einesteils an etwas übertriebener Sentimentalität
ruhige Beobachtung der Entwickelung der Ereigniffe beschränken könne; alle Bemühungen, einen erträglichen Zustand für die christlichen Völker in der Türkei herzustellen, seien erfolglos. Man müffe den Fortbestand des serbischen Volksstammes in der Türkei sichern sowie dessen ruhige Entwicklung und die Sicherung eines dauernden Balkanfriedens verbürgen, was nur möglich sei durch die Schaffung autonomer Gebiete auf dem Grundsatz einer ethnographischen und historischen Aufteilung der gegebenenfalls durch die Zusammenfassung der entsprechenden Wilajette. Die Serben verlangten die Autonomie für Altserbien, der Wiege des alten serbischen Staates, aber Autonomie in jeder Hinsich; das Volk der Arnauten sei nicht so schlimm, wie es allgemein hingestellt werde; auch mit ihm könne man durch die Errichtung einer geeigneten Verwaltung gemeinsam fortleben und einer bessern Zukunft entgegensehen. In Serbien hoffe man auf Erfolg, weil man nur verlange, was im Interesse des serbischen Volkes, der Türkei und des Balkan- friedens liegt. Darauf arbeite man jetzt mit allen Kräften hin.
Belgrad, 29. Septbr. Targowinski Glasnik, die angesehenste serbische unpolitische Tageszeitung und das Organ der Handelswelt, sagt heute, die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan sei schwierig. Die Türkei bemühe sich, die Friedensbestrebungen zu vereiteln. Die auffallende Zurückhaltung der serbischen Nation erwecke den Anschein, als stände das serbische Heer bereits in feindlicher Absicht an der bulgarischen Grenze. An der Grenze von Montenegro fänden fortwährend blutige Zusammenstöße statt; zudem gestalte sich die Lage immer verwickelter und gefährlicher durch die Mobilmachung der gesamten europäischen türkischen Macht und durch deren Verstärkung aus Anatolien. Gemeinsam müßten alle christlichen Valkanstaaten Schulter an Schulter im Kriegsfälle gegen die Türkei zusammenstehen.
Budapest, 29. Septbr. Man glaubt in Belgrad gern an Gerüchte, wonach angeblich Oesterreich-Ungarn und namentlich Deutschland den Balkanvölkern freie Hand lassen will, sofern die Bestrebungen der letztern nicht auf Gebietserweiterungen auf Rechnung der Türkei, sondern nur auf Schaffung autonomer christlicher Provinzen hinzielen. Diese Stimmung soll in Belgrad breiten Fuß gefaßt haben, jedoch werden nicht alle darauf bezüglichen Meldungen des Pariser Matin dort als zutreffend erachtet. Exkronprinz Georg, der in Italien weilt, wird in den nächsten Tagen in Belgrad' erwartet. Alle Nachrichten von dort stimmen darin überein, daß die politische Lage fortgesetzt als sehr ernst betrachtet wird.
Aus Hanau Stavt und Land.
Hanau, 30. September.
• 4 prozentige Anleihe der Stadt Hanau von 1912. Die neue Anleihe der Stadt Hanau im Betrage von 3M4 Millionen Mark, welche von einem Konsortium Casseler
leiden, dann wieder mit allzu phantastischer und romantischer Charakteristik ausgestattet erscheinen, wodurch diese Dichtung für den heutigen Geschmack denn doch oft zu harmlos und vielfach unglaubhaft anmutet, so figuriert dieses Genrebild deshalb immer noch als Repertoirstück mancher Provinzbühnen, weil der Vertreterin der Titelrolle bei guter Darstellung Gelegenheit geboten ist, über die Schwächen des Werkes momentan etwas hinwegzutäuschen und sich vor allem in glänzendem Lichte dem Publikum gegenüber präsentieren zu können. Die Titelpartie lag am gestrigen Abend in den Handen unserer für die Zukunft vielversprechenden beliebten Darstellerin Martha Arens, die voll und ganz auf der Höhe ihrer schönen Kunst stand. Die herzgewinnende Schlichtheit ihres Auftretens, die graziösen abgerundeten Bewegungen, die an den Tag gelegte warme Innigkeit in ihrem Spiel, wirkten ebenso echt wie der Durchbruch ihrer verhaltenen Empfindung in den etwas dramatisch bewegten Szenen, in denen sie wohlberechneter Weise die nahe liegende Gefahr vermied, aus diesen Auftritten Soloszenen zu creiren. Hoffentlich haben wir baldigst Gelegenheit Martha Arens in einer klassischen Rolle wieder einmal auf der Bühne zu sehen. Eine weiterhin bis zum Schluffe erfolgreich durchgeführte Figur war der äußerlich grobkörnige aber im Inneren seiner Seele gutmütige Erlenhofbauer „Sebastian Lau- ninger" des Otto Hunold. Bestimmt und mannhaft im Auftreten verstand der Darsteller, neben einer hübsch logisch zergliederten Auffaffung, den richtigen zu Herzen gehenden Ton für die Wiedergabe dieser interessanten Bauerntype vortrefflich zu wahren, und seiner Figur in jeder Weise den Stempel der Glaubwürdigkeit aufzudrücken. Richt unerwähnt bleibe die verständnisvolle Regieführung von Otto Hunold. Mit guter Laune entstand in scharf gezeichneten Umriffen die treuherzige, liebevolle „Hanna" durch Franziska Hesse äußerst wirksam, wie auch Walter Brandt (Erich von Altriimen)
Bankfirmen (Hesstscher Bankverein, Andre u. Herzog, Blumenthal u. Spangenthal, H. Schirmer, Schwarzenberg u. Co., Wilmsmann u. Plaut, Gebrüder Zahn) gemeinsam mit der Mitteldeutschen Privat-Bank, Aktiengesellschaft in Magdeburg übernommen wurde, gelangt nunmehr am 3. Oktober zur Zeichnung. Der Kurs beträgt 98.60 °/o. Bei der Anleihe ist für einen recht langen Zeitraum (bis 1924) jede Verlosung, Kündigung oder Konvertierung ausgeschlossen. Bemerkenswert ist die besondere Fundierung der Anleihe. Der Erlös der Anleihe dient nämlich zum Bau von Kasernen, welche das Deutsche Reich mietet. Di« Miete ist in erster Linie zur Tilgung und Verzinsung dieser Anleihe bestimmt und das Reich ist verpflichtet, so lange zu mieten, bis di« Anleihe vollständig getilgt ist. Im übrigen verweisen wir auf die im Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung.
— Pensionierung — Ernennung zum Schulrat. Am 1. Oktober d. I. tritt Herr Geheimrat Mühlmann, Re- gierungs- und Schulrat bei der Kgl. Regierung zu Caffel, in den wohlverdienten Ruhestand. — Der bisherige Seminardirektor Herr Dr. Liese in Frankenberg ist zum Re- gierungs- und Schulrat in Caffel ernannt worden.
— Kantoren« und Organiftenoerein. Am 12. Oktober hält der Verein der Kantoren und Organisten im Konfi- storialbezirk Caffel in Treysa seine diesjährige Hauptversammlung ab.
* Der Verband der Haus- und GrundbefitzeriDereine der Provinz Heffen-Naffau hält seinen ersten ordentlichen Verbandstag am 6. Oktober in Marburg ab. Aus der umfangreichen Tagesordnung interessieren besonders: Referat über die Frage der Beschaffung II. Hypotheken und deS zu gründenden Pfandbrief-Institut der Provinz Hessen-Nassau. Vortrag über das Gesetz der Remigung öffentlicher Wege. Bericht der Kommission betr. Abänderung der Bauordnung des Reg.-Bez. Caffel.
* Stenographie Gabelsberger. Der Stenographen- Verein Gabelsberger von 1860 eröffnet am Dienstag den 1. Oktober, abends 8 Uhr, in der „Concordia", Paradeplatz, einen neuen Anfängerkursus, worauf wir nochmals besonders hinweisen. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle über die Vorteile der Stenographie im Erwerbsleben zu berichten. Es kann nur jedem bestens empfohlen werden, sich durch Teilnahme an dem Kursus die Kenntnis der Schnellschrift anzueignen und bietet gerade der Winterkursus des Stenographen-Vereins von 1860 beste Gelegenheit dazu. Der Kursus findet Dienstag und Freitag, abends 8—9 Uhr, in der „Concordia" in den Räumen des Vereins statt. Anmeldungen werden zu den angegebenen Zeiten entgegengenommen.
* Schülerabend. Heute abend präzis 7 Uhr findet der Schülerabend deS Herrn MustklehrerS R. K ü ch l»r im Saale der „Centralhalle" statt.
* Vereinigung ehemaliger 81er. Heute abend von 9 Uhr ab, gemütliches Zusammensein bei Kamerad Gutmann, „Dürgerverein", Franz. Allee 19.
durch frisches, lebendiges Spiel in den Vordergrund trat' Kraft verlieh Axel Kubitzky dem liebesdursten, kecken Bauernburschen „Franz" in genügendem Maße, doch muß sich der junge Darsteller noch von einer gewissen Unruhe zu befreien suchen, womit er gestern abend merklich behaftet war. Für den gehässigen, rachebrütenden „Bertl" durfte Wilhelm Holtz mehr Temperament entwickeln, wenn auch der Gesamteindruck der Darstellung gelten konnte. Viel Mühe gab sich Helly Michel um die redselige „Gertrud", ferner Bruno Palitzsch um den Gütermakler „Straubinger". Ferner waren noch von den wenigerumfaffenden Partien mit gutem Gelingen beschäftigt: Martin Wieberg (Freiherr v. Altringen), Fritz Möller (Bernauer), Victor Veß (Burschel- meier). Der gute Besuch des Theaters am gestrigen Abend wäre auch für die Wochentage zu wünschen. L.S.
EMM Rita Sachetta.
Morgen Dienstag ist außer Abonnement bei erhöhten Preisen der Gastspielabend der illustren Tanzdioa fH i t a Sacchetto. In einem ausgewählten Programm Bietet sich dem Publikum Gelegenheit, die große Kunst der Tänzerin bewundern zu können, auch wird die Mitwirkung der Ulanenkapelle sowie die Wiedergabe des berühmten^ Lustspiels „Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist den Abend äußerst abwechselungsreich gestalten. Ueber die Bedeutung Rita Sacchettos urteilt die international« Presse wie folgt:
Nom. „La Tribuna". - - Rita Sacchetto im kgl. PalaisMargherita. Einer Einladung in das Palais. Margherita folgend, hat die außergewöhnlich elegante Sängerin Rita Sacchetto abends 7 Uhr ihre originellen Tänz« vor der Königin-Mutter und dem italienischen Herrscher- paare ausgeführt und empfing aus dem Munde der kgl. Z«, schauer größtes Lob.