Erstes Matt.
Elnrückungsgebührr
Die ögefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Psg. tm Rellametetl die Zeile 50 Psg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Alktliches Organ für Stakt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vezugspreirr
Vierteljährlich 1.80 Mi., monatlich 60 Pfg„ für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Psg. Die einzelne Nummer kostet 6 Psg.
Verantwort!. Redakteur: (5, Schrecker in Hanau,
ML 228 Aernsprechanschkttz Nr. 23V.
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22 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau»
Nachdem die Körnerstraße zwischen Fallbachstraße und Fallbachwiese mit einer Pflasterdecke versehen ist, werden die Anlieger dieser Strahcnstrecke auf die Vorschriften der Polizeiordnung vom 3. Juli 1790 in Verbindung mit der Straßenpolizeiverordnung vom 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.
Danach muß die Strahe einschließlich der Rinnen und Bürgersteige Mittwoch- und Samstagnachmittags längs der ganzen Frontlange eines Grundstückes bis zur Mittellinie des Straßendammes gründlich gereinigt werden. Verantwortlich find die Eigentümer oder Mieter ganzer Häuser.
Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im „Hanauer Anzeiger".
Hanau den 26. September 1912. P. 8478
Königliche Polizeidirektion.
Frhr. L a u r.
Landkreis Ranau.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 13 von Ostheim nach Rommelhausen von Station 6,7 bis 7,8 + 75, d. i. vom Steinbruch der Gemeinde Ostheim bis zur Landesgrenze, für die Zeit vom 28. September bis einschließlich 6. Oktober d. Js. für Fuhrwerke mit mehr als 20 Zentner Ladegewicht und für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.
Hanau den 26. September ^812. V. 5598
Der Königliche Landrat.
Frhr. L a u r.
Die Landwirte Jakob Viel I. und Heinrich Viel II. in Rückingen sind am 24. d. Mts. als Ortsschätzer-Stellvertreter der Gemeinde Rückingen von mir verpflichtet worden.
Hanau den 25. September 1912. V. 4895
Der Königliche Landrat.
F - * r. Laur.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung
Am Sonntag den 8. d. Mts. ist die Freiwillige Feuerwehr durch Inbetriebsetzung der elektrischen Alarmvorrichtung mutwilliger Weise alarmiert worden. Für die Namhaftmachung des Täters setzen wir hiermit eine Belohnung von 50 Mk. aus.
Hanau den 26. September 1912. 24161
Der Magistrat.
Hild.
StadLLheater in Hanan.
Zum 1. Male:
„S o 'n W i n d h u n d". Schwank in 3 Akten von Kurt Kraatz und Arthur Hoffmann.
Der neue Schwank „So'n Windhund", der gestern abend hier seinen Einzug gehalten hat und nach dem von ihm erzielten Erfolg sicherlich längere Zeit auf dem Spielplane bleiben wird, rechtfertigt den Ruf, der ihm vorausging, denn er stellt ein solches Reservoir von fortgesetzt sprudelndem Lachstoff dar, daß sich gut und gern Dutzende notleidender Theaterkassen darin gesund baden können, vorausgesetzt, daß ihnen nicht die Hochflut der Saison hier wie anderwärts die Aussicht zu nichte macht. Der tolle Schwank führt uns als Hauptpersonen einen Windhund von Deutsch-Amerikaner und seine Freundin, eine Schauspielerin, vor, die teils aus Langeweile, teils um einem guten Freunde zu helfen, eine kleine Residenz völlig auf den Kopf stellen, dabei erfolgreich in eine Wahlagitation eingreifen und mit allerlei Explosivstoff aufwarten An der Gestalt des übermütigen Windhunds Dr. Winternitz hat sich die Phantasie der Schwankautoren warm entzündet, ihn wirbeln sie in immer neue tollere Situationen hinein, aus denen der nie um einen Ausweg Verlegene unweigerlich als Triumphator hervorgeht. Nachdem er einen amerikanischen, allerdings auch in Deutschland nicht mehr ganz fremden Wahl- rummsl inszeniert, einem Hilfslehrer den Frack abgezogen und zu einer Braut verholfen, ein junges Ehepaar versöhnt, dem Herrscher des Ländchens seine Freundin zugeführt, von diesem eine Auszeichnung erhalten und schließlich gar noch die Tochter des von ihm bekämpften Bauunterneh-
Samstag den 28. September
Bekanntmachung.
Kirchweihe in Hanau-Keffelstadt.
Mittwoch den 9. Oktober d. I., nachmittags 4 Uhr, werden auf den sogenannten Bleichwiesen am Salisweg in Kesielstadt für die Dauer der Kirchweihe, beginnend am 13. Oktober d. Js. eine Anzahl Plätze zur Aufstellung von Schaukeln, Schau-, Schieß- und Photographiebuden sowie sonstigen Verkaufsständen öffentlich an die Meistbietenden versteigert. Das Platzgeld ist von dem Meistbietenden sofort zu entrichten. Nähere Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Hanau den 20. September 1912. 24101
Der Magistrat.
J. A.: Bartmuß.
Bekanntmachung.
Arbeit uchende: 1 Arbeiter (landw.), 1 Ausläufer, 1 Fahrbursche, 1 Hausbursche, 1 Kaufmann, 1 Schreiner, 1 Spengler, 4 Taglöhner, 1 Tapezierer, 1 Waschfrau.
Offene Stellen. Es werden gesucht: 21 Arbeiter (landw.), 2 Dienstmädchen, 1 Metzger, 1 Putzfrau, 2 Schneider, 1 Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Taglöhner, 1 Viehfütterer, 4 Ziegeleiarbeiter.
Hanau den 27. September 1912. 24079
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Bekanntmachung.
Am 18. d. Mts. wurde bei dem Postamt I in Hanau ein mit der Adreffe „Herrn Oberstaatsanwalt b. König!, Oberlandesgericht" versehener Einschreibebrief aufgegeben.
Dieser Brief wurde auch am 19. d. Mts. von dem hiesigen Postamte dem mit der Abholung der Postsachen betrauten Gerichtsdiener ausgehändigt, ist dem letzteren aber auf dem Wege vom Postamte nach dem Gerichtsgebäude abhanden gekommen.
Dem unbekannten Absender des fraglichen Briefes wird hiervon Kenntnis gegeben mit dem Ersuchen, den Inhalt des Briefes unter Vorlage des Posteinlieferungsscheins hierher mitzuteilen.
Eaffel den 26. September 1912. 24175
Der Oberstaatsanwalt.
Aus Hanau Stadt und Land.
Hana«, 28 September.
* Anstellung von Post- und Telegraphensekretaren. Am 1. Oktober werden diejenigen charakterisierten Postsekretäre, welche die Prüfung bis 15. April 1910, und diejenigen charakterisierten Telegraphensekretäre, welche die Prüfung bis 3. Dezember 1910 bestanden haben, etatsmäßig angestellt.
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Engel-Apotheke geöffnet; auch ist dieselbe nachts in Anspruch zu nehmen. mers als Braut erwischt hat — läßt man ihm endlich Ruhe, der Vorhang fällt und ein unterhaltender Abend, in dem man sich in einem Zustand völliger Erschöpfung hineinlachen kann, hat sein Ende gefunden. Die hiesige Auffiihrung war vollständig darauf zugeschnitten, im Sinne der Autoren zu wirken. Ebenso wie die Verfaffer versteht auch Direktor Steffter sein Metier. Er hatte sich als „Windhund" selbst an die Spitze der darstellenden Kräfte gestellt und in quecksilbrig flottem Spiel und vielen eigenen Zutaten mit dazu beigetragen, daß aus den kleinen Anfängen sich eine Lawine von Unsinn entwickelte. Neben ihm wirkten noch besonders erfolgreich Herr Palitzsch in der Rolle des protzenhaften Bauunternehmers, der namentlich im ersten Akte durch gute Mimik sich auszeichnete und auch in der Liebesszene mit zwerchfellerschüt ernder Komik zu dienen vermochte. Der Hilfslehrer in Nöten bot Herrn Land eine Rolle, die für ihn wie geschaffen ist und die er mit seinem urwüchsigen Gestaltungsvermögen außerordentlich wirksam herausstellen konnte. Herrn Hunold gebührt gleichfalls Anerkennung der den Hofrat prächtig verkörperte, auch mit der Gestaltung der Rolle des Dr. Ferber durch Herrn Holtz konnte man sich befreunden, doch hätte ein etwas flotteres Spiel keinen Eintrag gebracht. Als „Fürst Willibald" war Herr Wieberg vorzüglich, auch die kleineren Partien des „Werner" und „Kesternich" fanden durch die Herren V e.ß und K u b i tz k y gute Vertretung. Von dem Damenpersonal haben wir Frl. Ballin als „Schwarz" zuerst zu nennen, die wiederum eine geradezu glänzende Probe ihres Könnens ablegte. Auch Frl. Hesse als Frau Dittmar war vorzüglich. Weiter verstanden es Frl. Arens als „Emilie", Frl. Trauner als „Wanda", Frl. M i - che I als „Ottilie" ihre Aufgaben zufriedenstellend zu lösen.
Fernsprechanschlutz Nr. 230
1912
* Meisterkurs in Hanau. Da die Anmeldeliste zu dem im Oktober beginnenden Dorbereitungskursus auf die Meisterprüfung demnächst abgeschloffen wird, ist für diejenigen Handwerker, welche daran teilzunehmen gedenken, unverzügliche Meldung bei dem Kursusleiter, Herrn Direktor Geißler in Hanau, notwendig. Die Gebühr für den Kursus beträgt nur 8 Mark, wofür noch sämtliche Bücher und Lehrhefte seitens der Handwerkskammer geliefert werden. Der in Aussicht genommene Buchführungskursus für Frauen und Töchter von Handwerksmeistern kann, wenn die Anmeldungen dazu nicht zahlreicher als bisher eingehen, nicht stattfinden. Aller Unterricht liegt in den Abendstunden und beginnt nach näherer Mitteilung im Laufe des Oktober. Da ein nachträglicher Eintritt in den angefangenen Kursus nicht gestattet wird, ist baldige Anmeldung dringend erforderlich. Bemerkt sei noch, daß die an den Dorberei- tungskurs sich anschließende diesjährige Meisterprüfung die letzte ist, an welcher sich Handwerker ohne Gesellenprüfung beteiligen können.
* Wandervogel, Deutscher Buiü» für Jagendwande- rungen. Am 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet eine Besichttgung der „Frankfurter Zeitung" statt; im Anschluß hieran Fahrt nach Wiesbaden und Zusammenkunft (am 13. Oktober) mit den Ortsgruppen Höchst, Mainz, Worms, Wiesbaden. Anmeldung bis zum 8. Oktober erforderlich, spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Für die Teilnehmer an dieser Fahrt sind vorher einige Vorlesungen über „Modernes Zeitungswesen", die erste ist Samstag den 28. d. M., von 6^—8 Uhr in der Bude, Steinheimersttaße.
* Hanauer Kriegerverein. Heute abend 9 Uhr Zusammenkunft bei Kamerad T h ctLe t, Vorstadt. Morgen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, Scheibenschießen auf Stand 3 der Garnison-Schießstände.
* Stadttheater. Die heutige Klasfikervorstellung bei volkstümlichen Preisen „Minna von Barnhelm" beginnt um 8 Uhr. — Morgen Sonntag nachmittag wird bei kleinen Preisen der Lustspielschlager „DieöFrankfurter" mit Herrn Direttor Steffter als „Salomon" gegeben und abends im Abonnement A. „Die Else vom Erlenhof", ein feffelndes Volksstück mit prächtigen, heiteren, aber auch ernsteren Szenen, sodaß der Geschmacksrichtung aller Hörer entsprochen wird. Die Titelrolle spielt Fräulein Marta Arens, neben welcher die Damen Hesse und Michel, sowie die Herren Hunold (Regie), Wieberg, W. Brandt, Möller, Kubitzky, Holtz und Palitzsch hervortretend darstellerisch tätig sind. — Am Dienstag abend %8 Uhr findet das einmalige Gastspiel der unübertroffenen Tanzkünstlerin Rita Sacchetto statt und zwar außer Abonnement bei erhöhten Preisen. Es sei betont, daß Rita Sacchetto nur an allerersten Bühnen auftritt und als bedeutendste Attraktion auf diesem Gebiet zu bezeichnen ist. Dieselbe durfte ihre Kunst vor ersten Fürstlichkeiten Europas zeigen, und die höchsten Anerkennungen, Lorbeeren und auch klingender Lohn sind ihr in Fülle zu Teil geworden. Die Orchesterbegleitung zu den Tänzen wird von der Ulanenkapelle ausgeführt, es kommt ferner zwischen dem ersten und zwei- ten Tanzakt das berühmte Lustspiel „Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist unter der Regie des Herrn Palitzsch znr Aufführung. — Die nächste Wiederholung der Operette „Eva, das Fabrikmädel" ist am Mittwoch im Abonn. B. und am Donnerstag geht bei kleinen Preisen neu einstudiert das liebenswürdige Lustspiel „Dr. Klaus" von L'Arronge mit Herrn Martin Wieberg in der Titelrolle in Szene, der gleichzeitig auch die Spielleitung in Händen hat.
* Fraulein Mia Adam, unsere vorjährige beliebte erste Operettensängerin, welche diesen Sommer mit viel Erfolg am Stadttheater in Nürnberg tätig war und dort als „Schöne Helena", „Saffi" im „Zigeunerbaron" bei Publikum und Preffe großen Beifall fand, trat soeben ihre Stellung als 1. Operettensängerin in V r e s l a u an. Als „Dollarprinzessin" gefiel sie bestens; die „Schlefstche Ztg. (Donnerstag den 26. Septbr.) schreibt: Ich nenne allen voran Frl Mia Adam als „Alice", eine stattlrche Erscheinung, die sich gut zu kleiden versteht und ân d^entsm Spiel auch noch sehr schöne Stimme besitzt. Morgen-Zeitung": Fräulein Adam brachte uns Mr ore Dame aus Dollarika eine, junonische ErschelE gentes, geschmackvolles Spiel und schone S - . '
also Vorzüge, die uns ihren Eintritt m Ensemble mit Freude begrüßen lassen. — ”®.r£fouf^ bei allem Hochmut stets sympathisch erscheinende Dollarprinzessin deren Umwandlung mit innerlicher Wirkung zum Ausdruck gebracht wurde, war Frl. Adam, die mit vollen, glänzenden Tönen in der Höhe angenehm überraschte. - Wie wir hören, wird vielleicht Frl. 8ldam im Laufe des Winters in Hanau gastieren und wir freuen uns, diefe treffliche Sängerin als Gast wieder begrüßen zu können.