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Die Sgefpaltene PeNtzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil dt« Zeil« 50 Pfg.

Itototttonsbrud und Verlag der Buchdruckerei des

Änliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

Bezngsprrlr,

MerteljShrlich 1.80 Mk^ monatlich gg Pfg.. für Post, bezug vierteljährlich UO SRL. monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

verein ev. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 8. Schrecker in Hanau,

J?L 224 Fernsprechanschlutz Nr. 230.

Dienstag den 24. September

Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912

Amtliches.

Stadt- und Candimts Ranau.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Königliche Kreistierarzt Brandes in Militsch zum 1. Oktober d. J. in die Kreistierarztstelle in Hanau versetzt worden ist.

Hanau den 23. September 1912. V. 5527

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

J. V.: Karbe.

Landkreis f^anau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Die Ortspolizeibehörden ersuche ich, wiederholt auf orts­übliche Weise bekannt zu machen, daß diejenigen Personen, welche im Kalenderjahr 1913 ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, die Ausstellung des hierzu erforderlichen Wandergewerbescheines alsbald unter Vorlage des etwa für 1912 erteilten Wandergewerbefcheines dort zu bean­tragen haben. Bei der Bekanntmachung ist ausdrücklich da­rauf aufmerksam zu machen, daß die Säumigen sich die Folgen einer verspäteten Antragstellung selbst zuzuschreiben haben.

Zur Klarstellung der Verhältniße jedes Antragstellers bezw. seines Begleiters sind bei denjenigen Personen, für welche bereits für das laufende Kalenderjahr ein Wander- gewerbeschein ausgestellt ist, die in Ziffer 65 der Anweisung jnr Ausführung der Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904 (Sonderbeilage zu Nr. 24 des Amtsblattes für 1904) vor­geschriebenen Formulare Muster 6 und D auszufüllen, während bei neuen Anträgen die in Ziffer 64 a. a. O. vor­geschriebenen Formulare Muster A bezw. B Verwendung 3u finden haben. Die in den Formularen von den Orts- polizeibehorden erteilten Bescheinigungen dürfen der Voll­ständigkeit nicht ermangeln. Namentlich sind auf den For­mularen alle Fragen zu beantworeten und zwar entweder mitja" odernein". Ein Strich statt der Antwort genügt nicht. Auch ist es nicht zulässig, die Frage einfach zu durch­streichen. Ferner ist auf die richtige und ausreichende Be­antwortung der Frage 9 wegen des Unterhalts der Kinder zu achten. UnterUnterhalt" ist nicht nur die bloße Tragung der Kosten des Unterhalts, sondern die ganze Wartung, Pflege und Erziehung der Kinder zu verstehen.

Handler, welche Ansichtskatten allein oder neben anderen Waren feilbieten wollen, sind aufzufordern, Muster der Ansichtskarten (doppelt) vorzulegen. Diese Muster sind in einem Briefumschlag den einzureichenden Unterlagen bei­zufügen.

Konzert Des ©Hangoereins Eintrag.

17. Oktober 1912.

Solisten: Gräfin Helene Morsztyn, Klavier- virtuofin, aus Paris; Fräulein Thyra von Ladiges (Sopran) aus Berlin.

In unserer ersten Ankündigung vom 13. d. Mts. ver­sprachen wir, auf die Leistungen der beiden Künstlerinnen noch einmal zurückzukommen. Aus der großen Anzahl der uns vorliegenden Kritiken greifen wir heute nur einige heraus:

Gräfin Helene Morsztyn.

Berlin.Lokal-Anzeiger": Helene Morsztyn steht hier in der allerersten Reihe, sowohl ihrem Können wie ihrer Art nach, Musik zu machen. Man muß diese bedeu­tende Pianistin gehört haben, um überweibliche Klavier­spielkunst" in unseren Tagen mitreden zu können.

Breslau.Schlesische Zeitung" den 30. Ianuat 1912. Nachdem der alles umfaßende Liszt sich von der Oeffenllich- keit zurückgezogen hatte, setzte bekanntlich die große Propa­ganda seines Stils ein. H. v. Bülow und A. Rubinstein be­zeichnen für jene Epoche die Gegenpole. Wer durfte aber jemals hoffen, daß diese beiden letzteren uns nochmals er­stehen würden, daß die strenge Sachlichkeit des einen, und die kühne Selbstherrlichkeit des andern in einer einzigen Person sich wiederfinden könnten und daß wir Vereinigung dieser Gegensätze gerade bei einer Dame erleben, sollten! Als die jugendliche Gräfin 'Morsztyn den Vortrag der BeethovenschenA p p a s s i o n a t a" beendigt hatte, glaubten wir an die Offenbarung eines Genies, welches von Mutter Natur mit unerschöpflichen Gaben ausgestattet wurde. Hier war mehr vorhan­den, als jene Verfeinerung, die durch beharrliches kleben bis in die letzten Grenzen der Möglichkeit getrieben wird.

Gewerbetreibende, welche Lumpen, Knochen oder rohe Felle sammeln und gleichzeitig mit Naschwaren pp. handeln wollen, sowie auch diejenigen, welche nur Lumpen und Knochen sanrmeln wollen, sind auf die Polizeiverordnung vom 20. Oktober 1893 (Amtsblatt Seite 285), betreffend den Handel mit Lumpen, Knochen oder rohen Fellen hin­zuweisen. Auch ist von diesen Gewerbetreibenden auf den Formularen Muster A und B bezw. C und D die proto­kollarische Erklärung abgeben zu laßen, daß ihnen diese Verordnung bekannt ist.

Sämtliche innerhalb der nachbezeichneten Frist (20./10.) eingegangene Anträge sind in eine Nachweisung (vergl. meine Kreisblattverfügung vom 20. September 1910 G. 119 Nr. 224 des Hanauer Anzeigers) aufzunehmefi und zwar alphabettsch geordnet. Bei Antragstellern, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder deren Begleiter noch keine 25 Jahre alt find, ist in der Nachweisung in Spalte 12Bemerkungen" anzugeben, ob und aus welchen Gründen die Erteilung des Scheines ausnahmsweise befür­wortet wird.

Der Einreichung der Nachweisung über die beantragten Wandergewerbescheine, zu welcher Formulare bei der hie­sigen Waisenhausdruckerei zu haben sind, nebst Anlagen sehe ftf) bis zum 20. Oktober d. I. entgegen.

Ich erwarte genaue Einhaltung dieser Frist.

Hanau den 23. September 1912. V. 5570

Der Königl. Landrat.

I. V.: Karbe.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kaufmanns Christian Eouze, alleinigen Inhabers der FirmaI. ©ou$e* in Hanau, ist heute am 23. September 1912, vormittags 11 Uhr 6 Minuten das Konkursverfahren eröffnet.

Der Rechtsanwalt Scholing in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 8. November 1912, erste Gläubiger- versammlung am 22. Oktober 1912, vormittags 11 Uhr, Prüfungstermin am 22. November 1912, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau . Nußallee Nr. 17 Zimmer Nr. 17.

Hanau den 23. September 1912. r 23641

Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts, Abt. 5.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Rüdigheim belegene, im Grundbuche von Rüdigheim Band VIII Art. 415 Abt. I unter Nr. 1 zur

In dieser Klarheit der Technik, in dieser geisti­gen Durchdringung, verbunden mit ungehemm­ter Leidenschaftlichkeit, sprach der Genius der T o n k u n st selber. So oft wir Beethovens unvergängliches op. 57 auch gehört haben mögen, jene letzte Wieder­gabe im Kammermusiksaal wird in der Erinn e- rung nicht leicht erlöschen. Die Vielseitigkeit der Künstlerin ist zu beachten. Nach dieser Leistung hörten wir noch verschiedenartige Gaben: Chopins H>dur=3iocturno op. 32. I. und seine Etüde op. 10. 7. Wagner-LisztsIsol­dens Liebestod", Grieg nebst den leichtflüssigen V. Godard op. 111. Ihre Kraft war ungebrochen, federnde Leichtigkeit betätigte sich, als ob noch nichts auftegendse vorgegangen wäre.

Görlitz.Görlitzer Nachrichten und Anzeiger" den 29. Januar 1912. Im Konzertwinter 1906=7 war es, daß hier in einem Konzert des Vereins der Musikfreunde eine kaum den Kinderschuhen entwachsene Pianistin sich vor den Flügel setzte und in zwei Konzerten mit Orchester (Beethoven und Sauer) eine für ihre Jugend fabelhafte Technik und ein so musikalisches Temperament an den Tag legte, daß das Staunen und die Freude ob solchen tüchtigen und frischen Musizierens groß war. Diese jugendliche Künstlerln war die kleine Komteße Morsztyn aus Wien, welche nun wieder einmal in den Görlitzer Konzertsaal zurückkehrte und im Vereinshause gestern konzertierte. Wenn nun auch aus der kleinen Komteße jetzt eine erwachsene junge Dame geworden ist, so war es doch eine Freude, daß ihr Auftreten genau so einfach und natürlich war wie vor fünf Jahren, auch aus ihrem Spiel genau dieselbe Naturfrische sprach, nur mit dem Unterschied, daß die Jahre ihr Spiel haben noch reifen laßen. Wer die Appassionate von Beethoven in ihren Eck­sätzen mit so starkem leidenschaftlichen Gefühl durchtränkt, das Andante mit solch reiner Stimmung zu spielen, die Lisztsche Bearbeitung von Isoldens Liebestod, das reizende Godardsche MusikstückEn Courant u»d die für Virtuosen

Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Heinrich Köhler in Rüdigheim zum ideellen */< eingetragene Grundstück: Krtbl. Nr. 12 Parz. Nr. 70 Im Schwärzelgrund 13,13 al Acker,

Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 129 am 22. November 1912, vormittags IO1/» Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 versteigert werden

Hanau den 19. September 1912. 23648

Königliches Amtsgericht Abt. 2.

Handelskammer zu Hanau.

Die hiesigen beitragspflichtigen Firmen sowie der« Angestellte laden wir höflichst auf

Mittwoch den 25. d. Mts., 6 Uhr abends, zu einer im Stadtschloßsaal stattfindend«

Versammlung ein betr. Vorbereitung der Bertrauensmännerwtchl« für die Angestellten-Bersicherung.

Ein einleitendes Referat über die hauptsächlichsten gesetzlichen Bestimmungen und über die Wahl« toirb unser Syndikus Herr Dr. phiL Grambow erstatten.

Die Handelskammer zu Hanan.

Der Vorsitzende.

Eanthal. 23W

MÄM Md iMtoni EMüMe N.

Gefunden: 1 Dreßur-Hunde-Halsbaud, 1 Brosche mit Photographie

Verloren: 1 Portemonnaie mit 5 Mark, 1 silberne Halskette mit Perlen, 1 weißes Kinderfchürzchen, 1 Porte­monnaie mit 10 Mark in Gold, 1 desgl. mit 1.502 Mark, 1 goldner Anhänger mit unechter Halskette.

Hanau den 23. September 1912.

Poltttsche Rundschau.

Herzog Franz Joseph in Bayern f. Herzog Franz Jo­seph in Bayern ist Montag vormittag X9 Uhr gestorben. Der Zustand war über Nacht unverändert geblieben, und die künstlichen Atmungen mußten andauernd fortgesetzt werden. Profeßor Friedrich von Müller, der die Behand­lung leitete, war mit mehreren Aerzten im Palais ge­blieben. Die Todesursache besteht darin, daß Lie Halsent­zündung die sogenannte Landrüse ergriffen und dadurch geschriebene Toccata op. 111 von Saint-Saens mit solch vor­trefflichem musikalischen Verständnis und hochentwickelter großzügiger Technik wiederzugeben versteht, wie es bei Fräulein Morsztyn der Fall war, der gehört in die vordersk Reihe der Klavierspieler. Und weiter verrät dies tempera­mentvolle, scharf anfaßende und orchestral gehaltene Kla­vierspiel eine durch und durch impulsive Musiker­natur, eine tadellos ausgefeilte Virtuosen- ted)n,if, ein Musizieren, Geist vom Geiste Terese Carennos. Diesem Vorbilde scheint die jugendliche sympathische Pianistin nachzueifern.

Programm von Gräfin Helene Morsztyn:

1. Cona tat appasfionata L. von Beethoven (Allegro aßai Andante con moto Allegro ma non troppo Presto).

2. a) Scherzo, Omoll, op. 31, b) Nocturne, op. 27 Nr. 1, c) Mazurka, Fr. Chopin. 3. a) Seguetilla von Albeinz, b) Tarantella von Fr. Liszt.

Fräulein Thyravon Ladiges.

Hamburg,Fremdenblatt", 22. Oktober 1910. Als 6sl; listin hatte Frl. Thyra von Ladiges aus Berlin ihre rercheu Stimm-Mittel und ihre feingebildete Vortragsweise auf den Volkston gestimmt in Liedern von Brahms und mehre­ren ausländischen Volksweisen. Drastisch wirkte der Kon­trast zwischen dem lustigen jütländischenTanzlied", dcw wiederholt werden mußte und dem sentimentalen schwedi­schenLiebesschmerz". Der Beifall wollte kein Ende nehmen.

Stralsünder Zeitung." Dor allem die Partie derEli­sabeth" erfordert eine bedeutende Künstlerin. Fr». Thyra von Ladiges mit ihrer prächtigen und großen Stimme war die geeignete Persönlichkeit; wer bei aller Genauigkeit und Delikateße diese schwierige Partte ohne falsches Pathos mit soviel warmer, natürlicher Empfindung singt, dem möchte man die Hand drücken und schweigen.

Stralsunder Anzeiger", 13. Dezember 1911. Frl. Thyra vo» Ladiges, die die große Arie der AudromedaLH, lo