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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliihes Organ für Stadt- und Landkreis Kanan
Bezugspreis;
vierteljährlich 1.80 Mk.. monatlich 60 Pfg., für Post bezug vierteljährlich LIV Mk^ monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
Nr. 221
Aernsprechanschltttz Nr. 230.
Freitag den 20. September
Fernsprechanschlittz Nr. 230.
1912
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Amtliches.
Landkreis kjans«.
Der Beigeordnete Philipp Giesel III. in Mittelbuchen ist als Bürgermeister dieser Gemeinde auf eine Ljahrige Wahlperiode gewählt und bestätigt worden.
Hanau den 16. September 1912. A 2854
Der Königliche Landrat.
J. V.: Karbe.
Stadtkreis fianau.
An die sämtlichen Herren Aerzte der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck.
In letzter Zeit sind wiederholt Fälle von uns beobachtet worden, in denen die Anträge auf Uebernahme der Krankenfürsorge erst kurz vor, oder erst nach Ablauf der Unterstützungspflicht der Krankenkasse, bei uns eingegangen sind.
In Fällen der letzteren Art mußten die Anträge wiederholt abgelehnt werden, weil nach einem Beschlusie unseres Gesamtvorstandes solche Anträge einer strengeren Prüfung zu unterziehen sind, und sie mehr, als es früher der Fall war, zur Ablehnung gelangen sollen.
Mitbestimmend für die Ablehnung war vielfach der Umstand, daß bei solchen verspäteten Anträgen oft nur noch geringe Aussichten auf Kurerfolg vorhanden waren.
Wir nehmen deshalb Bezug auf unser Schreiben vom 27. Juli 1909 I. Nr. 2732, ersuchen wiederholt, darauf hinzuwirken, daß in den zur Uebernahme der Krankenfürsorge durch die Landesversicherungsanstalt besonders geeigneten Fällen die Ausstellung der ärztlichen Gutachten möglichst zu Beginn der Erkrankung erfolgt, und die Gutachten alsbald der Krankenkasie, dem Bürgermeisteramt oder dem Versicherungsamt zur Entgegennahme des Antrages zugängig gemacht werden.
In Fällen einer etwaigen verspäteten Antragstellung ersuchen wir, uns zur Einleitung eines Heilverfahrens nur solche Fälle zu empfehlen, in denen vom ärztlichen Standpunkte aus mit Sicherheit anzunehmen ist, daß durch Uebernahme der Krankenfürsorge der Eintritt der Invalidität für eine Reihe von Jahren verhütet wird.
Auch bitten wir, alsdann die Gründe für die Ver- [pätung im Gutachten ersichtlich zu machen.
Kassel den 22. August 1912.
Der Borstand der Landesversicherungsanstalt Hesien-Nasiau. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Landeshauptmann.
Wird veröffentlicht.
Auch für alle diejenigen gegen Invalidität dauernd und regelmäßig versicherten Personen, welche keiner Krankenkasse als Mitglied angehören, empfiehlt es sich dringend, einen etwaigen Krankenfürsorgeantrag alsbald nach der Erkrankung einzubringen, weil dann die Aussichten auf Heilung bezw. Wiederherstellung noch ungleich größere sind.
Hanau den 14. September 1912. 23325
Der Magistrat.
I. A.: Bartmus.
Bekanntmachung.
Die Polizeiverordnung vom 23. Januar 1894, betr. das Einsperren der Tauben zur Saatzeit, wird mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß sämtliche Tauben mit Ausnahme der Pfautauben, Römer, Malteser, Carriers, engl. und franz. Kröpfer, Perücken, Chow- Antwerps und Brünner, vom 25.'September bis 25. Ditober d. Is. eingesperrt zu halten sind.
Hanau den 18. September 1912. 23321
Der Magistrat.
I. A.: Bartmuß.
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Die Besitzer, Pächter oder Nutznießer von solchen Grundstücken, welche mit lebenden Hecken umgeben sind, werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Polizei- Verordnung vom 22. April 1892 das Beschneiden dieser Hecken nur in der Zeit vom 1. Juli bis 1. März erfolgen darf. Soweit Hecken an öffentlichen Wegen liegen, müssen sie bis zu einer Höhe von 4 Fuß und einer Breite von l1^ bis 2 Fuß beschnitten werden.
Hanau den 18. September 1912. 23323
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
I. A.: Bartmuß
Bekanntmachung.
Die Ausgabestelle für Quittungskarten befindet sich jetzt
Marktplatz Nr. 14 (Rathaus), Zimmer Nr. 43. Hanau den 18. September 1912. 23209
Der Magistrat.
I. A.: Bartmuß.
Bekanntmachung.
In der Badeanstalt am Steinheimertor — 1. Stock — werden täglich Kohlensäurebäder abgegeben. Hanau den 10. September 1912. 22781
Der Magistrat.
J. A.: Ehrich.
Handelskammer zu Hanau.
Die hiesigen beitragspflichtigen Firmen sowie deren Angestellte laden wir höflichst auf
Mittwoch den 25. d. Mts, 6 Uhr abends, zu einer im Stadtschloßsaal stattfindenden
Versammlung
ein betr. Vorbereitung der Vertrauensmännerwahlen für die Angestellten-Versicherung.
Ein einleitendes Referat über die hauptsächlichsten gesetzlichen Bestimmungen und über die Wahlen wird unser Syndikus Herr Dr. phil. Grambow erstatten.
Die Handelskammer zu Hanan.
Der Vorsitzende.
C a n t h a l. 23249
Gefunden: 1 leb. Hahn und 1 Tascbentuch im Garten des Pedro Iung'schen Grundstücks. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armonverwaltung.
Hanau den 17. September 1912. 23247
Modem ood Détlotm SeseoWode h.
Gefunden: 1 Kettenarmband mit 3 Anhängern.
Verloren: etwa 6 Stück Handtücher (gez. B), 1 Portemonnaie mit etwa 65 Mk. und 3 Lotterielosen der Preuß. Klassenlotterie.
Hanau den 20. September 1912.
Politische Rundschau.
Die reichsgesetzliche Regelung des Luftschiffahrtsrechtes ist soweit gediehen, daß innerhalb der beteiligten Ressorts bestimmte Grundzüge aufgestellt sind, die als Unterlage für die Fragebogen dienen sollen, die demnächst an Sachverständige versendet werden. Im Laufe des Herbstes soll dann die Aufstellung eines endgültigen Gesetzentwurfes erfolgen.
Die Heimreise des Kolonialstaatssekretärs Dr. Solf. Staatssekretär Dr. Solf hat am 13. September Muanza wieder verlassen, um über die englische Ugandabahn die Rückreise zur Küste anzutreten. Dem Staatssekretär fiel bei seinem Besuche des deutschen Viktoriaseegebietes auf, welche Fülle von Landesprodukten an der Küste des Viktoriasees zur Verschiffung und Weiterbeförderung über die Ugandabahn gebracht wird, und daß diese Landeserzeugnisse hauptsächlich aus den Eingeborenenpflanzungen stammen. Der Staatssekretär hat mit einer freudigen Anerkennung dieser fortschreitenden Entwicklung nicht zurückgehalten und nur bedauert, daß die Derschiffungseinrichtungen 5er Ernte nicht genügen. Der Staatssekretär hat sich am 17. September in Mombassa an Bord des Dampfers „Prinzessin" zur Heimreise eingeschifft.
Bassermann 25 Jahre Stabtrat. Nächsten Monat wird der Vorsitzende der nationalliberalen Reichstagsfraktion Ernst Bassermann fein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Stadtrat seiner Vaterstadt Mannheim feiern.
Die württembergische Negierung scheint entschlossen zu sein, geaen etwa sich wiederholende sozialdeiiiokraliiche Straßenkundzebllngen, wie sie am letzten Sonntag in Stuttgart vorgekommen sind, mit Strenge, unter Umständen mit Zuhilfenahme von Militär, vorpigehen. Am Tage nach den Kundgebungen hat Polizeidirektor Dr. Biltinger den Stuttgarter Tageszeitungen eine Erklärung zugehen lassen, an deren Schluß es hieß, daß sich das Stadtpolizeiamt unter Umständen in die Lage gedrängt sehen würde, künftig bei Erwartung ähnlicher Vorkommnisse zur Ergänzung seiner eigenen, verhältnismäßig geringen Machtmittel im Interesse der unbedingt notwendigen Erhaltung von Ruhr und Ordnung in der Hauptstadt auf „andere Subsidien" zurückzu- greifen. Dazu bemerkt der amtliche „Staatsanzeiger": „Wir j haben keinen Grund, daran zu zweifeln, daß hiernach er- •
forderlichenfalls auch verfahren wird". — In der gestrigen Gemeinderatssitzung zu Stuttgart richtete der nationalliberale Gemeinderat Reihlen die Anfrage an die Stadtverwaltung, welche Maßregeln sie zu ergreifen gedenke, um eine Wieder- Holung der Straßenkundgebungen vom letzten Sonntag zu verhindern. In Besprechung der Anfrage äußerte der sozialdemokratische Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Tauscher, es gebe auch Gesetze, die zu Zeiten übertreten werden müßten.
Das französische Pulver eine Gefahr für die Flotte. Vorgestern, nach einer Panik an Bord des wegen mehrerer Reparaturen im Hafen von Toulon liegnden Panzers „Danton" hat ein Posten eine brennende Uebungskartusche in den Munitionsräumen gefunden. Er erstattete sofort Meldung, und die Feuerwache löschte den beginnenden Brand. Die Offiziere beruhigten die Mannschaft nur mühsam. Die Gefahr war allerdings nicht allzu groß, da der „Danton" vor der Einfahrt in den Hafen alle Munition von Bord gegeben hatte. Andererseits mehren sich die Klagen der Presse über die fortwährnede Selbstzersetzung des Marinepulvers, wodurch leicht entzündliche Gase austreten und die Innenräume der Schiffe und die Arsenale erfüllen Da sie eine konstante Explosinsgefahr bilden, fragt man sich, was im Kriegsfälle angesichts solcher Zustände eintreten würde. Der geringste Funke oder ein Rückflammer aus den Türmen könnte, in die Munitionsaufzüge tretend, die Schiffe auf- fliegen lassen.
Die englischen Armeemanöver sind Mittwoch abend plötzlich für beendet erklärt. Die offiziellen Angaben des Grundes dafür sowie die Mitteilung, wieweit es der roten Invasionsarmee gelungen ist, der Eroberung von London nahezukommen, dürfte noch erfolgen, doch besteht, wie die „Frkf. ”tg." meldet, allgemein der Eindruck, daß die Manöver abgebrochen wurden, weil die glänzenden Erfolge der Rekognoszierung durch die Flieger eine ganz unreale Situation hervorriefen. Jede Bewegung wurde sofort auf der anderen Seite bekannt. Die feindlichen Armeen kamen in ihrer Gesamtheit gar nicht zum Schlagen, und die Operationen zerfielen in eine Reihe Einzelbewegungen.
Russische Flottenbauten. Zur Ausführung des „kleinen Flottenprogramms" erweitert das russische Marineministerium die Admiralitätswerft, die Baltische Werft und die Obuchow-Werke und Kronswerften mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Rubel. Der Ausgabeetat des Ma- rineministeriums für 1913 wurde auf 230 300 000 Rubel festgesetzt. Davon entfallen 69 500 000 Rubel auf den Schiffsbau des „kleinen Programms", 18 Millionen auf den Weiterbau der Linienschiffe „Sewastopol", Petropawlowsk", „Eangut" und „Poltawa" und 28 Millionen Rubel auf den Weiterbau von Schiffen der Schwarzmeerflotte.
In einer geheimen Sitzung des chinesischen Ministerrates erklärte, wie die „Times" aus Peking melden, der Kriegsminister, die Regierung werde sich jedem Angriff auf die innere Mongolei standhaft widersetzen, dagegen die russischen Bedingungen über die äußere Mongolei annehmen. Bezüglich Tibets erklärte der stellvertretende Premierminister, die Regierung sei bereit, mit Großbritannien auf der Grundlage der Aufrechterhaltung des Statusquo zu verhandeln. Die Erklärungen fanden nach längerer Debatte die Zustimmung des Ministerrates. Diese Erklärungen bestätigen nur die Darlegungen der Minister in der letzten geheimen Sitzung der Nationalversammlung.
Keine Zerstörung des japanischen Parseoalluftschiffes? Die japanische Botschaft in Berlin teilt einer dortigen Korrespondenz mit: Die jetzt vorliegenden Blätter vom 4. September berichten, daß das japanische Parsevalluftschiff bereits zwei glänzend verlaufene Probefahrten gemacht hatte. In der Nacht vom 31. August auf den 1. September herrschte großer Sturm, welcher die Luftschiffhalle beschädigte. Dadurch wurde auch die Gashülle beschädigt, so daß das Gas ausströmte. Das Luftschiff blieb aber sonst unversehrt. Man würde sofort wieder Fahrten unternommen haben, doch hielt es die Abnahmekommission in Anbetracht des andauernd schlechten Wetters für ratsamer, noch bis zum nächsten Monat zu warten, um das Luftschiff nicht zu gefährden. Man maß übrigens der leichten Beschädigung zunächst gar kein« Bedeutung bei und darum haben die japanischen Zeitungen vielleicht garnicht darüber berichtet. Das Gas ist natürlich augenblicklich entleert. Da sich diese Mitteilung auf die Berichte japanischer Blätter vom 4. Septemebr stützt, muß eine amtliche Bestätigung dieser Darstellung abgewart-^ werden.
Einfuhrverbot europäischer Kartoffeln nach Kanada. Die „Times" melden aus Ottawa, daß das Ackerbaudeparte- ment die Einfuhr von Kartoffeln aus Europa wegen des Ausbruches der Kartoffelfäule verbot.