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T7« September

erster Linie interessierten Vertretern der städtischen Behör­den aus dem In- und Auslande werden auch Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden an den Verhandlungen des Kongresses teilnehmen; auch die österreichisch-ungarische Staatsregierung wird auf dem Kongreß vertreten sein.

Herrn Rahardts Rücktritt vom Hansabund und von der Rittelstandsvereinigung. Der bekannte Berliner Ober­meister Rahardt hat seine Aemter im Hansabund und in der Mittelstandsvereinigung niedergelegt, und zwar, wie erklärt wird, mit Rücksicht auf seine Amtstätigkeit in der Berliner Harldwerkskammer und als Obermeister der Berliner Tifchlarinnung sowie mit Rücksicht auf seine volle Unab­hängigkeit und Bewegungsfreiheit im Interesie des Hand­werks. Rahardt hatte bekanntlich vor kurzem auf dem Würz­burger Handwerks- und Gewerbekammertag einen scharfen Zusammenstoß mit den anwesenden Regierungsvertretern; er hatte das Verhalten der Regierungsstellen bei Sub­missionen in scharfen Ausdrücken kritisiert, was einen vor­übergehenden Exodus der Regierungsvertreter zur Folge hatte. Die Angelegenheit wurde dann wieder gütlich beige­legt; zahlreiche Handwerkerorgani rtionen veranstalteten für ihn hinterher Sympathiekundgebungen.

Sie ungarische Regierungspartei hielt gestern abend an­gesichts der heute erfolgenden Wiedereröffnung des Parla­ments eine stark besuchte Parteikonferenz ab. Sämtliche Mitglieder der Regierung waren anwesend, ebenso Tisza. Ministerpräsident Lukas ergriff das Wort und erklärte, die Regierung machte die erfreuliche Wahrnehmung, daß cs der Agitation der Opposition nicht gelungen sei, Aufregung in weite Volkskreise zu tragen. Die öffentliche Meinung billige überwiegend das Vorgehen der Regierung und sehe ein, daß die Majorität infolge der Gewalttätigkeit der Opposition in einer Zwangslage war. Die Führer der Opposition seien jedoch durch diese offenkundige Stimmung nicht eines besseren belehrt worden, sondern verharrten in der Unversöhnlichkeit, währnd die oppositionelle Wählerschaft viel gemäßigter und friedfertiger sei. Der Redner erklärte nochmals, er sei be­reit, ein Gesetz zu schaffen, das die Immunität der Abge­ordneten mit neuen Garantien umgeben und das Verhält­nis des Präsidenten zu den Abgeordneten regeln werde. Be­züglich des Wahlrechts erklärte der Ministerpräsident, durch das Wahlrecht solle namentlich die industrielle Arbeiterschaft eine Vertretung erhalten, die ihrer Intelligenz und ihrer Anteilnahme an den öffentlichen Lasten entspräche. In der letzten Stunde, fuhr der Ministerpräsident fort, reichen wir der Opposition die Rechte zum Frieden. Wenn sie angreift, wird die Regierung sich verteidigen. Die Regierungspartei sei jedoch genötigt, die Verantwortlichkeit für die Folgen des Kampfs abzulehnen. Wir werden diejenigen Waffen gebrauchen, zu denen die Opposition uns zwingt. Die Rede des Ministerpräsidenten wurde mit stürmischem Beifall aus­genommen. Die oppositionellen Parteien lehnten die Teil­nahme an den Delegationen ab und wiesen die ihnen von der Regierungspartei angebotenen Mandate ab.

Die englischen Manöver. Die Manöver der britischen Armee haben gestern bei Cambridge begonnen. Es wurde unterstellt, daß eine feindliche Armee an der Rüste von Nor­folk gelandet ist und gegen London marschiert. Die britische Armee in der Umgebung von Cambridge soll dem Vordringen des Feindes Widerstand leisten. Die Operationen der Flieger waren gestern sehr erfolgreich. Der König trifft heute in Cambridge ein.

Die Unruhen in Marokko. Aus Mazagan wird gemeldet: Die Kolonne Liaison ist mit der Kolonne Gueydon zu- sammengetroffen und am 12. September in Den Serir an- gekommen, nachdem sie in der Ebene von El Dahira einen Kampf mit Rekammas zu bestehen hatte. In Marrakesch ist alles ruhig. Mulay Hafid ist in Marseille an Bord des DampfersMongolin" nach Gibraltar abgereist. Vor der Abreise sprach er den Vertretern der Behörden seinen Dank und seine Befriedigung darüber aus, daß er Frankreich habe kennen lernen dürfen.

«^^'^gjgg!1^^?^1^'"1^ durchzuwinden. Bald zerfiel die Gesellschaft in Alt- und Reu-Weimar, besonders seit Liszt mit seinen Anhängern Ende 1854 den Neu-Weimar-Verein gegründet hatte, in den kein Alt-Weimaraner ausgenommen wurde. Natürlich galt dieses Verbot nicht für die Künstler, denn Friedrich Preller, der sich rasch mit Liszt befreundet hatte, wurde Mitglied, und von seiner Hand existieren die gezeichneten Porträts vieler Teilnehmer, die jetzt im Museum aufbewahrt werden.

Aber es wurde in der Zeit noch ein anderer Verein ge­gründet, besten Mitglieder sichMurls" (Mohren) nannten. Es waren die Lisztschüler, die sich diesen Namen gaben und ihren Meister zumPadischah" ernannten. Da mag es wohl manchmal lustig zugegangen sein, aber es sind keine schrift­lichen Beweise davon zurückgeblieben.

Friedrich Preller der Jüngere erzählt in seinem in« teressantenTagebüchern", daß sein Vater eines Abends im Jahre 1848 bei Liszt einen siebzehnjährigen Geiger kennen gelernt habe, Joseph Joachim, dessen Spiel schon damals so hervorragend war, daß er für die Hofkapelle engagiert und 1850 Konzertmeister wurde. Er kam in das Prellersche Haus, mit ihm Hans von Bülnw und 1852 auch Peter Cor­nelius und Hans von Bronsart. In den sehr einfachen Zim­mern des Jägerhauses wurde dann nach Herzenslust musi­ziert, und es entwickelte sich unter diesen jungen und älteren Malern und Musikern ein so schönes, ideales Leben, wie es sich selten und meist nur für kurze Jahre zusammenfindet. Joachim hatte die Sonntagvormittage für musikalische Zu­sammenkünfte bei sich bestimmt. Er spielte dann mit Stör, Walbrül und Coßmann Kammermusik. Liszt, Preller und seine Söhne usw. bildeten das Publikum. Bald fanden sich auch Damen ein, die Fürstin mit Prinzeß Marie, Bettina Mit ihren Töchtern, sodaß der Raum bald nicht mehr aus­reichte und die Matineen auf die Altenburg verlegt werden. Dort nahmen sie dann solch große Dimensionen an, daß sie eine Berühmtheit wurden; es gab wohl kaum einen nam- sha ftea Künstler, der nicht hier erschienen wäre.

Die Flottenparade in der Nordsee.

Helgoland, 16. Septbr. Um 11 Uhr vormittags nahte, von Wilhelmshaven kommend, das kaiserliche Geschwader, bestehend aus dem FlaggschiffDeutschland", auf dem sich der Kaiser befand, und derHohenzollern" mit den Begleit­schiffen DepeschenbootSleipner", KreuzerBreslau" und AvisoHela", während sich von Norden mit dem Kurs auf das Weser-Feuerschiff zu die gesamte Hochseeflotte in Kiel­linie in Bewegung setzte. Zu gleicher Zeit nahte von der Unterelbe her das LuftschiffHansa", das in sehr ruhiger Fahrt bald das Paradefeld erreichte. Kurz vor mittag traf das kaiserliche Geschwader mit der Manöverflotte zusammen. Voraus fuhren sechs Torpedobootsflotillen in Marschforma­tion. Darnach folgte das erste Geschwader, bestehend aus den großen KampfschiffenOstfriesland",Thüringen",Helgo­land",Oldenburg",Posen",Rheinland",Westfalen" undNassau", sodann das zweite Geschwader, bestehend aus Preußen",Pommern",Hessen",Schlesien",Hannover", Schleswig-Holstein" undLothringen", hierauf der erste Verband der Aufklärungsschiffe, bestehend aus den Panzer­kreuzernMoltke",v. d. Tann" undBork", sowie den kleinen KreuzernKöln",Mainz",Kolberg",Dresden", Berlin" undStettin". Es folgte das dritte Geschwader, bestehend ausWittelsbach",Mecklenburg",Zähringen", Schwaben",Mettin" undElsaß". Den Schluß bildete der zweite Verband der Aufklärungsschiffe, und zwar die Pan­zerkreuzerBlücher",Soeben" undFriedrich Karl", die kleinen KreuzerDanzig",Stuttgart",München" und Augsburg" und die MinenschiffeAlbatros" undNau- tilius". Die beiden Minensuchdivisionen und die Untersee­boote waren nach Helgoland detachiert. Insgesamt nahmen an der Parade 118 Schiffe mit einem Deplacement von 550 000 Tonnen, einer Besatzung von rund 32 000 Mann und 200 schweren Geschützen teil. Nachdem sämtliche Schiffe defiliert waren, vereinigten sie sich zu Formationen zur Ausführung einer Reihe von taktischen Einzeldarstellungen. Das LuftschiffHansa" kreuzte längere Zeit über den ein­zelnen Schiffsverbänden, überall mit großem Jubel begrüßt.

Zum Tode des Generals Nogi.

Tokio, 16. Sept. Ganz Japan ist tief erschüttert von dem Heldentod Nogis. Prinz Heinrich sprach dem Kaiser von Japan sein Beileid aus.

Tokio, 16. Sept. Das Testament des Generals Nogi läßt darauf schließen, daß der Tod seiner Frau zur Zeit der Abfassung des Testaments noch nicht beschlossen war. Nogi erklärt in seinem Testanient, daß er seinem Kaiser folge, da seine Dienste nicht mehr notwendig seien. Er habe oft daran gedacht, zu sterben, und die jetzige Gelegenheit gewählt, wo das Land von der großen nationalen Trauer betroffen sei. Er vermache seine Güter seiner Frau, seinen Freunden und öffentlichen Anstalten. Seinen Leichnam ver­mache er der ârzlichen Hochschule, nur seine Zähne, Haare und Nägel sollten beerdigt werden.

Die Krise in der Türkei.

Die Jungtürken und die Wahlen.

Wie aus Konstantinopel verlautet, hat die Regierung beschloßen, den Truppen die Teilnahme an den Wahlen zu untersagen. Das Verbot wird von den Jungtürken stark be­kämpft. Die jungtürkische Presse veröffentlicht fortgesetzt beunruhigende Nachrichten über die Lage in Albanien. Wie Terdjuman i Hakkikat" berichtet, versuchten die Aufstän­dischen eine zwischen Tirana und Durazzo gelegene Ortschaft anzugreifen, wurden aber zurückgeschlagen. Sie hatten 40 Tote und 80 Verwundete.

An der montenegrinischen Grenze.

In Skutari wurden mitten auf dem Markte zwei Gen­darmen getötet und ein Major schwer verwundet. Aus den an der montenegrinischen Grenze gelegenen Ortschaften sind zahlreiche Beamte nach Skutari geflüchtet.

Die Lisztschüler ließen sich auch öffentlich hören. So spielten 1853 Klindworth, Pruckner und Mason dasKon­zert für drei Pianos" von Bach in einer der Quartett­soireen, die zu der Zeit von Laub, Stöör, Walbrül und Coß­mann im Stadthaussaal abgehalten wurden.

Peter Cornelius berichtet eingehend über die ersten An­fänge des Neu-Weimar-Vereins, der imRussischen Hof" sein Dasein begann. An einem langen Tische, längs der Fenster, aus denen man auf den Karlsplatz sieht, präsidierte Liszt; in seiner Nähe saßen Stör, Singer, Walbrül und der Konzertsänger Soupper; am anderen Ende Hoffman-Fallers­leben Musikdirektor Montag der einen Singverein ins Leben gerufen hatte Bronsart, Pruckner, Schreibet und Pohl. An einem Heinen Tische saßen Rank, Wilhelm Genast, Raff, Schade und Cornelius. Eine Zeitung, die der Verein herausgab, hießDie Laterne". Nach und nach traten Milde, Alexander Ritter, Schaust .eler Grans, der Maler Thon, die Musiker Viala und Winterberger ein. Leider ergaben sich nach einem Jahre schon Mißhelligkeiten; nachdem die Strei­ter ausgetreten, blühte der Verein wieder, und Cornelius leiteteDie Laterne" vortrefflich. Anfeindungen hatte der Verein viele zu erleiden; die ZeitungDeutschland" war das Organ, in dem die Angriffe und Witze erschienen.

Eine Idee Liszts, die zwischen Karl Alexander und ihm jahrelang Stoff zu Gesprächen und Briefen gab, war die Fondation Göethe". Liszt hatte den Entwurf zu einer großartigen Stiftung gemacht, die Goethes Namen tragen, deren Mittelpunkt Weimar und deren Protektor Karl Alexander sein sollte. Alljährlich wollte man Maler, Bild­hauer, Architekten, Musiker oder Dichter auffordern, ihre Arbeiten einzuliefern, ein Komitee sollte prüfen und die Preise verteilen, die Werke und Entwürfe aber in Weimar verbleiben. Karl Alexander wünschte, den altenPalmen­orden" in dieser Gestalt wieder aufleben zu lasten, und betrieb die Sache auf das entschiedenste. Daß viel Geld dazu Lkebört. um so etwas ruht in und anständla ins Sieben an

Neue Kriegsdrohungen in Bulgarien.

In Sofia hatte der Vollzugsausschuß der Mazedonisch- Adrianopeler Vereine für Sonntag eine große Volksver­sammlung zur Erörterung des gegenwärtigen Standes der mazedonischen Frage einberufen. Die einzelnen Redner be­tonten, daß für das bulgarische Volk der Krieg notwendig sei, nicht um Eroberungen zu machen, sondern um seine Lebensinteressen zu wahren. Es hat sich kein Zwischenfall ereignet.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanan, 17. September.

* Der neue Kommandeur des 18. Armeekorps, General der Infanterie v. Schenck ist, wie schon mitgeteilt, der Nachfolger für Exzellenz v. Eichhorn geworden. Exzellenz v. Schenck, der Generaladjutant des Kaisers ist, wurde am 11. November 1853 auf Schloß Mansfeld als Sohn bei Rittergutsbesitzers Wilhelm v. Schenck geboren. Er ist ein Bruder des Polizeipräsidenten in Wiesbaden ». Schenck (früher Landrat in Hanau). Seine militärische Laufbahn begann er im Kaiser Franz Garde - Grenadier - Regiment Nr. 2 und machte den Feldzug 1870/71 mit. 1905 wurde er General» major, 1908 Generalleutnant und Kommandeur der 2. Garde- division. Bekannt wurde er dadurch, daß er 1909 zum Kronprinzen kommandiert wurde. Er hat auch verschiedene größere Auslandsreisen unternommen. Verheiratet ist er seit 1884 mit Katharine v. Wardenberg.

* Militärpersonalien. Beim Infanterie - Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 (Bitsch), dem vom 1. Okt. d. JS. ab ein 3. Bataillon zugeteilt wird, treten folgende Personalveränderungen ein: Lt. Lüders wird vom 1. Ok­tober 1912 ab, unter Enthebung von dem Kommando zur Dienstleistung bei der Landesaufnahme, bis auf weiteres ohne Gebührniffe aus Militärfonds zur Dienstleistung beim Reichs-Kolonial-Amt kommandiert; Lt. der Reserve Fischer des RegtS. zum Oberleutnant der Res. befördert. Die nachstehenden Veränderungen treten sämtlich erst am 1. Oktober 1912 in Kraft. Bis dahin bleiben die beteiligten Offiziere rc. in ihren jetzigen Dienstgraden und Dienststellen. Die verfügten Kommandos beginnen, soweit in einzelnen Fällen nicht anders bestimmt, ebenfalls erst am 1. Oktober 1912. Oberstlt. Leu zum Stabe des Jnf.-RegtS. Nr. 149 versetzt; Major Stadthagen, BatlS.-Kom. im Jnf.-Regt. Nr. 52 unter Beförderung zum Oberstlt. zum Stabe des Jnf.-Regts. Nr. 166 versetzt; Major OmeiS, beim Stabe des Jnf.-Regts. Nr. 99, Major Mathes, beim Stabe des Jäger-Batls. Nr. 2, als Batls.-Kommandeure in das Jnf.-Regt. Nr. 166 versetzt; Major van Asten bezieht vom 1. November 1912 ab die Stabsoffiziers-Gebührniffe; Hptm. Finck, Komp.-Chef im Füstlier-Regt. Nr. 80, unter Beförderung zum überzähligen Major zum Stabe des Jnf.- Regts. Nr. 166 mit der Maßgabe versetzt, daß die Gebühr­niffe vom 1. Oktober 1912 aus dem Etat des Regts.-StabeS zu beziehen sind ; Hptm. vonMeding, unter Beförderung zum überzähligen Major zum Siabe des Jnf.-Regts. Nr. 162 mit der Maßgabe versetzt, daß die Gebührnisse vom 1. No­vember 1912 ab aus dem Etat des betreffenden Regts.» Stabes zu beziehen sind; Hptm. Bärensprung, Komp.- Chef im Jnf.-Regt. Nr. 81, Hptm. Wolff, Komp.-Chef im Jnf.-Regt. Nr. 87, in das Jnf.-Regt. Nr. 166 versetzt; die Oberleutnants Müller, Stieler, Fetz, unter Be­förderung zu Hauptleuten zu Komp.-ChefS im Jnf.-Règt. Nr. 166 ernannt; Oberlt. Wild, unter Beförderung zum Hauptmann als Komp.-Chef in das Jnf.-Regt. Nr. 29 ver­setzt ; Oberlt. Doering, unter Beförderung zum Haupt­mann zum Stabe des Jnf.-Regts. Nr. 166 übergetreten; Oberlt. Voigt in Jnf.-Regt. Nr. 71 in das Jnf.-Regt. Nr. 166 versetzt; Lt. Burch Hardt im Jnf.-Regt. Nr. 32 in das Jnf.-Regt. Nr. 166 versetzt; Oberlt. Müller, Erzieher am Kadettenhause in Karlsruhe, in das Jnf.-Regt. Nr. 166 versetzt: Oberarzt Dr. Goebel, beim Ulanen» rufen, davon hatte er keine Ahnung. Die verschiedensten Menschen wurden vom Großherzog um Rat gefragt, z. D. Adolf Stahr und Hofrat Schöll. Hoffmann und Schade sollten in ihrer Zeitung dafür arbeiten. Schon im Oktober 1849 hatte Liszt den Entwurf an Karl Alexander geschickt, seitdem erscheint dieser Gedanke in dem Briefwechsel immer wieder, bis zum Jahre 1859, wo der Großherzog Schillers 100jähri- gen Geburtstag für den geeigneten Zeitpunkt hielt; Liszt aber mahnte wieder, nicht etwas anzufangen, ehe man sicher sei, es mit Anstand und Erfolg durchführen zu können. Der Großherzog schrieb am 14. Oktober 1849 an Liszt:

Ihr Projekt ist das Ziel und der Untergrund, es wird dem Komitee als Kompaß dienen. Ich bitte Gott, eine Idee zu segnen, deren Tragweite groß ist, deren Konsequenzen immens werden können . . ."

In diesen wenigen Worten liegt die ganze ideale An» schauung Karl Alexanders. Er ging mit den besten Inten­tionen daran, Großes zu schaffen, meist fehlte aber die reelle Basts, erstens das Geld und zweitens die Geduld, mit der gearbeitet werden muß, dann versank eine gute Idee lautlos, leider oft enttäuschte Menschen hinterlassend. Mit derGoethestiftung" wurde ein bescheidener Anfang ge­macht, dessen Spuren wir noch begegnen werden.

Auch die Bestrebungen Liszts, auf dem Theater große Leistungen zu erretten, scheiterten an den oben genannten Mängeln. Am 16. Februar 1853 scheint seine Geduld wieder am Ende zu sein, denn er schreibt einen sehr scharfen Brief an seinen fürstlichen Freund, in dem er sagt, daß er bte Oper nicht weiter leiten könne, wenn nichts dafür getan würde, daß er sich dann lieber Zur Disposition stellen lassen wolle. Da Karl Alexander ihm gesagt, daß er noch andere Projekte habe, u. a. ein Konservatorium zu schaffen, so müsse er an» nehmen, daß er wirklich die Künste fördern wolle. Dann sei es aber besser, die dazu bestimmten Geldmittel auf einen Punkt zu konzentrieren, damit dieser eine gewisse Höhe er- icühen tonne. Alles was ex in den letzten Svzbren für to