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DK Sgefpalkne Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Geueraf-Anzeiger

Rotationebrud und Verlag der Vuchdruckerek des verein. eo. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Orga« für Stadt- und LaudKreis Hanau.

Bezugspreis»

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker tn Hana«.

Ml. 211 ft-ernfprechanschlutz Nr. 230.

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Montag den 9. September

Ferirsprechattschlittz Nr. 230. 1912

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Das unter dem 25. April d. J. erlassene Verbot des Be­fahrens der Kleinen Hainstraße in der Richtung von der Kinzigbrücke nach der Hainstraße wird im Einverständnis mit dem Magistrat wieder aufgehoben.

Hanau den 5. September 1912. P. 9707

Königliche Polizeidirektion.

J. V.: Karbe.

Ausschreiben.

Der Tagelöhner Franz Heinrich Schmidt, geboren am 17. August 1874 zu Hanau, entzieht sich der Unter­haltpflicht für sein am 27. Februar 1906 geborenes Kind namens Karl, das. infolge dessen hier aus öffent­lichen Mitteln unterhalten werden muß.

Wir ersuchen uns von dem Aufenthalt des Schmidt Nachricht geben zu wollen.

Hanau den 30. August 1912. 22083

Der Magistrat, Armen- und Waisenamt.

Glaser.

Ausschreiben.

Der Tagelöhner Johann Valentin Pippert, geboren am 3. April 1862 in Neuenhaßlau hat am 16. Februar 1910 seine Familie bestehend aus Frau und 4 minder­jährigen Kindern verlaffen, sodaß diese der öffentlichen Armenpflege anheimgefallen ist.

Wir ersuchen uns von dem jetzigen Aufenthalt des Pippert Nachricht geben zu wollen.

Hanau den 28. August 1912. 22085

Der Magistrat, Armen- und Waisenamt.

Glaser.

Beschluß. Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von Hanau Vl. 1074 Abt. I unter Nr. 244 zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn, zu Hanau, jetzt wohnhaft in Heigenbrücken, eingetragene Grundstück:

Kartenblatt HH, 185/63 Lamboystraße Nr. 47,

a) Wohnhaus, Hofraum,

b) Wohnhaus Nr. 47a, mit Hofraum 16ar 48qm eingetragen in der Grundsteuermutterrolle von Hanau unter Art. Nr. 1951 und in der Gebäudesteuerrolle von Hanau unter Nr. 2215 mit einem jährlichen Nutzungs- Wert von 9310 Mark

am 8. November 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 versteigert werden.

Hanau den 2. September 1912. 22125

Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für das 3. Seebataillon (Marine-Infanterie) in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1912, Ausreise nach Tsingtau: Ja­nuar oder Frühjahr 1913, Heimreise: Frühjahr 1915 bezw. 1916. Bedingungen: Mindestens 1,65 Mtr. groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1893 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

Das 3. Seebataillon besteht aus: 5 Kompanien Marine­infanterie (davon ist die 5. Kompanie beritten), 2 Maschi­nengewehrzügen, 1 Marine-Feldbatterie (reitende Batte-

Marine-Pionierkompanie in Tsingtau und dem Ost- asiaU^chen Marine-Detachement in Peking und Tientsin.

Die Vierjährig-Freiwilligen sind in erster Linie für die (berittene) Kompanie bestimmt.

3n den Standorten in Ostasien wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0.50 Mark ge­währt , Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1.50 Mark.

Meldungen mit genauer Adreffe sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausge­stellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando des 3. Stammieebataillons, Wilhelmshaven.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für die Matrosenartillerie-Abteilung Kiautschou (Küstenartillerie) in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1912, Ausreise nach Tsingtau: Ja­nuar 1913 bezw. 1914, Heimreise: Frühjahr 1915 bezw. 1916. Bedingungen: Mindestens 1,64 Mtr. groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1893 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

Bevorzugt werden: Techniker, Elektrotechniker, Mon- tkure, Mechaniker, Chauffeure, Schuster und Schneider.

In den Standorten in Ostasien wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0.50 Mark ge­währt; die Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten D'enstjahre eine Ortszulage von täglich 1.50 Mk.

Meldungen mit genauer Adreffe sind unter Beifügung eines vom Zivilvorfitzenden der Ersatzkommiffion ausge­stellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando der Stammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschou, Cuxhaven.

Minne nnö nerlotene EmMm n.

Gefunden: 1 silb. Herrenuhr mit Kette (auf der inneren Seite des Deckels der Name F. Peter), 1 schwarzes Notizbuch, etwa 80 Ctm. grauer Stoff und 2 Meter graues Satinfutter.

Verloren: 1 silbernes Armband, 1 Portemonnaie mit etwa 18 Mk. (am Samstag auf dem Wochenmarkl), 1 Brot- zettel (auf den Namen Adam Höhn ausgestellt).

Hanau den 9. September 1912.

Politische Bundschau.

. Die Rückkehr des Kaisers.

Konstanz, 7. Septbr. Der Kaiser mit Gefolge ist, von Kanonendonner und Glockengeläute begrüßt, punkt 9 Uhr im Sonderzuge hier eingetroffen. Am Bahnhöfe hatte sich trotz des strömenden Regens eine vieltausendköpfige Menge angesammelt. Die städtischen Vereine und die Feuerwehren sowie die Schulen bildeten auf dem kurzen Wege vom Bahn­höfe nach dem Hafen Spalier. Am Bahnhöfe waren kurz vor %9 Uhr Prinz Max von Baden und der Flügeladjutant des Erotzherzogs, Generalleutnant Dürr, eingetroffen. Der Großherzog war wegen einer schweren Erkältung verhindert, den Kaiser selbst zu empfangen. Dagegen war die Eroß- Herzogin-Witwe Luise mit ihrem Hofmarschall Grafen And- law zum Empfang erschienen. Von den hiesigen staatlichen und städtischen Behörden waren der Landeskommiffar Geh. Regierungsrat Traub, der Amtsvorstand Geh. Regierungs­rat Dr. Belzer und Oberbürgermeister Dr. Weber zum Empfang befohlen, ferner hatten sich eingefunden der preu­ßische Gesandte v. Eisendecher und Graf Hornstein-Binnin­gen. Der Kaiser schüttelte dem Prinzen Max von Baden fteundlichst die Hände und begrüßte seine Tante mit einem herzlichen Kuffe. Nach kurzer gegenseitiger Vorstellung ging der Kaiser, die Eroßherzogin-Witwe am Arme führend, nach dem hereitstehenden Wagen, begrüßt von tausendstim­migen Hochrufen, die sich bis zur Abfahrt nach der Insel Mainau fortsetzten. Das Kaiserschiff, das die Kaiserstan­darte gehißt hatte, wurde von zwei anderen Dampfern nach der Mainau begleitet. Der Kaiser unterhielt sich auf dem Verdeck lange mit dem Prinzen Max.

Konstanz, 7. Septbr. Der Kaiser fuhr heute nachmittag 2 Uhr 10 Min. von der Insel Mainau mit dem Dampfer Kaiser Wilhelm" nach Unter-Uhldingen und begab sich von dort im Kraftwagen nach Heiligenberg zum Besuch der Fürstlich Fürstenbergschen Familie. Die Rückkehr des Kaisers wird um 5 Uhr 50 Min. erwartet. Es regnet in Strömen.

Friedrichshafen, 8. Septbr. Don der Maiau kommend, traf der Kaiser um 6.25 Uhr auf dem DampferKaiser Wilhelm" hier ein. Das Reiseprogramm des Kaisers hat eine überraschende Aenderung erfahren. Der Kaiser hat dem württembergischen Königspaar einen, wenn auch kurzen Besuch im Königlichen Schlosse zu Friedrichshafen abge­stattet. In Begleitung von fünf Dampfern der verschiede­nen Bodenseeuferstaaten lief das Kaiserschiff um 6.25 Uhr im Schloßhafen ein, woselbst sich zum Empfang der König von Württemberg nebst Gefolge eingefunden hatten. Im Gefolge des Kaisers befand sich auch Fürst Fürstenberg. Nachdem sich der Kaiser und der König herzlich begrüßt hatten, begaben sie sich unter stürmischen Hochrufen de^ zahl­reich versammelte« Dublikums nach dem Könialichen schloß.

wo der Kaiser im Gartenpavillon von der Königin begrüßt wurde. Nach einhalbstündigem Aufenthalt im Schlosse be­gab sich der Kaiser im offenen Automobil zum Bahnhof, wohin ihm das Königspaar das Geleit gab. Auf dem Wege zum Bahnhof bildete ein zahlreiches Publikum sowie Feuer­wehren und militärische Vereine Spalier. Um 7.25 Uhr setzte sich nach herzlicher Verabschiedung der Monarchen der Sonderzug in Bewegung.

Des Kaisers Dank an die Schweiz.

Schaffhausen, 7. Septbr. Beim Verlassen des schweize­rischen Bodens richtete der deutsche Kaiser an den Bundes­präsidenten folgendes Telegramm: .Herrn Bundespräsident Forrer, Bern. Im Begriff, das schöne Schweizerland zu ver­laffen, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Bundespräsi­dent, noch von der Grenze aus meinen herzlichsten Dank zu senden für die warme Aufnahme, die mir in so reichem Maße seitens der Behörden des Landes und durch die Be­völkerung überall bereitet worden ist. War, es mir zu meinem größten Bedauern nicht auch möglich, das ursprüng­liche Reiseprogramm in seinem vollen Umfange durchzu­führen, so haben die wenigen Tage meines Aufenthaltes mir doch viel Neues und Schönes gezeigt, und mit einer Fülle anregender Eindrücke kehre ich jetzt in die Heimat zurück. Besonders dankbar gedenke ich der beiden Manövertage, au denen es mir vergönnt war, bis Leistungen Ihrer braven Truppen unter der Leitung tüchtiger und schneidiger Offi­ziere zu brächten und zu bewundern unb mit der Landbe­völkerung in Berührung zu treten. Ich verlaffe den Coben dieses gastfreien Landes mit aufrichtigen Wünschen für dessen ferneres Gedeihen und für Ihr persönliches Wohler­gehen. Wilhelm L R. Der Hundesrat hat auf biefes Telegramm folgende Depesche an den Kaffer gerichtet: Eurer Kaiserlichen Majestät sprechen wir für Ihr so freundliches Telegramm tiefgefühlten Dank aus. Es ge­reicht uns zur besonderen Genugtuung, daß die Leistungen unserer Offiziere und Truppen von feiten Eurer Majestät eine so wohlwollende Anerkennung finden. Unser Miliz­heer darf auf das günstige Urteil von so hoher und kompe­tenter Stelle stolz fein. In uns klingt die Freude über Eurer Majestät Bestich mächtig nach, er wird uns und dem ganzen schweizerischen Volk unvergeßlich febu Wir sende» Eurer Majestät unsere aufrichtigsten und wärmsten Wünsche für Ihr Wohlergehen. Im Namen des Bundesrates der Bundeskanzler Schatzmann.

Ein offiziöses Schweizer CommuniyuL

Bern, 7. Septbr. Die halbamtliche schweizerische De­peschenagentur veröffentlicht folgende Mitteilung: Wie ver­lautet, sind die Mitglieder des Bundesrats und alle schwei­zerischen Persönlichkeiten, die die Ehre hatten, mit dem deutschen Kaiser in persönlichen Verkehr zu treten, von der Liebenswürdigkeit des hohen Gastes und der Herren feines Gefolges entzückt. Die erstaunliche Vielseitigkeit des Mo­narchen, sein umfassendes Wissen auf allen Gebieten, sein lebhaftes Interesse für unser Land, und sein gewandtes, leutseliges Konversatronstalent haben allen die größte Hoch­achtung vor seiner Persönlichkeit eingeflötzt. Die gelegent­lich geäußerten Urteile des Kaisers und feiner Generale über unser Militär, die, wie verlautet, darin gipfelten, daß die eidgenössige Armee vollständig befähigt sei, die Grenzen der Schweiz zu schützen, haben die Schweizer Behörde« und Offiziere mit großer Freude erfüllt. Fragen bei aktuellen Politik sind, wie verlautet, nicht besprochen worden. D« Ergebnisse des kaiserlichen Besuches liegen vielmehr in der Kräftigung der freundschaftlichen Beziehungen beider Staaten."

Berlin, 8. Septbr. Die .Norddeutsche Allgem. Ztg. schreibt in ihrer Wochenrundschau: Der Kaiser ist mit einer Fülle anregender Eindrücke von seinem Besuche in der Schweiz zurückgekchrt. Die Aufmerksamkeit der eidgenössi­schen Behörden die auch das Kleinste sorgsam bedachte, das offene, liebenswürdige Entgegenkommen der Bevölkerung, sowie die ausgezeichneten Leistungen des schweizerischen Militärs haben sich vereinigt, um die Reise des Kaisers genuß- und erfolgreich zu machen. Den Schweizern wie ihr«n hohen Gaste werden so die schön verlaufenen Tage in «reund- licher Erinnerung bleiben. Beim Verlaffen des gastlichen Bodens gab unser Kaiser in einem Telegramm an den Bundespräsidenten Forrer nochmals seiner Befriedigung über alles Gesehene und seinen Dank für die glanzende Aufnahme in Worten Ausdruck, die vom Herzen kamen und zum Herzen gehen werden. Das deutsche Volk jchlteßt sich diesem Danke freudig an. Wir freuen uns auftichtig über die guten nachbarlichen Gesinnungen die sich m bet sym­pathischen Begrüßung unseres Kaisers so rückbaltlos bekm»-