Einzelbild herunterladen
 

Wauer

General-Anzeiger

*

Bezugspreis:

vierteljährlich 1.80 Ml., monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Ml., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg.

Einrikkungsgellher

Die Sgespaltene Petttzeile oder deren Raum 20 Pfg. tm srellameteU die Zeile 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: T. Schrecker in Hanau

Nr. 205 ss-*itfprechanschlittz Nr. 230.

Amtliches.

Candhreis hanau.

An die Herren Bürgermeister des Veranlagungsbezirks

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, mir umgehend anzuzeigen, wieviel Formulare zur Staatssteuerveran­lagung für 1913 benötigt werden. In Betracht kommen folgende Formulare:

1. Personenverzeichnis bezw. Gemeindesteuerliste,

2. Staatssteuer- Kontrolliste A,

3. Staatssteuer-Rolle,

4. Kartenblätter für Reuveranlagungen.

Hanau den 31. August 1912. St 1981

Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

I. V.: Karbe.

Stadtkreis Hanau.

Zur Ausführung der §§ 783 bis 842 der Reichsversiche­rungsordnung wird bestimmt:

1. Die Unternehmer längerer Bauarbeiten (§ 798 Ziff. 1) und die Unternehmer 8er nach § 836 Abs. 1 und 2 versicher­ten Betriebe haben die durch die §§ 799 und 839 vorge­schriebenen Nachweise dem Gemeindevorstande (Zisf. 5 des Erlöstes vom 7. Dezember 1911, H.-M.-Bl. S. 447) einzu­reichen.

Erstrecken sich Bauarbeiten eines Baubetriebs über mehrere Gemeinden, so ist der Gemeindevorstand des Be­triebssitzes zuständig.

Die Ortspolizeibehörde hat den Gemeindevorstand bei Len zur Ausstellung der Bescheinigung (§ 801 Abs. 2, § 840 Abs. 2) und zur Prüfung, Aufstellung oder Ergänzung der Nachweise (§§ 800, 839 Abs. 3) nötigen Ermittelungen zu unterstützen.

2. Die Vergütung an die Gemeinde für die Einziehung der Prämien (§§ 810, 842) wird im Einvernehmen mit dem Reichsversicherungsamt auf vier vom Hundert des abzufüh­renden Betrags festgesetzt. Dabei bleiben die Prämien für eigene Bauarbeiten der Gemeinden und für das nicht ge­werbsmäßige Halten von Reittieren und Fahrzeugen durch diese außer Ansatz. .

Die Gemeinde kann die Vergütung und das Postgeld (§§ 809, 842) von dem einzusendenden Betrag abziehen. Eine Berechnung ist beizufügen.

3. An Stelle der Gemeinden übernehmen die Kreise die Last, die aus der Unfallversicherung kurzer Bauarbeiten bei

MMMemWn im September.

Die Sonne tritt am 23. September in das Zeichen der Wage, womit kalendermäßig der Herbst beginnt. Die Tage verkürzen sich jetzt sehr schnell, denn das Tagesgestirn geht am 1. des Monats um 6 Uhr 47 Min., am 15. um 6 Uhr 14 Min. und am 30. sogar schon um 5 Uhr 39 Min. unter. Um so eher bietet sich Gelegenheit, die höchst eigenartigen Dämmerungserscheinungen, die sich in diesem Jahre seit Ende Juni, wo Herr Geheimrat Wolf sie zuerst auf dem Königsstuhl bemerkte unh die letzthin immer auffälliger wurden, genauer zu verfolgen. Wie in den achtziger Jahren die von dem Krakatoa in die höchsten Luftschichten über 70 Kilometer emporgeschleuderten Staubmassen prachtvolle Dämmerungserscheinungen hervorriefen, so ist wahrschein­lich in Zukunft ein ähnliches Schauspiel zu erwarten. Die Ursache dieses neuen Phänomens ist nach Krebs vermutlich in den großen Vulkanausbrüchen zu suchen, die kürzlich von den Aleuten-Jnseln gemeldet wurden.

i ei Mond ist zu Anfang in den späten Nachtstunden zu beobachten, da er am 4. September das Letzte Viertel erreicht. Am 11. sindet Neumond statt, und am 18. haben mir das Erste Viertel. Der nächste Vollmond am 24. Septem- ber wird eine Finsternis bringen, bei der jedoch nur 12 Pro- ßeni des Monddurchmessers verfinstert werden. Da die Mitte der Verfinsterung für uns auf die Mittagsstunden fällt, so werden wir nichts von der, Erscheinung beobachten können.

Unter den Planeten ist zunächst Venus als Abendstern in der Jungfrau zu sehen, die am 9. in der Nähe des Mars vorbeiwandert, der jedoch kaum mit unbewaffnetem Auge in der Dämmerung zu sehen sein dürfte. Jupiter im Ophiu- chus und Skorpion ist zu Anfang des Monats bis 9/. und gegen Ende bis 7% Uhr abends zu beobachten.

Saturn im Stier, über den wir das vorige Mal ausführ­licher berichteten, ist zu Anfang des Monats von 10^ und

Montag den 2. September

der Zweiganstalt erwächst. Die Mittel werden nach den für Kreisabgaben geltenden Grundsätzen ausgebracht (§ 798 Zisf. 2, § 828).

Ich ersuche, diesen Erlaß rm Regierungennttsblatte zu veröffentlichen.

Berlin W. 9, den 24. Mai 1912.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

I. V.: Schreiber.

Vorstehenden Erlaß bringen wir zur Kenntnis. Er be­trifft die-llnfallverstcherung der Personen, die bei Unter­nehmern nicht gewerbsmäßiger Bauarbeiten und bei nicht gewerbsmäßigem Halten von Reittteren ober Fahrzeugen beschäftigt sind; er ist in Nr. 25 des Regierungsamtsblattes vom 19. Juni 1912 abgedruckt worden. Da die Bestim- mungen (vergl. die §§ 783 bis 842 der Reichsversicherungs- ordnung) manche Neuerungen bringen unb für die Allge­meinheit besonderes Interesse bieten, erscheint es angebracht, sie rechtzeittg vor dem Inkrafttreten des 3. Buches der Reichsversicherungsordnung (Unfallversicherung) in wirk­samer Weise zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen.

Hanau den 30. August 1912.

Der Magistrat. . I. A.: Bartmuß.

Bekanntmachung.

Arbeitsucheide: 1 Dienstmädchen, 4 Fabrikarbeiter, 4 Haus- burschen, 6 Hilfsarbeiter, 1 Kellner, 2 Monatsfrauen, 1 Polifeuse, 6 Taglöhner, 1 Waschfrau. Für ein 15 Jahre altes Dienstmädchen wird Stellung nach auswärts gesucht.

Offene Stellen. Es werden gesucht: 1 Bauschlosser, 1 Bäcker, 4 Dienstmädchen, 2 Dreher, 1 Friseur, 1 Friseurlehrling,

2 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Schreiber.

Hanau den 31. August 1912.

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Zwangsversteigerung.

Im Wege Ler Zwangsvollstreckung soll das in Groß­krotzenburg belegene, im Grundbuchs von Großkrotzenburg Band 20 Blatt Nr. 1018 zur Zeit der Eintragung Les Ver­steigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckers Gustav Hirschmann, Löbs Sohn, in Eroßkrotzenbusg eingetragene Grundstück:

Ktbl. G. Parz. Nr. 800/118b Bahnhofstraße 14

a) Wohnhaus mit Hofraum,

b) Backhaus (A),

gegen Ende von 8^ Uhr abends an der Beobachtung zugäng­lich. Sein hellster Mond, Titan, steht am 9. und 25. Septem­ber in östlicher Elongation, wonach er in einem kleineren Fernrohr leicht während des ganzen Monats aufgefunden werden kann. Am Morgeuhimmel ist im Löwen und in der Sungfrau der Merkur in der ersten Hälfte des Monats von 4% Uhr früh an zu sehen, der am 8. seine größte west­liche Elongation erreicht. Wenn der Himmel sehr klar ist, sollte man dann auch nicht verfehlen, nach dem blaffen Lichtkegel des Zodiakallichts auszuschauen, der vor dem Be­ginn der astronomischen Dämmerung am Osthimmel einige Zett zu sehen ist.

Die Orientierung am Fixsternhimmel gestaltet sich im September auf den ersten Blick vielleicht etwas schwieriger als sonst, doch gelingt es nach wenigen Versuchen leicht, sich auch hier zurechtzufinden. Beginnen wir im Norden, wo sich der Große Bär feiner tiefsten Stellung, der unteren Kulmi- nation, nähert! Durch Verbinden der beiden am weitesten von dem Schwanz des Bären abstehenden Hellen Sterne ge­langen wir, in derselben Richtung aufwärtssteigend, zum Polarstern. Von diesem aus bettachtet, liegt der Kepheus nahe dem Zenit symmetrisch zum großen Bären oder Wagen. Geht man von dem Stern desselben, an dem die Deichsel angreift, unmittelbar auf Polaris zu und legt dann in der­selben Richtung diese Strecke noch zweimal zurück, so gelangt man zu einer Konstellation, die dem Wagen täuschend ähn­lich sieht. Das Viereck des Wagenkastens vertritt der Pe­gasus und die Deichselsterne werden der Andromeda ent­lehnt. Es sind jedoch nicht drei wie dort, sondern hier vier. Verfolgt man von dem dritten aus zur Kassiopeja hin den Gürtel der Andromeda, so gewahrt man bald einen blassen Lichtfleck, der seinem Aussehen nach an einen Kometen er­innert: es ist der große Andromedanebel. Auf die Andro­meda folgt ihr mythischer Befreier, der Perseus, mit dem Medusenhaupt. Unter dem Pegasus findet sich diewäffe- rige" Gegend des Himmels: der Waffermann, die Fische

Fernsprechanschlich Nr. 230. 1912

e) Stall (B) = 3,24 Ar,

Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 889, Eebäudesteuerrolle Nr. 255, jährlicher Nutzungswert 435 Mark am 29. Oktober 1912, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Gastwirtschaft ,Hum Adler" in Gro^rotzenburg versteigert werden. Hanau den 27. August 1912. 21497

Königliches AmtsgeriO, Abt. 2.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, wie in nachstehenden Gemeinden des Kreises Offenbach der Beginn der allgemeinen Obsternte festgesetzt ist Offenbach den 24. AuMst 1912. P. 9496

Großherzogliches Kreisamt. Lochmann.

Bieber: 14. September für Zwetschen, 23. .September für Aepfel unb Birnen. Dietesheim: Kein bestimmter Ter­min. Dietzenbach: 1. Oktober für Aepfel. Dreieichen­hain: 30. September für Aepfel und Spätbirnen. Duden­hofen: Kein bestimmter Termin. Egelsbach: 16. Sep­tember für Zwetschen, 1. Oktober für Aepfel und Birnen. Froschhausen: 9. September für Zwetschen, 16. September für Aepfel, 1. Oktober für Spätbirnen. Götzenhain: 1. September für Zwetschen, 1. Oktober für Aepfel und Spätbirnen. Groß-Steinheim: Kein bestimmter Termin.

Hainhausen: Kein bestimmter Termin. Hainstadl: Kein bestimmter Termin. Hausen: Kein bestimmter Ter­min. Heusenstamm: Kein bestimmter Termin. Jüges­heim: Kein bestimmter Termin. Klein-Auheim: Kei» bestimmter Termin. Klein-Krotzenburg: Kein bestimm- ter Termin. Klein-Steinheim: 20. September für sämt­liches Obst. Klein-Welzheim: Kein bestimmter Ter­min. Lämmerspiel: 15. September für Zwetschen, 25. September für Aepfel unL Birnen. Langen: 1. Sep­tember für Zwetschen und sonstiges Steinobst, 25. September für Aepfel und Birnen. Mainflingen: 2. September für Zwetschen, 16. September für Aepfel und Birnen. Mühl­heim: 1923. September für alle Obstarten. Neu-Isen­burg: Kein bestimmter Termin. Obertshausen: Kein bestimmter Termin. Offenthal: 10. September für Zwet­schen, 25. September für Aepfel und Birnen. Rem­brücken: Kein bestimmter Termin. Rumpenheim: Kein bestimmter Termin. Seligenstadt: 15. September für alle Obstsorten. Sprendlingen: 30. September für Aepfel, 10. Oktober für Spätbirnen. Steinbach: 23. September für Aepfel. Weiskirchen: Kein bestimmter Termin. Zellhausen: Kein bestimmter Termin. und unter diesen weiter nach Osten hin der Walfisch. Den Fischen folgt im Tierkreis der Widder und dann der jetzt gerade ausgehende Stier, der die Sternhaufen der Plejaden und Hyaden enthält. Im Nordosten fällt sogleich der sehr helle Hauptstern des Fuhrmanns, Capella, ins Auge. Ihm gegenüber steht, jedoch viel höher über dem Horizont, Wega in der Leier. Oestlich neben ihr Deneb, der Hauptstern des Schwans, und darunter das schöne Sternbiß) des Adlers. Tief im Südwesten und Süden liegen die Tierkreisbilder Schütze und Steinbock. Die westlich stehenden Sternbilder Herkules, Ophiuchus und Bootes sind uns wohl von früheren Beobachtungen her so geläufig, daß wir nicht näher darauf einzugehen brauchen. Für Beobachtungen im Fernrohr wollen wir, wie das vorige Mal, wieder einige Vorschläge machen. Zunächst folgende Doppelsterne: Beta im Schwan, Gamma im Delphin, den wunderschönen farbigen Duplex Gamma in der Andromeda und das enge Paar Zeür im Waffermann. Don Sternhaufen und Nebelflecken käme außer den das vorige Mal genannten vor allen Dingen noch der sehr reiche Doppel-Sternhaufen chi und h im Perseus in Betracht.

Alv umblätter.

Ganz mühelos läßt sich Freude nicht erjagen, Wer Blumen pflanzt, der muß viel

* * *

Im Feld die vollen Nehren, Wie stehn sie so gebückt!

Von ihres eignen schweren Reichtumes Last gedrückt.

Wie nickte sonst im Felde Ihr Haupt so leicht und frei. Nun sehnen sie in Bälde Den Schnitter selbst herbei.