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General-Anzeiger
Bezugspreis:
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Bit SgespaUene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg im Rellametell die Zeile 50 Pfg
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kava«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg. für Post, bezug vierteljährlich 2J0 ML, monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm,
Nr. 202
^ernsprechanschlttß Nr. 230.
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Donnerstag den 29. Angust
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Fernsprechanschltch Nr. 230.
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1912
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuld- verschreibungen der 3 proz. deutschen Reichsanleihe von 1902, Reihe V Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der 3^ vormals 4 proz. deutschen Reichsanleihe von 1884 und Reihe VI Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der 3% vormals 4 proz. deutschen Reichsanleihe von 1880 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Oktober 1912 bis 30. September 1922 nebst den Erneuerungsfcheinen für die folgende Reihe werden
vom. 3. September ds. Js. ab ausgereicht und zwar
durch die Königlich Preußische Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94,
durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46a,
durch die Preußische Zentral-Genossenschaftskaffe in Berlin C. 2, am Zeughause 2,
durch alle Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und alle mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbanknebenstellen,
durch alle preußischen Regierungshauptkaffen, Kreiskaffen, Oberzollkassen, Zollkaffen und hauptamtlich verwalteten Forstkaffen,
durch diejenigen Oberpostkaffen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet,
außerdem bei bestimmten außerpreußischen Kaffen.
Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Er- neuerungsscheine (Anweisungen, Talons) einzuliefern sind, werden von den vorbezeichneten Ausreichungsstellen unentgeltlich abgegeben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind.
Berlin den 12. August 1912. K. 687
Reichsschuldenverwaltung.
von Bischof fs Hausen.
Stadtkreis kjanau. Bekanntmamung.
Wegen bevorstehender Auflösung des städtischen Stets bau-Bureaus find alle noch ausstehenden Rechnungen für Lieferungen und Arbeiten, die durch diese Dienststelle vergeben wurden, umgehend, spätestens aber bis zum 7. September d. Js. dorthin einzureichen.
Hanau den 27. August 1912. 21253
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild.
Stadttheater in Hanau.
In wenigen Tagen werden die Prospekte für die kommende Winterspielzeit 1912/13 des Hanauer Stadttheaters herausgegeben und in den Besitz der Leser dieses Blattes gelangen. Wir werden dann Gelegenheit nehmen, auf die in Aussicht stehenden künstlerischen Genüsse näher' sinzugehen sowie auch auf die neuengagierten Kräfte, welche zu den schönsten Hoffnungen berechtigen und dazu beitragen werden, den Ruf des Hanauer Stadttheaters als gediegene Kunststätte auch weiter zu befestigen. Die Spielzeit wird am Sonntag den 22. September mit einer Vorstellung außer Abonnement eröffnet und zwar mit dem letzten Werk des berühmten Komponisten Franz Lehar, der Operette „E v a, das Fabrikmädel". Die offizielle Eröffnungsvor- stellung im Abonnement ist dann am Mittwoch den 25. Sep- tenioei und bringt eine feine Lustspielnovität von Alfred Halm und Robert Saudeck, betitelt „H e i l i g e n w a l d". Hrerauf folgt in einer hervorragenden Vorbereitung Ernst Hardts gewaltige Schöpfung „Gudrun" mit der wieder- LUgagierten, hochtalentierten jugendlichen Heldin Marta A 11 ns in der Titelrolle, doch bietet dieses Stück auch den neue verpflichteten Vertretern des Helden- und Charakter- faches Gelegenheit, sich bestens einzuführen. Es find dies der 1. Held, Herr WalterBrandt, ein Darsteller ersten Ranges, welcher bereits von September 1913 an für fünf Jahre als 1. Held an das Kgl. Hoftheater in Dresden engagiert ist, ferner der 1. jugendliche Held, Herr Wilhelm Holtz, vom Stadttheater in Görlitz und der 1. Charakterspieler, Herr Otto Hunold, vom Hoftheater in Sondershausen, die sich sämtlich bald die Gunst des Publikums erwerben werden. Die verehrlichen Abonnenten werden gebeten, sich mit Herrn Theaterkaffiere-r Chr. Kempf-Bamberger, Leimenstraße 46, wegen der
Bekanntmachung.
Das für den 1. September d. Js. geplante Jugend- und Turnfest in Wilhelmsbad ist wegen des ungünstigen Zustandes der Festwiese auf
Sonntag den 15. September verschoben worden.
Die gelösten Eintritts-Karten behalten ihre Gültigkeit.
Der Ausschuß der Heraeus'schen Stiftung für Jugendspiele.
J. A.: Hild, Bürgermeister. 21233
Dienstnachrichten.
In Kleinostheim, Bezirk Aschaffenburg, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Der Amtsbezirk Aschaffenburg ist dadurch wieder seuchenfrei; es bestehen dortselbst z. ZI. weder Sperrbezirke noch Beobachtungsgebiete.
Hanau den 28. August 1912. V 5056
Erlmdm uni) Kilorent SkWslimde k.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit 1,21 Mk., 1 Damenschirm mit rundem weißen Metallgriff, 1 grün- und weißgeblümte Kaffee-Tischdecke, 1 Messingrohr 1,12 cm lang, IP/» cm Durchmesser.
Verloren: 1 kleines schwarzes Damenportemonnaie mit etwa 10 Mk.
Zugelaufen: 1 junger weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen m. Geschl.
Hanau den 29. August 1912.
Politische Rundschau.
Die Reise des Kaisers nach de? Schweiz Nicht aufgegeben.
Die Erwartungen und Hoffnungen der Schweizer werden nicht getäuscht werden. Der Kaiser wird, wie auf der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin mitgeteilt wurde, seine Reise programmmäßig antreten. Bei der Gesandtschaft lief am Mittwoch mittag aus Wilhelmshöhe die Nachricht ein, daß das Befinden des Monarchen soweit gebessert erscheint, daß eine bestimmte Zusage gemacht werden könne. Wie wir schon berichtet haben, ist aber eine Verkürzung des Programms in Aussicht genommen. Der Kaiser wird jedoch, wenn das Wetter es irgendwie gestattet, die Fahrt nach Interlaken antreten und auch die Reise mit der Jungfraubahn dürfte, wenn irgendmöglich, ausgeführt werden.
Das Befinden des Kaisers ist, wie aus der obigen Meldung schon hervorgeht, durchaus zufriedenstellend. Am Mittwoch wurde darüber folgender Bericht ausgegeben:
Die Entzündungserscheinungen sind beseitigt. Die Schmerzen haben sich verloren. Zur völligen Wiederherstellung bedarf es noch einiger Tage der Schonung. Der gewünschten Plätze in Verbindung zu setzen, da derselbe jetzt schon Bestellungen entgegennimmt.
Die Pilze. Mitteilung vom Wandervogel.
5.
Pilzvergiftungen. Schon im ersten Aufsatze haben wir ernsthaft auf die Gefährlichkeit mancher Pilze und die Gefahren nicht nur der giftigen, sondern besonders der schlechten Pilze hingewiesen. Wer die ausgestellten Pilze öfter gesehen hat, wird bemerkt haben, wie rasch manche von ihnen zerfielen. Gerade bei feuchter Witterung wie jetzt, ist das oft schon in 24 Stunden der Fall. Man sieht jetzt überall im Freien Pilze, die bereits ganz von weißen Moderpilzen überzogen sind und bei anderen, die noch ganz stattlich aussehen, findet man am Stil oder unter dem Hute einen weißlichen Moderüberzug. Man sammle nur ftische, gesunde Pilze und kaufe nur solche, die fest und gut aussehen.
Im übrigen gibt es nur einen Rat: Man lerne die Pilze kennen, denn man kann sich nur vor dem hüten, was man kennt. Da sagen manche sogar: Ja, wir sammeln nur einen Pilz, nur Champignon, oder nur Steinpilze, da kann uns nichts passieren. Mir scheint, daß die Leute, denen etwas passiert, meist gerade zu dieser Gruppe gehören. Neulich begegneten uns im Walde zwei Damen, die ihre Schirme als Pilzbehälter benützten. Neugierig erkundigte ich mich, was denn das für Pilze seien. „Ja, wir sammeln nur Champignons." Die ersten Pilze, die'bei näherer Besichtigung aus dem gar nicht so unpraktischen, oft derart benutzten Regendach herauskamen, waren alles andere als Champignons. Es waren Milchlinge, also eine nach Bau und Wesen ganz verschiedene Pilzart. Allerdings waren es Pfeffer- Milchlinge — Lactaria piperatä —, die bei dem nassen Wetter in der Farbe dem Champignon ganz wenig ähnelten,
Kaiser machte Mittwoch vormittag bei günstigem Wetter einne längeren Spaziergang.
Wie der „Lokalanz." noch berichtet, hat der Kaiser die Nacht zum Mittwoch sehr gut verbracht, sodaß er sich bereits zeitig erheben konnte. Eine Untersuchung durch den Generalarzt Dr. Zuncker ergab, daß die Schwellung der rechten Gaumenmuskulatur nahezu gänzlich beteiligt ist. Die Stimme des Kaisers ist zwar noch immer etwas belegt und hat ihre volle Kraft noch nicht wieder erlangt, doch dürfte dies schon in den nächsten Tagen der Fall sein. Dir schmerzhaften rheumatischen Schwellungen find gänzlich zurückgegangen, ebenso die AnWoellung der Drüsen. Das Krankheitsgefühl ist geschwunden und die Temperatur wieder normal. Da am Vormittag warmer Sonnenschein herrschte, so machte der Kaiser in Begleitung des Generalarztes unS des Chefs des Militarkabtnetts einen Spaziergang. Innerhalb der königlichen Parkanlagen gaben ihm die Kaiserin und Priuzeffin Viktoria Luise das Geleit. Der Kaiser dehnte feinen Spaziergang bis zum Frche der Herkulesstatue aus und legte die ziemlich erheblichen Steigungen des (^eläribes ohne Anstrengung zurück. <£r kehrte auch zu Fuß wieder zum Schloß zurück.
Ein Wunsch des Kaisers. In vielen Kreisen der Bevölkerung ist die Absicht geäußert worden, aus Anlaß des bevorstehenden 25 jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers ihrer Verehrung für den Monarchen und ihrer Freude über dieses Fest durch Geschenke und Darbietungen verschiedener Art Ausdruck zu geben. Durch mehrfach« Anfrage find diese Wünsche auch zur persönlichen Kenntnis des Kaiser- gekommen. Wie die Berliner Korrespondenz hört, möchte der Kaiser indes bei aller Anerftynung der hierin zum Ausdruck kommenden Gesinnung sich die Annahme von persönlichen Geschenken aus dem erwähnten Anlaß versagen. Dagegen würde es seinem Wunsche entsprechen, wenn die hierfür etwa in Aussicht genommenen Mittel wohltätigen, gemeinnützige« oder patriotischen Zwecken unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der betreffenden Bevölkerungskreise zugewandt werden.
National-Flugspende. In zahlreichen Orten Derüsch- lands wird am Sedantage, dem 2. September, eine näch künstlerischen Entwürfen hergestellte Medaille vertrieben werden, deren Reingewinn der Rational-Flugspende zufließt. Der Vertrieb der Medaille soll jedoch nicht an diesen Tag gebunden sein, sondern kaun auch zu jedem anderen späteren Zeitpunkt erfolgen. Die Medaille eignet fich namentlich auch zur Verleihung bei sportlichen Veranstaltungen der Schulen und Jugend - Turnabteilungen. Der Verkaufspreis beträgt 60 Pfennnig. Sie kann auch in Broschenform zum Preise von 50 Pfennig geliefert werden. Für Sammler und sonstige Interessenten ist sie außerdem in einem Format von 60 Millimeter erschienen und zum Preise von 6 Mark zu ihre Form war aber so, wie sie ein Champignon niemals hat, außerdem fließt aus Fleisch und Blättern ein weißer Saft, der so scharf schmeckt, daß, wer einmal daran geleckt hat, ihn nie vergißt. Meine Kinder haben ihn Marzipanpilz getauft und in jedem Frühjahr beginnt die Pilzsaison damit, daß sie herumziehen und unter allen Bekannten gutmütige Toren suchen, die an dem Pilz lecken. Das sauere Gesicht, das der Betroffene nach einigen Minuten zieht, wenn der Saft zu wirken beginnt, ruft stets neuen Jubel hervor. Der Pilz ist nicht giftig; er hätte also ruhig mit den Champignons gekocht werden können, aber er ist zähe und schmeâ nach Leim. Die siebenbürger Sachsen, die ihn in Masse verzehren, müssen ein besonderes Rezept dafür besitzen.
Es ist gar nicht nötig, daß man alle Pilze kennt — eins der besten populären Pilzbücher enthält über dreihundert Arten abgebildet, davon 150 eßbare; auch bei uns wachsen 50—100 eßbare Sorten im Laufe des Jahres. Aber wer Pilze sammeln will, sollte sich doch nach und nach ore Kenntnis einer größeren Anzahl von Arten verschaffen. Das ist gar nicht so schwer. Es ist nicht nötig, alle Giftpilze zu kennen — aber wer eine größere Zahl Pilze bestimmen kann, der kennt auch die Sorten sicher und genau, die er essen will. Er braucht ja nicht zu wissen, daß irgend etn gefundener Pilz gerade Amanita. bulbosa heißt, er rotre dann aber gleich sehen: Das ist kein Champignon.
Umgekehrt ein Gegenbeispiel zu diesen Sammlern einen Pilzes, den sie angeblich kennen. In Brünn wurde mir über eine Dame kürzlich berichtet, daß sie sicher an Pilzvergiftung sterben werde; sie effe einfach alle Pilze, auch solche, die im Pilzbuche als giftig verzeichnet seien. Als ich denn bei dieser gefährlichen Dame, die ich schon länger kannte, zu Tische war, suchte ich dem Ding auf den Grund zu kommen. Schon nach wenigen Worten merkte ich, daß sie ohne die lateinischen Ramen mindestens soviel von PiHen verstand, wie ich. also sicherlich auch keine Giftpilze verzehrte.