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EinrückungsgeSöhrr

Mt vgefpaltene Petttzeile oder deren Raum 20 Pfg- Im RellameteU die Zeile 60 Pfg.

Notattonsdruck und Verlag der Buchdruckers! des verein. eo. Waisenhauses in Hana«.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für $W= und FandKreis Arm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreksr

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 210 Mk., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau

9fr 197 Feritsprechanschluß Nr. 230.

Frcitag den 23. August

Fernsprechanschlich Nr. 230. 1912

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Nachdem die Nußallee zwischen Fischerhüttenweg und Ka- aattor nunmehr endgültig reguliert und mit einer Klein­pflasterdecke versehen worden ist, werden die Anlieger dieser Strahenstrecke auf die Vorschriften tier Polizeiordnung vom 3. Juli 1790 in Verbindung mit der Straßenpolizeiverord- mmg vom 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.

Danach müssen die Straßen einschließlich der Rinnen und Bürgersteige Mittwochs- und Samstagsnachmittags längs der ganzen Frontlänge eines Grundstückes bis zur Mittel­linie des Straßendammes gründlich gereinigt werden. Ver­antwortlich find die Eigentümer oder Mieter ganzer Häuser.

Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit dem 24, ds. Mts.

Hanau den 21. August 1912. P. 9244

Königliche Polizeidirektion.

I. V.: Karbe.

Beschluß. Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Nieder­rodenbach belegenen, im Grundbuchs von Niederrodenbach Band 14 Artikel 761 in Abt. I unter Nr. 18 und Band V Artikel 270 in Abt. I unter Nr. 111, 1319 und 22, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsn "Merkes bezüglich Pand 14 Art. 761 auf den Namen

a) des Taglöhners Georg Schwindt, Conrads Sohn, zu Niederrodenbach,

b) bezüglich Band V Art. 270 auf den Namen der Ehe­frau des Pulverarbeiters Georg Schwindt, Elisabeth, geb. Eisler, in Niederrodenbach,

'eingetragenen Grundstücke:

Art. 761

Niederrodenbach, Krtbl. L 264 Ueber dem Diebsschlich, Acker, 11 ar 69 qm,

Krtbl. E 686 Am Graben, Wiese, 6 ar 28 qm,

Krtbl. K 65 Am Vutschlich, Wiese, 1 ar 15 qm,

* Krtbl. J 822/117 Hanauerstraße, Haus­garten, 7 ar 5 qm,

Krtbl. J 821/116 Hanauerstraße Nr. 141 a) Wohnhaus 3 ar 89 qm,

b) Scheuer (A) mit Stall

c) Stallgebäude (B),

* Krtbl. H 77 Auf dem Weibels, Acker,

3 ar 34 qm,

Krtbl. H 78 Auf dem Weibels, Acker,

5 ar 9 qm,

Krtbl. H 79 Auf dem Weibels, Acker,

5 ar 9 qm, eingetragen in der Grundsteuermutterrolle von Nieder­rodenbach unter Artikel 169 und 711 und in der Ee- bäudesteuerrolle unter Nr. 169 mit einem Nutzungswert von 60 Mark,

Art. 270

Niederrodenbach, Krtbl. A 667 Im Weidengebiet, Wiese, 8 ar 3 qm,

Krtbl. A 720 Am Bügel, Wiese, 3arl8qm Krtbl. C 127 Vor dem Hadert, Acker, 17 ar 34 qm, », Krtbl E 70 Zwischen den Gräben, Wiese, 1 ar 53 qm,

" Krtbl. E 950 Auf dem Bachgraben, Wiese, 2 ar 80 qm,

" Krtbl E 991 Auf dem Vachgraben, Wiese, 1 ar 40 qm,

" Krtbl. F 91 Auf der Schweinsgrube, Wiese, 5 ar 41 qm,

" Krtbl. F 244 An der krummen Vach, Wiese, 2 ar 93 qm, Krtbl. G 337 Vorm Hain, Acker, 4ar 14 qw, " Krtbl. J 184 Vor dem Nieth, Acker,

2 ar 23 qm,

" Krtbl. J 213 Vor dem Rieth, Acker,

X 4 ar 61 qm, " Krtbl. M 48 Im Geiersgraben, Acker, 5 ar 89 qm, " Krtbl. M 190 Die Obergartel, Wiese, l ar 14 qm,

" Krtbl. M 641 Die Eartel, Garten, 76 qm, Krtbl. M 1137 In dem Hühnerloch, Garten, 70 qm.

Niederrodenbach Krtbl. N 181 Am Breitenweg, Acker, 6 ar 44 qm,

Krtbl. 0 350 Hinter der Obermühle, Acker, 10 ar 74 qm,

Krtbl. 8 479 In der Dornbach, Acker, 8 ar 99 qm,

M Krtbl. J 907/575 Am Hanauer Weg, Acker, 6 ar 80 qm, eingetragen in der Erundsteuermutterrolle von Nieder­rodenbach unter Art. Nr. 169,

am 1. November 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 versteigert werden.

Hanau den 8. August 1912. 20689

Königliches Amtsgericht Abt. 2.

Politische Rundschau.

Aus China. Sunyatsen ist in Tientfin angekommen, wo er drei Tage zu bleiben gedenkt, um sich dann für zwölf Tage nach Peking zu begeben. Iuanschikai sucht ihm einen mög­lichst glänzenden Empfang zu bereiten, offenbar in der Ab­sicht, ihn und die Tungmenghui-Partei für sich zu gewinnen. Iuanschikai soll dieser Partei einflußreiche Beteiligung an der Regierung und sonstige Vergünstigungen versprochen haben, wogegen die . Tungmenghui-Führer versprochen hätten, die Zentralisierung der Regierung und der Heeres­verwaltung sowie die endgültige Wahl Iuansüstkais zürn Präsidenten zu fördern.

Der Militäretat in der bayerischen Kammer.

München, 22. August. Im weiteren Fortgange der Ge­neraldebatte zum Militäretat hat heute zunächst Abg. Dr. Quidde fPb.) in der Reihe der Redner die grundsätzlichen Fragen erörtert. Er sprach vom Standpunkte der Pacifisten, schränkte dabei seinen Standpunkt von früher wesentlich dahin ein, daß natürlich nur eine internationale Verstän­digung, niemals aber in so kritischen Zeitläuften wie heute, ein einzelner Staat, das Abrüstungsproblem lösen könne. Kriegsminister Freiherr v. Kreß weigert sich, aus die an ihn gestellten politischen und parteipolitischen Fragen ein­zugehen. Die Armee müsse unter allen Umständen von allen politischen Bestrebungen freigehalten werden. Es sei aber auch tatsächlich festgestellt, daß von der sozialdemokratischen Bewegung im Heere nichts zu bemerken sei. Uebrigens sei die Stellungnahme der Heeresverwaltung zu den Sozial­demokraten ohnehin genügend bekannt. Der Erlaß an die inaktiven Offiziere wegen der politischen Betätigung sei im Gegensatz zu der Annahme der Redner des Hauses schon längst vor der Auflösung des Landtages, und also auch schon vor den Wahlkämpfen ergangen. Nur die verspätete Ver­öffentlichung durch das Vezirkskommando in Nürnberg hat das Mißverständnis, als sei der Erlaß auf die Wahl be­rechnet gewesen, hervorrufen können. Im übrigen sprach sich der Kriegsminister wiederholt gegen bie Abkürzung der aktiven Militärzeit aus und erwiderte den sozialdemokra­tischen Rednern, daß die Entscheidung über Krieg oder Frie­den durchaus nicht in eine Hand gegeben, sondern von der Zustimmung des Bundesrates abhängig sei. Der Zentrums­abgeordnete Frhr. v. Franckenstein verlangte vom Kriegs­minister in energischem Tone die schärfste Bekämpfung der Sozialdemokratie bis zu der äußersten Grenze der gesetz­lichen Bestimmungen. Auch die Erklärung des Kriegsmi­nisters müsse in diesem Punkte viel schärfer werden. Die Kasernen dürfen nicht der Tummelplatz der Sozialdemo­kratie werden. Der Erlaß des früheren Kriegsministers an die inaktiverr- Offiziere müsse jedenfalls und stets streng durchgeführt werden, nicht etwa in der gestrigen Auslegung des liberalen Führers, dem der Kriegsminister zu wenig scharf entgegengetreten sei. Schließlich verlangte der Zen­trumsredner noch das Verbot desSimplizissimus" für die Offizierkasinos. Die Offiziere kämen an sich schon immer tiefer in dieseSimplizissimus"-Kultur. Der liberale Abg. Dr. Dirr warf dem Zentrum vor, es mache systematisch die Minister zu parteipolitischen Handlangern für seine Partei­politik, nannte mit Bezug auf das frühere schwarz-rote Bündnis die heutige Politik des Zentrums unehrlich und sprach die Erwartung aus, daß das Offizierkorps die Be­vormundung des Zentrums zurückzuweisen verstehen werde. Dann nahm der Kriegsminister Freiherr v. Kreß das Wort. Er wies die grundlose Verdächtigung des Frhrn. v. Francken­stein mit schärfstem Protest zurück. Nicht den Schatten eines Beweises habe der Zentrumsredner für seine schweren Vor­würfe erbracht, die er dem unantastbaren Offizierkorps ge­macht habe mit dem Worte do« bei SimvliMimus-Kultur,

nicht den Schatten auch eines Beweises, daß im Heer« sozialdemokratische Tendenzen herrschten. Er lasse sich nach seinen klaren Darlegungen zum Offizierserlaß des früheren Kriegsministers auch zu keiner weiteren Erklärung zwingen. Den vom Vizepräsidenten Frank zurückgewiesenen Ausdruck Verdächtigung" minderte der Minister nicht ab. Abg. Frhr. v. Franckenstein kündigte für später eine Antwort im Rah­men der persönlichen Bemerkung an. Die Beratung des Mi­litäretats wird morgen fortgesetzt.

Marokko.

Es Ksar, 22. August. Muley Iussuf ist zum Sultan pro­klamiert worden. Es herrscht vollkommene Ruhe. Bei Sidi-el-Barek ist ein neuer spanischer Posten eingerichtet worden, um das umliegende Gebiet zu beruhigen.

Tanger, 22. August. Wegen Veschützung des von den Deutschen in Marrakesch zurückgelasienen Eigentums ist dem dortigen Pascha auf konsularischem Wege ein Antrag zuge­gangen, begleitet von einem Verzeichnis der ständig zu be­wachenden deutschen Geschäfts- und Wohnhäuser. In Mo- gador meutert die Polizeitruppe. Die von Marrakesch gegen El Hiba abgesandte Expedition soll sich den Meuterern an­geschlossen haben.

Paris, 22. August. Aus Mazagan wird unter dem 20. August gemeldet: El Hiba ist am 16. August vor Marrakesch eingetroffen und lieferte den Truppen bis zum 18. August mehrere Kämpfe. Nachdem dann Mtugi und die einheimisch« Polizeiabteilung zu ihm übergeangen waren, zog er am 16. August in die Stadt ein. Er bemächtigte sich der Kasbah und wurde zum Sultan ausgerufen. El Glaui, der treugeblieben ist, wird mit dem französischen Konsul Margret, dem Vize­konsul, einem Hauptmann und einem Leutnant in seinem Hause belagert. El Hiba soll nur über zweitausend Mann und zwei minderwertige Geschütze verfügen. An alle Stämme soll er Sendboten geschickt haben.

Die Krise in der Türkei.

Die Lage in Albanien.

Konstantinopel, 22. August. Authentische Nachrichten be­stätigen, daß am 16. August ein Angriff auf Durazzo aus- geführt wurde. Eine Abteilung von zweihundert katholischen Albanesen erschien vor der Stadt und verlangte von Mu- tessarif die Erlaubnis zum Einmarsch. Die Behörden wollten ihnen, in der Meinung, daß es sich um Leute des mohamme­danischen Albanesenchefs Toptani handle, den Einmarsch gestatten; als man den Irrtum erkannt hatte, rückte eine halbe Kompanie Infanterie, 60 Gendarmen und eine Anzahl Freiwilliger gegen die Albanesen. Auf Ersuchen des Gou­verneurs versuchte der katholische Erzbischof, einem Kon­flikt vorzubeugen, doch vergeblich. Der Kampf dauerte fünf Stunden und endete mit dem Rückzüge der Arnauten. Die Verluste der beiden Parteien sind unbekannt. Don den Konsulaten eingelaufene Nachrichten bestätigen, daß alle Albanesen Hess üb verlassen haben.

Die Kriegsgefahr an der montenegrinischen Grenze steht heute wieder, nachdem sich die Arnauten etwas be­ruhigt haben, im Vordergründe des Interesses. Die Türkei hat ihre Truppen vorrücken laßen, und die Montenegriner sind einstweilen zurückgewichen. Darüber wird berichtet:

Dschaoid Pascha hat Auftrag erhalten, die Stadt Be- rane zu entsetzen. Die Truppen und die Bevölkerung wer­den im Fort Berane von Montenegrinern und Malistoren belagert. Dschavid Pascha hat strengen Befehl, die Trup­pen an einer Ueberschreitung der montenegrinischen Grenze unter allen Umständen zu hindern. Ein weiteres Telegramm meldet: In Berane marschierten türkische Truppen unter Oberst Hassan Jzzut ein. Die Montene­griner sind abgezogen.

Das ist eigentlich schon der offene Kriegszustand: man belagert, man entsetzt und man zieht ab; nur daß bei dieser Entsatzexpedition nicht geschoßen worden ist. Aber so ist es schon oft gewesen, und es ist doch nicht zu offenen Feind­seligkeiten gekommen.

Eine Erklärung Montenegros fixiert den Zeitpunkt, daß geschoßen wird, folgendermaßen.

Aus amtlicher Quelle wird gemeldet: Die aus Kon­stantinopel stammenden Anschuldigungen gegen Monte­negro sind unbegründet. Da Montenegro sich an die Groß­mächte gewendet hat, damit sie sich mit der unerträg­lichen Lage befaßen, die durch die fortwährenden von den türkischen Truppen hervorgerufenen Erenzzwischen- fälle geschaffen worden ist, wird es geduldig den Erfolg seines Schrittes abwarten und ist entschloßen, bis dahin alles zu vermeiden, was die schon genug ernste Lage noch