EinrSckungsgebü-rr
Die Sgespaktene Pekltzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 60 Pfg.
Notationsdruck und Verlag der Buchdruckers? des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Ms. 190 Aernsprechanschlrch Nr. 230,
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Amtliches
Landkreis Planati.
Bekanntmachung.
Das Kurhessische Pionierbataillon Nr. 11 in Han- noversch-Münden teilt mit, daß bis Ende August 1912 Zweijährig-Freiwillige für Oktober 1912 angenommen werden. Zunge Leute, die bereit und im Besitze eines Meldescheines zum zweijährig-freiwilligen Dienst sind, wollen denselben an das Bataillon unter Angabe der genauen Adresie einsenden. Handwerker, insbesondere Schneider, Schuhmacher, Schmiede, Zimmerleute, Schiffer, Bergleute, Schlosier, Klempner, Stellmacher, Tischler, Techniker aller Art usw. haben den Vorzug. Hanau den 12. August 1912. M 570
Der Königliche Landrat.
J. A.: Karbe.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung über Erhebung der Kirchensteuer.
Die für das Steuerjahr 1912 zur Erhebung kommende Kirchensteuer beträgt wieder 81/» Prozent der staatl. Einkommensteuer. Da die Genehmigung zur Erhebung durch das König!. Konsistorium und die König!. Regierung bereits erteilt worden ist, wird mit der Abholung der Kirchensteuerbeträge durch Kassenboten demnächst begonnen werden. (Gesetz o. 2T 7. 1908.)
Die Presbyterien 20135
der Marien- und Johanneskirche zu Hanau.
Handelsregister.
Firma:
„F. Kreuter & Co." in Hanau.
Der Kaufmann Ludwig Ohl zu Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die dadurch gebildete offene Handelsgesellschaft mit dem Sitze in Hanau hat am 1. August 1912 begonnen. Persönlich haftende Gesellschafter sind
1. der frühere Inhaber der Firma F. Kreuter & Co., Juwelier Georg Friedrich Kreuter,
2. Kaufmann Johann Ludwig Ohl, beide zu Hanau.
Die Firma ist geändert in Fr. Kreuter & Co. Die dem Kaufmann Johann Ludwig Kreuter zu Hanau erteilte Prokura ist aufrecht erhalten.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 zu Hanau oom 8. August 1912. 20095
Die Schütze der Kohle.
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft steht im Begriff, ein neues Institut für die Erforschung der Kohle und ihrer Derivate (oder Abkömmlinge, d. h. der aus ihr gewonnenen Stoffe) zu errichten. Das neue Institut soll nach Mülheim an her Ruhr kommen und mit reichen Mitteln ausgestattet werden. In der Tat ist die Frage, deren Studium hier betrieben werden soll, von größter Wichtigkeit für unsere ganze Volkswirtschaft. Die Kohle besteht ja bekanntlich nicht nur aus reinem Kohlenstoff, sondern sie enthält noch zahlreiche andere Dinge, Verbindungen des Kohlenstoffs mit dem Wafferstoff und anderes mehr. Durch die sogenannte Verkokung — dadurch, daß man die Kohlen in eine dichte eiserne Retorte kinfüllt und bis zur Rotglut erhitzt — kann man diese Verbindungen in gasförmigem Zustande austreiben. So ent« "dicht bei diesem Vorgänge ungereinigtes Leuchtgas, während uun ziemlich reiner Kohlenstoff, der bekannte Koks, in der Retorte zurückbleibt. Das Leuchtgas wird weiter durch aller- ln Vorrichtungen gereinigt. Zunächst läßt man es durch große Behälter mit vielen kreuz- und quergestellten Wänden, du sogenannten Teerabscheider, hindurchgehen. Hier stößt sich das Gas an den Wänden, und der Teer scheidet aus und lauft zu Boden.
3m Jahre 1911 wurden in Deutschland 1,35 Millionen sonnen leer gewonnen, die einen Verkaufsivert von rund vierzig Millionen Mark besaßen. Das ist bereits eine ganz hübiche Summe. $ber das Bedeutsame liegt darin, daß wir auch nicht annähernd alle Kohle vergasen und verkoken, die dazu geeignet ist. Vielfach wird gute GaSkohle einfach glatt unter dem Kessel verbrannt. . Wollte mml systematisch dazu übergehen, alle Kohle zu vergasen und dann nur den Koks zu verbrennen, so würden wahrscheinlich noch weitere achtzig Millionen Mark allein aus dem Teer gelöst werden können. Dazu aber kommen rwch mancherlei andere Stoffe, die aus dem Gase abgeschieden werden, bevor man es in die Lei
Geveral-Anzkiger
Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Donnerstag den 15. August
der SoaMmd Anim MW 1912.
Regierungsbezirk Cassel, Land-Kreis Hanau. Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 — gut, 3 — mittel (durchschnittlich), 4 — gering, 5 » sehr gering.
Fruchteten usw.
Durch-
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.
sc.)nm für
§
snoten den
1
1—2| 2
[2-31 3
3 4| 4
4—5
_5
Winterweizen
2,5
2,1
1
1
3
1
_
Sommerweiz. Winterspelz
2,5
2,4
—
—
1
1
1
1
—
—
—
(Dinkel)
2,1
Winterroggen
2,5
2,2
1
—
4
—
1
—
—
......
—
Sommerrogg-
2,8
2,5
—
—
1
1
—
—
—
—
—
Sommergerste
2,4
2,3
—
—
3
2
1
—
" —1
—
—
Hafer
2,7
3,1
—
—
—
—
1
—
4
1
1
Erbsen
2,8
2,6
—
—
—
1
1
—
_
—
Ackerbohnen
2,4
24
Wicken
2,6
2,4
—
—
1
—
1
—
—
—
Kartoffeln
3,0
2,4
—
—
1
2
4
1
—
—
Zuckerrüben
2,6
2,6
2,3
—
—
8
2
2
—
—
—
—
Futterrüben
2,2
—
—
4
2
1
—
—
—
—
Flachs (Lein)
2,6
2,3
—
—
—
—
—
—
—
—
—
Klee
3,4
3,1
—
—
—
2
2
2
2
——
—
Luzerne
Wiesen m. kstl.
Bc-tEnt-)
3,0
2,5
—
—
—
4
3
—
—
—
Wässerung
2,5
2,2
—
—
2
1
—
—
—
—
—
Andere Wiesen
3,1
2,6
—
—
1
2
5
x
—
—
—
Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.
Evert, Präsident. V 4728
Politische Rundschau.
Prinz Heinrichs 50. Bezirkstag. Aus Hemmelmark, 14. August, wird berichtet: Dem Prinzen Heinrich sind heute aus Anlaß seines 50. Geburtstages zahlreiche Glückwunschtelegramme, darunter auch vom Kaiser und dem Magistrat der Stadt Kiel, deren Ehrenbürger der Prinz ist, zuge- ga^gen. Heute früh brachten die persönliche Umgebung des Prinzen und die Beamten und Arbeiter des Gutes Hemmelmark ihre Glückwünsche dar. Die Eckernförder Feuerwehr, die Feuerwehr der Königlichen Baugewerksschule und die Sanitätskolonne brachten gestern abend dem Prinzen Heinrich auf Hemmelmark einen Fakelzug. Hauptmann Sauer hielt die Ansprache, in der er auf die stete Hilfsbereitschaft des Prinzen, so namentlich bei dem letzten verheerenden Brande in Eckernförde, hinwies. Prinz Heinrich erwiderte
tungen einfließen läßt. Da ist daS wertvolle Gaswasser, da sind mancherlei Cyanverbindungen und allerlei schwefelhaltige Stoffe.
Und dann stellt der Teer ja nur einen llfohstoff dar, der nun weiter verarbeitet und veredelt wird. Der Teer wird zunächst stufenweise destilliert. Bei geringerer Temperatur gehen allerlei Ocle über, und schließlich bleibt nur noch eine schwere undestillierbare Masse: das Pech in der Retorte zurück. Die Teeröle haben einen Handelswert von zwanzig Millionen, das Pech einen solchen von dreißig Millionen. So wird aus den vierzig Millionen, die der Teer wett ist, durch eine erste Destillation bereits einen Wert von fünfzig Millionen. Ein einziger Arbeitsvorgang schafft 10 Millionen mehr Wert. Und so geht es dann in starkem Tempo weiter. Aus den Teerölen werden ja die mannigfachsten Dinge gewonnen: wertvolle Arzneimittel, prachtvolle Farbstoffe, wunderbare Düfte und Arome. Weiter aber auch gröbere Dinge: alle jene Jmprägnierungsflüssigkeiten, mit denen man Hölzer, Eisenbahnschwellen und dergl. tränkt und dadurch gegen Fäulnis schützt.
Es gibt heute kaum ein Gebiet, wo wir nicht irgendwie auf Abkömmlinge oder mit dem oben genannten Fremdwort: Derivate der Steinkohle bezw. des Steinkohlenteers stoßen. Diese Entwicklung ist aber noch längst nicht am Ende. Es steht vielmehr zu vermuten, daß unsere Chemie noch ganz andere wertvolle Dinge aus dem Teer schaffen wird. Beispielsweise künstlichen Kautschuk. Die Lösung dieserAufgabe ist nur noch eine Frage der Zeit. Danach könnte man die Tausende und Abertausende von Zentnern Kautschuk, welche Automobilindustrie und Elektrotechnik beanspruchen, aus dem einheimischen Teer herstellen. Die Millionen dafür wurden im Laude bleiben, und die riesenhaften Flächen in den Tropen, auf denen gegenwärtig Kautschukbäume angepflanzt sind, stânden für den Getreidebau zur Verfügung.
Man sieht wohl, daß es weitreichende und wichtige Probleme sind, die mit der Steinkohle und mit ihren Deri
Bezugspreis;
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Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur; G. Schrecker ht Hanau.
Fernsprechanschlich Nr. 230* 1912
in herzlichen Dankesworten und sagte, daß die von ihm geleistete Hilfe nichts anderes als seine Pflicht gewesen sei. In der ihm dargebrachten Ehrung erblicke er den Ausdruck von Patriotismus und Anhänglichkeit an das Herrscherhaus.
Marokko. Nachdem der Exsultan Muley Hafid, wie schon berichtet, den heimatlichen Boden verlassen hat, haben die französischen Behörden Marokkos jetzt sein Abdankungsschreiben veröffentlicht und einen seiner Brüder zum Sultan ausgerufen.
Eröffnung der Wahlkampagne in der Türkei. Die türkischen Behörden der Wilajets sind durch Rundschreiben angewiesen worden, schleunigst mit den Vorbereitungen für die neuen Parlamentswahlen zu beginnen, damit die Kammer Mitte November wieder zusammentreten kann.
Rußlands Einfluß auf Montenegros Politik. Wie bestimmt verlautet, hat der russische Botschafter v. Giers dem türkischen Minister des Aeußern Noradunghian die Versicherung gegeben, daß der russische Gesandte in Cetinje Schritte tun werde, um die letzten Zwischenfälle in fteund- schaftlicher Weise auszugleichen. Rußland werde niemals dulden, daß der Statusguo auf dem Balkan erschüttert werde. Noradnughian sprach für diese Mitteilung seinen Dank aus.
Die Krise in der Türkei.
Die Probleme der Türkei.
Konstantinopel, 14. Aug. ^Die Beschlüsse des Minister« rats bezüglich der Forderungen der Albanesen liegen jetzt dem Sultan zur Sanktion vor. Die Frage der Verweisung der Kabinette Hakki und Said vor den Staatsgerächishof bleibt vorläufig noch offen. — Zu dem Einmarsch der Albanesen in Uesküb wird in amtlichen Kreisen erklärt, daß die Arnauten als Freunde in die Stadt eingezogen seien.
Die Situation des Kabinetts ist unverändert. Man bemüht sich, Zia Pascha zur Zurückziehung seiner Demission zu bestimmen; wenn er auf seinem Standpunkt verharrt, wird Ibrahim oder Reschid Ben von der liberalen Entente zum Minister des Innern ernannt.
Wien, 14. Aug. Die „Neue Freie Presse" meldet, der Minister des Aeußern, Graf Berchtold, habe die Initiative ergriffen, um einen Meinungsaustausch darüber herbeizuführen, daß einerseits das gegenwärtige türkische Regime die Interessen der anderen Balkanvölker entsprechend berücksichtigen solle, andererseits aber die Balkanvölker ihre Forderungen an die Pforte mit den tatsächlichen Verhältnissen in Uebereinstimmung bringen möchten.
vaten zusammenhängen. Es sind Fragen, welche die Gipfel der Wissenschaft berühren und Summen von vielen hundert Millionen bewegen und verschieben. Sicher ist eS, daß wir heute die in der Kohle gespeicherten Schätze noch nicht annähernd vollkommen ausnutzen, sondern eine Verschwendung in großem Stile treiben. Es wird eine nützliche und dankenswerte Aufgabe für das neue Institut sein, hier Wandel zu schaffen und eine bessere Nutzung der schwarzen Diamanten herbeizuführen.
Im Gebirge.
Zur Erholung eine tüchtige Kletterpartie, das ist für manchen das Schönste an seinem ganzen Sommerurlaub. Bergstock, Eispickel, Rucksack und wetterfeste Kleidung gehören dazu, wenigstens bei HochgeöirgStouren. Und dann ein gesundes Herz, ein schwindelsteier Blick, ein für grandiose Naturschönheit empfängliches Gemüt, ein bißchen Humor, wenns auch mal keine Aussicht gibt, und nicht zuletzt ein Beutel mit Geld. Ist doch das Kraxslu mit dem Führer, und was so drum und dran hängt, gar nicht so billig. Daß einige Leutchen die Sache übertreiben und als Nimmersatte Berg« fexe einem regelrechten Gipfel-Kletter-Wahnsinn verfallen, worauf alljährlich so und so viele Unglücksfälle zurückzuführen sind, das ist natürlich noch kein Grund, um das Hochgebirge zu verlästern. Gletscher, Firn, Moränen, Lawinen, Sennhütten und Edelweiß werden immer etwas Reizvolles haben. Und die oft nur spärlichen Augenblicks, wo man nach langem und mühsamem Ausstieg ein klares, wunderbares Panorama vor sich hat, gehören vielfach fürs ganze Leben zu den schönsten Erinnerungen. Ganz abgesehen von dem körperlichen Hochgefühl, daß man sich noch frisch genug weiß, auch die schwierigsten und kompliziertesten Strapazen kurzerhand zu über- winden. Peter Resegger spottet einmal; „Je wilder die Gegend, desto schöner — natürlich, wenn gute Wege in derselben angelegt sind und komfortable Wirtshäuser . . . Und wenn eine Eisenbahn schnurstracks den Berg hinanläuft umso besser. Oben steht gar ein Hotel, da ißt und trinkt man, schreibt sich ins Fremdenbuch und findet aller unver