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ElnrSckungsgebvhr:

Die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Rellameteil die geile 60 Pfg.

Hotoilonsbrtid und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau

Bezugspreis;

vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post» bezug vierteljährlich 2.10 SIL, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantrvortl. Redakteur: E. Schrecker in Hana».

Mr. 189 ffernfprechanschlittz Nr. 230.

Mittwoch den 14. August

Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912

M

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die Zinsscheine Reihe VI Nr. 1 bis 20 zu den 3^ proz. Prioritäts-Obligationen III. Serie Lit. B. der Bergisch- Märkischen Eisenbahn über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Juli 1912 bis 30. Juni 1922 nebst den Erneuerungs­scheinen für die folgende Reihe werden

vom 1. Juli d. J. ab ausgereicht und zwar

durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94,

durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staats­bank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46a,

durch die Preußische Zentralgenossenschaftskasse in Ber­lin C. 2, Am Zeughause 2,

durch sämtliche preußische Regierungshauptkassen, Kreis­kassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen,

durch sämtliche Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und sämtliche mit Kaffeneinrichtung versehene Reichs- banknebenstellsn, sowie durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet.

Formulare zu den Verzeichnisien, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneue­rungsscheine (Anweisungen, Talons) den Ausreichungs­stellen einzuliefern sind, werden von S^sen unentgeltlich abgegeben.

Der Einreichung der Obligationen, bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen finb.

Berlin den 19. Juni 1912? I. 1711

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

v. B i s ch o f fs h a u s e n.

Landkreis ßanau.

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Nach Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in der Ge­meinde Langenselbold wird die von mir unterm 26. Juni v. J. V. 3815 erlassene viehseuchenpolizeiliche Anord­nung gemäß § 176 der V. A. B. G. mit Wirkung vom 15. d. M. ab aufgehoben.

Hanau den 12. August 1912. V. 4438

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Ausführung von Kanalisationsarbeiten im Wall­weg Verlegung einer Tonrohrleitung von 30 cm Durch­messer, Herstellung von zwei Einsteigeschächten soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Aus­führung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 18, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 0,50 Mk. bezogen werden.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 19. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 2 Wochen.

Hanau den 10. August 1912. 19855

Der Stadtbaurat.

________ Ehrich.

Dienstnachrichten.

albern die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Langenselbold erloschen ist, sind die über den Kreis Geln- ljausen von dem Herrn Landrat dortselbst erlassenen vieh­seuchenpolizeilichen Anordnungen aufgehoben.

Hanau den 14. August 1912. V. 4705

WMw M mMm ©esenltänbe k.

Gefunden: 1 Damenuhr mit Kette.

Verloren: 1 Goldfüllfederhalter 1 schwarzes Damen­portemonnaie, Inhalt 34 Mark, 1 Hutnadel, 2 Schlüssel, 1 Kundenbuch mit schwarzem Deckel.

Hanau den 14. August 1912.

Politische Rundschau.

Prinz Heinrich von Preußen vollendet heute sein 50. Lebensjahr.

Prinz Heinrichs Japanreise. Eine Meldung der New- Yorker Sun aus Washington lautet dahin, angesichts der deutsch-amerikanischen Verständigung über die offene Tür in China gelte die Entsendung des Prinzen Heinrich von Preußen nach Tokio als wichtig. Der Prinz und Herr Knox, der amerikanische Staatssekretär, erhielten Gelegenheit, die Politik in bezug auf China zu besprechen.

Die sozialdemokratische Phrase Religion ist Privatsachr wird wieder einmal treffend charakterisiert durch einen Beschluß des sozialdemokratischen Vereins Kiel, dem Partei­tage folgenden Antrag zu unterbreiten:Der Parteitag er­sucht die Organisationen, neben den allgemeinen Protesten gegen die wirtschaftliche und politische Unterdrückung auch Protest dagegen zu erheben, daß die Religion zur Unter­drückung und Ausbeutung benutzt wird. In der Presse und in den Versammlungen ist auf den Austritt aus der Landes­kirche hinzuweifen, weil die Kirche heute eine Herrschafts­organisation der staatlichen Machthaber darstellt und der­jenige, der die Machthaber bekämpft, auch deren Mittel in diesem Falle die Staatskirche mit bekämpfen muß. Der beste Protest gegen die Kirche ist der Austritt aus der­selben."

Herr Poincare in Rußland. Das Ergebnis der Be­sprechungen. Aus Petersburg meldet dieFrkf. Ztg": Ueber die Besprechungen der russischen und der französischen Staats­männer wird bis jetzt das größte Stillschweigen bewahrt. Nur dieNowoje Wremja" behauptet, erfahren zu haben, daß in allen Fragen die übliche Uebereinstimmung in den Gesichtspunkten festgestellt worden sei. Die Unterzeichnung des Marineabkommens stehe bevor. Ferner sei beschlossen worden, in Rom und Konstantinopel von neuem freund­schaftliche Vorstellungen zur Herbeiführung eines Friedens­schlusses zu unternehmen, wozu die gegenwärtige Situation günstig sei. Ministerpräsident Poincare empfing gestern den Besuch des japanischen Botschafters. Mittags gab die Aka­demie der Wissenschaften ein Frühstück zu Ehren Poincares, dem der Minister des Aeußern beiwohnte. Nachmittags be­suchte Poincare Zarskoje Selo, wo er von der Großfürstin Maria Pawlowna empfangen wurde. Abends fand ein Diner zu 36 Gedecken in der französischen Botschaft statt. Unter den Geladenen befanden sich Ministerpräsident Ko­kowzow, der Minister des Aeußern Sasonow, der Marine­minister, der Minister des Innern Iswolski und der Ma­rinegeneralstabschef. Abends um 11 Uhr reiste Poincare nach Moskau ab. In Petersburg verlautet, die Vermittelungs­frage habe einen großen Teil der Unterredungen Poin­cares und Safonows ausgefüllt. Ein heute nachmittag statt­gefundener längerer Empfang des türkischen Botschafters durch Poincare dürfte damit in Verbindung stehen. Die Börsenzeitung" erfährt, die Besprechungen über die Po­litik im äußersten Orient würden nach der Abreise Poin­cares fortgesetzt, da sie noch nicht abgeschlossen seien.

Aus China. Die Wiederaufnahme der internationalen Anleihsverhandlungen erscheint aussichtslos. Die Kan­tonesenpartei Tungmenhui macht große Anstrengungen, klei- nere Parteien mit sich zu einer neuen Partei zu ver­schmelzen, deren Programm die Selbstverwaltung der Pro­vinzen und eine Bundesregierung nach dem Vorbilde Ame­rikas und die allmähliche Verschmelzung der Rassen sein werde. Das Verkehrsministerium hat der China Mer­chants Steamship Company, die in finanzielle Schwierig­keiten geraten ist und angeblich mit ausländischem, wahr­scheinlich englischem Kapital eine neue Organisation plant, worüber bei den Aktionären und den politischen Parteien die größte Erregung herrscht, in Anbetracht ihrer während der Revolution gewährten Dienste finanzielle Hilfe in Aus- sicht gestellt und warnt dringend vor Verkauf ober Beteili­gung ausländischen Kapitals.

Muley Hasid ist nach seiner Abdankung in Rabat an Bord eines französischen Kreuzers gegangen.

Großfürst Nikolai Nikolaijewitsch von Rußland wird demnächst den Präsidenten Fälliges in Paris besuchen und den großen französischen Herbstmanövern beiwohnen.

Die kanadische Presse wendet sich sehr entschieden gegen den englischen Druck in der Flottenfrage und so auch gegen den Besuch Churchills.

In Nicaragua begannen die Aufrührer mit der Beschie­ßung der Hauptstadt Managua. Eine Anzahl Einwohner wurde verwundet. Die Ausländer hißten ihre Landes- ffaggen.

Von amerikanischen Rebellen wurden in der Stadt Jxta- pa» 200 Bauern und Stadteinwohner niedergemetzelt.

Die Krise in der Türkei. .

Die Forderungen der Albanesen.

die neuerdings sehr weit gehen, sind noch nicht bewilligt worden. Aus Konstantinopel wird berichtet: Die Beschlüsse des Ministerrats betr. die Forderungen der Albanesen fing bisher dem Sultan zur Sanktion nicht unterbreitet worden, weil die Antwort der Albanesen auf einzelne Abänderungen noch aussteht. Da die Süd-Albanesen in der Gegend von Va- lona sich noch nicht zerstreuten, forderte die Regierung Ismail Kemal nochmals auf, feinen Entschluß cmfzubieten, damit die Albanesen heimkehren und die Anwendung von Zroangsmaßregeln vermieden werde.

Die Jungtürke«.

Das Organ des jungtürkischen KomiteesTordjtman- i-Hakikat" erklärt die Nachricht, das Komitee beabsichtige die Einberufung eines Rumpfparlaments oder die Bil­dung einer Eegenregierung für unrichtig.

Der Wali von Saloniki, Hussein Kiazim, ist zum Watt von Konstantinopel ernannt worden. Der Kommandant der Kriegsschule, Vehib Bei, ein Anhänger des Komitees, ist durch den Obersten Kchawki ersetzt worden. Auch die Kom­mandanten der Kriegsvorbereitungsschulen sind abgelöst worden.

Weiter wird derFrkf. Ztg." aus Konstantinopel berich­tet: Das jungtürkische Komitee bereitet ein Manifest vor, das binnen kurzem publiziert werden soll. Es enthält die Geschichte des letzten Umschwunges, den es im Sinne des Komitees zu erklären sucht. Das Komitee will an den Neu­wahlen teilnehmen, reserviert sich aber seine Stellung zu der Frage der Legalität der Kammerauslösung. Es will sich von jeder Gewaltmaßrogel fernhatten und seine Opposition nur auf dem Boden des Gesetzes organisieren. Mit der Ver­öffentlichung des Manifestes werden die beiden Komitee­organeTanin" undHakki" ihr Erscheinen wieder auf­nehmen. Diese Beschlüsse des Komitees bedeuten einen wich­tigen Fortschritt der parlamentarischen Entwicklung des Landes und sind für seine Anhänger die einzige Möglichkeit, sich regierungsfähig zu erhalten.

Talaat Bei verhaftet.

Der frühere Minister des Innern Talaat Bei ist au) gründ eines Haftbefehls in Demotika verhaftet worden.

Die bulMkifchen Forderungen

auf eine Genugtuung für die Explosion von Kotschana haben den Eifer der türkischen Regierung sehr angespornt. Aus Konstantinopel wird berichtet: Die in Sofia wegen der Vorfälle in Kotschana herrschende Erregung scheint auf die offiziellen Kreise Eindruck zu machen. Die Pforte hat ver­sprochen, eine unparteiische Untersuchung einzuleiten, die Schuldigen zu bestrafen und den Geschädigten Ersatz zu leisten. Die nach Kotschana entsandte Kommission i"t dort eingetroffen und hat bereits mit der Untersuchung be­gonnen.

Ein rumänischer Postdampfer von den Italienern angehalten.

In der Nähe von Alexandrien hielt ein italienischer Hilfskreuzer den vom Pyraeus kommenden rumänischen DampferCarol" an. Bei der Durchsuchung des Dampfers wurden drei Personen als türkische Offiziere erkannt und gefangen genommen. Ebenfalls in der Nähe von Alexan­drien wurde das von dort ausgelaufene türkische Segelschiff Evangelista" von einem italienischen Dampfer gekapert.

Wie aus Benghasi gemeldet wird, wurde dort eine Ka­vallerieabteilung bei einem Erkundungsritt von Beduinen, die sich hinter einer Düne verborgen hatten, beschossen. Letztere hatten einen Toten und zwei Verwundete. Als die Italiener das Feuer erwiderten, zogen sich die Beduinen zurück.

WMrul Miliz Heinrich von Menken.

Ein Gedenkblatt zu seinem 50. Geburtstag«. 14- August.

Wenn wst in Dankbarkeit derer gedenken, dir nach den zielbewußten Weisungen unseres kaiserlichen Herrn an dem großen Werk der Ausgestaltung der deutschen Kriegsflotte tatenfreudig mitgearbeitet haben, so tritt uns in der vordersten Reihe der verdienten Männer Seiner Majestät erlaubter Bruder, Prinz Heinrich von Preußen, entgegen. In ihm verkörpert sich das Musterbild eines echtdeutschen Mannes, der fein ganzes Leben nichts anderes gekannt hat als Mt Erfüllung seiner Berufspstichten und die Arbeit zum Wohle des Vaterlandes. Sein Lebensberuf, dem er sich mit Feuer­eifer widmete, der seiner Herzensneigung wie dem Wunsch» feinet hohen Eltern entsprach, wurde der LlottendirnÜ. Wobt