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TinrückuagsgebShrr

Die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Psg. im Neklameteil He Zeile 50 Psg.

General-Amciger

Nototionsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und KaadKreis Kana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk.» monatlich 60W» str Post­bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 PÄ Die einzelne Nummer kostet 8 Psg.

Verantwottl. Redakteur: T. Schrecker tu Hamm.

Nr. 171

BerirsPrecharrschKttz Nr. 230

Mittwoch den 24. Juli

Fernsprechanschltch Nr. 230>

1912

Amtliches.

Ungültigkeits-Erklärung.

Der auf den Namen des Abraham Moritz aus Langen­selbold unterm 23. November v. Zs. für das Jahr 1912 zum Harmel mit Manufaktur- und Schuhwaren, sowie mit Klei­dern, Möbeln und Maschinen auf Rechnung seines Vaters (Salomon Moritz) erteAte Wandergewerbeschein Nr. 2085 ist angeblich verloren. Er wird hierlmrch mit dem Bemerken für ungültig erklärt, datz dem Moritz ein Ersatz-Wander- gewerbeschein erteilt worden ist. (Zu E. G. Nr. 139.)

Cassel den 16. Juk 1912. ' V. 4100

Kgl. Regierung

Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A.

__Z. A.: Schütze._____

Stadt- und Landkreis fianau.

Bekanntmachung.

Zn Ergänzung meiner Kreisblattbekanntmachung vom 15. Juli d. Z. — M. 1786 — abgedruckt in den Nummern 163, 164, 165 und 169 des „Hanauer Anzeigers" — bringe ich hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß das Eisenbahn- Regiment Nr. 3 auch am Donnerstag den 25. d. M. Spreng- Übungen abhalten wird.

Die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden ersuche ich, dies sofort in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau den 24. Juli 1912. M. 1872

Der Königl. Laudrat und Polizeidirettor,

Z. A.: Karbe.

Landkreis kssnau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Nachdem die Postanstalten Ende Juni d. Z. den Verkauf der alten Beitragsmarken zur Invalidenversicherung einge­stellt haben, werden die Marken von der Landes-Versiche­rungsanstalt Hessen-Nassau selbst ausgegeben werden.

Die Anträge auf Ueberlassung von Marken sind unter Einsendung des Nennwertes an die Provinzial-Haupikaffe für Heffen-Naffau in Cassel zu stellen. x

Die Uebersendung erfolgt bei Beträgen unter 10 Mark mittels einfachen unfrankierten Briefes, bei Beträgen da­rüber hinaus in eingeschriebenen unfrankierten Briefen.

Ich ersuche für möglichst weite Verbreitung Ler oor= stunden Anordnung Sorge zu tragen.

Hanau den 20. Juli 1912. J. 910

Das Berficherungsamt für den Landkreis Hanau.

J. A.: Karbe.

Nach einer amtlichen Mitteilung ist der Präsident Les Privatunternehmens „Institute of Radiopathy“ (jetzt Institut Mann") G. A. Mann, der durch Annoncen in deutschen Zeitungen für sich Reklame macht und alle mög­lichen Krankheiten zu Hellen verspricht, durch Urteil der 10. Kammer des Pariser Polizeigerichts vom 20. Dezember 1910 wegen unerlaubter Ausübung ärztlicher Tätigkeit zu einer Eeföngnisfkafe von 6 Monaten und einer Geldbuße von 3000 Franken verurteilt worden. Berells in früheren Jahren sind Warnungen vor dem Institut erlassen worden, ohne daß es anscheinend gelungen ist, dadurch Lem schwindel­haften Anternehmen mit Erfolg entgegenzuarbeiten; jeden­falls beweisen zahlreiche Anftagen über Mann, daß das Institut sein Treiben fortsetzt.

Es erscheint deshalb geboten, vor dem Unternehmen er- neut öffentlich zu warnen.

Hanau den 18. Juli 1912. V. 4164

Der Königliche Lanvrat.

Frhr. yaur. , . .. „

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Ausführung von Pflasterarbeiten in der Frankfur­terlandstraße zwischen Salisbach und Rosenau und in der Grimmstrahe zwischen Neue Anlage und Ostbahnhofstratze sollen in getrennten Losen unter Zugrundelegung der Be­dingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Liefe­rung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich ver­dungen werden.

Dle Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zim­mer 18, Mr Einsicht aus und können von dort zum Preise von 0,5 Mk. flir Mes Los bezogen worden.

«sEoüsse. Mit entsprechender Aufschrift verschone An­

gebote sind bis zu dem auf Samstag den 3. August, vor­mittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 19. Juli 1912.

Der Stadtbaurat.

Ehrich.

Ausschreiben.

Der Former Hermann Keiner hat sich von seiner Familie entfernt und entzicht sich der llnterhaltungspflichi für die­selbe.

Wir ersuchen im Ermittelungsfalle um Mitteilung unter Nr. II. 2948.

Hanau den 10. Juli 1912. 18925

Der Magistrat, Armen- unb Waisenamt.

Glaser.

Handelsregister.

1. Offene Handelsgesellschaft in Firma:

„Gebr. Dial" mit dem Sitze in Hanau.

Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen.

2. Offene Handelsgesellschaft in Firma:

„P E. Hoffe Wd" mit dem Sitze in Hanau.

Die Prokura des Kaufmanns Julius Pfadt in Hanau ist «erloschen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 zu Hanau vom 18. Sufi 1912. 18477

Wie nachttäglich bekannt geworden ist, belästigte am 12. Juli d. Js. ein unbekannter, vielleicht dem Mittelstände angehöriger Mann die Inhaberin einer Schankwirt­schaft in der BahnhofsgegenL hier in deren Lâl mit unsittlichen Redensarten und schlang ihr plötzlich, unter dem Vorwande, ihre Unterarme messen zu wollen, ein etwa 1 Meter langes Stück Bindfaden um den Hals, anscheinend um sie zu erwürgen. Die llâerfallene wußte dieses jedoch rechtzellig zu vereiteln. Als dann ein weiterer Gast erschien, entfernte sich der Unbekannte schleunigst.

Am folgenden Tage hat sich hier im Hauptbahnhofe ein unbekannter Mann einem Zeugen gegenüber als der Mör­der der Witwe Zimmermann in Cronberg bezeichnet. Seine Festnahme konnte jedoch nicht erfolgen, weil er sich vor dem Eintreffen der benachrichtigten Polizei entfernt hatte.

Nach der Beschreibung, die beide Zeugen von dem Unbe- tannten geben, scheint es sich um ein und dieselbe Person zu handeln. Es ist nicht ausgeschloffen, daß diese Person mit dem Kronberger Mord in Beziehung steht.

Der Mann wird wie folgt beschrieben:

Zirka 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß, blondes Haar, kleiner blonder Schnurrbart, blasses, dickes rundes Gesicht, trug braunen Anzug und braunen, weichen Filzhut. Beson­dere Kennzeichen: rechtes Bein X-förmig.

Um geeignete Nachforschungen, kostenlose Weiterver- beeitung in der Presse, evtl. Festnahme und Mitteilung wird ersucht.

Frankfurt a. M. den 19. Juli 1912. IVb 9159

Der Polizeipräsident.

I. A.: Dr. Auerbach.

Gefunden: 1 Kinderhütchen, 1 gestrickte Hand­tasche, 1 Stück weißen Stoff (Vorhang). Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 22. Juli 1912. 18487

GeMem unb verrönne WeWnde rc.

Gefunden: 1 blaue Schülermütze, 1 Korbdecke. Angeschwemmt: 1 grün- und rotgestrichener Nachen.

Verloren: 1 mattgoldene Brosche mit 1 kleinen weißen Perle, 1 silberne Brosche.

Hanau den 24. Juli 1912.

Politische Rundschau.

Staatssekretär Dr. Solf ist gestern in Kapstadt einge­troffen.

Die Begegnung des 3aren mit dem König von Schwe­den. Das Königspaar von S^vâen ist gestern mittag aui der Standartreede der Finnischen Schären entgetroffen.

Zum Konflikt zwischen Militärveeeinsèband Baden und Presse erläßt der geschäftsführMde Ausschuß des Lan­desverbandes badischer Redakteure ein Rundschreiben, in

dem es u. a. heißt: „Die Leitung des Militärvereinsverban­des hat es bisher nicht für nötig gefunden, genügende Auf­klärung und Genugtuung zu geben, vielmehr den früheren noch neue Kränkungen der Preffe hinzugefügt. Der Ge­schäftsführende Ausschuß des LaiâesverbanLes badischer Re- dakteure ist der Auffassung, daß es unter der Würde der Preffe wäre, irgend welche Notizen über den Militärver­einsverband zu veröffentlichen, solange der Konflikt nicht befriedigend beigelegt ist." Da das Militäroereinsblatt die an seine Redaktion von den Konstanzer Pressevertretern eingesandte Berichtigung nfcht veröffentlicht hat, beabfich- tigen die Konstanzer Journalisten, die Aufnahme der Be­richtigung auf gerichtlichem Wege herbsizuführen. Die amt­liche „Karlsr. Ztg." kommt auf das Rundschreiben der Re­dakteure zu sprechen u^b bemerkt dazu: „Es wäre doch sehr zu wünschen, wenn her unerquickliche, vom nationalen Standpunkt zu beklagende Streit beendet würde. Daß nach den neuesten Vorgängen der Milllärvereinsverband die ersten Schritte zu einer Beilegung des Konfliktes zu tun hätte, kann wohl keinem Zweifel unterliegen."

Ueber die Greuel von Putumayo schreibt die „Kölnische Zeitung" offenbar in offiziösem Berliner Auftrage folgen­des: Die Greuel von Putumayo haben unerwarteterweise auch in den Leutsch-englischen Preßbeziehungen eine Râ gespielt. Einige deutsche Blätter hatten, bevor man noch näher Kenntniffe besitzen konnte, einen Teil der Schuld an den Grausamkeiten auf die Engländer schieb« wollen; diese Beurteilung war voreilig und bäuerlich. Die, wie gesagt, nur vereinzelten Bemerkungen einiger deutscher Blätter wurden dann von englischen Berichterstattern nach Lontw« gemeldet und sollten nun als Beweis dafür dienen, daß die deutsche Preffe als solche in der Putumayo-Angelegenhett einen beleidigenden Feldzug gegen England führe. Ar die­ser Aufbauschung und Entstellung müßten natürlich die deutschen Zeitungsartikel in England böses Blut machen, und wir wissen, daß dies gerade auch in solchen Kreisen die Wirkung gewesen ist, an deren aufrichtigem Bestreben um eine Besserung der deutsch-englischen Beziehungen kein Zwei­fel möglich ist. Inzwischen ist durch eine Erklärung der Re­gierung im Unterhaus festgestellt worden, dich nicht ein einziger Engländer an den Greueln beteiligt gewesen ist. Weiter steht fest, daß es gerade Englands Verdienst ist, daß die Aufmerksamkeit Europas auf diese Greuel gelenkt wor­den ist, und zwar in einer Weise, die es ermöglicht, bat Schuldigen zuleibe zu gehe«; die Derdüchttgungen, die in diesem Zusammenhänge gegen die Engländer ausgesprochen worden sind, fallen in nichts zusammen. Unter diesen Um­ständen muß man cutfrichttg bedauern, daß bei Besprechung des Putumayosalles in deutschen Blattern vereinzett eine engländerferndliche Note angeschlagen worde« ist. Wir können aber nicht zugeben, daß die deutsche Preffe als solche ein Vorwurf treffen kann, der Tadel muß fich vielmehr gegen die Leute richten, die solche gelegentlichen Entgleisungen begierig aufgreifen, um in England den falschen Schein einer grundsätzlichen Feindschaft unserer öffentlichen Mei­nung gegen England zu erwecken. Die volle Aufllärung der Greuel von Putumayo kann in Ruhe abgewartet werden, zur Schädigung der deutsch-englischen Beziehungen erscheint uns diese Angelegenhell hüben wie drüben durchaus unge­eignet.

Die Krise in der Türkei.

Ei« Kabinett Kiamil Pascha?

Nach einer MelLvng aus Konstantinopel ist die Zusam­mensetzung des türkischen Kabinetts endgültig. Mahmud Mukhtar, der Sohn des neuen Großwesirs, über nahm das Marinep'ortefeuille, Noradunghian das der öffentlichen Ar­beiten, Ariftidi Pascha das Les Ackerbaus. Trotz dieser Mel­dung scheint es sich aber nicht um eine endgültige Bildung des Kabinetts zu handeln. Wenigstens wird aus Konstan­tinopel folgendes berichtet:

In eingeweihten Kreisen wird verfichert, daß bas gegenwärtige Ministerium den Charakter eines Ueber- gangskabinetts habe und demnächst einem Kabinett Kia­mil Pascha Platz machen werde, in welchem Noradunghian das Portefeuille des Aeußern erhalten weröe. Die Ver­handlungen, die zur Bildung des gegenwärtigen Kabi­netts führten, nahmen den ganzen Montag in Anspruch. Dschemal Eddin Effendi folgte Lem Beispiel Hilmi Pa­schas und erklärte, er wünsche nur in ein Kabinett, dem auch Kiamil Pascha angehöre, einzutteten.. Dadurch wurde die Bildung des Kabinetts in Frage gestellt. Im weiteren Verlaufe des Tages wurde Kiamil Pascha nom Sultan in Audienz empfangen, die längere Zett währte. Um die Bildung des Kabinetts zu ermöglichen, erklärte