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EknrvckungsgeSShrr

Die Sgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im ReklameteU die Zell« 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Mf- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

DierteyShrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg^ für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 P^.

Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schreck« in Hanau,

$|^ 167 ffernsprechanschltttz Nr. 230.

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Frcitan den 19. Juli

Fernfprechanschluß Nr. 230.

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1912

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Mehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Im Anschluß an meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung Dom 27. v. Mts. abgedruckt in Nr. 149 desHanauer Anzeiger-* vom 28. Juni d. JS. bestimme ich zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche auf Grund § 18 ff des Biehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (Reichsgesetzblatt G. 619) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Land- virdschaft, Domänen und Forsten folgende-:

1. Nach amtlicher Feststellung der Maul- und Klauen­seuche unter dem Viehbestände des Landwirt» Heinrich Fries zu Langenselbold (Oberdorf) wird der im § I meiner eingangs erwähnten viehseuchenpolizeilichen Anordnung ge­bildete Sperrbezirk auf den Ortsteil Oberdorf ausgedehnt.

2. Für das erweiterte Sperrgebiet gelten die Vorschriften in den 88 118 a. a. O.

8. Das Beobachtungsgebiet und die über das Sperr, und Beobachtungsgebiet hinausgehenden Beschränkungen bleiben unverändert.

Hanau den 16. Juli 1912.

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Landkreis Hanau.

' Die Lindenstraße in Dörnigheim wird wegen Bau eines Kanals in der Zeit vom 18. bis 25. Juli d. Js. für Auto­mobile sowie für Fuhrwerke jeglicher Art polizeilich ge­sperrt.

Hanau den 18. Juli 1912. V. 4295

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Ich weise darauf hin, daß alle Anträge auf Gestattung von Haussammlungen für das Jahr 1913 mit dem vorge­schriebenen Kollekienorganisationsplan spätestens bis zum 1. August d. Js. unmittelbar an den Herrn Oberprästdenten hier einzureichen sind. Bei Kollekten, die sich über den hie- sigen Bezirk hinaus auch auf den Regierungsbezirk Wies­baden erstrecken sollen, find für jeden Bezirk getrennte An- träge einzureichen.

Anträge, die nach dem 1. August d. Js. eingehen, können nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Kollekten zur

Bon her Rhön unh dem SinngM Von Z. L. Fischer.

O Heimatland, bist mir doch so hold und lieb, In weitester Ferne mein Herz bei dir stets blieb. Wohl ist die Welt so schön, so weit mein Fuß mich trug,

Doch du warst's allein, für das mein Herze schlug.

Schottisches Lied.

Jetzt ist die Zeit des Reisens. Wer Zeit, Lust und Geld hat, der reist auch. Der eine zieht den Süden mit seinen mächtigen Gebirgen nor, der andere wieder den Norden mit seinen Meeren und Inseln. Diele loben den Spessart und preisen seine Wälder, und noch andre zollen dem Vogelsberg ein hohes Lob. Dagegen ist gewiß nichts zu sagen. Ein Ge­birge aber, nicht weit von hier entfernt, wird dabei leider stiefmütterlich behandelt, das ist die Rhön. Und doch bietet sie dem Wanderer des Guten und Schönen so viel. Mächtige Bergkuppen, wie Kreuzberg, Milseburg, Wasserkuppe, Dam- mersfeld u. a. türmen sich auf und sonnige Täler mit freundlichen Ortschaften und biederen Bewohnern laden zum Besuche ein. Eins der schönsten heimatlichen Täler ist aber das der Sinn. Dom Kreuzberg herunter kommt die an Bad Brückenau vorbeieilende breite Sinn. Das Dammersfeld schickt dazu die schmale Sinn. Nach ihrer Vereinigung kommt noch aus dem Order Reisig die Jossa hinzu. Unterhalb Jossa verläßt die Sinn das preußische Gebiet und kommt in den Sinngrund, in dem die Orte Ober-, Mittel-, Burgsinn, Rie­neck und Scheippach liegen bis sie endlich bei Gemünden vom Main aufgenommen wird. Der Sinngrund ist ein breites Tal und wird rechts von hohen Ausläufern des Spessarts und links von solchen des Rhöngebirges eingeschlossen.

Bis zu den 60er Jahren erstreckten sich die kurhessischen Anteile des Einnarundes bis nach Rieneck einem Städtchen

Beseitigung eines Notstandes dienen sollen und die Anträge nicht vorher eingereicht werden konnten.

Cassel den 21. Juni 1912. A II. 5379

Der Regierungspräsident.

J.V.: v. Wussow.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Reichsversicherungsordnung hat mit Rücksicht auf die vom 1. Januar 1912 ab erfolgende Einbeziehung der Hinterbliebenm- fürforge in die Invalidenversicherung die Geldwerte der Beittags- morsen erhöht und zwar für eine Woche

in Lohnklasse I von 14 Pfg. auf 16 Pfg.,

in Lohnklasie II von 20 Pfg. auf 24 Pfg.,

in Lohnklasie III von 24 Pfg. auf 32 Pfg.,

in Lohnklasie IV von 30 Pfg. auf 40 Pfg. und

in Lohnklasie V von 36 Pfg. auf 48 Pfg.

Das Reichsversicherungsamt hat mit Erlaß vom 11. No­vember 1911 die Formen der neuen Marken, die als Ein-, Zwei­und Dreizehnwochenmarken bei den Reichspostanstalten und bei unseren Markenverkaufsstellen zu haben sind, festgsstellt.

Für die Zeit nach dem 1. Januar 1912 sind ausschließlich die neuen Marken zu verwenden.

Dagegen sind zum Zwecke der nachträglichen Beittagsleistung (§ 29 Abs. 1, §§ 1442 bis 1444 der Reichsverficherungsordnung) für die vor dem 1. Januar 1912 liegenden Zeiten die alten, auf Grund des S 130 des Jnvalidenversicherungsgefetzes ausgegebenen Marken (Bkk .antmachung, betreffend die für die Invalidenver­sicherung zu verwendenden Beitragsmarken, vom 27. Oktober 1899, Amtliche Nachrichten des Reichsversicherrmasamis 1900 Seite 183) zu verwenden, die nur noch direkt von den Versicherungsanstalten zu beziehen sind.

Bis zum 31. Dezember 1913 einschließlich können die alten Marken bei den Markenverkaufsstellen gegen neue Marken unter Berücksichtigung des veränderten Geldwerts umgetauscht werben, Aus Grund der neuen Bestimmungen über die freiwillige Zu­satzversicherung können vom Jahre 1912 ab alle Versicherungs- pflichtigen und alle Versichsrungsberechtigten zu jederzeit und in beliebiger- Zahl Zusatzmarken einer beliebigen Versicherungsan­stalt in die Quittungskarte einkleben. Sie erwerben dadurch Anspruch auf Zusatzrente für den Fall, daß sie invalide werden. Der W:rt der Zusatzmarken beträgt 1 Mark und sie können, ebenso wie die Beitragsmarken von den Postanstalten bezogen werden.

Hanau den 15. Juli 1912. 18185

Der Magistrat.

J. A.: Bartmuß.

in dem einst die Grafen von Rieneck hausten. Da wurden die hessischen Teile gegen Zündersbach umgetauscht und die Kondominatsdörfer Ober- und Mittelsinn und die Be­sitzungen von Rieneck kamen zu Bayern. Die alten Sitten und Gebräuche, namentlich des Dorfes Mittelsinn, haben sich aber bis auf den heutigen Tag erhalten. Da ziehen wie schon vor alters am Kirchweihsonntag nachmittags die Bur­schen mit Musik zum Mittagsgottesdienst. Nach Beendigung desselben begleiten sie den Geistlichen mit Mufik zu seinem Hause, lassen ihmaufspielen" und wagen wohl auch ein Tänzchen in seinem größeren Hausflur. Dann gehts unter fröhlichem Juchhe zur Dorflinde, woselbst eine zeitlang ge­tanzt wird. Aber nur unbescholtenen Paaren ist es gestatt^, sich am Tanze zu beteiligen. Zwei Tage dauert das fröhliche Kirchweihfest, am dritten wird sie unter Trauermusik begra. ben. Eine Flasche Wein wird in die Erde gesenkt, um im nächsten Jahre wieder hervorgeholt zu werden. An den warmen Frühlings- und Sommerabenden versammeln sich die Burschen unter der ttaulichen Linde und schmettern ihre schönen Volkslieder in die lauen Nächte hinaus. Zu Pfing­sten ist die Kirche mit Birken geschmückt. In der Sylvester­nacht schießen die Burschen ihren Schätzen das neue Jahr an, ja selbst bei Hochzeiten und Kindtaufen wird noch geschossen, trotz der Gendarmerie, die kein Freund dieser Knallereien ist. Die Spinnstube, das Ideal der Burschen und Mädchen, werden auch hier noch abgehalten.

Der schöne Sinngrund gleicht dem schlummernden Dorn­röschen im Märchen. Obgleich eine gute Straße ihn durch­zieht und die Bahn Elm-Gemünden hindurchfährt, so wird er doch noch so wenig von Touristen aufgesucht. In letzter Zeit besuchen ihn Frankfurter Familien und bringen ihre Sommerferien hier zu; sie sind des Lobes über ihn voll. Sollten diese Zeilen dazu beitragen, daß Sommerfrischler und Touristen dieses schöne Tal auch künflig mit ihrem Be­suche beehren, so ist deren Zweck erfüllt.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuchs von Hanau Blatt 1074 Abt. 1 Nr. 297 zur Zett der Eintragung des Versteigsrungs- vermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn, zu Hanau eingetragene Grundstück:

Krtbl. ZZ 413/63 = 4,24 ar Geibelstraße 17, Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten

am 18. September 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 18 versteigert werden.

Hanau den 15. Juli 1912. - ^161

Königliches Amtsgericht Abt. 1.

Politische Rundschau.

Der Kaiser auf der Nordlarrdreise. Die JachtHohen» zollern", die Molde Mittwoch früh um 6 Uhr bei kühle« Wetter verlassen hatte, traf Mittwoch-Abend 9 Uhr in ®at Holmen ein. Der Kaiser arbeitete während der Fahrt und nahm den Vortrag des Chefs deS MarinekabinettS entgegen.

Zu der Jahrhundertfeier von Krupp wird auß« dem Kaiser auch eine stattliche Anzahl von Staatssekretär« und Ministern erscheinen. Es haben bis jetzt ihr« Besuch angesagt: der Reichskanzler von Bethmann Hollweg, die Staatssekretäre von Tirpitz, Dr. Delbrück, von Kiderl«- Waechter, die preußischen Minister v. Heeringen, v. Breit­bach und Dr. Sydow.

Der Vorstand des Vereins der Eifenbahn-Bahu» meister hatte an den Minister der öffentlich« Arbeiten eint Bittschrift eingereicht, in welcher im wesentlichen die folgend« Wünsche zum Ausdruck kamen: 1. Versetzung der Bahn­meister in die nächsthöhere GehaltSklasse (18008600 Mk.); 2. Vermehrung der Beförderungsstellen; 3. Zulassung der Bahnmeister nach zweijähriger etatsmäßiger Anstellung zur Ausbildung und Prüfung zum technischen Cifenbahn-Hekretär;

4. Bewilligung der Benutzung der zweiten Wagenklasse für Bahnmeister-Diätare; 5. Gewährung einer Audienz, um die vorgebrachten Wünsche in persönlicher Aussprache begründ« zu können. Diese Bittschrift ist nun, wie wir derWochen- schrift für die Bahnmeister" entnehmen, nicht bis an daS Ziel ihrer Bestimmung gelangt. Dem Vorsitzenden M Vereins wurde durch die Eisenbahndirektion Mainz im Nam« deS Ministers eröffnet, daß Anträgen auf Befol- dungserhöhung bis auf weiteres nicht entsprochen werd« könne und daher das Gesuch zur Weitergabe nicht geeignet sei. Wünsche des Bahnmeistervereins, die keine GehaltS-

Heimat. (Sinngrund.)

O Heimat schön, o Heimat traut,

Zu dir michs ost hinzieht!

Und hat mein Auge dich erschaut,

Jauchz' ich im Jubellied:

Grüß Gott, grüß Gott viel tauferchmal,

Mein schimes, liebes Hetmattalst*

Die Berge dort, so stolz und kühn,

Zum Himmel ragen auf.

Da eilet durch das Wiesengrü«

Der Fluß im raschen Lauf,

Und Vogelsang und Blütendust

Weht hier mir zu die Heimatlust.

Zur Linde hin mit frisiern Sang,

Zieht froh ein Sängsrschwarm;

Wie macht der traute Heimattllmg

Das Hei^ mit doch so warm!

Und erst beim hettern Kirmestanz,

Ist Leb« nur und Lust und Glanz.

Und wenn vom Turm dis Glocke hallt,

Am Sonntag hell und klar,

Andächtig dort zur Kirche wallt,

Die fromme Christenschar.

Mit Vater und de» Mutter mein.

Tritt auch mein herzig Lieb hier â,

O Heimat schön, o Heimat traut,

Zu dir michs oft hinzieht,

Und hat mein Auge dich erschaut,

Jauck^' ich im Jubellied:

Grüß Gott, grüß Gott, viel tausendmal,

Mein schönes, liebes Heimattal!-

LLFisHsL.