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EknrückungsgeVSHrk

Sie Sgefpalkne Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg.

Im Reklameteil die Zeile 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. eo. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis ßnnnn.

Erscheint tLgltch mit Auonrhms bet Sonn- und Feiertag-, mit belletristischer Beilage.

Vezugspreist

Vierteljährlich 1.80 Mk.» monatlich SO Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg- Die einzelne Nummer kostet 8 Pfg.

verantwortt. Redakteur: 6. Schrecker tx Hanau.

Ml. 163 kkornsprochanschlusi Nr. 230.

Stadt- und Landkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Das Eisenbahnregiment Nr. 3 wird vom 16.24. und am 31. d. Mts., jedesmal von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags, Sprengübungen abhalten. Die Sprunggrube liegt am Ende der Feldbahn im Bruchköbelerwald zwischen der Sammelwasenmeisterej und dem Waldweg nach Langen­diebach und Reußerhof. Das Gelände wird im Umkreis der Grube 500 Meter weit abgesperrt und darf während der Uebungsstunden nicht betreten werden.

Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden ersuche ich, diese Bekanntmachung ^fort in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt zu machen.

Hanau den 15. Juli 1912. M. 1786

Der Kgl. Landrat und Polizeidirektor.

I. Ä.: Karbe.

Landkreis Hanau.

Milchuntersuchung.

Im Stadtkreise Hanau sind imöffentlichen Unter­suchungsamt Hanau" während der Monate Mai und Juni d. Js. 52 Vollmilchproben untersucht worden.

Die Untersuchung hatte folgendes Ergebnis:

Lide.

Nr.

Name des Händlers

Wohnort

Fettgehalt /

1

Schmidt, Katharina

Hanau

8,00*

2

Theilkäs, Gottfried

4,40*

3

2,95*

4

Meides, Heinrich

Oberissigheim

3,35*

5

Milchtrinkhalle Westbahnhf.

Hanau

3,18*

6

Habermann, Philipp

Eichen

8,32*

7

Shiller, Wilhelm

Altenstadt

8,60*

8

Lösch, Philipp

Erbstadt

2,50

9

Daßbach, Friedrich

Hanau

3,35*

10

Müller, Simon

3,42»

11

Heck VL, Wilhelm

Dörnigheim

2,20

12

Schwarz, Gustav

Kinzigheimerhof

8,95*

18

Gimther, Heinrich

Hanau

3,20*

14

Lösch, Philipp

Erbstadt

3,05*

15

Theilkäs, Gottfried

Hanau

8.35*

16

ff

8,25*

17

Müller, Wilhelm

Altenstadt

3,60*

18

Habermann, Philipp

Eichen

8,15*

19

Lösch, Philipp

Erbstadt

2,70

20

Braun, Friedrich

2,80*

21

Heck VI., Wilhelm

Dörnigheim

2,20

22

2,75

Braun, Friedrich

Erbsta^t

2,30

24

Bils, Hugo

Hanau

2,90*

25

Stettner, Adolf

4,00*

26

Jung, Philipp

Butterstadt

2,95*

27

Halm, Georg

Hanau

2,90*

28

Lösch, Philipp

Erbstadt

3,05*

29

Braun, Friedrich

2,70

30

Habermann, Philipp

Eichen

3,20*

31

Lösch, Philipp

Erbstadt

3,20*

82

Braun, Friedrich

ff

3,60*

33

Jung, Philipp

Butterstadt

8,85*

34

Bils, Hugo

Hanau

2,88*

85

Seitz DI., Heinrich

4,20*

36

Biedenbender, Philipp

Hüttengesâtz

3,35*

37

3,45*

88

Biermann, Hemnch

3,55*

89

Hanan

8,80*

40

Schadt, Konrad

*

8,70*

2,80*

41

Mt, Wilhelm

ff

42

2,95* Stallprb.

43

8,78*

44

3,92*

45

46

Horst, Georg Schaffrath, Adam

*

ff

2,65

2,80*

47

Lukas, Wilhelm

ff

3,25*

48

49

Horst, Philipp

ff

4,15* Stallprb.

3,75*

50

Seitz, Peter

ff

2,60

51

4,68* Stallprb,

62

Emmerich I., Heinrich

ff

8,25*

Nach der Polizeiverordnung vom 10. August 1905 betreffend den Verkehr mit Milch muß der Mindest­fettgehalt der Vollmilch 2,8O°/o betragen, andernfalls die Milch als Magermilch angesehen wird. Daß dieser Fett­gehalt erreicht werden kann, zeigen die oben mit einem Sternchen versehenen Ziffern.

Hanau den 10. Juli 1912. P 7702

Der Königliche Landrat.

V.. Karbs.

Montag den 15. Juli

Die Ferien des Kreisausschusses beginnen am 21. Juli unb enden am 1. September d. Js. Während derselben dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung nur in schleunigen Sachen abgehalten werden.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau den 12. Juli 1912. A 2405

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

Frhr. Laur.

Dienstnachrichten.

Unter dem Schweinebestandedes Landwirts Konrad Kappes, Frankfurt a. M., Draisbornstraße 1, ist die Schweinepest und Schweineseuche erloschen. Die ange- ordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Hanau den 15. Juni 1912. V 4246

(Betontet und unlmne EWnMe it.

Gefunden: 1 rot- und weißgestreifte Kinderschürze, 1 Haar-Wellenschere^

Zugelaufen: 1 deutscher Schäferhund mit weißen Pfoten (Bastard), 1 junger grauer Schäferhund.

Hanau den 15. Juli 1912.

Politische Rundschau.

Reichsleitung und nationalliberale Partei. DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" hatte sich in ihrer vorigen Wochenrückschau mit den Auseinandersetzungen innerhalb der naticmalliberalen Partei beschäftigt, und zwar in solcher Weise, daß sich dieNationalliberale Korrespondenz" ver­anlaßt sah, dagegen entschieden Einspruch zu erheben. Heute kommt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" darauf zurück und behauptet, mißverstanden worden zu sein. Sie schreibt: In unseren Rückblicken vom 30. Juni hatten wir die Aus­einandersetzungen innerhalb der nationalliberalen Partei erwähnt und die zwischen den beiden Gruppen der Partei erörterten Streitpunkte näher bezeichnet. Die betreffen­den Stellen unserer Aeußerungen sind in zwiefacher Weise mißverstanden worden, nämlich der Form nach, insofern man daraus eine Kundgebui^ der Regierung hat machen wollen, was, wie bereits früher erklärt, für unsere Rück­blicke am Wochenschluß nicht angängig ist. Sodann aber auch dem Inhalt nach. Wir hatten geschrieben, daß es sich bei dem von uns bedauerten Zwist im nationalliberalen Lager u. a. um programmatische Fragen der Stellung zur Monarchie bezw. zum Verfassungsstaat und zur Sozialdemo­kratie handle. Außer dieser einfachen Inhaltsangabe hat man herauslesen wollen, dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" hat der Nationalliberalen Partei mit dem Aus­druck des Zweifels an der Festigkeit ihrer monarchischen Ge­sinnung zu nahe treten wollen. Das hat uns ferngelegen und wir verwahren uns gegen eine solche Auslegung."

Eine Kundgebung der bayerischen Volksschullehrer. In München waren am Samstag nachmittag 5000 bayerische Volksschullehrer versammelt, um einmütig und aufs neue ihre Forderungen zu erheben gegenüber der Erklärung der Regierung, daß für die längst und wiederholt versprochene Lehreraufbesierung auch in dieser Landtagssession wiederum keine Mittel zur Verfügung ständen. Alle Redner erklärten, daß eine schreiende Notlage des lange vernachlässigten Leh­rerstandes vorliege. Die Forderungen wurden in einer ein­stimmig angenommenen Resolution niedergelegt.

Anläßlich dep französischen Nationalfestes fand gestern in Longchamps Parade statt, die von herrlichem Wetter be­günstigt war. Eine ungeheure Zuschauermenge umgab das Paradefeld. Der Bey von Tunis begleitete den Präsiden­ten, als er die Front der Truppen abschritt. Auf der offi­ziellen Tribüne bemerkte man u. a. die beiden Söhne El Mokris. Luftschiffe und Flugzeuge kreuzten über dem Pa­radefeld. Der Parade wohnten außer den ausländischen Offizieren und dem diplomatischen Korps der Chef des russi­schen Generalstabes Schillinski bei. Präsident Fallières überreichte den Luftschiffertruppen die Fahne des neu ge­schaffenen Regiments für militärische Luftschiffahrt. Der Präsident führte aus: Die Fahne wird inmitten.der Armee erscheinen als Symbol des französischen Genies. Sie wird von dem überlegenen, ruhigen Mut der Aviatiker zeugen. Möge sie das Andenken an die Taten der Armee, der ich sie anvertraue, erhalten! Die Truppen wurden beim Vorbei­marsch lebhaft begrüßt, besonders die Infanterie in den neuen Uniformen Eines der an der Parade teilnehmen­den Luftschiffe, hatte über Billancourt eine kurze Panne, wodurch es üöer Paris abgetrieben wurde. Es landete später ilatt bei Bibigny. Zu Ehren des Chefs des russi­schen Generalstabs Schillinski, des Admirals Lieven und der Mitglieder der russischen Militärmission gab Präsident

Fernfprecharrschluß Nr. 230* 1912

Falliöres ein Frühstück, an dem mehrere französische Minister teilnahmen.

Verbrecherische Auswüchse der Suffragettenbewegung. Aus L o n d on, 13. Juli, wird berichtet: Die Suffragette Miß Helen Craggs, Tochter von Sir John Craggs in Lon­don, die bei der Reise des Königspaares durch Wales Len Minister Mackenna und die Königin in der Kathedrale zu Llandaff belästigte, wurde heute beim Morgengrauen mit einer Gehilfin in dem Landschloß des Kolonialministers Harcourt im Nuneham-Park bei Oxford vom Nachtwächter mit einer Flasche voll Spiritus und einem Knäuel Werg ertappt und verhaftet. Ihre Gehilfin, deren Name noch unbekannt ist, entfloh. Miß Craggs wurde später dem dor­tigen Polizeigericht vorgeführt und wegen versuchter Brand­stiftung unter Anklage gestellt. Sie erklärte sich, nachdem sie längere Zeit jede Auskunft verweigert hatte, der ver­suchten Brandstiftung für schuldig. Darauf wurde sie ohne Zulaffung von Bürgschaft in Haft abgeführt. Aber nicht allein die Wahlrechtlerinnen laffen sich in dem er­bitterten Kampf um das Frauenstimmrecht zu verbreche­rischen Anschlägen hinreißen, jetzt verlieren auch schon ihre männlichen Anhänger die ruhige Aeberlegung. So unter­nahm einer von diesen ein neues Attentat auf Lloyd George. Als der Schatzkanzler heute das Theater zu Kennington in London betrat, wo er in einer geschloffenen Versammlung zur Feier des Inkrafttretens der nationalen Versicherungs­atte eine Festrede halten wollte, wurde er von einem ele­gant gekleideten jungen Mann, einem Anhänger der Frauenrechtlerinnen, tätlich angegriffen und über den Kopf geschlagen. Der Attentäter wurde nach heftigem Wider­stände in Hast genommen. Während der Rede des Schatz­kanzlers darauf unterbrach ihn ein Suffragettenanhänger nach dem andern mit Zwischenrufen über das Frauenst mm- recht. Die Ruhestörer wurden jedesmal prompt an die Lust gesetzt.

Neuer Vorstoß der Italiener im Aegäischen Meer. In den letzten Tagen haben verschiedene italienische Zeitungen die Meldung gebracht, daß die italienische Regierung nun­mehr entschlossen sei, auf die Flottenaktion im Aegäischen Meere zu verzichten und den Kriegsschauplatz auf Tripo- litanien zu beschränken. Dazu schreibt heute dieTribuna", daß alle diese Meldungen aus der Luft gegriffen seien. Die italienische Regierung sei mehr denn je entschloffen, die Flottenattion im Aegäischen Meere wieder aufzunehmen, was bereits in einigen Tagen geschehen würde, und die erste Insel, die man neu besetzen würde, sei Chios. Zur wi^- sameren Gestaltung der Operationen im Aegäischen Meere sei man auch entschloßen, ein lenkbares Luftschiff dorthin zu senden.

Beispiellose Greueltaten im peruanischen Gummigebiet. Ein heute als Blaubuch veröffentlichter Bericht des briti­schen Generalkonsuls in Peru, Sir Casement, der im Auf- ttage des Auswärtigen Amtes die Untersuchungskommission der peruanischen Amazon-Company begleitete, enthält viele, alle Begriffe übersteigende Beispiele von Grausamkeiten, die von englischen Beamten der Gesellschaft im Distrikt von Putranayo bei der Gewinnung von Gummi an den Einge­borenen verübt wurden. Ein Mann wurde zweimal hinter­einander^ in folgender Weise geknebelt und gepeitscht: Sein» Handgelenke wurden auf dem Rücken gefesselt, er wurde so unter den Armen an eine Querlatte gehgpgt und erhiel- dann 50 Peitschenhiebe mit einer Knute aus Tapirleder. Andere Angestellte begossen Männer und Frauen mit Petro- leum und steckten sie an, verbrannten Indianer auf Schei­terhaufen, zerschmetterten Kindern den Schädel, schnitten vielen Indianern Arme und Beine ab und überließen sie so dem langsamen Tode. Eine große Anzahl der in dem Bericht angeführten Greueltaten ist von so empörender Art, daß sie sich der öffentlichen Beschreibung entziehen.

Jlotoenöiofeit einer starken Stätte.

Deutschland ohne starke Flotte ist heute undenkbar. Und dennoch liegt die Zeit, in der wir ohnmächtig zur See waren, noch nicht weit zurück. Erst Kaiser Wilhelm der Zweite erkannte es mit klarem Blick, wie bitter Not dem deutschen Volk eine starke Flotte sei. Er wies den Ausbau der Marine in feste Bahnen, und seinen rastlosen Be­strebungen ist eS zu verdanken, daß unsere Seemacht sich in kürzester Zeit von unbedeutenden Anfängen zur zweitstärksten auf der Welt entwickelt hat. ,

Warum braucht Deutschland eine starke Flotte? Diese Frage wird in dem in der Schriftenvertriebsanstalt zu Berlin SW. 68 erschienenenFlottentaschenbuch" von PerfiuS, Kapitän zur See a. D. (Preis ö0 Pfg.) dahin beantwortet: Zum Schutze seiner 1270 m langen Küste und zum Schu^ seiner Kolonien. Lerner zum SLutz seiner Landttsstou