«Z
TinrSSungsgeSvhrr
Die kgespaltene Petltzeile oder deren Raum 20 Pfg.
Im ReklameteU die Zeile 60 Pfg.
General-Anzeiger
Roiotionebtud und Verlag der Buchdrucker«! des verein, ea Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk.» monatlich 60 Pfg., für Post» bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau.
Nr. 160 ffm»ft>»«<l)a»»Mta8 Nr. 230.
Hierzu „Amtliche Beilage Nr. 6".
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Eine von dem Herrn Kreisarzt in den letzten Tagen vorgenommene Besichtigung der Milchhandlungen in hiesiger Stadt ergab, daß bei ejnem großen Teile der hiesigen Händler die Beschaffenheit der Milchverkaufs-, Verarbeitungs- und dergl. Räume den an sie im sanitären Interesse zu stellenden Anforderungen nicht entspricht.
Nach 8 11 der für den Verkehr mit Milch für den Stadt- und Landkreis Hanau erlassenen Polizeiverordnung vom 10. August 1905
„müssen die Räume, in denen Milch feilgehalten, verkauft, aufbewahrt oder verarbeitet wird, stets auf das sorgfältigste rein, staubfrei und kühl gehalten und gut gelüftet werden. Sie dürfen nicht als Wohn-, Schlafzimmer oder Küche benutzt werden, auch nicht mit solchen in offener Verbindung stehen. Eine zwischen Milchoerkaufs- oder Milchverarbeitungsräumen und Wohn- oder Schlafzimmern vorhandene Tür ist stets verschlossen zu halten.
Faulende, stark riechende oder schimmelnde Gegenstände, insbesondere Petroleum und Heringe, sind aus den Verkaufs- und Verarbeitungsräumen sorgfältig fern zu halten."
Bei der großen Bedeutung der Milch als Volks-Nahrungsmittel und der dementsprechend allgemeinen Verbreitung ihres Genusses ist es Pflicht der Milchverkäufer, die Verkaufs- und Aufbewahrungsstätten der Milch den vorbezeichneten Mindestanforderungen gewiffenhaft anzupaffen und diese Räumlichkeiten jederzeit so zu halten, daß sie mit diesen Anforderungen im Einklang stehen.
Im gesundheitspolizeilichen Intereffe fordere ich die Interessenten daher auf, die fraglichen Räumlichkeiten unverzüglich in einen der Polizeivorschrift entsprechenden Zustand zu bringen.
Ich werde die Befolgung dieser Vorschrift durch die Schutzmannschaft eingehend kontrollieren und scharfe Be-
Das ZkMnWilim in LeMlM im Sommer 1912.
Wie die Zahl der deutschen Universitätsstudenten überhaupt, so ist auch die Ziffer der unsere höhsten Dildungs- anstalten als vollberechtigte akademische Bürger besuchenden Frauen in diesem Sommer weiter angewachsen und von 2552 im Vorjahr auf 2958 gestiegen, d. i. gegenüber dem Winterhalbjahr 1908/09, in dem auch Preußen den Frauen seine Universitäten öffnete, eine Zunahme um etwa 160 e/o. Dieser starke Andrang ist im jetzigen Entwickelungsstand des Frauenstudium» zum Teil daraus zu erklären, daß infolge deS mehrjährigen Studiums der einzelnen Studentin dem jeweiligen Semesterzuwach» noch kein normaler Abgang gegenübersteht, waS erst nach einigen Semestern der Fall sein wird.
Von den heutigen weiblichen Studierenden sind 1962 an den 10 preußischen Universitäten eingeschrieben, 279 befinden sich an den 8 bayerischen, 417 an den 2 badischen und 300 an den übrigen 6 einzelstaatlichen Universitäten einschließlich derjenigen in Straßburg; etwa 2500 mögen Deutsche, der Rest (458) Ausländerinnen sein. Von den letzteren stellt bekanntlich Rußland das größte Kontingent, nämlich etwa die Hälfte; am nächsten steht Nordamerika mit etwa einem Fünftel, dann folgt Oesterreich-Ungarn mit etwa 40; der Rest verteilt sich auf die übrigen Kulturstaaten, selbst Asien, Afrika und Australien find hier und da vertreten. Der ver- hältniSmäßig, Anteil der Frauen am deutschen Universitätsstudium beläuft sich zurzeit auf 4,9 vom Hundert, gegen . 4,4 v. H. im Vorjahr und 2,7 v. H. vor drei Jahren.
Die Verteilung der Studentinnen auf die einzelnen Fakultäten bezw. Studienfächer zeigt von Jahr zu Jahr mehr, daß die studierenden Frauen überwiegend denjenigen Fächern zustreben, die eine staatliche Anstellung sichern, nämlich den Disziplinen der philosophischen Fakultät mit dem Endziel des Obrrlehrerinnenexamens, worauf freilich bit Frau zu-
Donnerstag den 11. Juli
strafung neben zwangsweiser Schließung der Verkaufs- stätten überall da eintreten lassen, wo die Vorschriften unbeachtet bleiben sollten.
Die Herren Bürgermeister und Gendarmen des Landkreises ersuche ich, auch ihrerseits die Verkaufs- und Aufbewahrungsstätten der Milch auf ihre vorgeschriebene Beschaffenheit hin eingehend fortlaufend zu revidieren und Verstöße hiergegen nachdrücklich zu bestrafen.
Hanau den 8. Juli 1912. p 7507
Der König!. Landrat und Polizeidirektor.
I. A.i Karbe.
Bekanntmachung.
In Erbschaftsangelegenheiten werden gesucht die Abkömmlinge :
1. der Margareta Eichhorn, geb. 9. Februar 1806, gestorben 10. Februar 1831,
2. des Heinrich Ernst Eichhorn, geb. 3. März 1808, gestorben 8. Januar 1842,
3. der Elisabeth Eichhorn, geb. 15. Januar 1811,
4. des Friedrich Eichhorn, geb. 20. September 1813,
5. des Georg Eichhorn, geb. 10. April 1816,
6. des Christian Eichhorn, geb. 26. Januar 1819 sämtlich Kinder des Isaak Eichhorn aus Wächtersbach.
Wer auf Grund seiner Abstammung von einem der Genannten Ansprüche an den Nachlaß der am 25. August 1858 verstorbenen Ehefrau des Konrad Müller, Friederike geb. Eichhorn oder deren Kinder Lisette Eichhorn genannt Müller und Maria Katharina Müller machen zu können glaubt, wolle sich binnen 6 Wochen bei dem unterzeichneten Amtsgericht melden. (M VIII 3).
Langenselbold den 24. Juni 1912. 16791
Königliches Amtsgericht.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit 10 Pfg. Inhalt.
Stehen geblieben auf dem Marktplatz: 1 Eimer mit Käsematte. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 10. Juli 1912. 16843
Politische Rundschau.
Im Neichsschatzamt wird ein Entwurf einer Reichsvermögenssteuer mit Varianten, Vermögenszuwachssteller und Erbschaftssteuer ausgearbeitet.
Die hessische Besoldungsreform in der Ersten Kammer angenommen. Die Erste Kammer beriet gestern über die nächst Begabung und Neigung hinweisen, was zu einem großen Teil aber auch darauf zurückzuführen sein dürfte, daß namentlich viele preußische Studentinnen ein Lehrerinnen- seminar besucht haben. So stieg binnen Jahresfrist die Zahl der Studendinnen der Philosophie, Philologie und Geschichte von 1438 auf 1635, diejenige der Mathematik und Natur- wissenschaft studierenden Frauen von 423 auf 539, während die Medizinerinnen, die vor einigen Jahren noch dominierten, nur von 549 auf 625 sich vermehrten und jetzt in den Hintergrund gedrängt find; StaatSwiffenschaften und Landwirtschaft studieren 74 Frauen gegen 56 im Vorjahr«, Rechtswissenschaft 39 gegen 42, Zahnheilkunde 28 gegen 31, Pharmazie 7 gegen 7 und evangelische Theologien gegen 6. Zum Vergleiche sei hier eingefügt, daß die französischen Universitäten im letzten Jahr von etwa 4300 Studentinnen besucht waren, die sich auf die einzelnen Fächer folgender- maßen verteilten: Philosophie und Philologie etwa 2300, Mathematik und Naturwissenschaften 500, Medizin 1300, Rechtswissenschaft 150 und Pharmazie 50. Davon stammten etwa 1900 aus dem Ausland und die Hälfte war an der Pariser Universität eingeschrieben.
Was die Verteilung der Studentinnen auf die einzelnen Universitäten des Reichs betrifft, so werden offensichtlich die preußischen Hochschulen von /ben Frauen bevorzugt, was sich wesentlich aus der örtlichen Herkunft der Studentinnen erklären dürfte; denn aus dem Norden stammen verhältnismäßig mehr studierende Frauen als aus dem Süden. Eine nähere Untersuchung der Heimatsverhältnisse würde ergeben, daß von den reichsangehörigen Studentinnen fast drei Viertel in Preußen beheimatet sind. An der Universität der Reichs- Hauptstadt befindet sich denn auch fast der vierte Teil der weiblichen Studentenwelt, nämlich 717; am nächsten steht Bonn mit 283, dann folgen München mit 241, Göttingen mit 234; Heidelberg hat 231, Freiburg 186, Münster 157, Breslau 142, Marburg 127, Leipzig 112, Königsberg 96, Greifswald 81, Halle 69, Kiel 59, Luding«: 40, Straß-
F«r,,sprechanschl«tz Nr. 230. 1912
■U -----'S— «—W— ———»—-— ———WWWM—-———»
Besoldungsvorlagen. Fürst Jsenburg-Birstein, als Bericht- erstattet, erläutert die Stellung des AuSschuffeS zur Regierungsvorlage und hebt die Notwendigkeit größerer Sparsamkeit hervor. Finanzminister Dr. Braun erklärt, die Regierung sei der festen Ueberzeugung, daß die Besoldungsvorlage, wie sie vorliege, das allermindeste sei, waS man Beamten und Lehrern geben könne. Sie bedauere, daß dieses Ziel nur durch eine Kürzung der vorgesehenen Zulagen zu erreichen sei. Notgedrungen und nur unter dem Wunsche einer Realisierung der Regierungsvorlage stimme er dem Ausschußantrag auf Bewilligung einer 90 prozentigen Erhöhung der Beamtengehalte und einer Erhöhung der Lehrergehalte um 11 Prozent zu und sei bereit, diesen Beschluß in der Zweiten Kammer zu vertreten. Bedauerlich sei der Ausblick, daß sonst die 'berechtigten Wünsche und Erwartungen noch in letzter Stunde getäuscht werden könnten. Geheimrat Dr. Schmidt-Gießen meint, bie künftige Besoldungsordnung entspreche hoffentlich den gerechten Wünschen der Beamten. Dankbar sei die Berücksichtigung der akademischen Beamten anzuerkennen. Fürst Erbach-Fürstenau betont, eS sei eine staatserhaltende Pflicht, nur den Betrag zu bewilligen, den das Land vertragen könne. NamenS deS AuSschuffeS müsse er erklären, mit der Bewilligung des Satzes von 11 Prozent für Lehrer und mit der 90 prozentigen Erhöhung der Beamtengehalte stehe und falle daS Besoldungsgesetz. Bei der Abstimmung wird da» Besoldungsgesetz mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Auch die übrigen Gesetzentwürfe finden nach den Ausschußanträgen Annahme.
Die französische Kammer nahm in einer bis halb 11 Uhr abend» andauernden Sitzung den Wahlreformentwurf in seiner Gesamtheit mit 339 gegen 217 Stimmen an. (Stürmischer Beifall bei den Anhängern de» Verhältniswahlsystems. Auch die radikalen Gegner der Wahlreform applaudieren, da sie der Ansicht sind, daß die Mehrheit der Republikaner sich gegen die Wahlreform ausgesprochen hat. Einzelne Radikalen rufen, zu der Ministerbank gewendet: Demission!) Die Sitzung wird hierauf unter großem Lärm geschloffen.
Das schwedische Königspaar trifft zum Besuche beim Zarenpaar am 13. Juli in den finnischen Schären ein; der Besuch dauert zwei Tage.
Zum lebenslängliche« Mitgliede des ungarischen Abgeordnetenhauses ist der Chefredaktenr des „Pester Lloyd" Sigmund Singer ernannt worden.
Der chinesische Finanzminister unterbreitete gestern bei einer Zusammenkunft der Gesandten mit dem neuen Premierminister den Plan der Neuorganisation der Salzsteuer, deren Einkünfte nach seinen Angaben gegenwärtig von 70 Millionen Dollars auf 109 200 000 Dollars sich erhöhen.
bürg 38, Gießen 25, Erlangen 23, Würzburg 15 und Rostock 9. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist die Zahl der weiblichen Studierenden zurückgegangen in Erlangen, Gießen und Tübingen, während die Steigerung wesentlich Heidelberg, Marburg und Münster zugeflossen ist. Im Verhältnis zum Gesamtbesuch ist der Prozentsatz der studierenden Frauen am höchsten in Berlin, Göttingen und Heidelberg, am niedrigsten in Leipzig und Rostock.
Mit den nur an einzelnen Vorlesungen teilnehmenden 1183 Gastzuhörerinnen nehmen in diesem Winter 4141 Frauen am deutschen Universitätsunterricht teil, gegen 3764 im Vorjahr. Die meisten Hörerinnen hat in diesem Sommer München, nämlich 193, in Bonn sind eS 98, in Tübingen 97, in Berlin 88, in Leipzig und Straßburg je 70, in Freiburg 29 und in Marburg nur 8.
Literarisches.
Die zwei neuen Juli-Hefte der bekannten „Deutschen Moden-Zeitung" haben den Sondertitel „Sommer^ und „Hochsommer". Sie berü es stetigen in ihrem Modeteil hauptsächlich Sommerkleidung jeder Art für Erwachsene und Kinder. Zum Selbstanfertigen dieser Kleidung bringen die den beiden Heften beigegebenen großen Schnittmusterbogen sorgfältig ausgeprobte naturgroße Schnitte. Im HandarbeitS- teil der Hefte sind zahlreiche schöne Arbeiten dargestellt, 'deren Nachfertigung sehr durch die auf die einfachste Weise zu handhabenden Abplättmuster erleichtert wird. Durch spannende Erzählungen und belehrende und gemütvolle Aufsätze fesselt der Leseteil das Interesse. Seine Rubriken: Frauenberufe, Rechtslagen, Gesundheitspflege und Reiserat behandeln all, einschlägigen Fragen, während auf den Seiten „Hau» und Küche" und „Geselligkeit" den Hausfrauen reiche Anregung gegeben wird. — Die zweimal monatlich erscheinende „Deutsche Moden-Zeitung" kostet vierteljährlich 1.25 Mk. und ist durch jede Buchhandlung und Postanstall zu bezieh«!.