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Einrückungsgebüher
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Geueral-Anzeiger
ANtliihes Organ für SUM= M Landkreis Kanas.
Bezugspreis:
MerteljShrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Bit, monatlich 70 Pfg« Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schreck« in Hanau,
Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei des
verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Nr. 159 Ke,i>spre»anschl«k Nr. 230. MittW Vlh dtN 10. IM
Fernsprechairschlich Nr. 230.
1912
Amtliches.
Zwangsversteigerung.
Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung Rückingen belegenen, im Grundbuche von Rückingen Art. 302 in Abt. I unter Nr. 1 und 2 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Otto Schadt, Elisabeth geb. Kämpfer in Rückingen eingetragenen Grundstücke:
1. Krtbl. H Nr. 37, Beim Kreuzweiher, Acker, 2 ar 56 qm, 0,18 Tlr. Reinertrag,
2. Krtbl. J Nr. 55, Beim Kreuzweiher, Acker, 10 ar 26 qm, 0,72 Tlr. Reinertrag, besteht, sollen diese Grundstücke
am 27. September 1912, nachmittags 2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Rückingen in der Gastwirtschaft Lehr versteigert werden.
Langenselbold den 1. Juli 1912. 16793
Königliches Amtsgericht.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Ravolzhausen belegenen, im Grundbuche von Ravolzhausen Blatt 574 ganz und Blatt 563 zur ideellen Hälfte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Fabrikarbeiters Johann Adam Heuz in Ravolzhausen eingetragenen Grundstücke:
A Blatt 574 von Ravolzhausen
1. Krtbl. 15 Nr. 39, Hausgarten, die Ziegelgärten, 1,01 ar 2. Krtbl. 12 Nr. 84/17, Acker am Entenfang, 24,78 ar mit 5,83 Tlr. Reinertrag,
X Krtbl. 14 Nr. 61, Langendiebacherstr. Nr. 25= 1,08 ar, 36 Mark j. Rutzungswert,
a) Wohnhaus mit Hofraum,
B Blatt 563 Ravolzhausen
4. Krtbl. 14 Nr. 59, Hofraum im Dorf, 1,02 ar,
d) Stall mit Abort,
e) Stall mit Abort, zur ideellen Hälfte
am 17. September 1912, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Ravolzhausen in der Gastwirtschaft des Wilh. Clauß III. versteigert werden.
Langenselbold den 1. Juli 1912. 16791
Königliches Amtsgericht.
WmdM und Dtrlortnt Segenftänbe x
Gefunden: 1 Portemonnaie mit 2 Mark, 1 schwarzer Damengummigürtel, 1 Portemonnaie mit 8.16 Mark, 1 Kinderstrohhut, 1 Krankenscheinheft der Hanauer Ortskrankenkasse für Wilhelm Dietz zu Kilianstädten, 1 Kontobuch, Invalidenkarte und sonstige Papiere für Ludwig Klehm, geb. 1. 8. 67 zu Heegheim, Kr. Büdingen.
Verloren: 1 Damenportemonnaie mit 20 Mark. Zugelaufen: 1 junges gelber Dachshund, m. Eeschl.
Hanau den 10. Juli 1912.
Politische Rundschau.
Die Kaiserbegegnung in Baltischport. Das Echo de Paris bemerkt über das Ergebnis der Kaiserzusammenkunft: Es scheint nicht, daß diese Zusammenkunft die großen Linien der europäischen Politik, in was es auch sei, ändern soll. Die Gruppierungen der Mächte bleiben unberührt. Zudem hat Kaiser Wilhelm nichts versucht, um Rußland von einem Bündnis abzubringen, dessen Wert Rußland hat schätzen können und das eines' der besten Faktoren des europäischen Gleichgewichts bleibt. Nichtsdestoweniger ergibt sich aus der Zusammenkunft von Valtischport, daß die deutsche und die russische Regierung in der Auffassung übereingekommen find, daß es in ihrem gemeinsamen Interesse wäre, „eine gegenseitig auf wechselseitigem Vertrauen beruhende Fühlung zu bewahren." Wir bedienen uns absichtlich derselben Ausdrücke wie die Mitteilung der russischemMegierung, weil diese Ausdrücke, scheint es, sorgsam abgewogen sind, was ihnen einen besondern Wert verleiht. Die Wahl dieser Ausdrücke bedeutet im ganzen, daß Rußland und Deutschland ohne das Bündnissystem, dem sie angehören, zu durchbrechen, entschlossen sind, in einer offensichtlichen Gemeinschaft der Auffassungen und Gedanken zu leben, und' das kann uns trotz allem nicht gleichgültig sein.
Als Begleitschiffe für die Nordlandreise des Kaisers sind außer dem „Sleipner", der vor kurzem in Wilhelmshaven einer gründlichen Ausbesserung unterzogen wurde, der Turbinenkreuzer „Breslau", sowie dir Torpedoboote „S 78“ und „8 79“ bestimmt. Diese beiden Boote, die in der Hauptsache den Depeschenübermittelun^sdienst versehen und die rückwärtige Verbindung mit den Häfen aufrecht erhalten werden, sind von Wilhelmshaven direkt nach Stavanger abgegangen, und dort bereits am 6. Juli angekommen.
Der Reichskanzler in Petersburg. Reichskanzler von Bethmann Hollweg besichtigte am Dienstag in Petersburg den Neubau der deutschen Botschaft und einige Kirchen. Er frühstückte in der deutschen Botschaft. Nachmittags wurden in Peterhof die Schloßpark-Anlagen besichtigt. Abends fand beim russischen Ministerpräsidenten eine Tafel von 30 Gedecken im Sommerpalais auf der Ielagininsel statt.
Zum Tode Hoberchts. Aus den zahlreichen Deileids- kundgebungen an die Hinterbliebenen des verstorbenen Finanzministers a. D. Hobrecht sind die folgenden hervorzuheben : Vom Kaiser traf das folgende Telegramm ein: „Seine Majestät der Kaiser und der König haben die Meldung von dem Hinscheiden Ihres Herrn Vaters, des ehemaligen Staats- und Finanzministers Hobrecht, mit schmerzlichem Bedauern entgegengenommen und lassen den Hinterbliebenen Allerhöchstihr wärmstes Beileid zu dem schweren Verluste aussprechen. Auf Allerhöchsten VefehlâGeheimer Kabinettsrat Valentini." Der Reichskanzlei depeschierte: „Die Nachricht von dem Hinscheiden Ihres von mir so hoch verehrten Gemahls erfüllt mich mit aufrichtiger Teilnahme. Mögen Eure Exzellenz in Ihrem tiefen Schmerze Trost an dem Bewußtsein finden, daß die Verdienste, die der Verewigte im Laufe seines gesegneten Lebens um unsere vaterländische, wirtschaftliche und kommunale Entwickelung sich erworben hat, ihm den Dank des Vaterlandes über das Grab hinaus sichern. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg."
Ein Ausschuß zur Schaffung einer Luftflotte hat sich in Oesterreich gebildet. Mi^ großer Begeisterung fließen bereits die Beiträge, obwohl man dort, wie in Deutschland jetzt erst allgemein bekannt wird, ;m Flugwesen viel weiter ist als bei uns. Gelang es doch kürzlich Oberleutnant Blaschke, den berrühmten Franzosen Earros nach jeder Richtung hin zu schlagen. Die Begeisterung, einen großen privaten Fonds für Flugwesen zu schaffen, ist denn auch in Oesterreich gewaltig. Gelegentlich der letzten Internationalen Luftschiffahrer-Kongressc bekundete sich dieses Interesse dadurch, daß die Deutschen von allen Seiten gefragt wurden, wie weit sie mit der Flugspende wären.,
Das Fürsorgegesetz für militärische Lustfahrer. Der Reichsanzeiger veröffentlicht den Wortlaut des Fürsorgegesetzes für militärische Luftfahrer. Das Gesetz tritt heute in Kraft.
Die Unruhen in Portugal.
Lissabon, 9. Juli. Vorgestern abend sollen die Ver- schwörer über die Berge von Serra de Gerez zurückgeschlagen worden sein. Der Kreuzer „Almirante" ist auf seiner Reise bei Espozende ausgelaufen. Er wurde bald wieder flott. Nach Blättermeldungen sollen mehrere Kriegsschiffe nach Norden gehen oder schon gegangen sein. Land- und Marinetruppen seien an die Grenze entsandt worden. Außer in den Grenzbezirken herrsche allenthalben Ruhe.
Paris, 9. Juki. Nach einer Blättermeldung aus Madrid waren die Waffen- und Munitionsvorräte der portu- giesishren Aufrüher durchweg spanischen Ursprungs. Man frage sich, wie es den Aufrührern ohne Mithilfe der spanischen Behörde möglich gewesen sei, sich Gewehre, Uniformen und sogar zwei Kanonen zu verschaffen. Ein Teil der Sol- baten der monarchistischen Expedition soll aus der spanischen Provinz Galicien stammen. Canalejas habe erklärt, daß er Nachforschungen über die Verzweigung der Verschwörung angeordnet habe und Maßnahmen gegen alle jene treffen werde, die im Verdacht stehen, die Machenschaften der portugiesischen Monarchisten gefördert oder auch nur geduldet zu haben.
Lissabon, 9. Juli. Aus Chaves wird von gestern abend gemeldet: Die Royalisten verwendeten bei ihrem Angriff auf ChaveS Schnellfeuergeschütze. Sie verwundeten vier Offiziere und töteten sechs Soldaten, während sie selbst zahlreiche Tote und Verwundete verloren. Die republikanischen Truppen wurden bei ihrer Rückkehr von der Verfolgung deS ^dnbeâ mit tzreudtnkundgebungeu empfangen.
Der italienisch-türkische Krieg.
Der türkische Minister des Innern über Sen Aufruhr in Albanien.
In der türkischen Kammer schilderte der Minister des Innern bei der Beantwortung einer Anfrage wegen der Lage in Albanien die Vorfälle und Kämpfe in Ipek, Dja- kova und Volatin. Der Minister betonte, daß die beiderseitigen Verluste keineswegs groß seien. Im ganzen sei der Verlust nicht größer als 200 Mann. Gegenwärtig sei die Ordnung wieder hergestellt. Die militärischen Maßnahmen, die noch fortgesetzt würden, seien vorübergehender Natur. Die Regierung führe die beschlossenen Reformen durch und prüfe die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die Beteiligung der Gemeinden an dem Bau der Schulen, Straßen, Moscheen, Kasernen, Krankenhäusern, Stationen für die Funkentelegraphie usw. Diese Maßnahmen würden im Rahmen des Budgets durchgeführt werden. Einige der von den Aufständischen gestellten Forderungen seien unerfüllbar, insbesondere die regionale Dienstpflicht. Dadurch würde die Einheit des ottomanischen Reiches beeinträchtigt werden. Der wahre Zweck der Bewegung sei ein anderer. Einige Führer der Albaner hätten erklärt, sie würden, wenn die Partei Ismail Komals bei den Wahlen durchfalle, ganz Albanien zum Aufstand entfachen und die Regierung stürzen. Der Minister verlas ein Memorandum, das mehrere Führer der aufständischen Albaner dem Kaimakum von Djakova überreicht haben, in welchem heftige Angriffe gegen die Jungtürken enthalten find und in dem erklärt wird, die Albaner hätten sich erhoben, um die Ottomanen zu retten. Der Minister widerlegte darauf die in dem Memorandum enthaltenen Behauptungen, insbesondere diejenige, daß die jetzigen Abgeordneten nur Beamte seien und stellte fest, daß die Türkei unter dem jungtürkischen Regime Fortschritte mache, insbesondere auch die Armee, die trotz der gegenteiligen Gerüchte rein und fleckenlos dastehe. Die Regierung wies bereits 500 000 Pfund für Albanien an. Der Minister kam sodann auf die Vorgänge in Skutari und Elbasan zu sprechen, und drückte die Hoffnung aus, daß in wenigen Tagen die Ruhe vollständig hergestellt sei. Die Malissoren von Matia und diejenigen an der montenegrinischen Grenze, ebenso die Mirditen schlossen sich der Bewegung nicht an^ Die Kammer nahm die Erklärungen des Ministers als hinreichend zur Kenntnis.
Die Berfassung der Meuterer beklagenswert.
In Saloniki wird bestimmt versichert, daß der zu den Deserteuren nach Monastir entsandte Offizier aus Monaftir zurückgekehrt sei. Die Lage und Verfassung der Meuterer sei beklagenswert; es fehle an Mitteln und sie seien Bereit, nach Monastir zurückzukehren, falls Begnadigung zugestanden würde. Mehrere hohe Offiziere der Monastirer Garnison wurden nach Konstantinopel gerufen, darunter der Platzkommandant Schewket Bay.
Ueber den Angriff der Arnauten auf Aktsche-Hissar wird noch aus Saloniki gemeldet: Die Arnauten umzingelten die türkischen Truppen und bedrängten sie sehr. Auf beiden Seiten gab es empfindliche Verluste, der Umfang ist aber unbekannt. Die aus Elbasan eingetroffenen Verstärkungen durchbrachen die Stellungen der Arnauten. Gleichzeitig wurde mit der Wiederherstellung der Telegraphenleitung unter starker militärischer Bedeckung begonnen. Die Behörden des Wilajets Kossowo haben die Anwendung des Bandengesetzes gegen die aufrührerischen Arnauten verkündet. Eine Anzahl von Angehörigen der flüchtigen Arnauten sollen bereits gewaltsam aus der Gegend von Djakova, Ipek und Prizren nach Uesküb gebracht worden sein.
Ein Erfolg der türkischen Negierungstruppen.
Der Kaimakam von Tirana meldet, daß die von Skutari unb Elbasan abgesandten Truppen sich vereinigt haben und siegreich in Kruja eingezogen sind.
Das Gleichgewicht im Mittelmeer.
Halbamtliche französische Blätter stellen übereinstimmend fest, daß der gestrige Artikel des „Daily Graphit" den Ereignissen gewissermaßen vorausgeeilt sei, zur Stunde aber schwere Irrtümer enthalte. Meinungsaustausche hätten im Laufe des Juni Wischen London und Paris über die Garantie des jetzigen Statusguo im Mittelmeere stattgefunden, aber diese hatten sich nicht zu konkreten Vorschlägen verdichtet. Der Besitz von Tripolis sollte Italien garantiert werden, nicht aber die Inseln im Aegäischen Meere. Während sich die meisten Blätter durchaus objektiv verhalten, bringt das „Echo de Paris" Pointe gegen den Dreibund, indem es behauptet, das englische Projekt sei Italien gegenüber vollkommen See-