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Erstes Statt

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Sanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

vierteljährlich 1.80 3RL, monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 210 Mk., monatlich 70 PfK Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker i» Hanau

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Samstag den 29. Juni

Mernsprechanschlutz Nr. 330. 1912

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16 Seiten.

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Amtliches.

Landkreis I)ana«.

Bekanntmachung.

Die nach § 36 der Reichsversicherungsordnung bei den unteren Verwaltungsbehörden (Landratsämtern usw.) zu errichtenden Abteilungen für Arbeiterversicherung

Versicherungsämter treten nach dem Erlaß des Herrn Ministers für Handel- und Gewerbe vom 1< Mai d. J. am

1. Suli d. 3.

ins Leben.

Vorsitzender des bei dem Landratsamt Hanau zu errich­tenden Versicherungsamts für den Landkreis Hanau ist ge­mäß § 39 a. o. D. der Unterzeichnete

Landrat Freiherr Laur von Münchhofen, zum 1. stellvertretenden Vorsitzenden der

Negierungsasseffor Karbe, zum 2. Stellvertreter der D

Magistratsassessor Bartmuß

and zum 3. Stellvertreter der

Kreissekretär Scheelhaase

vom Herrn Regierungs-Präsidenten bestellt worden.

Hanau den 28. Juni 1912. V. 3521

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

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Stadtkreis Fjanau.

Oeffentliche Sitzung der Stadt- verordneten-Bersammlnng

am Donnerstag den 4. Juli 1.912, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

L Einführung des Rentners Friedrich Rousielle als Ma­gistratsmitglied. ch

2. Rechnung der Armenkasse für 1910.

8. Wahl eines Armenpflegers für Kißling.

4. Wahl von Mitgliedern in die Arboitsamtskommisfion. ß. Einladung zur Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege in Breslau.

6. Aenderung des Ortsstatuts betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.

7. Kasernenbauvertrag und Tauschoertrag mit dem Reichs- militärfiskus und Kaufvertrag mit der Stadt Frank­furt a. M.

8. Amtszulage der Mittelschullehrer.

9. Verlegung von Klassen der höheren Mädchenschule in das alte Landgericht.

10. Herstellung des Sieles im Wallweg.

11. Abrechnung des Neubaues der Badeanstalt in Keffel- stadt.

12. lleberschreitung der Baukosten des Stadttheaters.

13. Beschaffung von Bänken für den Jungscheü Park.

14. lleberschreitung der Baukosten des Schlachthoferwei­terungsbaues.

15. lleberschreitung der Baukosten des Altstädter Rat­hauses.

16. lleberschreitung der Baukosten der Badeanstalt am Steinheimertor.

17. lleberschreitung der Baukosten der Wartehalle am Marktplatz.

18. Aufhebung der Verzinsungspflicht für Verlegung der Kabel-, Wasser- und Gasleitung.

19. Etatsüberschreitung des Elektrizitätswerkes.

20. Desgleichen des Wasserwerkes. .

21. Desgleichen des Gaswerks.

22. Desgleichen der Kanalkaffe.

Hanau den 28. Juni 1912. ( 11)9'47

Der Stodtverordtretenvorsteher.

Uth, Justizrat.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Köchin, 1 Dienstmädchen, 1 Bäcker, 1 Fa­brikarbeiterin, 1 Metzger, 1 Schmied, 1 Schuhmacher, 1 Spengler, einige Hausburschen, Taglöhner, Fahrbur­schen und Egrtenarbeiter.

Offene Stellen. Gesucht werden: 2 jüngere Mädchen, 1 Drechsler, 1 Glaser, 1 Poliseuse, 2 Schneider, 2 Schrei­

ner, 2 Tapezierer, einige Tagelöhner und 3 Ziegelei­arbeiter.

Hanau den 29. Juni 1912 15925

* Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Bekanntmachung.

Die städtische Sparkasse wird wegen Umzugs am Mitt­woch den 3. Juli 1912 n chmittags für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen sein.

Vom 4. Juli 1912 ab befim et sich dieselbe im Erdgeschoß des Rathauses Zimmer Nr. 4 (früheres Lokal der Steuer­kaffe).

Hanau den 28. Juni 1912. 15949

Der Vorstand.

Handelsregister.

Eingetragen ist heute die Gesellschaft mit beschränkter

Haftung in Firma:

Vermögensverwaltungs-Gesellschaft J. Godet & Sohn

mit beschrankter Haftung" G

mit dem Sitze in Hanau. Der Gesellschaftsvertrag ist am 15. Mai 1912 abgeschloffen worden. Gegenstand des Unter­nehmens ist der Erwerb der Aktiven der offenen Handels­gesellschaft J. Godet & Sohn zu Berlin, insbesondere der bei dieser Firma vorhandenen' Warenvorräte, der Außenstände, der sogenannten Inventur- und Werkstatt- Einrichtungs-Gegenstände, sowie der Erwerb ihrer sonstigen Vermögenswerte, die Verwertung derselben im Interesse ihrer s- .tlichen Gläubiger und die Befriedigung dieser Gläubiger wegen ihrer Ansprüche. Das Stammkapital be­trägt 32 800 Mark. Die Einlagen werden seitens aller Ee-

'ter dadurch g. ; sie ; . die Gesellschaft For­derungen gegen die offene Handelsgesellschaft J. Godet & Sohn zu Berlin, Fri^richstraße 167/168, in gleicher Höhe, wie ihre Einlagen, hiermit einbringen. Diese For­derungen werden nach ihrem Nominalbeträge ohne Zinsen bewertet und als Eisilage in die Gesellschaft zu diesem Werte angenommen. Damit sind die übernommenen Stammein­lagen in voller Höhe gedeckt.

Im einzelnen bringen ein die nachbenannten Gesell­schafter folgende Forderungen:

1. Firma Phil. Koburger in Hanau in Höhe von 8900 Mark,

2. Firma E. M. Weishaupt Söhne in Hanau in Höhe von 4900 Mark.

3. Firma Glaser & Stübing in Hanau in Höhe von 3100 Mark. *

4. Firma Fr. Frank in Hanau in Höhe von 2300 Mark. . 5. Firma Berg & Co. in Stuttgart in Höhe von 2500 Mk.

6. Kaufmann Salomon Abraham in Berlin, Neander­straße 12, in Höhe von 2000 Mark.

7. Firma Peter Deines Söhne in Hanau in Höhe von 1600 Mark.

8. Kaufmann Hermann Mölter in Berlin, Tauben­straße 35, in Höhe von 4500 Mark.

9. Kaufmann Walter Frick in Verlin-Weißensee, Lehder- sttäße 57, in Höhe von 3000 Mark.

Die Geschäftsführer sind Kaufmann Philipp Kobur­ger in Hanau und Bijouteriefabrikant Dnil Weis­haupt in Hanau.

Willenserklärungen und Zeichnungen für die Gesellschaft sind für die Gesellschaft rechtsverbindlich, wenn sie durch einen Geschäftsführer erfolgen.

, >. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen, soweit solche nach den gesetzlichen. Vorschriften erforderlich ' find, durch den Deutschen Reichs- und Königlichen Preu­ßischen Staats,anzeiger.

Hanau den 28. Juni 1912. 15919

' Königliches Amtsgericht K

Aufgebot. . , .

Die Ehefrau des Wagners Georg Konrad Stoll, Marie geb. Burkhardt von Niederissigheim hat beantragt, den ver- sihöllenen Friedrich Burkhardt, geboren am 28, Mai 1820 zu Niederissigheim, Sohn des Schuhmachers Michael Burk­hardt und dessen Ehefrau Marie geb. Friedrich zu Nieder­issigheim, zuletzt wohnhaft in Berkersheim für tot zu er­klären.

* Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spä­testens in dem auf

den 25. April 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 17, anberaumten Aufgobotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeser­klärung erfolgen wird.

An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Ver­schollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen.

Hanau den 24. Juni 1912. 15917

Königliches Amtsgericht 5.

Gefallene unk netlorene Gegenstände it

Gefunden: 1 Kopierbuch.

Verloren: 1 goldener Damenring mit gesprungenem Opal, 1 Portemonnaie mit etwa 40 Pfg. und 15 Mk. tr Konsummarken, 1 schwarzer durchbrochener Damenhalbhand' schuh, 3 100 Mark-Scheine, 1 Portemonnaie mit etwa 31 Mk Inhalt.

Hanau den 29. Juni 1912.

Politische Rundschau.

DieReichstagsstichwahlinHagenow-Grevesmühleu. Das Stichwahlresultat von 275 Wahlbezirken ist: Pauli (kons.) 6573, Sivkovich (Fortschr. Dp.) 9119 Stimmen, 80 Wahlbezirke fehlen noch, können aber an dem Sieg Sivko- nichs nach Auskunft des Wahlkommissars nichts ändern. Die Wahlbeteiligung war wegen der Heuernte nur schwach.

Neue Stürme in der bayerischen Abgeordnetenkammer. Wie aus München gemeldet wird, kam es am Freitag in der bayerischen Abgeordnetenkammer bei einer Rede des Ministers des Innern Freiherrn v. Soden wieder zu stür­mischen Auftritten. Der Minister rechtferttgte die Haltung der Regierung in bezug auf die Richtbestättgung sozialdemo­kratischer Bürgermeister und führte dabei aus, daß es im Interesse eines monarchisch^ Sta.aHwesens liege, sozialde­mokratische Bürg^msister m^k'zu bestätigen; das sei ein« Politik der Gelbf».^^^ des monarchischen Staates. ^Wenn Sie (zu bett Sozialdemokraten gewendet) selbst am Staatsruber wären, würden Sie auch keinen monarchisch ge­sinnten Beamten anst-Hen." Abg. Freiherr v. Haller (Soz.) rief dazwischen: Gewiß, wenn sie dazu fähig wären, würden sie auch ein sozialdemokratisches Amt bekommen! Darauf entstand großer Lärm und ^i^präfibent Frank konnte sich erst nach hefttgem Läuten verständlich machen. Er erteilte dem Abg. v. Haller einen Ordnungsruf. Zwischenrufe gingen hin und her, und als Abg. Ankenbrand (Ztr.) rief: Ist das noch einParlament"?, schrie ihm der Abg. p. Haller (Soz.) Unverschämtheit" zu, wofür er einen neuen Ordnungsruf erhielt. Unter der allgemeinen Erregung im Hausse gingen die weiteren Ausführungen des Ministers verloren. Man hört nur noch am Schluffe, daß er einen andern Ton â Paralment wünsche. Er könne nicht so grob wie verschiedene" Abgeordnete sein. Darauf schloß der Vizepräsident die Sitzung.

Die Meuterei in Albanien. Nach den vorliegenden Meldungen aus Monastir sind kein« weiteren Desertionen erfolgt. Einige Albanerchefs hielten in den Bergen mit den Meuterern eine Versammlung ab, in welcher bit Wünsche der Mcu'erer besprochen wurden. Diese sind in erster Linie der Rücklritt der Regierung, und Auflösung der Kammer. Gegen einige Minister wird Klage geführt, insbesondere wegen des tripolitanischen Krieges. Es fand sich jedoch keine Mehrheit für die Annahme dieser Wünsche. Unter­richtete Kreise beurteilen die Lage als ruhig und meinen, daß keine erlisten Gründe zu Besorgnissen vorhanden sind. Wie Jktiham" erfährt, brachte die Regierung in der Kammer- einen Gesetzentwurf ein, in welchem den Offizieren verboten wird, sich mit Potilik zu befassen. Die Kammer wird heute einberufen, um den Gesetzentwurf zu beraten.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hana«, 29. Juni.

* Zur Reifezeit. Unserer heutigen Nummer liegt ein /,M er.z eich nis durchlaufender Wagen des Fernverkehrs für Hanau" bei. Es wird unseren Lesern wohl kaum bekannt sein, daß die wichtigsten Eisen­bahnknotenpunkte des Festlandes untereinander in sehr be­quemer Weise durch direkte Wagen verbunden find, die fast in allen Schnellzügen verkehren. Die wenigsten aber wissen, daß von Hanau aus, das ja bekanntlich an zwei wichtigsten Schnellzugslinien liegt, eine große Anzahl von Orten ohne Umsteigen erreicht werden können. So haben wir, abgesehen von den Verbindungen mit Berlin, Wien, München und Köln, täglich zweimal direkte Verbindung mit Genua, drei­mal mit Mailand, viermal mit Basel, zweimal täglich mit den meisten Ueberfahrtsorten für England usw. Das ist für die Hanauer Reisenden sicher eine große Annehmlichkeit und es wird sich für sie empfehlen, vor jeder Reift das Ver-