Eknrückangsgevührr
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Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis»
Vierteljährlich 1.80 Mk.. monatlich 60 W, M Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monallich 70 Pfü Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau
Nr. 141
AernsprechanschliH Nr. 230
Mittwoch den 19. Juni
Fernsprechanschltttz Nr. 230*
1912
W
W 0* Nummer mW * dem UerholtusgÄIllü
14 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis kjanau. Bekanntmachung.
Die Reichsversicherungsordrmng hat mtt Rücksicht auf die vom (X Januar 1912 ab erfolgende Einbeziehung der Hinterbliebenen- förforge in die Invalidenversicherung die Geldwerte der Beitragsmarken erhöht unb zwar für eine Woche
in Lohnklasse I von 14 Pfg. auf 16 Pfg^
in Lohnklasse 8 von 20 Pfg. auf 24 Pfg^
in Lohnklasie m von 24 Pfg. auf 32 Pfg., *
in Lohnklasie IV von 30 Pfg. auf 40 Pfg. und
in Lohnklasie V von 36 Pfg. auf 48 Pfg-
Das Reichsversicherungsamt hat mit Erlaß vom 11. November 1911 die Formen der neuen Marken, die als Ein-, Zweiund Dreizehnwochenmarken bei den Reichspostanstalten und bei unseren Markenverkaufsstellen zu haben sind, festgestellt.
Für dir Zett nach dem 1. Januar 1912 sind «^schließlich die Neuen Marken zu verwenden.
Dagegen sind zum Zwecke der nachträglichen Beitragsleistung (§ 29 Abs. 1, §§ 1442 bis 1444 der Reichsversicherungsordnung) für die vor dem 1. Januar 1912 liegenden Zetten die allen, auf Grund des 8 130 des Jnvalidenversicherungsgesetzes ausgegebenen Marken (Bekanntmachung, betreffend die für die Invalidenversicherung zu verwendenden Beitragsmarken, vom 27. Oktober 1899, Amtliche Nachrichten des Reichsversicherungsamts 1900 Seite 183) p» verwenden. Mit Rücksicht hierauf werden entsprechend den Anordnungen der obersten Postbehorden die Postanstallen diese Marken noch bis zum 30. Juni 1912 einschließlich verkaufen. Vom 1- Juli 1912 ab sind alte Marken nur nod) von den Versicherungsanstalten zu beziehen.
Pis zum 31. Dezember 1913 einschließlich können die alten Marken bei den Markenverkaufssteilen gegen neue Marken unter Berücksichtigung -des veränderten Geldwerts umgetauscht werden.
Auf Grund der neuen Bestimmungen über die freiwillige Zu- satzverficherung können vom Jahre 1912 ab alle Versicherungspflichtigen unb alle Versicherungsberechtigten zu jederzeit und in beliebiger Zahl Zusatzmarken einer beliebigen Versicherungsanstall in die Quittungskarte einkleben. Sie erwerben dadurch Anspruch auf Zusatzrente für dèn Fall, daß sie invalide werden. Der Wert der Zusatzmarken beträgt 1 Mark und sie können, ebenso wie die Beitragsmarken von den Postanstalten bezogen werden.
Hanau den 18. Juni 1912. 15097
Der Magistrat.
_____________I. A.: Bartmuß.
Handelsregister.
Offene Handelsgesellschaft in Firma:
Gackes & Co."
mit dem Sitze in Hanau.
Der Kaufmann Heinrich Backes in Hanau ist durch seinen am 3. April 1912 erfolgten Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden. Der Kaufmann Ernst Backes zu Hanau ist als persönlich haftender Gesellschafter in die Gesellschaft eine getreten. Die Prokura des Kaufmanns Eduard Heine zu Hanau ist aufrechterhalten. 15059
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau ' vom 17. Juni 1912.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hanau-Kesselstadt belegenen im Grundbuche von Hanau-Kesielstadt Band 8 Art. 432 in Abteilung I unter Nr. 1 und 2 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsvermertes auf den Namen der Ehefrau des Kaufmanns Johann Adam Diehl, Wilhelmine geb. Bauscher in Hanau-Kesselstadt eingetragenen Grundstücke: Kartenblatt 10 Parz. 170/58, im Dorfe, Hofraum, 0,04 ar, Kartenblatt 10 Parz. 156/58, im Dorfe, Hofraum, 1,42 ar, Hintergasse Haus Nr. 4
Bebauter Hofra".m — Nutzungswert 300 Mk. — (Gebäudesteuerrolle Nr. 114, Erundsteuermutterrolle Art. 7)
am 20. September 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Nutzallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 — versteigert werden. 15039
Hanau den 13. Juni m2.
Königliches Amtsgericht, Abt. 2.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Ravolzhausen belegene, im Grundbuchs von Ravolzhausen Blatt 614a zur Zeit der (Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen der Ehefrau des Landwirts Wilhelm Konrad Tag, Marie, geb. Henkel, in Ravolzhausen, eingetragene Grundstück:
Ktbl. 18 Nr. 20, Acker, an den neuen Ackern, 39,57 Ar, 8.73 Taler Reinertrag,
am 3. September 1912, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gerücht in der Gastwirtschaft des Wilhelm Clauß 3er in Ravolzhausen versteigert werden.
Langenselbold den 15. Juni 1912. 15061
Königliches Amtsgericht.
Bekanntmachung.
Im Schlacht- und Viehhof Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. •
Hanau den 19. Juni 1012. V. 3659
WsniM Md »Hottet kWWM 2t
Gefunden: 1 Kneifer, 1 braunes Kinderschuhchen, 2 alte Servietten, 2 Rasiermesser, 1 Denkmünze (Erinnerung an den Deteranenappell 1910), 1 Portemonnaie mit 8.93' Mark.
Stechengeblieben bet Wiedersum Nachfolger: 1 Da ment' irrn; Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 rotbraunes Portemonnaie .nrt 5.25 Mk., 1 braune gestickte Perltafche (Inhalt etwa 2.50 Mk., ein Schlüssel und ein weißes Taschentuch), 1 langer seidener weißer Damenhandschuh.
Entlaufen: 1 gelber Zughund mit weißer Brust.
Hanau den 19. Juni 1912.
Politische Rundschau.
Das Reichspostamt hat den Weiterbetrieb der Luftpost am Rhein und Main genehmigt und neue Marken dafür eingeführt.
Kaiser Franz Josef richtete eine Botschaft an die Ruthenen, um sie zur parlamentarischen Tätigkeit zu verpflichten. Ebenso sprach er dem Polenklub seine Anerkennung über die monarchische Gesinnung aus.
Ein deutsches Komitee bat sich in Rom gebildet, um einen Fonds für die Errichtung eines Heims für arbeitsunfähige Deutsche in Rom zu sammeln.
Die griechische Regierung will den Großmächten in einer Denkschrift ihre durch die verzögerte Lösung der Kreta- Frage herbeiqefühtte Verlegenheit darlegen.
Geplante republikanische Bewegung in Nordportugal. Einige Lissaboner Blätter veröffentlichen Schriftstücke, aus denen hervorgeht, daß die ©nippe der republikanischen Verteidigung in Porto und an anderen Orten im Norden von Portugal eine republikanische Bewegung planten, für den Fall, daß das Kabinett nicht zustande käme. Die Bewegung sollte die Schließung des Parlaments herbeiführen und das Werk vom 5. Oktober im Sinne einer demokratischen Republik vollenden.
Wettere „Polktische Stuubf^au* tut zweiten Blatt.
Die chinesische Republik.
Tang-shao-yis Flucht.
Bekanntlich hat der Premierminister Tangshaoyi heimlich Peking den Rücken gekehrt und hat sich nach Tientsin gewandt. Er hat seine Rsgierungsgefchäfte im Stich gelassen, und er ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Dazu weiß niemand den Grund zu dieser fluchtartigen Abreise. Aus Peking wird darüber gemeldet:
Tangshaopi ist noch nicht nach Peking zurückgekehtt, ob« gleich Juanschikai den Sekretär Liangschihyi am Samstag in einem Sonderzuge nach Tientsin entsandte, um den Premierminister dringend zur Rückkehr aufzufordern. Als Ergebnis eines Ministerrats ist Liangschihyi abermals mit einem ähnlichen Auftrage nach Tiensin geschickt worden. Der Präsident und die übrigen Mitglieder des Kabinetts halten die geheimnisvolle Abreise des Premierministers für unerklärlich. Es erscheint als feststehend, daß Tangshaoyi nicht beabsichtigt, zurückzukehren. Eine Erklärung dafür liege möglicherweise in einer Mitteilung der Behörden Cantons an bie Zentral- regierrmg, daß die Unabhängigkeitserklärung Cantons ausge- arbeitet würde.
Eine weitere Meldung besagt, daß Tangshaoyi erklärt hat. er beabsichtige zurückzutreten, da er das Vertrauen in
seiner Pattei verloren habe. MM versucht, ihn mm feinern Vorhaben abzubringen.
Ausbrüche neuer Meutereien.
Eine Manschuabteilung, die im Sommerpalast einquar» tiert war, brach nachts nach Peking auf mit der ausgesprochenen Absicht, ihre Bezahlung zu verlangen. Dir Trupp« Juanschikais stellten sich ihnen entgegen und unterbrücfit« den Ausbruch einer Meuterei. Der Whrer der Abteilung wurde verhaftet.
Nach Nachrichten aus Schaust, Scheust und Schantung drohen auch dort Meutereien auszubrechen, falls ine Soldaten nicht ihren Sold erhaitm. Es ist wesentlich, daß die Regierung sofort Summen für diesen und an bert Zwecke zur Verfügung erhält. Die Regierm^ wandte sich auge- sicht dieser Lage an die international« Bankgruppe, He ttaai Vorschuß von drei Millionen TaelS gewährte.
Trotz dieser beunruhigenden Erscheinungen ist Juanschikatt Einfluß ständig im Wachsen begriffen, wie die Lage.Wer- Haupt sich allgemein bessert Ein endgültiger Rücktritt Tangshaopis würde nur eine Stärkung der Regierung bedeuten.
Aus Hanau Stadt und Land.
H«um, 19. Juni.
Hamer AMotznerein.
Im Restaurant Mohr hielt Montag abend der Hanauer Tierschutzverein seine Jahresversammlung ab. Nach Eröffnung der Versammlung durch beu Vorsitzenden Herrn Pfarrer H u f« a g e l-Kesselstadt erstattete der Schriftführer Herr Redakteur Schrecker den
Jahresbericht, den wir, soweit er öffentliche Interne besitzt, hier folgen lassen:
Auch im abgelaufenen Vereinsjahre hat unser Verein eine eifrige Tätigkeit zum Schutze der bedrängten Tierwelt ausgeübt und mit Genugtuung ist festzustellen, daß die geleistete Arbeit für unsere Vereinsbestrebungen von reichem Erfolge begleitet gewesen ist (Es find, wenn wir zunächst den schriftlichen Verkehr her- vorheben wollen, Eingaben gerichtet worden an den Magistrat über die Errichtung einer Geflügelschlachthalle mit eingehender Begründung, über die Der- yichtung der in den städtischen Anlagen, Gärten, den Friedhöfen wildernden Katzen unb über Einholung eines Gutachtens des Herrn Schwabe in Sachen des Vogels^rtzgehölzes bei Wilhelmsbad, an die Eisenbahndirektiou in Frankfurt a. M. um Entsendung des Ober-Vahnm^sters Gülcke nach Seebach. Mtt den Landräten der ehemaligen Grafschaft Hanau und den Schulvorständen sind in der Vogelschutzfrage, worüber später noch berichtet wird, Schriftstücke in großer Zahl gewechselt worden. — Weiter hat der Vorstand nicht unterlassen, die Fühlung mit den Nachbarver einen nach besten Kräften aufrecht zu erhalten. An der Generalversammlung des Offenbacher Tierschutzvereins hat Ler Hanauer Vereinsvorstcmd durch eine Abordnung teilgenommen, sich an dem Besuche des neuen Frankfurter Tierashls bei Niederrad beteiligt, einen Vertreter zu dem Vorttage des Orutthologen Fr. Schwabe in Frankfurt entsandt, der Versammlung des Vereins zum Schutze der Vogelwett in Gelnhausen angewohnt und im Frühjahr das Vorstandsmitglied Herrn Hebebrand zu einem Kursus nach Seebach entsandt. — Rach wie vor ist durch Verteilung von Ti«- schutzkakendern in großer Zahl der Versuch gemacht worden, die Jugend für unsere gute Sache zu begeistern. Mtt Befriedigung kann hervorgehoben werden, daß das nützliche Lesematerial überall gute Aufnahme gefunden hat. Daß bei der Erstattung unseres Tätigkeitsberichts auch eine Abnahme der Strafverfolgungen wegen roher Tierquälerei verzeichnet werden kann, darf als ein günstiges Zeichen für den Erfolg unserer Bestrebungen bettachtet werden. Ein weiteres Feld für unsere Tätigkeit bot sich im verflossenen Jahre bei der Verfolgung der Vogelschutzfrage, worüber folgendermaßen berichtet wirb: Bisher lag die Ausübung des Vogelschutzes fast ausschließlich in den Händen der Tier- resp. Vogelschutzvereinen. Nun wird es anders werden. Ma« beginnt jetzt auch an den höchsten Stellen dem Vogelschutz eine größere Bedeutung beizumessen und zwar nicht allein aus ethischen und ästhetisch«, sondern auch aus materiellen Gründen. Es verdient ganz besonders erwähnt zu werden, wie jetzt die staatlichen Behörden für einen vernunftgemäßen Vogelschutz ein- treten. Es mag nur hingewiesen werden auf die vom Preuße Ministerium fitt Landwirtschaft. Domänen und Forsten im