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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses tn Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Audkreis Hanan.
Bezugspreis:
Vierkelfahrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg-, flK Post» bezug vierteljährlich 2.10 Mk„ monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau.
Ml. 136 MernsprechansÄlutz Nr. 230.
Mittwoch den 12. Juni
Fernsprechanschlutz Ne. 230* 1912
Amtliches.
Eandkreis planati.
Das diesjährige Ober-Erfatz-Gefchäft für die Aushebungsbezirke Hanau Stadt und Land findet in der Zeit vom 1. bis 6. Juli d. J. im Gasthaus „Zur schönen Aussicht" (Kaisers Wmuerei) in Harrau-Kesielstadt statt und beginnt an jedem Tag morgens 8^ Ahr.
Die Militärpflichtigen haben sich pünktlich 7% Ahr morgens einzufinssen.
Die Eltern und über 14 Jahre alten Geschwister (Schwestern wie Brüder) der Militärpflichtigen, von denen Reklamationen eingereicht sind, haben im Aushebungster- min behufs Feststellung ihrer Arbeitsfähigkeit zu erscheinen, sofern deren Erwerbs- bezw. AufsichtsunfShigkeit nicht gemäß § 33,5 Schlußsatz der Wehrordnung, durch Zeugnisse beamteter Aerzte (Kreisarzt und dergl.) nachgewiesen wird.
Militärpflichtige, die ohne genügende Entschuldigung im Termin nicht erscheinen oder beim Aufruf ihres Namens nicht anwesend sind, haben eine Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechende Haft zu gewärtigen.
Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Haft geahndet. Auch das Singen auf den Straßen in der Stadt Hanau wird bei gleicher Strafe verboten.
Die Herren Ortsvorstände haben streng darüber zu wachen, daß die Militärpflichtigen in nüchternem Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen.
Die Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu ver- össentlichen. Die Militärpflichtigen find' darauf hinzu- weisen, daß sie die Losungsscheine mitzubringen haben.
Die den Ortsvorständen in den nächsten Tagen im Um- schlag zugehenden besonderen Ladungen sind den einzelnen MilitÄpflichtigen ungesäumt auszu händigen; über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 25. Juni d. J. eine Bescheinigung hierher einzusenden.
Die Herren Ortsvorstände haben zur Erteilung etwaiger Auskunft an den Tagen, an denen sich Militärpflichtige aus ihren Gemeinden stellen, bei dem Geschäft anwesend zu sein und dürfen sich vor dessen Beendigung nicht entfernen; auch haben sie dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern, die über 14 Jahre alten Brüder und die unverheirateten Schwestern der Reklamierten, sowie die Mannschaften, die infolge Reklamation zur Disposition der Ersatzbehörden entlassen und über deren spätere Dienstpflicht noch nicht ent- jchieden ist, in ihrem eigenen Interesse zur Stelle sind.
Hanau den 12. Juni 1912.
Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Aushebungsbezirkes Hanau. Der Königliche Landrat. Frhr. Laur.
Der Speffartwald.
Wo sich dem Main verbinden Die Kinzig und die Sinn, Dehnt sich's von stillen Gründen Weit durch die Lande hin; And um die Höhen wallen Laubwogen mannigfalt; Das ist mit seinen Hallen Mein grüner Spesiartwald?
Jetzt ,u Beginn der Reisezeit, der Ferienwanderungen usw. wollen wir der „Perle der deutschen Mittelgebirge" unseres Spesiartwaldes, besonders gedenken und diesem Gebiet einen gebührenden Platz sichern. Der Vor- spessart als dessen Ausgangspunkt unsere Vaterstadt Hairau zu betrachten ist, und der wohl allen durch seine Schönheiten und Reize bekannt geworden ist, wird heute mehr denn je aufgesucht. Und auch mit Recht; führen doch schon von hier aus herrliche Wege durch diesen Teil des Spesiarts, aber auch die Bahnverbindungen sind äußerst günstig und geeignet, auch denjenigen, welche keine größeren Wanderungen unternehmen wollen oder können, Gelegenheit zu geben, die schönsten Punkte zu erreichen.
Der Hochspessart (der nördliche sowie südliche Teil) hat sich ebenfalls in Bezug auf die wirtschaftlichen und Ver- kehrsverhältnisie sehr gehoben, nicht zuletzt durch die Arbeit der Spesiart-Wandervereine, welche keine Mühe und Kosten scheuen, um dem Spesiartwald den Platz zu erringen, der ihm gebührt. Wer den Hochspesiart schon Jahre bereist, der kann es wohl feststellen, welchen Umfang der Verkehr auch hier bereits und besonders in den letzten 2—3 Jahren erreicht hat. Immerhin ist dieses Gebiet Vielen noch nicht bekannt, doch wird der, welcher einmal die prächtigen Täler mit rauschenden Bächlein, die stillen Gründe und herrlichen Höhenwaldungen des Hochspessarts durchwandert hat, sich immer wieder hingezogen fühlen. Erwähnen wir nur einige schöne Punkte im Herzen des Spesiarts, wie Mespelbrunn, Wchtena^ Rohrbrunn, Rothenbuchs alle in prächtiger Lage.
Stadtkreis Fjanau.
Wegen Verlegung unterirdischer Leitungen in dem Durchbruch der Sandelmühle wird der Durchgang durch die Sandelmühle am 12. und 13. d. M. während der Tagesund der Nachtzeit für den durchgehenden Fußgängerverkehr gesperrt
Hanau den 10. Juni 1912. P. 6416
Königliche Polizeidirettion.
Frhr. Laur.
Bekanntmachung.
Zur Unterstützung invalid gewordener Hanauer, welche 1870/71 den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, sowie der Familien der in diesem Kriege gefallenen oder nachweiâr an den Folgen desselben gestorbenen Hanauer steht uns ein Fonds zur Verfügung, aus welchem evtl, die Zinsen zur Verteilung kommen sollen.
An die betreffenden ehemaligen Militärs bezw. an die Witwen und Waisen von solchen oder deren Vormünder, weitste an jenen Fonds Ansprüche zu machen gedenken, ergeht daher die Aufforderung, sich unter Vorlage von Militärpapieren und allenfallsiger ärztlicher Zeugnisie bis zum 1. August d. Js. entweder schriftlich zu melden oder auf dem Rathause, Zimmer 36, zu Protokoll vernehmen zu lassen. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.
Hanau den 3. Juni 1912. 14549
Der Magistrat.
Hild.
' Bekanntmachung. *
Durch Beschluß vom 29. v. Mts. sind die Ausbaukosten der Aepfelallee zwischen Lamboystraße und Scharnhorststraße wie folgt festgesetzt worden für einen laufenden Meter Straßenberührungslänge der Vaugrundstücke:
a) Grunderwerb.... 39.83 Mark,
b) 1. Einrichtung . . . 65.53 Mark.
Die Kosten der Entwäsierung betragen für dieselbe Länge ortsstatutarisch 25 Mark.
Hanau den 7. Juni 1912. 14611
Der Magistrat. Hild.
Die Besitzer von Katzen werden darauf aufmerksam gemacht, daß wir die im Schloßgarten und in den städtischen Anlagen wildernden Katzen fangen und töten lasten werden.
Hanau den 24. Mai 1912. 13369
Der Magistrat.
Hild.
Letzteres wird gern von Sommerfrischlern und Ferienwanderern ausgesucht, weil sich von hier nach allen Richtungen prächtige Ausflüge aussühren lassen. Die Bewirtschaftung im Hochspestart ist viel bester geworden und wer wirklich Ruhe und Erholung suchen will, der kann — ich glaube nicht zu viel zu sagen — keinen günstigeren Platz wie den Spessartwald, besonders aber den Hochspesiart, finden. Kein Straßenlärm oder Staubwolken usw. belästigen den Ruhesuchendsn im Innern des Spessarts; womöglich umsummen ihn die Wipfel der mächtigen Bäume oder der plätschernde Bach mit zahlreichen Forellen murmelt ihm zu, ihn zur Rast einladend. Wollen wir uns aber auch und zwar nicht zuletzt des Maintals erinnern. Wer kennt sie nicht, die besonders schönen Städtchen Obernburg, Klingenberg, Miltenberg, Freudenberg, Wertheim usw., die größtenteils von Rebengeländen umgeben, das Spestartgebiet umsäumen, hinauf bis nach Gemünden. Der Ferienwanderer, der diesen Teil bereist, glaubt sich an den Rhein versetzt. Von den Gipfeln der Berge grüßen ihn sagenumwobene Burgen, deren Geschichte viele Jahrhunderte zurückreicht, und idyllisch gelegene Oertchen winken ihm freundlich zu. Durch gemeinsame Arbeit der verschiedenen Spessartvereine sind im Spesiart genügend Wegemarkierungen angelegt, welche es auch dem, der keine Wegekennt- nisie besitzt, ermöglichen, sicher durch die schönsten Gebiete zu wandern; die neue Ravenstein'sche Spessartkarte, wohl die beste der vorhandenen Spesiartkarten (offizielle Karte des Vereins der Hochspesiartfreunde Rothenbuch) dient hier als Beihilfe; denn alle Wegebezeichnungen des Spesiarts find in die Karte ausgenommen und neue Markierungen werden nicht mehr angelegt. Für den Sommer- und Ferienaufenthalt verfügt der Spessart auch über kleinere Unterkunftsorte, welche heute schon zum größten Teil gerne besucht werden. Ja es kommt vor, daß diese Plätze auf längere Zeit hinaus besetzt sind und man sich also durch frühzeitiges Anmelden eine Unterkunft hier sichert. — Ein guter Begleiter in den Spessart ist das jetzt neu erscheinende verbesserte ^Zerkehrsbuch über den Spessart", herausge-
Bekanntmachung.
In der Badeanstalt am Steinheimertor —* 1. Stock — werden täglich Kohlensäurebäder abgegeben.
Hanau den 25. April 1912. 11699
Der Magistrat.
J. A.: Ehrich, Stadtbaurat.
Gras-Verkanf.
Am Donnerstag den 20, Juni 1312, von nachmittags 5 Uhr ab, soll die diesjährige Grasnutzung auf den Wiesen in den Jagen 81a und 91a des Schutzbezirks Neuwirtshaus auf 7,59 ha Fläche in 40 Losen und in den Jagen 122c und 129a des Schutzbezirks Lamboybrück auf 0,6 ha Fläche öffentlich meistbietend ausgeboten werden. 14581
Zusammenkunft an Ort und Stelle im Jagen 91.
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Politische Rundschau.
Husaren-Mütze« aus Oposfumsell. Ein Erlaß des Kgl. Preußischen Kriegsministeriums vom 26. Mai 1912 (A.-V.- Vl. Nr. 11) bringt nachstehende Bekanntmachung: „Seine Majestät der Kaiser und König haben zu befehlen geruht, daß Husaren-Offiziere, ausgenommen die Les Vrarmschwei-
gischen Husarenregiments Nr. 17, Lhrosiumsell tragen. Husarenmützen bis zum 1. April 1917 aufgetragen
v. Erffa f. Der Kaiser hat aus
Husarenmützen aus aus Otterfell dürfen werden."
Anlaß des Hiufcheidens deS Heimgegangenen,
des Frhr«. v. Erffa an den Sohn
Landrat v. Erffa, folgendes Belleidstelegramm abgesandt: „Mit aufrichtigem Bedauern empfange ich soeben die Meldung vom Heimgang Ihres Vaters. Ich gebente dcmkbar der Dienste, die er in seinem reichgesegneten Sehen auf den verschiedensten Gebieten dem Vaterland geleistet hat und nehme herzlichen Anteil an Ihrem und Ihrer Geschwister Schmerz."—Der Reichskanzler depeschierte: „Bei beut roibe unser Hoffen nun doch eingeketenen Hinscheiden Ihres hochverehrten Herrn Vaters spreche ich Ihnen und den übrigen Angehörigen meine herzlichste und aufrichtigste Teilnahme aus. In zahlreichen Vertrauensämtern seiner Heimatprosinz, in jahrzehntelanger parlamentarischer Tätigkeit, zuletzt an der Spitze des Abgeordnetenhauses, ein warmherziger Patriot, ein zielbewußter bis zum letzten Atemzug unermüdlicher Arbeiter, hat der Entschlafene feiner Persönlichkeit über das Grab hinaus ein bleibendes Andenken gesetzt. Ehre seinen Andenken!"
Geheimrat Rießer Frankfurter Oberbürgermeister? In den Kreisen der Frankfurter Bürgerschaft ist, wie die »Doss. Zig.* meldet, eine Kandidatur deS Präfidenden des Hansabundes, Geheimrat Rießer, für den Oberbürgermeister
geben vom Verein der Hochspessartfreunde Rothenbuch, bearbeitet von Herm. Ritter, Frankfurt a. M. Das Büchlein gibt über Unterkunft, Preise usw. näheren Ausschluß und sollte von jedem, der den Spesiart aussucht oder bereist, nicht vermißt werden.
Also frisch hinaus in den grünen Spesiartwald, der „aller Wälder Stolz", denn
Nütze du die schönen Tage In dem grünen Wald, Wo der Vöglein Lieder [djiagen, Wird dein Herz nicht alt. O. Sch.
Kunst und Leben.
Verlängerung des Lebens? Paris, 11. Juni. Pros« Metschnikow von der Pasteur-Anstalt verfolgt seit Jahren die Idee, daß das Altern der Organe und des ganzen Organismus lediglich die Wirkung von Giften ist, die von schädlichen Bazillen der Dickdarm-Flora ausgearbeitet werden und in den Umlauf der Körpersäfte gelangen, daß man also nicht altert, sondern bis an die äußerste Grenze der Daseins- Möglichkeit, die Metschnikow auf etwa zwei Jahrhunderte erstreckt, gelangen würde, ohne etwas von der Jugendkraft und -Blüte einzubâßen. Er teilte nun gestern der sichtlich betretenen Akademie der Wissenschaften mit, daß eS ihm gelungen sei, einen in der Darmflora der Hunde möglichen Bazillus, den er Glycobaeter nennt, rein zu züchten, der die Eigenschaft hat, die Bazillen zu verdrängen, die die Giftstoffe, namentlich die ganz besonders verderblichen Stoffe der Jndol- und Phenolreihe erzeugen. Wird der Glycobaeter zusammen mit Kartoffeln in den Darmkanal eingeführt, so verschwinden Jndole und Phenole beinahe vollständig aus de« Ausscheidungen und die chronische Vergiftung des Organismus hört auf. Die Akademie nahm die Mitteilungen schweigend zur Kenntnis. — In derselben Sitzung begab sich die kleine Pikanterie, daß der Prinz Roland Napoleon die ozeanograhi- schen Studien des Herzogs von Orleans mit einer lobenden Einführung vorlegte. Auf dem Felde der Wissenschaft sind die beiden Dynastien anscheinend keine Rebenbuhl«.