Mauer
Einrückungsgebühr:
Die ögefpaltene Petttzelle oder deren Raum 20 Pfg. tm ReklarneteU die Zelle 50 Pfg.
General-Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des vereim eo. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60Pfg.» für Post» bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Derantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
9ZL 130 Fernsprechanschltttz Nr. 230.
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Mittwoch den 5. Juni
Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912
Die heutige Nummer umW auher dem llnterhaltuursbtull
14 Seiten.
Amtliches.
Stadt- und Eandkreis ^anau.
Sprechstunden des Kreisarztes.
Ich bringe hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß der Kreisarzt Dr. Sauberzweig vom 6. d. Mts. ab in seiner Wohnung, Akademiestraße 50, Telephonanschluß Nr. 390, Sprechstunden abhält und zwar: werktäglich von 8 — 10 Ahr vormittags und außerdem Dienstags und Freitags von 2—3 Uhr nachmittags. Sonntags finden abgesehen von Eilfällen keine Sprechstunden statt.
Hanau den 3. Juni 1912. V 3406
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
I. A.: Scheelhaase.
Stadtkreis Hanau.
Oeffentliche Sitzung der Stadt- verordneten-Versnmmlung am Montag den 10. Juni 1912, nachmittags 5 Uhr, und am Dienstag den 11. Juni 1912, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Wahl, eines Magistratsmitgliedes.
2. Umbau des Ladens des Konditors Deblon und An- ichluß feiner Räume an die Zentralheizung.
3. Einrichtung einer Zentralheizung für die Bezirksschulen I, II, ni.
4. Beschaffung von Lehrmitteln für die Bezirksschule V.
5, Unterbringung des Königl. Gymnasiums im alten Landgerichtsgebäude.
6. Anstellung eines Schlachthofburschen.
7. Erbschaftssteuer für die Jung'sche Villa.
8. Testament des Rentners C. Böhm.
9. Dienstordnung für die Stadlschuldeputation.
10. Huteablösung und Zusammenlegung der Gemarkung Dörnigheim.
11. Unvermutete Revision der Schlachthofkaffe.
12: Unvermutete Revision der Stadthauptkaffe.
13. Antrag Dr. Wagner betr. indirekte Steuern.
Hanau den 4. Juni 1912. 13977
Der Stadtverordnetenrwrsteher.
Uth, Justizrat.
Fritz L'Allemand.
Ein Gedenkblatt zum 100. Geburtstag des Künstlers.
(Geboren zu Hanau, 24. Mai 1812.)
In der österreichischen Künstlergefchichte der ersten Hälfte B 19. Jahrhunderts hat der Name Fritz L'Allemand einen vorzüglichen Klang, ist dieser Künstler doch einer der ersten Schlachtenmaler seiner Zeit gewesen. Der Weg in die erste Heimat unseres Künstlers führt von Wien nach Hanau und die Begabung zur Kunst lag wohl im Blute. Die Eltern, Nachkommen einer Hugenottenfamilie, hatten in Hanau einGraveur - und E in a i l l e u r g e s ch ä f t uni) siedelten im Jahre 1824 nach Wien über, wo zwei von den vier Söhnen das väterliche Geschäft weiter führten, die anderen beiden, Fritz und Konrad, aber sich der Kunst wid- meten. Die nachfolgenden Zeilen, die wir dem „Neuen Wiener Tageblatt" entnehme», beschäftigen sich nur mit dem Ersteren.
Als Zwölfjähriger nach Wien gekommen, trat Fritz V Allemand im Jahre 1828 in die Akademie — wohl nicht ofjne Dazutun eines berühmten Landsmannes und Fr-'unoes seines Vaters, Peter Kraffts, der damals „Korrektor", also Professor an der Kunstschule bei St. Anna war. Es war ern Schlag für den jungen Kunstadepten, daß gerade zu der Zeit, da er in die Zucht und Lehre des geradezu reforma- torisch veranlagten Meistèrs kommen sollte, dieser von Kai- ser Franz mit unerhörter Uebergehung aller bureaukra- tijchen Formalitäten als Nachfolger des eben verstorbenen iebell zum Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie gemacht wurde. Dieser für Krafft sehr erfreuliche Umstand hat ""S oormärzlrche Oesterreich vielleicht einen originellen Maler gekostet. In dem Nachlaß Friß L'Allemands, den sein Sohn, Herr Albert L'Allemand, noch pietätvoll aufbewahrt, befindet sich unter auderm eine Federzeichnung, eine „Geburt
Dienstnachrichten.
Unter den Schweinen im Schlacht- und Viehhof zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Hanau den 4. Juni 1912.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in den Gemarkungen Hanau-Keffelstadt, Hanau, Dörnigheim belegenen, im Grundbuchs
von Hanau Band 21 Artikel Nr 1279, Nr. 1 u. 2, von Hanau-Keffelstadt, Band 5 Artikel Nr. 254, von Dörnigheim Band XI Artikel Nr. 651
zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Johann Georg Geibel, Philipp Jakobs Sohn zu Keffelstadt eingetragenen Grundstücke:
Gemarkung Hanau:
Krtbl. WW Nr. 11 Wiese im Tiergarten 17,93 ar, Krtbl. WW Nr. 12 Wiese im Tiergarten 17,87 ar, Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 1976 2 Taler 82/100 Erundsteuerreinertrag.
Gemarkung Hanau-Keffelstadt:
Krtbl. Nr. 8 Nr. 102 Feldgaffe Nr. 3 3,91 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum und
^ b) Scheuer mit Stallung (A), c) Futterküche mit Stall und Holzschuppen (B) Krtbl. Nr. 13 Nr. 6 Acker am Wingerts-Weg 34,19 ar, Krtbl. Nr. 14 Nr. 9 Acker auf die Pferdslache 41,39 ar, Krtbl. Nr. 8 Nr. 232/152 Hausgarten an der Feldgaffe 6,18 ar,
Krtbl. Nr. 8 Nr. 260/101 Hausgarten das. 0,13 ar, Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 86, . 15 Taler 78/100 Reinertrag,
Gebäudesteuerrolle Rolle Nr. 59 dreihundertzwanzig Mark Nutzungswert,
Gemarkung Dörnigheim:
Krtbl. DD Nr. 7 Acker an den Keffelstädter Weingärten 3,32 ar,
Krtbl. CG Nr. 402/17 Acker, die Hufe 23,30 ar, Krtbl. DD Nr. 80 Acker an den Keffelstädter Weingärten 2,75 ar,
Erundsteuermutterrolle Artikel Nr. 460, Erundsteuerreinertrag 1 Taler 5/100
am 26. Juli 1912, vormittags 10 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle
Christi", offenbar eine der Konkurrenzarbeiten, die um Schulpreise ausgeführt wurden. Ein pedantischer Lehrer, vielleicht der Direktor der Akademie, Anton Petter, hat sein Urteil unter das Blatt geschrieben: er findet die Figuren nicht „edel" genug. In der Tat sind die „heiligen drei Könige" geradezu realistisch charakterisiert, jedem einzelnen kann man sein seelisches Leben aus' Gesicht und Haltung herablesen; um so zarter und delikater ist die Jungfrau- Mutter dargestellt — eine überraschende Leistung für den Siebzehnjährigen, dem sichtlich Krafft die Wege zu seiner malerischen Auffassung gewiesen hat. Kein Wunder, daß die Lehrjahre ihr möglichstes getan haben, Fritz die „unedeln" Mucken auszutreiben, was ihn aber doch nicht der klassischen Historie zugeführt hat. Nach einigem Schwanken, das ihn zum Genre hinüberleitete, gelangte Fritz L'Allemand zu einem Kompromiß, dem Militürstück und Schlachtengemälde.
Es scheint, daß der frühreife Künstler schon an der Akademie durch Jllustrationsarbeiten sich in der Oeffentlichkeit bemerkbar machte. Wir finden wenigstens ein im Dezember 1830 gemaltes Blatt mit zwei Kostümfiguren, „Hanauer V ü r g e r g a r d e", auf das der gestrenge Zensor Cattori am 21. Jänner 1831 das „Non admittitur“ gesetzt hat. Was die brave Frau Zensur gegen eine Veröffentlichung der Bürgergardenuniform von Hanau hatte, können wir heute gar nicht ermessen, die waren in Oesterreich gewiß höchst staatsgefährlich.....Die ersten dreißiger Jahre vergingen mit Genrestücken und genrehaft angelegten Porträts
bis wir den Künstler plötzlich auf einem abenteuerlichen Gebiete finden, sozusagen dem Vorfeld der militärischen Ee- sch^chtsmalerei, welcher fortan seine ganze künstlerische Tätigkeit gewidmet sein sollte. Wie er unter die Karlisten geriet, die damals mit den Christinos um die Krone von Spanien rauften, wissen wir nicht; vielleicht lösen die von ihm gemalten Porträts des Fürsten Friedrich Schwarzenberg — des Landsknechts — und des Fürsten Lichnowsky, der später in Frankfurt der Volkswut ruw Ovler fiel, das
— Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 13 — versteigert werden. 13957
Hanau den 25. Mai 1912.
Königliches Amtsgericht. Abt. 2.
Stehen geblieben: 1 Damenschirm. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 4. Juni 1912. 13975
keWm and netteren» SegenftSnic x
Gefunden: 1 neuer dunkelgelber Schuh (Sandale), 1 Badehose, Handtuch und Badetuch (in schwarzem Wachstuch).
Verloren: 1 grünes Kinderportemonnaie mit 23 Pfg., 1 kleines Perlentäschchen mit Portemonnaie mit etwa 25 Mk., 1 braune wasserdichte Pferdedecke mit dem Namen Karl Theis.
Zugelaufen: 1 Wolfsspitz w. Geschl.
Zugeflogen: 1 graues Kanarienweibchen.
Hanau den 5. Juni 1912.
Politische Rundschau.
Der deutsche Flottenbesuch in Amerika.
Fort Monroe, 4. Juni. Kontreadmiral v. Reb«ur* Paschwitz und sein Offiziersstab wurden als Gäste des Kommandanten des Artillerie - Distrikts in die Festung Monrs« geladen, wo sie offiziell im Namen der amerikanischen Armee begrüßt wurden. Zwei Bataillone exerzierten zu Ehren des deutschen Kontreadmirals, der bit Parade abnahm. Koutre- admiral Winslow gab zu Ehren der Gäste ein Frühstück auf der „Louisiana". Die deutschen und amerikanischen Mannschaften befreundeten sich rasch.
Washington, 4. Juni. Präsident Taft sandte an Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm:
„Ich möchte der großen Freude Ausdruck geben, die der Empfang der Offiziere und Mannschaften des deutschen Geschwaders in unseren Hafen sowie der Besuch Ihres herrlichen Schlachtschiffes „Moltke* bereitet hat. Ich hoffe, daß diese so vortrefflichen Vertreter Ihrer tüchtigen Manne bei dieser Gelegenheit annähernd die gleichen angenehmen und herzlichen Erinnerungen mit sich nach Hause nehmen, welche die Offiziere unserer Schiffe wägend ihres Aufenthaltes in Ihren gastlichen Gewässern gesammelt haben."
Darauf antwortete Kaiser Wilhelm:
„Ich danke Ihnen für Ihr liebenswürdiges Telegramm und für den herzlichen Empfang, welchen Ihre amerikanische Flotte und das amerikanische Volk den Offizieren und Mannschaften meiner Kreuzer bereitet hat. Ich hoffe,
Rätsel; er hat die beiden in dem Auszug als Karlisten- führer gemalt.
3 m Zahre 1840 — Don Carlos lebte schon ein Jahr lang als Verbannter in Bourges — erschien in der Ausstellung ein Bild L'Allemands „Karlistische Guerillas" und dann folgten fast ausschließlich militärische und Schlachtenbilder, Reminiszenzen aus den napoleonischen Kriegen, wie die „Episode aus der Schlacht bei Aspern" oder die jetzt tm Kunsthistorischen Museum befindliche „Episode aus der Schlacht bei Znaim, Juli 1809". Die militärische Anekdote, wieder ein für den Fürsten Schwarzenberg gemaltes Kar- listenbild, waren die kriegerischen Stoffe dieser Friedenszeit, bis mit dem Jahre 1848 eine lange Reihe von Kampfund Schlachtenbilder einsetzte. Das erste war ”1' u Wie . r Oktobettagen, die Erstürmung der letzten Barrikade durch die Deutschmeistergrenadiere; dann folgten Bilder aus dem italienischen Feldzug, aus Ungarn, Aufträge der Kaiserinmutter, Erzherzogin Sophie — „Der Kaiser bei der Erstürmung von Raab" — des Zaren Nikolaus — die Verherrlichung einer Waffentat, die dem Rittmeister Baron Wildburg das Maria Therefien-Kreuz eingetragen hatte — und so manches andre Bild, das anscheinend nur er unter allen Malern Wiens ausführen konnte. Nach Krafft waren als Militärmaler — die noch dazu meistens sehr friedliche Stoffe behandelten — die beiden Schindler, Treml ausgetreten, der glänzende Pettenkofen hatte sich andern Themen zugewandt und so war wirklich niemand als Fritz L'Allemand da, der in seiner gesunden, aller Schablone abholden Weise, mit voller Beherrschung' der Mittel feiner Kunst, Vorgänge aus dem militärischen Leben, kriegettsche wie friedliche, darstellen konnte.
So fiel ihm auch eine Aufgabe zu, deren Ausführung ihn volle fünf Arbeitsjahre gekostet hat: ein Riefenbild — ungefähr 14:11 Fuß — das ein Festbankett in Schönbrunn zur Hundertjahrfeier des Maria Theresienordens darstellt. Das Bild enthält nubt Wettiner als 150 Porträts. die Beb