Erstes Blatt.
Kanaue
General-Anzeiger
EinrückungsgeSLher
Die ögespaltene PetitzeUe oder deren Raum 20 Pfg. im NetlameteU die Zeile 60 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis;
Vierteljährlich 1.80 Mit, monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Pedakteur: E. Schrecker in Hanau.
Nr. 127 MernsprechanMutz Nr. 230.
Samstag den 1. Juni
Fer»spr<chai»schl«tz Nr. 230. 1912
Die heutige Nummer umfaßt Mr dem NuteehaltuiVblutt
16 Seiten.
Amtliches.
Landkreis F)anau.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 36 zwischen Bergen und Niederdorfelden von Station 2,8—4,3 vom 1. bis 8. Juni ds. Js. für Automobile and Lastfuhrwerke polizeilich gesperrt.
Hanau den 31. Mai 1912. V. 3344
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis kjanau. Bekanntmachung.
Auf dem städtischen Friedhofe lagert ein gut erhaltenes zweiflügeliges eichenes Segmentbogentor von 2,60 Meter Breite, 4,20 Meter Höhe mit komplettem Beschlag. Dasselbe soll verkauft werden.
Angebote sind alsbald einzureichen.
Hanau den 25. Mai 1912. 13761
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung
Arbeitsuchende: 2 Dienstmädchen, 1 Bäcker, 1 Glaser, 1 Metalldrücker, 1 Sattler, 1 Schreiner, 1 Silberdrücker, 1 Silberschleifer, 1 Tapezierer, mehrere Taglöhner, Hausburschen, Fabrikarbeiter und Fahrburschen.
Offene Stellen. Gesucht werden: 1 älterer Eisendreher, 1 Küfer, 1 Putzfrau, 2 jüngere Schmiede, 1 Schneider, 1 Schreiner, 2 landw. Taglöhner, 2 Tapezierer, 3 Weißbinder uni) Anstreicher.
Lehrlinge gesucht: 1 Friseurlehrling und 2 Schlosserlehrlinge.
Hanau den 1. Juni 1912. 13759
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Handelsregister.
1. Offene Handelsgesellschaft in Firma
„Schneider & Wobito" mit dem Sitze in Hanau.
Der bisherige Gesellschafter Diamantschleifer Friedrich Schneider in Hanau ist alleiniger Inhaber der Firma.
Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Der Ehefrau des Diamantschleifers Friedrich Schneide r H i l d a geb. E i ch h o r n zu Hanau ist Prokura erteilt.
2. Offene Handelsgesellschaft in Firma
„G. M. Schmidt Nachfolger"
mit dem Sitze in Hanau.
Der Kaufmann Heinrich Jacob Seiffert in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Gleichzeitig ist der Kaufmann Rudolf H o p f f in Hanau in die Gesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Die offene Handelsgesellschaft besteht jetzt aus dem Kaufmann Rudolf Hopff. und dem Kaufmann Heinrich ^acob B r e n z e l in Hanau.
Die dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Seiffert in Hanau erteilte Prokura ist erloschen.
3. Firma „Lina Walz"
in Hanau.
®ie bem Kaufmann Heinrich Weimer in Hanau erteilte Prokura ist erloschen.
41 Offene Handelsgesellschaft in Firma
„Jacob Stück Nachfolger"
mit dem Sitze in Hanau.
. *'et Kaufmann Heinrich Jacob Seiffert in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Gleichzeitig ist der Kaufmann Rudolf Hopffin Hanaü in die Gesellschaft als persönlich hastender Gesellschafter eingetreten.
Gesellschafter sind jetzt Kaufmann Rudolf Hopff und der Kaufmann Heinrich Jacob B r e n z e l in Hanau.
Die dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Seiffert in Hanau erteilte Prokura ist erloschen.
Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 vom 21. Mai, zu 2 und 3 vom 25. Mai und zu 4 vom 29. Mai 1912, *3681
Durch Beschluß vom 14. Mai 1912 ist der am 30. März 1872 zu Hanau geborene Taglöhner Heinrich Daniel Schmidt in Hanau wegen Trunksucht entmündigt worden.
Hanau den 22. Mai 1912. 13757
Königliches Amtsgericht 2.
Hanauer Kreisobstbauverein.
MiW-BerlMMluiig
am Sonntag den 9. Juni, nachmittags punkt 4 Uhr, im Gasthaus „Zum Adler" zu Langenselbold.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Die Stellung des Kreisobstbautechnikers zu unserem Verein. 4. Unser Verhältnis zum Bezirksobstbauverein. 5. Besprechung über den Zusammenschluß der Vereine Gelnhausen und Hanau. 6. Vereinszeitschrist. 7. Einheitlicher Vogelschutz durch unseren Verein. 8. Obstmuftergarten.
9. Verschiedenes.
Die zur Verhandlung stehenden Gegenstände sind so überaus wichtig, daß wir die Mitglieder bitten, zahlreich zu erscheinen.
Ostheim (Kreis Hanau) den 29. Mai 1912.
Der Vorstand des Hanauer Kreisobstbauvereins.
Hofacker, Vorsitzender. 13669
, Politische Rundschau.
Der Kaiser hat die Sängerhuldigung, die ihm die Gesangvereine von Halle, Merseburg und zahlreichen andern Städten der Provinz Sachsen anläßlich des Manöveraufent- halts im Merseburger Schloß darbringen wollten, abgelehnt, weil militärische Pflichten die Festsetzung eines Zeitpunktes für die Serenade nicht zuließen.
Parlamentarische Ruhestörer. Die Störung der parlamentarischen Ordnung scheint nach sozialdemokratischen Begriffen nur in bürgerlichen und Klassenparlamenten erlaubt und verdienstlich zu sein. Auf ihren eigenen Parlamenten wißen sie sich der Obstruktionisten und Lärmmacher wohl zu erwehren. Versuchten da ein paar Genossen auf dem Parteitag der britischen Sozialdemokraten Unruhe zu verursachen. Da griff schon der Präsident ein und der Vorwärts weiß von dieser Aktion folgendermaßen zu berichten: Drei oder vier Delegierte, die sich den Anordnungen des Präsidenten durchaus nicht fügen wollten, hielten die Versammlung in beständiger Auflegung; es fehlte nicht viel daran, so wäre einer der Ruhestörer von der Sitzung ausgeschlosien worden.....
Prinz Ernst August von Cumberland ist in Begleitung des Prinzen Maximilian von Baden von München kommend gestern vormittag in Berlin eingetroffen und hat im Hotel Continental Wohnung genommen.
Der französische Senat besprach die Interpellation betreffend die neuen Bestimmungen über die Fabrikation des für die Marine bestimmten Kriegspulvers. Kriegsminister Millerand führte u. a. aus, alle französischen Fabriken würden binnen kurzem mit den besteingerichteten des Auslandes einen Vergleich aushalten können. D^s Personal für die Pulverfabrikation werde mit den Bedürfnissen der Neuzeit vollständig vertraut sein. Das Kriegs- und Marineministerium gingen in den notwendigen Prüfungen und Untersuchungen der Produktionsbetriebe vollkommen Hand in Hand. Das Pulver werde einer strengen Kontrolle durch die Verwaltungszweige unterworfen werden, wo es verwendet werde.
Marokko.
Die Keckheit der Berber.
Paris, 31. Mai. Die Berichte über die Kämpfe um und in Fes bringen weitere bemerkenswerte Einzelheiten. Die Zahl der angreifenden Berber wurde anfangs auf 20 000 geschätzt. Nach den Angaben der unabhängigen Berichterstatter betrug sie höchstens 5—6000 Mann. Die Angreifer waren bis an das Herz der Stadt vorgedrungen und hatten in die Moschee von Bulah Idris dem allverehrten Schutzheiligen der Stadt, eindringen können. Sie raubten aus diesem Heiligtum die Kleider und Teppiche, die von den Gläubigen als Opfer dargebracht und auf das Grab gelegt waren, und sie nahmen diese Reliquien mit, um sie in ihren Gauen als Trophäe umherzutragen und sie zu Fahnen gegen die fremden Eindringlinge zu verarbeiten. Nichts kennzeichnet die übermütige Siegesgewißheit der Berber besser als die Tatsache, daß ihre Anführer am Vorabend des Angriffes aus Fes dem General Liauty schrieben. sie
seien bereit, ihn in Ruhe zu laßen, wenn er seine Sicherheit mit einem sehr hoch bemessenen Lösegeld bezahlen wolle. Nach dem Angriff richteten sie aufs neue Briefe an ihn, in denen sie ihm ankündigten, daß sie weit zahlreicher nach Fes zurückkehren, es belagern und sich des europäischen Viertels bemächtigen werden, um dort alles zu verwüsten und zu berauben. Einige der um Fes wohnenden Stämme haben Abordnungen zu General Liauty geschickt, um ihm anzukündigen, daß sie gezwungen sein würden, gegen die Franzosen zu kämpfen, wenn diese sich als unfähig erweisen würden, sie gegen die Verheerungen zu schützen, mit denen die aufständischen Stämme sie bedrohen, wenn sie sich weigern würden, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Nachrichten aus Fes, die gestern eine kurze Vörsenpanik hervorgerufen hatten, von der hohen Finanz im allgemeinen mit großer Ruhe ausgenommen werden. Niemand zweifelt daran, daß General Liauty nach dem Eintreffen der ihm zugesagten Verstärkungen imstande sein wird, sich gegen alle Angriffe zu behaupten, und die Stämme um Fes zur Ruhe zu bringen. Andere kriegerische Unternehmungen erwartet und wünscht hier zur Zett niemand und man billigt den Plan des Generalresidentey, sich auf die Verteidigung der besetzten Gebiete zu beschränken und im übrigen mehr auf die Diplomatie als auf die Arbeit des Krieges zu rechnen.
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Paris, 3L Mai. Kriegsminister Millerand erklärte mehreren Bettchterstattern, daß die durch die Vorgänge in Marokko hervorgerufene Nervosität unbegründet sei. Weder in Fez noch in anderen Teilen Marokkos seien Ereignisse eingetreten, welche die Annahme rechtfertigen, daß das Land wirklich beunruhigt sei. Wir sind, schloß der Minister, nun einmal nach Marokko gegangen, wenn wir uns nicht schaden wollten, bann hätten wir eben nicht hingehen dürfen.
Paris, 31. Mai. Nach einer Blättermeldung aus Fes erklärte General Liauty dem Sultan, daß dieser die Reise nach Rabat werde antreten können, sobald die verlangten Verstärkungen eingetroffen seien, die es ermöglichen werden, ihm die nötige Eskorte zu liefern. General Liauty werde Fes erst verlaßen, bis Ruhe und Sicherheit vollständig hergestellt feien und sodann in Rabat gemeinsam mi> dem Sultan die Reorganisierung Marokkos in Angriff nehmen.
Aus Hanau Stadt und Land.
Hanau, 1. Juni.
Mnol’Mpeiiiit - Flugzeug „Meßen".
Bei der Redaktion des „Hanauer Anzeigers" (Samiuel- fteUe für ein Flugzeug Kurhessen) sind weiter eingegangen: Die Getreuen des Donnerstagstischs der Nationalliberalen in der Concordia mit dem Motto:
„Fürs Vaterland
allezeit opferbereit" . . 91.— Mk.
Voriger Betrag 2466.98 „
Zusammen 2557.98 Mk.
♦ Günstigere Zugverbindung. Die Bewohner der Orte des Bezirkes W i n d e ck e n werden es sicher mit Freuden begrüßen, daß auf eine von Windecken ausgehende Anregung hin, vom 26. Mai ab durch Späterlegung eines Zuges eine günstigere Rückfahrtgelegenheit von Frankfurt nach Windecken am Abend geboten ist. Der Zug geht in Frankfurt-Hauptbhf. nachts 11 Uhr 40 Min. ab und kommt in Vilbel 12 Uhr 11 Min. au. Von hier aus geht 12 Uhr 15 Min. ein Zug nach Windecken, wo die Ankunft um 1 Uhr nachts erfolgt. Die Orte der Umgegend von Windecken lassen sich dann noch bequem zu Fuß erreichen. Der Zug fährt nur Sonn- und Feiertags und ist vorerst nur versuchsweise eingelegt, doch wir hoffen, daß aus diesem Versuch eine dauernde Einrichtung wird.
* Kaufmännischer Verein Hanau. Wir mochten nicht verfehlen nochmals auf den morgen Sonntag, den 2. Juni, statifindenden Familienausflug nach den Kahler Steinbrüchen hinzuweisen. Daselbst ist für Musik und Unterhaltung bestens gesorgt, auch wird die tanzlustige Jugend auf ihre Rechnung kommen. Abmarsch „Brauerei Dorr", Nürnbergertor, pünktlich '/«2 Uhr. Abfahrt .Hanan-Ost 3.24 Uhr. Abends ge- meinschaftlicher Lampionszug mit Musikbegleitung nach dem Kahler Bahnhof.
* Zum Brand des Kgl. Gymnasiums. Die Leipziger „Illustrierte Zeitung" (Verlag von I. I. Weber) enthält in ihrer soeben erschienenen Nummer 3596 eine Abbildung „Zum Brand des Kgl. Gymnasiums zu Hanau am 24. Mai: Blick auf die Brandstätte",