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Erstes Blâ

EinrvckungsgevShrr

Die 6gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

General-Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mb, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker tu Hanau.

Nr. 113 Mrrnsprechavschliitz Nr. 230.

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Die HMe Wimmer mW mistet Dem Untertmltunastilatt

14 Seiten.

SlmtNchcs.

Bekanntmachung.

Das unterzeichnete Schiedsgericht beabsichtigt Prozeß­akten zu vernichten, die länger als 10 volle Jahre aufbe­wahrt worden, und zu denen seit dem 1. Januar 1902 neue Eingänge nicht hinzugekommen sind.

Beteiligte, die an der längeren Aufbewahrung der Akten Interesse zu haben glauben, werden aufgefordert, es inner­halb 4 Wochen nachzuweisen.

Cassel den 13. Mai 1912. 12253

Der Vorsitzende des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherung.

Dr. Andritzky, Regierungsrat.

Stadtkreis F)anau.

Bekanntmachung.

Die mit dem Aufsuchen und Unschädlichmachen der Schnakenbrutplätze beauftragten Trichinenschauer Macken­roth, Schaack und Weins haben den Auftrag, in regelmäßi­gen Zwischenräumen auf allen bewohnten und unbewohnten Grundstücken der Stadt solche Brutstätten aufzusuchen und unschädlich zu machen, oder aber den Grundeigentümern, welche dle Vertilgung des Ungeziefers selbst vornehmen wollen, mit geeignetem Rat an die Hand zu gehen. Wir dürfen erwarten, daß den Beamten bei ihrer Arbeit keine Behinderungen gemacht werden.

Hanau den 10. Mai 1912. 12291

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Durch Beschluß des Magistrats vom 17. April 1912 ist für sämtliche Grundstücke, deren Aborte noch nicht an die Straßensiele angeschlossen sind, der Zwangsanschluß an diese ausgesprochen worden.

Es sind daher gemäß § 2 der Vorschriften betreffend die Entwässerung der Grundstücke in der Stadt Hanau vom 9. September 1910 seitens der Eigentümer dieser Grundstücke innerhalb zweier Monate Gesuche und Pläne bei der Städtischen Polizxiverwaltung (Rathaus) einzureichen.

Hanau den 23. April 1912. 11199

Städtische Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister.

I. V.: Ehrich, Stadtbaurat.

Schind« und vertorene EemMe it.

Gefunden: 1 Armreif mit blauer Emaille (einen Käfer darstellend), 1 Portemonnaie mit 60 Pfg., 1 goldener Damenring mit rotem Stein und zwei weißen Perlen.

Liegengeblieben auf der Güterkasse am West­bahnhof: 1 Ledermappe mit Formularen der Gothaer Feuer­oersicherungsbank; desgleichen im Laden Marktplatz 20 bei Zeiß: 1 neues leinenes Zierschürzchen; beide Gegenstände sind auf dem Fundbureau in Empfang zu nehmen.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 2 Mark, 1 in schwar­zes Wachstuch gebundenes Reisekommissionsbuch, 1 Brief­umschlag mit Jnvalidenkarte, Militärpaß, zwei Zeugnisse u. a. für Friedrich Gärtling.

Zugelaufen: 1 grauer Bastard, w. Eeschll, mit der Steuermarke Nr. 467, Offenbach 1912.

Hanau den 14. Mai 1912.

Politische Rundschau.

Der Vertretertag der nationalliberalen Partei, dessen Beschlüssen man auch hier mit begreiflicher Spannung ent- gegengesehen hat, ist vorüber, die gehaltenen Reden haben in unserem Blatte eine ausführliche Behandlung erfahren, so- daß den innerhalb wie außerhalb der Partei Stehenden ein getreues Bild vermittelt worden ist. Man hat es ver- mieden, die alten Streitpunkte zu unterstreichen, man hat die Satzungen geändert, die Jungliberalen werden nicht an die Wand gedrückt, wohl aber werden sie, die bisher eine Art von Staat im Staate, oder vielmehr ein Vortrupp waren, der auf eigene Faust Krieg führt, den landschaftlichen

Dienstag den 14. Mai

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Organisationen der Gesamtpartei angeschlosten: Die selbst­gewählte Spitze können sie, wenn es ihnen beliebt auch in Zukunft behalten, aber diese Spitze steht dann außerhalb des Rahmens der Gesamtorganisation, und die einzelnen Vereine können hier einen Einfluß nur üben, wenn sie sich der Gesamtheit anschließen und unterordnen. Es hat sich doch erwiesen, daß die Traditionen Bennigsens und das Heidelberger Programm in der Partei über die Tendenzen triumphieren, denen Herr Scheidemann seine kurze Selig­keit verdankte. Herr Basserckann hat mit voller Schärfe den Gedanken, mit den Genosten einen ewigen Bund zu flechten, zurückgewiesen, er hat, hinweisend auf die Wahl von Varel-Jever, versichert, daß man auch einem Konser­vativen gegenüber, wenn er mit dem Sozialisten zur Wahl stand, seine Pflicht getan hätte, und Herr Friedberg fand den Beifall einer gewaltigen Mehrheit, als er die Rede Vastermanns als einen Kampfruf gegen den Sozialismus auffaßte, als er ausrief, daß für ihn und seine Partei ein Stichwahlabkommen mit den Genossen, wie es der Freisinn schloß, niemals in Frage kommen werde. Siegt nicht nur auf dem , Parteitag, sondern auch draußen im blühenden Leben diese Richtung, dann mag sanfte Ver- gessenheit sich über jene Episode senken, die Herrn Scheidemann auf den Präsidentensessel des Reichstages führte. Der Wille zum Frieden trat deutlich hervor, man fühlt es, daß man keine Zeit hat zu häßlichem Streite. Man fühlt auch, daß gerade auf den nationalen Mittel­parteien heute gewaltige Pflichten ruhen.

National-Flugspende der Deutschen im Auslande. An der naturalen Flugspende beteiligen sich vuch die Aus­ländsdeutschen. Sofort, als der bekannte Aufruf erschien^ traten die deutschen Kolonien im Auslande zusammen und beschlossen, auch an ihrem Teil beizutragen an der Schaffung einer deutschen Luftflotte. Die ersten waren die Deutschen in Aegypien. Jetzt melden die Auslandszeitungen und auch Privatschreiben täglich von dem günstigen Verlauf dieser Sammlungen, die durch Vermittelung von Gesandtschaften und Konsulate dem Zentralkomitee überwiesen werden sollen. Diese Gebefreudigkeit für eine nationale Sache ist eine er- freuliches Zeichen fük die Anhänglichkeit, die den Deutschen im Anslande ihrem Vaterlande bewahren.

DieAbhängigkeit desVorwärts" vom Parteivorstand" gilt in gewissen sozialdemokratischen Parteikreisen als Er­klärung für die Tatsache, daß das Zentralorgan dem Vor­stand gegenüber zahm und sehr zurückhaltend ist. Das sucht der Parteivorstand imVorwärts" durch folgende Erklärung zu entkräften: Der Parteivorstand hat in die Unabhängig­keit^ der Redakteure in keiner Weise eingegriffen. Er be- trâchtet denVorwärts" und dieNeue Zeit" nicht als offiziöse Organe,' und es übt auf seine Haltung keinen Einfluß aus, ob der Inhalt von Artikeln ihm mißfällt oder nicht. Er erwartet vielmehr, daß die Redakteure stets das sagen, was im Interesse der Partei zu sagen notwendig ist. Der Parteivorstand müßte einen Redakteur als ganz un­geeignet für seinen Posten halten, der bei Abfassung seiner Artikel erwägen würde, ob sie den Beifall des Genossen Bebel oder der übrigen Mitglieder des Parteivorstandes finden. Der Parteivorstand kennt auch in der gesamten Par- teipreste keinen Redakteur, der sich vom Parteivorstand ab­hängig fühlt und der Charakterschwäche fähig wäre, seine eigene Meinung aus Rücksicht für den Parteivorstand zu unterdrücken oder abzuschwächen. Hat der Parteioorstand so die freie Meinungsäußerung im vollsten Umfange gewahrt, so hat er doch die Verpflichtung nicht außer Auge gelasten, die ihm der Parteitag in Jena 1905 ausdrücklich auferlegt hat,, nämlich, dahin zu wirken, daß eine gehässige persönliche Art der Diskussion nicht Platz greife.

Marokko.

Paris, 13. Mai. Meldungen aus Larrasch vom 10. -Uisti bezeichnen die Berichte über eine Plünderung einer deutschen Niederlastung durch scherifische Soldaten als un­richtig. Das Vorgehen der Polizeitruppen unter Haupt­mann Vary fand nur am 29. April in einem Duar bei Arbaua statt und hatte die Ergreifung eines Deserteurs zur Folge.

Paris, 13. Mai. Nach einer Meldung desTemps" wurde der Stadt Fez eine Kriegsbuße von 200 000 Duros auferlegt zur Strafe dafür, daß ein Teil der Bevölke­rung an dem Aufruhr vom 17. April teilgenommen hat.

Paris, 13. Mai. Nach einer Blättermeldung werden die seit einigen Jahren in Paris und im Lager von vathonay bei Lyon liegenden Zuavenbataillone nach Algerien und Tunis zurückkehren um die als Verstär-

Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912

kungen nach Marokko entsandten afrikanischen Bataillone zu ersetzen.

«Mogador, 13. Mai. Die PanzerkreuzerElorre" und Conde" warfen auf der Fahrt an die Küste Süd­marokkos vor Agadir und Agulu Anker, ohne mit dem Lande in Verbindung zu treten. Vor Agulu liefen einige hundert bewaffnete Eingeborene zusammen. Ad­miral Favereau ließ die Bucht umfahren, ohne feind­lichen Kundgebungen zu begegnen. DerEloire" ist zur Ankunft des Generalresidenten Liautey nach Casablanca zurückgekehrt.

Aus Hanau Stadt und Land.

Haua«, 14. Mai.

1. MMAs MuM di Sutta.

Der OratorienvereinCaecilia" hat aus Anlaß seines 75jährigen Bestehens ein Mufikfest veranstaltet, zu welchem er die Oratorienvereine aus kurhessischen Städten eingeladen hatte. Von auswärtigen Vereinen waren über 100 Mit­glieder erschienen, darunter eine größere Anzahl Damen und Herren des Hanauer Oratorienvereins, um gemeinsam mit derCaecilia" in den Festchöreu bei der akademischen Feier mitzuwkrken.

Mit Stolz kann der Fuldaer Oratorienverein auf einen prachtvollen Konzertsaal hinweisen, der über tausend Zu­hörer faßt und einen würdigen Raum für Oratorien- Aufführungen bietet, wie ihn so leicht keine Stadt mit gleicher .Einwohnerzahl, von Hanau ganz zu schweigen, aufweisen kann.

Die akademische Feier begann IV/e Uhr vormittags und brachte an musikalischen Darbietungen BeethovenS.Leonoren"- Ouvertüre Nr. 3 sowie die herrliche O-ânD-Symphonie von Joh. BrahmS in einer ganz hervorragend gelungenen Wieder­gabe durch die Kapelle des 71. Jnf.-Regts. Erfurt, unter Leitung ihres hervorragend befähigten und künstlerisch empfindenden Dirigenten, des Obermusikmeisters Herrn Hintze. Zwei bekannte Chöre aus HaydnsSchöpfung* und HändelsMessias" wurden von der(Saedlia* und den Vertretungen der auswärtigen Chorvereine dargeboten und ergaben eine schöne Gesamtwirkung. Im Mittelpunkt der Feier stand die Festrede des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Antoni. In richtiger Erkenntnis, daß die Kunst- tniereffen einer Stadt und dazu gehört vornehmlich auch die Pflege der Oratorienmufik auch von der Stadtbehörde vertreten werden müssen, hat er es sich nicht nehmen lassen, in warm empfundener Rede die Verdienste deS Vereins um das Musikleben der Stadt Fulda gebührend zu würdigen und dabei aller bisherigen Dirigenten zu gedenken, die un­ermüdlich für die künstlerische Entwicklung deS Vereins tätig waren.

An dem übervollen Saal war zu erkennen, daß bil Caecilia" in allen Kreisen Fuldas treue Freunde und Verehrer besitzt, die es sich zum Stolz und zur Freude an­rechnen, die Oratorienmusik durch ihretAnteilnahme zu unter­stützen und damit dem Verein selbst den wichtigsten, unent­behrlichsten Dienst leisten.

Der Abend versammelte zum eigentlichen Festkonzert eim große, festlich gestimmte Gemeinde, um das Oratorium Quo vadis" des Komponisten Felix Nowowiejski zu hören, welches dieCaecilia" unter Leitung des Herrn Musikdirektor Leber zur Aufführung brachte. Wenn wir vom musi­kalischen Wert des Werkes als Ganzes nicht gerade überzeugt werden konnten, so birgt e3 doch Einzelpartien von reli­giöser Weihe, und in seinem imposanten Echlußchor mit der Doppelfuge einen meisterlich geschriebenen Chorsatz von glänzender Wirkung. Leider war die Darbietung selbst nich, so einwandfrei, wie eS für ein Festkonzert zu erwarten war. doch traten die prächtigen Stimmittel des Chores gebührend hervor und sicherten dem Werk einen vollen Erfolg. Dem Konzert wohnten außer dem Bischof und zahlreichen Geist­lichen auch der Komponist bei.

Es sei noch hinzugefügt, daß beim Festakt der Kammer­herr v. Bothmer als Vertreter Ihrer Königlichen Hoheit der Landgräfin von Hessen, Prinzessin Anna von Preußen, zugegen war. Außerdem war sowohl bei der akademischen Feier wie auch beim Konzert selbst eine große Anzahl Offiziere der Garnison Fulda anwesend.

Festlich geschmückt war die Stadt Fulda. Diele FahueN in deutschen, preußischen und städtischen Farben wehten auf dem Stadtschlosse und in den Straßen. Ein freundlich«, Empfang wurde den auswärtigen Gesangvereinen von feite« derCaecilia" zuteil. Von Mitgliedern des Festausschusses wurden diese am Bahnhöfe begrüßt und in die Stadt ge­leitet