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VinrSckungsgevShr:

Die Lgespaltene PetitzeUe oder deren Raum 20 Pfg. im Rellameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeèger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80, ML, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: ©. Schrecker in Hanau.

Nr. 110

^ernfprechanschluß Nr. 230.

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Freitag den 10. Mai

Fernsprechanschkttz Nr. 230

1912

Dit heutige Nummer mW «über dem MerhuiiuuWutl

16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Lieferung von 750 Meter hammerrecht bearbeiteten, sogen. wilden Randsteinen aus Basalt, 620 Qdtmtr. Plaster- steinen 1. Sorte rheinischen Formats aus Hartbasalt und 240 Kbkmtr. Mosaiksteinen aus Anamesit soll unter Zu­grundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathause (Stadt- bauamt) zur Ernsicht aus und können von dort gegen Ein­sendung von je 0.50 Mark bezogen werden.

Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 18. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 7. Mai 1912. 11939

Der Sladtbaurat.

Ehrich.

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Belegung der Frankfurterlandstraße zwischen Salisweg und Eisenbahnübergang mit Kleinpflaster sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferung von Materi­alien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathause (Stadt­bauamt) zur Einsicht aus und können von dort gegen Ein­sendung von 1 Mark bezogen werden.

Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermine, am Freitag den 17. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa rrschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 5. Mai 1912. 11937 Der Stadtbaurat.

Ehrich.

Die Pfarreikassenrechnung und die Rechnung über den Almosenkasten der Marienkirche für das Rechnungs­jahr 1911 sind während einer Woche und zwar vom 12. Kis 19. Mai in der Wohnung des Kirchendieners Eras- meher, Schloßstr. 2, zur Einsicht der Eemeiiideglieder offengelegt.

Hanau den 9. Mai 1912. 11949

Dar Presbyterium der Marienkirche.

GitMitne Md »nimm SeMände it.

Gefunden: 1 goldener Trauring (gez. K. E. 18. 4. 1905).

Verloren: 1 silbernes Kbllier mit Anhänger mit Herrenphotographie, 14 Mk. bar (bestehend aus 2 Fünf­markscheinen, das übrige Kleingeld).

Hanau den 10. Mai 1912.

Politische Rundschau.

Der Botschaftern, echsel. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der kaiserliche Botschafter Graf Wolff-Metternich hatte bereits vor Jahresfrist, nachdem er zehn Jahre den ver­antwortungsvollen Posten in London, zum Teil unter schwie­rigen Umständen, verwaltet, seine Absicht ausgesprochen, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen. Verschiedene Gründe veranlaßten den Botschafter, die Ausführung dieser Absicht zu verschieben. Es Tom der Besuch S. M. des Kaisers in London dann die Krpnungsfeierlichkeiten und die politischen Ereigniffe der letzten Jahre, welche einen Wechsel auf der Londoner Botschaft unerwünscht erscheinen ließen. Nunmehr hat, wie wir hören, der Botschafter seinen Abschied eingereicht und bewilligt erhalten. Für die sofortige Wiederbesetzung des Postens ist Vorsorge getroffen. Sobald die Aeußerung . der englischen Regierung vorliegt, ob die in Aussicht genom­mene Persönlichkeit ihr genehm ist, wird die Ernennung deS ^ Nachfolgers und ihre Veröffentlichung erfolgen. Auf Befehl

des Kaisers wird sich der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Kiderlen - Waechter ebenfalls zum Vortrag nach Karlsruhe begeben.

Die Reichstagsersatzwahl von Varel-Jever. Bei der gestern vollzogenen Stichwahl erhielt, die zur Stunde noch nicht bekannten Ziffern einer kleineren Gemeinde abge­rechnet, Dr. Wiemer (Fortschr. Vp.) 15 655, Hug (Soz.)

13 077 Stimmen. Wiemer ist also gewählt. (Bei der am 26. April vorgenommenen Hauptwahl war das Ergebnis: Wiemer 10 901, Hug 12 557, Albrecht (natl.) 1898 und v. Hammerstein (B. d. L.) 998 Stimmen. Mit der jetzt er­zielten Stimmeuziffer hat Dr. Wiemer die Zahl, die seinem Vorgänger Träger das Mandat zuletzt wieder verlieh, noch um rund 400 übertroffen. An diesem Ergebnis haben neben der regen fortschrittlichen Wahlarbeit auch die nationalliberalen Kreisangehörigen teil, die entgegen dein Bemühen ihrer Führer für Dr. Wiemer an die Urne gegangen sind.

Der Hauptvorstand der reichs- und freikonservativen Partei wird am Samstag dieser Woche zu einer Sitzung zusammentreten, in der Frhr. v. Zedlitz über die politische Lage nach den Reichstagswablcn berichten wird; an den Vortrag wird sich eine Diskussion knüpfen. Die Mitglieder des Gesamtvorstândes bleiben danach zu einem Bierabend vereinigt. Der Sonntag wird einer Besprechung der Organisationsfragen in den einzelnen Landesteilen gewidmet.

Der Bundesrat hat der Vorlage über eine Aenderung der Zündwaren-Kontingentierungsordnung, der Vorlage über die Besteuerung der Schenkungen unter Lebenden und der Vorlage über die drei im September 1911 in 8tdin unter­zeichneten Verträge mit Bulgarien zugestimmt.

Der L<nioxentonnent des Reichstages hat über die Geschäftslage beraten. Es soll versucht werden, bis Pfingsten fertig zu werden. Das ist möglich, wenn folgender Arbeits­plan eingehalten wird. Vom d0. bis 24. Mai sind 12 Sitzungstage. Es sollen entfallen auf die zweite Beratung des Etats für Heer und Marine und auf die zweite Be­ratung der Wehrvorlage vier Tage (vom 10. bis 14. Mai); auf die zweite Beratung der Zölle, der kleineren Etats usw. ein Tag (15. Mai); auf die zweite Beratung des Etats des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amts zwei Tage (17. und 18. Mai), auf die zweite Beratung der Brannt­weinvorlage zwei Tage (20. und 21. Mai), auf die dritten Beratungen drei Tage (vom 22. bis 24. Mai). Um die Geschäfte des Plenums zu fördern, wollen die Haupt- kommissionen am kommenden Samstag Sitzung halten, zumal nächste Woche ein Feiertag ist.

Parlamentarisches.

Der Militäretat in der Budgetkommission.

mb. Die Vudgetkommison des Reichstages führte gestern die Beratung des Militäretats noch nicht zu Ende. Das Zentrum hat eine Duellresolution eingebracht, über die an anderer Stelle berichtet wird. Zum KapitelServis" ist von elsässischer Seite ein Antrag eingegangen, die Servis- Sätze für selbst eingemietete Unteroffiziere um 33% Proz. zu erhöhen. Der Berichterstatter befürwortet den Antrag und regt eventuell die Schaffung von Wohnungen für Ver­heiratete an. Ein Zentrumsmitglied beantragt, dann eine Entschließung, wonach der Kriegsminister im nächstjährigen Etat an anderer Stelle mehr einsetzeu soll zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Unteroffiziere. Von der Heeresverwaltung wird die Unzulänglichkeit der Wohnungs­verhältniffe der Unteroffiziere anerkannt. Die Erhöhung um 33% Proz. würde für Preußen 950 000 Mark erfordern. Ein Vertreter der Finanzverwaltung ersucht, wegen der entstehenden Ungleichheiten nicht den Antrag, sondern die Zentrumsenffchließung anzunehmen. Für sämtliche Äon< tingente würden 1200 000 Mark erforderlich. Die Ent­schließung wird einstimmig angenommen. Beim Kapitel Pferdebeschaffung" wünscht ein konservatives Mitglied Erhöhung der Preist für Remontepferde, sowie Einbe­ziehung der Provinz Brandenburg in die Remonte-Pro- vinzen. General Wandel führt aus, daß die Preise in den letzten Jahren ständig gestiegen sind. Es ist auch Wunsch der Heeresverwaltung, daß die Remontezucht auf der Höhe bleibt. Die jetzigen Preise machen das aber möglich. Es ist auch nachgewiesen, daß die Zahl der kriegsbrauchbaren Pferde in allen Provinzen wächst. Ein Sozialdemokrat wundert sich über die fortgesetzten Bestrebungen, die Re­moniepreise stärker zu erhöhen, als die Heeresverwaltung es für angemessen hält. Er sieht darin einen Wunsch nach neuen Liebesgaben. Ein volksparteiliches Mitglied schreibt die Schuld an der Verteuerung der Remontezucht der Zoll­politik zu, insbesondere dem hohen Haferzoll. Der Kriegs­minister betont dio Wichtigkeit des Pferdeersatzes für die

Schlagfertigkeit des Heeres. Der konservative Berichter­statter glaubt, daß schon jetzt die Remontezüchter vielfach mit Verlust arbeiten. Beim KapitelReisegebührnisse rc." bemängelt ein volksparteiliches Mitglied die Höhe der Kilo­metergelder. Besser wäre auch hier eine Erstattung des wirk­lich bezahlten Fahrpreises. Auch die Tagegelder mit 15 Mk. sind zu hoch. Ferner finden zu viele unnötige Versetzungen statt, wofür Beispiele gegeben werden. Ein Vertreter der Heeresverwaltung erklärt die Grundsätze für Auszahlung der Reisegebührniffe, die im ganzen Reich einheitlich fest­gesetzt sind. Die Versetzungen sind aus Ersparnisgründen auf das dienstlich dringend Notwendige bMränkt. Don Zentrumsseite wird der Bemängelung beigetreten und die Streichung der Mehrausgaben von 195 000 Mark beantragt. Ein Volksparteiler tadelt ferner die Benutzung von Hotels, die Lieferanten für die Armee gehören, durch Offiziere bei Dienstreisen, die solche Lieferungen betreffen. Der Kriegs­minister erklärt, daß die Sätze im Reich mit den preußischen Gesetzen für Dienstreisen übereinstimmen. Die wirklichen Ausgaben für Reise- unb Lmzugskosteu sind seit Jahren prozentual gesunken. Für jede Dienstreffe wird ihre Rot wendigkeit sorgfältig geprüft. Der Kriegsminister bezwei­felt, daß aus der Benutzung der betreffenden Hotels Unge­hörigkeiten entstehen. Ein Sozialdemokrat unterstützt den Zentrumsantrag auf Streichung der Mehrforderung. Ein ZentrumsmitgliÄ) stellt in Aussicht, die Angelegenheit mit dem Hotel in Effen beim Marineetat noch einmal zu be­sprechen, denn die Marine und die Eisenbahnen seien da mehr beteiligt Ein nationalliberales MitgliÄ befürchtet aus einer zu großen Beschränkung der Dienstreffe« eine Verlangsamung und Erschwerung des Geschäftsganges, weil dieser sich dann mehr auf schriftliche« Verkehr grünten müsse. Der Zentrumsantrag auf Streichung wird angenommen mit den Stimmen des Zentrums, der Volkspartei und der Sozialdemokraten. Beim KapitelWaffenwesen" spricht ein sozialdemokratffches Mitglied über die Vergebung von Lieferungen. In Suhl werde gerade eine Fabrik bevorzugt, die die schlechtesten Arbeitsverhältnisse habe, ntebrige Löhne, Zwischenmeister usw., und sich außerdem der Ge- werbeaufsicht ziemlich zu entziehen wisse. Ferner scheine die Heeresverwaltung sich bei der Vergebung an Fabriken der Tätigkeit von Mittelspersonen zu bedienen. General Wan­del bestreitet die Verwendung von Mittelspersonen. Die Heeresverwaltung verhandelt nur direkt. Bei den Der- gebungen werden nur solche Fabriken berücksichtigt, die auch ihren gesetzlichen Verpflichtungen gegen ihre Handwerker und Arbeiter nachkommen. Beim KapitelVerkehrswesen" bittet ein konservatives MitgliH um Mitteilungen über das Flugwesen. Ein Vertreter der Verwaltung führt aus, daß in diesem Jahre aus verschiedenen Posten 5 Millionen Mark für das Flugwesen verwandt werden Ennen. Er macht weiter vertrauliche Mitteilungen üher Organisation der Flieger. Ein sozialdemokratisches MitgliH fragt nach Verwendung der Nationalspende. Der Kriegsminister teilt mit, daß hoffentlich davon für die Heeresverwaltung etwas abfällt. Es ist aber darüber noch nichts ausgemacht, die etatrechtliche Seite also noch nicht geregelt.. Zurückgewiesen werden kann natürlich ein derartiges Geschenk des Volkes nicht. Bei denEinmaligen Ausgaben" wird vom Zen­trum bei verschiedenen Titeln Herabsetzung der Gesamt- kcsten gewünscht, bozw. ihre Höhe begründet. Ein natio- nalliberales Mitglied erörtert das Submissionswesen und fragt nach den Grundsätzen der Heeresverwaltung. Diese antworte, daß möglichst weite Kreise von Handwerkern da­bei berücksichtigt werden sollen. Es muß aber darauf gesehen werden, daß die Interessen der Verwaltung nicht geschädigt werden. Ein Volkvparteiler bezweifelt die Zweckmäßig­keit des Baues von neuen Garnisonkirchen: es können Zivil­kirchen mitbenutzt werden. Im übrigen wird die Komman­dierung von Soldaten zum Kirchenbesuch bemängelt. Der Kriegsminister erörtert die Grundsätze über den Kirchen­besuch durch das Militär, woran von sozialdemokratischer Seite Kritik geübt wird. Der sozialdemokratische Redner hält den Bau von jeglichen Kultusgebäuden für unnötig. Der Bau einer Garnisonkirche in Stettin wird gegen die fortschrittlichen und sozialdemokratischen Stimmen bewilligt. Für den Bau eines Dienstwohngebäudes für ein General­kommando in Frankfurt a. M. werden im ganzen 788 000 Mark gefordert, als erste Rate 15 000 Mark. Ein Zen­trumsmitglied hält das für viel zu hoch und beantragt die Streichung der ganzen Forderung. Die Beratung wird hier abgebrochen. .Heute Weiterberatung.

* mb. Die Duelltesolution des Zentrums. Das Zentrum bat in der Budgetkommission zum Militäretat. Gehaltstttel