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Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

Gentral-Anzeiger

AAtliihts Organ für SiaM= und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dezugspreisr

Dlerfeljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., fOt Post» bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm.

Nr. 100 ReriifrreAanWitß Nr. 230.

Montag den 29. April

Fernsprechanschlutz Nr. 230

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1912

Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Polizeiliche Anordnung.

Unter DsznMDhme auf § 63 der StraheupolizeioersrdnUNg vom 28. Mai 1939 wird hiermit nach Beratung mit dem Magistrat folgende Anordnung erlassen:

Die Kleine Hainstrahe darf nur in der Richtung von der Hain- stratze nach der Kinzigbrücke befahren werden. Der gleichen Be­schränkung unterliegt das Reiten, Treiben und Führen von Bieh.

Hanau den 25. April 1912. P. 4571

Königliche Polizei direktio«.

V.: Karbe.

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Dienstnachrichten.

In der Gemeinde Duden^fen ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Die Gemarkung Dudenhofen wurde zum Sperrbezirk erklärt.

Hanau den 27. April 1912. V. 2622

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen

1. das in der Gemarkung Großkrotzenburg telegene, im Grundbuchs von Großkrotzenburg, Band 29 Blatt 1310 zur Zeit der Eintragung des Bersteigerungsvermerkes auf den Ramen des Tagelöhners Alexander Trapp zu Großkrotzenburg eingetragene Grundstück:

Krtbl. 0 Parz. 143 Garten im Seifen, 0,17 ar,

— 0,08 Tlr. Reinertrag —

— Grundsteuermutterrolle Nr. 1195 —

2. die ideelle Hälfte des Ehemanns Alexander Trapp an den in derselben Gemarkung belegenen im Grund- buche von Großkrotzenburg Band 21 Blatt 1088 auf den Namen des vorgenannten Alexander Trapp und seiner

Ehefrau Anna Marie je zur ideellen Hälfte

Krtbl. N Parz. 25,

Krtbl. N Parz. 26,

Krtbl. N Parz. 1 c,

geb. Simon zu Großkrotzenburg eingetragenen Grundstücke:

0,94 arj

0,26 ar[ Haaggaffe Nr. 24?/»

1,49 ar J

a) Wohnhaus mit Anbau, Hofraum und Hausgarten,

60 Mk. Nutzungswert,

V) Stavgebäude,

— Nr. 34 der Gebäudesteuerrolle —

am 28. Juni 1912, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Großkrotzenburg tu der Gastwirtschaft zum Schlüssel versteigert werden.

Hanau den 16. April 1912. 10831

Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

Wiis-Mtrt 6er „MM" in LZWAMâ

Die „Sängerlust" hat ihren zahlreichen Freunden sicher eine groß« Freude damit bereitet, daß sie der Feier ihres 30jährigen Bestehens durch Veranstaltung eines Festkonzerts ein besonderes Gepräge gab, das konnte man an der enormen Konzertbesucherzahl am besten sehen. Doch nur eine be­stimmte Ursache mag den Verein veranlaßt haben, gerade den Jubiläumstag zu einem öffentlichen Auftreten zu be­nütze», nämlich das Bedürfnis, an diesem Markstein in seiner Entwicklungsgeschichte Proben seines Könnens abzulegen, zu zeigen, welch eine Stufe der Leistungsfähigkeit der Chor nach 30jâhrigem Bemühen erreicht hat. Nach dem gestern Ge­hörten können wir ruhig sagen, ohne dabei Gefahr zu laufen, bombastisch zu erscheinen, es ist eine beachtenswerte Stelle, auf der die Sängerschar steht, dank ihres allezeit lebendigen innerlichen Erfassungsvermögrus her Tonkunst. Allerdings hat es der „Sângerlust" nie an solchen Leitern gefehlt, die es verstände« haben, das vorhandene Material auszunützen, ein Vorteil, der ganz besonders wieder unter bent jetzigen Dirigenten Herrn Carl Fr. Appel, Hanau, in Er­scheinung tritt.

Doch mm zu dem gestrigen Konzert selbst. Dieses er­öffnete das Theodor Körnersche Gebet vor der Schlacht in der C. F. Schmalholzsch'en Vertonung. Hier fiel gleich die subtile Gliederung der einzelnen Stimmen angenehm auf, die den gottergebenen, tiefreligiösen Bittgesang vornehm zu charak- ierifleren verstanden. Von Franz Schubert standen zwei Bieber auf dem Programm: „Der Gondelfahrer" (mit Klavierbegleitung: H?rr H. Appunn) und „Liebe rauscht der Silberbach", ein vornehme« Werklein von lieblichem Milieu. In diesen Kompostnonen, besonders aber in der zuletzt- zenannten können wir so recht die Schönheiten der Schubert- tchen Musik völlig ungestört genießen, denn für deutsche

Semem M mlKM SezmWM it

Gefunden: 1 Autokapsel (gez. E. D. Makirus, Ulm a. D.), 1 Kartenblatt (Lisenbahnzeicknung Oppeln—Schweidnitz), 1 Paar weiße Herren-Glacehandschuhe.

Verloren: 2 goldene Kettenarmbänder (vor etwa 14 Ta­gen), 1 Trauring (gez. L. F. 1892), 1 Geldsäckchen mit 2 Zehn- Markstücken, 1 weißes Kindermäntelchen mit hellblauem Kragen (in Wilhelmsbad), 1 Pferdeschoner.

Zugelaufen: 1 Dobermannhündin.

Hanau den 29. April 1912.

Parlamentarisches.

mb. Berlin, 28. April. Im preußischen Abgeordnetenhaufe wurde am Samstag die allgemeine Besprechung beim Etat des Ministeriums des Innern zu Ende geführt. Es ging dabei nicht ganz so lebhaft zu, als an den beiden Tagen zuvor. Wie schon am Freitag, so klang auch am Samstag aus den Reden der Vertreter der bürgerlichen Parteien die Absicht heraus, sich den Terrorismus der sechs Mann nicht mehr länger gefallen zu lasse« und die Geschäftsordnung zu diesem Zwecke zu ändern. Selbst der Redner der Volkspartei, Dr. Pachnicke, verhielt sich einer Aenderung der Geschäftsordnung gegenüber nicht ablehnend, verlangte mir, daß man mit Festigkeit, Besonnenheit und kühler Ueberlegung vorgehe. Der Konservative Hammer empfahl, eine Einrichtung der Republik Frankreich, die ihm sehr gut gefalle, auch bei uns einzuführen. Wenn dort ein Redner zum dritten Male zur Ordnung gerufen werden müsse, werde er nicht nur von Dienern des Hauses mit Gewalt aus dem Sitzungssaals be­fördert, sondern es würden ihm auch auf vier Wochen die Diäten entzogen. Vielleicht würde eine solche Maßregel auch gegenüber derartigen Ausschreitungen im preußischen Abgeordnetenhaus« von guter Wirkung sein. Der Redner des Zentrums, Dr. Bell, brachte eine Reihe von Paritätsbeschwerden vor, wonach die Katholiken über ungenügende Berücksichtigung bei der Besetzung der höheren Verwaltungsstellen Klage zu führen hätten. Wenn die Volkspartei die Wahlrechtsfrage in den Vordergrund stelle, so suche sie nur nach einem Rettungsanker für die neue Land­tagswahl. Zu den sozialdemokratischen Radauszenen der letzten Tage äußerte er sich dahin, daß die bürgerlichen Parteien zum Kindergespött würden, wenn sie sich diese Terrorisierung von einer kleinen Minderheit noch weiter gefallen ließen. Der Minister v. Dallwitz bestritt die Zurücksetzung katholischer und bürgerlicher Anwärter Lei der Besetzung der höheren Beamtenstellen. Der Freikonservative Dr. v. Woyna gab seiner Freude über die gestrige Rede des Nationalliberalen Dr. Friedberg Ausdruck, dessen Auftreten gegen die Sozialdemokratie an die beste Zeit des Liberalismus, an Herrn von Bennigsen, erinnere. Dr. v. Woyna kam auf die gestrige Aeußerung des Frhr«. v. Zedlitz zurück, der inbezug auf die Freisinnigen von Hehlern gesprochen hatte. Dr. v. Woyna hob, wie es ja Frhr. v. Zedlitz gestern auch

Innigkeit fand Schubert immer die rechten Töne. Dieser Genuß erhöht sich aber noch, wenn die Werke dieses klassischen Vollenders des Siebes eine klas fische Auslegung erfahre», wie es hier ge­schehen. Der ausgezeichnet« Llederkomponist Franz Abt, dessen Werke sich besonders durch Gemülstiefe auszeichnen, wobei er in überraschender Weise immer den Geschmack des Volkes zu treffen wußte, war durch eine seiner besten Kompositionen, die wir leider seit langem nicht mehr auf einem Programm norfanbett, vertreten: „Vineta". Mit der Ausnahme dieses Chores hatte sich bet Verein eine virtuose Ansprüche stellende, heikle Aufgabe erkoren. Das Werk bietet koloristisch viel eigenartige Züge und ist ein Gradmesser für die Leistungs­fähigkeit eines Gesangvereins. Durch die technisch schlacken­lose, imposanten Glanz ausstrahlende Wiedergabe zeigte der Chor, daß er dieser Aufgabe künstlerisch gerecht zu werden wohl in der Lage ist. Vom Dirigenten selbst waren zwei Tonwerke, baS ungebundene Lebensfreude atmende „Frühling" und ein liebenswürdiges, inniges „Wiegenlied". In beiden Liedern zeigte sich Herr Appel als ein Tonsetzer von nicht zu unterschätzender KombinationSgabe und die Sänger taten ihr Bestes, um auch hier den Erfolg ihres Leiter« vollkommen werden zu lassen. „Phyllis und die Mutier" von Robert Schwalm, ein eapriziâseS und spöttisches S.ückchm, kam ge­fällig und mit Ausdruck zum Vortrag, namentlich kann dies von der letzten Strophe gesagt werden. Es sei gestattet ge­rade im Hinblick hierauf einzuschalten, daß es wohl eine der Hauptaufgaben dsß Sängers ist, sich dem Inhalt der Ltsd- kompositisn anzupassen. Das Wort soll im Gesang weder Nebensache sein noch soll es vorherrschen, aber mitsprechen soll es und ein Chor sammt erst bann zur v-llen Geltung, wenn sich Wort- und Tonausdruck wahr und effektvoll mit einander verschmelzen. („Bist ja selbst nicht neingegangeu", sagt Phyllis zur Mutter und die Sänger brachten diesen kmdlich- naiven Vorwurf ganz im Sinne des eben von uns Gesagten zum Ausdruck; gerade hierin lag der Effekt.) Auch bei den vorher ge­nannten Chören trat die se gründ j ählich e Regel des M ännergefangeS

schon getan hatte, hervor, daß letzterer die Freisinnigen nicht habe beleidigen wollen. Er bitte die Freisinnigen ausdrücklich, von dieser Erklärung Notiz zu nehmen. Der Nationalliberale Dr. Lohman« meinte, daß er sich mit den Sozialdemokraten und ihrem häßlichen Verhalten nicht des längeren zu beschäftigen brauche, da ja darüber schon das Nötige gesagt sei. Die Wahlreform sei durch das Zentrum zum Scheitern gebracht aus Rücksicht auf die Kon­servativen, und er erwarte ein baldiges Wiedereindringen einer Wahlreforin. Der Konservative Dr. Strasser tadelte die Frei­sinnigen wegen des Stichwahlabkommens mit der Sozialdemokra­tie. Der Freisinn werde diesen Flecken an seinem Ehrenschilde nicht abwaschen können. Ein Schlußantrag beendete dann die allge­meine Aussprache, und es folgte, wieder verursacht durch die So­zialdemokraten, eine Flut von persönlichen Bemerkungen, wobei es auch wieder mehrere Ordnungsrufe gab, wenn sich die Szene auch nicht ganz so stürmisch abspielte, als gestern und vorgestern. Man trat dann noch in die Besprechung der nordschleswigsche» Frage ein, die aber nicht beendet wurde.

Türkei.

Konstantinopel, 27. April. Aus Anlaß des Jahrestages bee Thro'rbesteigung des Sultans war die Stadt reich beflaggt. Am Vormittag fand ein Empfang im Palais statt. Darauf wurde die von der Nürnberg-Augsburger Maschinenfabrik erbaute Brücke Dou Galata nach Stambul feierlich eröffnet. Nachmittags fand auf dem Freiheitshügel eine Truppenschau über 30 000 Mann aller Waffengattungen statt, der der Sultan, die Prinzen, das diplo­matische Korps, zahlreiche Würdenttäger und eine große Men- schemuenge beiwohnten. Die ausgezeichnete Haltung der Truppen fand allgemeine Bewunderung. Der erstmalige Aufstieg eines Militär-Flugzeuges, das über dem Paradefelde in großer Höhe kreuzte, machte großen Eindruck. Abends war die Stadt festlich beleuchtet. Etwa 200 wegen politischer Vergehen Verurteilte wur­den aus Anlaß des Festes begnadigt.

Salonik, 28. April. Die Arnauten von Dschakowa richtete« ein» Massenkundgebung an die Regierung, in der sie entschieden gegen die im Auslande verbreiteten Nachrichten Einsprache erheben, daß das albanische Volk die schwierige Lage zu einer Erhebung be­nutzen werde. Die Arnauten geloben ein entschlossenes Zusam­mengehen mit den Osmanen.

Kreta. •

Konstantinopel, 28. April. Von den krettschen Abgeordneten, die nach Athen zur Teilnahme am Parlament gehen sollen, befindet sich schon etwa die Hälfte in Athen, darunter ein früherer grie­chischer General und mehrere frühere mazedonische Bandenführer, Die krettschen Patteien sind einig in der Absicht, durch ihr 6in« dringen in das gttechische Parlament internationale Wirren her­beizuführen. Eine neue Besetzung der Insel durch die Schutzmächte ist heute noch unwahrscheinlich. Auch die Türkei wird nichts tun.

mehr ober weniger in Erscheinung unb verhalf dem Verein nicht zum wenigsten zu seinem gestrigen Erfolg. Sehen wir von einigen unbedenienden Unebenheiten in der Wieder­gabe einzelner Chöre ab, so ist der Gesamteindruck, den das Konzert hinterließ, wie schon anfangs gesagt durchaus gut.

Solistisch war tätig Herr Konzertmeister Hock, Frank­furt (Violine), dessen hervorragende Künstlerschaft wir nament­lich auch im Rahmen der Frankfurter Quartettvereinigung schon öfters bewundern konnten. Im Besitze einer ganz be­deutenden Technik schuf er aruh gestern wieder in feinere Stücken von be Böriot, Schumann, Dvorâk, Wieniawski u. a. dauernde Werte. Weiter trat auch Her Carl Fr. Appel mit einigen BaritonsoliS (Löwe, Schubert, Schumann, Bruch, Götze) angenehm in den Vordergrund. Am Klavier be­tätigten sich meisterlich die Herren Fritz Dippel, Frank­furt unb Heinrich Appunn, Hanau. —st.

Frankfurter Theater.

Frankfurter Opernhaus. Montag, 29. April, 7*8 Uhr:

Sonntag, 5. Mai, 7 Uhr: Preise. — Mont" ‘

1. Abend:

„Ein Walzertraum". Außer Abonn. — Dienstag, 30. April, 6 Uhr: Der Ring der Nibelungen. 3. Tag: „Götterdämmerung". Im Abonn. Groß« Preise. Mittwoch, 1. Mai, 7*8 Uhr: „Nlt-Wien". Auß. Abonn. Kl. Preise. — Donnerstag, 2. Mai: 7 Uhr: „Königskinder." Im Abonn. Gewöhnliche Preise. — Freitag, 3. Mar, 7-8 Uhr: Martha . Außer Abonn. Kl. Preise. - SamStag, ck. Mai, 7 Uhr: , Dunja". Hierauf: „Tänze". Zum Schluß : „Flotte Bursche". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. - - — - - : „Aida". Im Ab Groß« 'mnag, 6. Mot. 0 Uhr. MâMpâ Die Meistersinger von Nürnberg . Auß.

Abonn. Erhöhte Preise. m Ir . _ _.

Schauspielhaus. Montag, 89. April, „Das sbarke Ge­schlecht" — Dienstag, 30. April, 7 Uhr, „Elektra , Lorber Der Tartüff^'Jm Abonn G-w YK. - Mitt- woch, 1. Mai, 7 Uhr, „Torquato Ta so" Jm Abonn. Gew. Pr. — DonnerStaa. 2. Mai, halb 8 Uhr. «Schön»