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General-Anzeiger

Einrückungsgebühr:

Die ögespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zelle 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für S1aN= und Lanüüreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mt., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Ms. i 6 Aernspreckanschlutz Rr. 330

Freitag de» 29. März

Ferttspr-chankchliih Nr. 230. 1912

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16 Seiten.

Amttichrs.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Der städtische früher Pedro Iung'sche Park an der Steinheimer Landstraße ist der Benutzung durch das Publikum freigegeben. Die Pforte an der Steinheimer Landstraße dient als Zugang. Für die Besucher des Parkes gelten folgende Bestimmungen:

Das Reiten und Fahren im Park, das Einbringen von Fahrrädern, das Mitbringen von Hunden (auch an der Leine), das Betreten der Rasenflächen, Blumenbeete und Bosketts, das Abpflücken von Blumen, Abbrechen oder Abschlagen von Obst, Zweigen oder Blättern und dergleichen, das Ver­unreinigen des Parkes durch Fortwerfen irgend­welcher Gegenstände, besonders von Papier, das Werfen mit Steinen oder dergleichen ist verboten. Kinder dürfen sich nur in Begleitung Erwachsener *trt Park aufhalten.

Das Zeichen zum Schließen des Parkes wird mit der Glocke gegeben. Zehn Minuten nach diesem Glocken­zeichen wird der Park geschlossen.

Hanau den 26. März 1912. 8271

Der Magistrat

Dr. Eebeschus.

Städiifckres Lyzeum zu Hanau.

Die Ausstellung der Zeichnungen und Nadelarbeiten findet Samstag und Sonntag vorm. von 11 bis 1, Montag von 10 Ms 1 und an den genannten Tagen nachm. von 3 bis 6 Uhr im Schulgebäude, Steinheimer- straße 39, statt.

Zum Besuche der Ausstellung ladet ergebenst ein. Hanau den 29. März 1912.

Der Direktor.

Bungen st ab. 8275

Städtische Oberrealschule.

I. Die Aufnahmeprüfung, bei der das letzte Zeugnis der bisher besuchten Schule vorzulegen ist, findet statt: Montag den 15. April l. Js.(Sie beginnt vormittags 8 Uhr und wird nachmittags 2*/i Uhr fortgesetzt.

II. Beginn des Unterrichts:

Dienstag den 16. April, vormitt^s 7^3 Uhr.

Hanau den 28. März 1912. 8253

Der Direktor der Oberrealschule.

Dr. Schmidt.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Partie Schulbücher mit dem Ramen

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2. Mmemtskoizert des WckS'sten WugmeioS.

Im dichtgefüllten Centralhallensaal veranstaltete gestern tbend der in hohem Ansehen stehende Weins'sche Gesang- »erein unter der bestimmten, entschlossenen Leitung des Herrn Üdolf Müller, Frankfurt, sein 2. Abonnementskonzert. Dieser Konzertabend hat uns wieder einmal gezeigt, daß nicht nur von der Tüchtigkeit des Dirigenten und dem Fleiße der Sänger, sondern auch von den Liedern, die zum Vortrage gelangen, der Erfolg der Aufführungen eines Gesangvereins »bhängt. Schon der Eingangschor, der feierliche, erhabene schönePilcherchor" aus Richard WagnersTannhäuser", ^tr mit aller nur möglichen Klangfeinheit und groß ange­legter Stimmungsmalerei herausgebracht wurde, gab dem -lbend sein seriöses Gepräge, das durch das Schumannschc Abendlied vornehm vorgetragen, noch bekräftigt wurde. Ganz vortrefflich kam auch der Chor Der Fremdenlegionär" von Julius Wengert zur Ge- itallung. In dieser leidenschaftlichen Tonschöpfung klingen M vielen Stellen verwandte Saiten im Herzen des Hörers mit. Feierlich beginnend, erhebt sich der Chor bei dem Satze Der gallische Krieger im schwarzen Haar" zu gewaltiger hohe, dann in bebend-leiderfüllten Tönen schildernd das liebessehnsüchtige Gedenken des deutschen Fremdenlegionärs an seine Heimat, bis Häscherarme ihn zum Tode schleppen. Hier, beimKrachen der Kugeln", setzt der Chor noch einmal mit seiner amuen Wucht ein. UM trauervoll und träumerisch

Georg Baier, 1 schwarzer Ledergürtel, 1 Aufenthalts­kette, 1 schwarzes Portemonnaie mit 4.56 Mk.

Verloren: 1 rote Brieftasche, 3,20 Meter blauer Spachtelbesatz.

Zugelaufen: 1 kleiner grauer Wolfsspitz.

Entlaufen: 1 grauer Schäferhund.

Politische Rundschau.

Reichstag und preußischer Landtag sind gestern in die Oster­ferien gegangen und haben sich bis zum 16. April vertagt.

Der Vertretertag der nationalliberalen Partei ist auf den 12 Mai nach Berlin einberufen worden. Die nationalliberale Reichstagsfraktion hat bei dem Zentralvorstand den Antrag eingebracht, daß künftig sämtliche Abgeordnete Mitglieder des Zentralvorstandes sein sollen. Der geschästsführende Ausschuß hielt gestern in Berlin eine Sitzung ab, in der er zu seinem Vorsitzenden den Landtagsabgeordneten Geheimrat Friedberg wählte: zu besten Stellvertretern wurden Reichslagsabgeordneter Prinz zu Schönaich-Carolath und Landtagsabgeordneter Geh. Justizrat Krause gewählt.

Hus Hanau Stadt und fand.

Lanau, 29. Marz.

* Ordensauszeichnung. Dem Oberlehrer am Königs. Gymnasium zu Hanau, Herrn Professor Schäfer, ist der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden.

* Personalien. Herr Postdirektor S p a r i g , der das hiesige Postamt 17 Jahre geleitet hat, tritt am 1. Mai in den Rutestand. Zum Amtsnachloss.er ist der Postdirektor Kesting ans Straßburg (Els.)-Neudorf ernannt.

* Künstlerfest. Ueber den Verlauf unseres diesjährigen Festes bat ja unsere Presse in liebenswürdiger Weise lau­nisch und humorvoll geplaudert. Wir möchten nicht versäu­men allen, die durch ihr Zutun am Erfolge beteiligt waren, an dieser Stelle unseren wärmsten Dank auszüsprechen. Zu­nächst den verehrten Mitgliedern des Ehren - Ausschusses : Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Königl. Landrat und Polizeidirektor Frhr. Laur, Generalmajor Walter, Landgerichtspräsident Schulte-Uffelage, Bürgermeister Hild, Zeichenakademie-Direktor Prof. Leven und Stadt­rat Nicolay. Herrn Direktor S t e f f t e r danken wir herzlichst für seine Liebenswürdigkeit, am Tage des Festes das Tbeaier geschlossen zu haben, wie auch für seine uns wert­vollen Dienste, die er unserer ganzen Sache geleistet. Herrn Katzenstein, dem Entwerfer des Titelblattes der Fest­zeitung und Zeichner des Reklame-Plakate«, die ja ungeteilten Beifall fanden, sowie der Firma Brüning, die hilfsbereit ihre Kunst zur Verfügung stellte, ebenfalls vielen herzlichen Dank! So Dank um Dank allen, die sich Verdienste um unser Fest erworben. Dank schließlich auch den verehrten Besuchern des Festes! Als finanzielles Endresultat sei mit- geteilt, daß annähernd 1200 Mk. Reingewinn zur Verteilung kamen, die den Wohltätigkeitsanstalten der Bühnen-Genossen- schaft zuflossen.

Vogelsberger Höhen-Club (V. H. C.j Nächsten Montag den 1. April, abends 9 Uhr, findet imRestaurant

zu enden. Bewundernswert war es, wie die Sänger alle diese Seelenregungen durch ausdrucksvolle Deklamation, leichtes, bewegliches An- und Abschwelleulassen des Tones zum Ausdruck brachten. Gedenken wir noch des liebens­würdigenStilles Glück" von Hugo Jüngst und des ebenso schmeichelnden wie anmutsvollenWkegenlied" vonK.Fr.Appel, dit beide mit Zärtlichkeit und schöner, voller Rrmdung des Tones wiedcrgegeben wurden, so dürfen wir auch des schelmischenAlleweil ka mer net lustig sei" nicht vergessen, ebensowenig des SchlußchoresDeutsches Lied" von Hegar, der mit Begeisterungdas Land der Eichenwälder" preist und kräftig markiert zum Vortrag kam.

Zwei ausgezeichnete Vokal- und Jnstrumentalsolistinnen erfreuten uns zwischen den Gesängen mit ihrer Kunst. Fräulein Lilly Hoffmann aus Wiesbaden besitzt einen poetisch - weichen, natürlich fließenden, und zu bedeutender Kraftentfaltung fähigen Sopran. Ihr Tonansatz ist gut, ebenso die Charakterisierung ihres Vortrages sehr sorgfältig. Die Sängerin hatte sich Lieder von Schubert, Kann, Cornelius, Wolf u. a. m. gewählt. Am Klavier begleitete sie Herr Eugen Onegin, Wiesbaden. In Frl. Mina Rode ans Frankfurt stellte sich uns eine technisch und musikalisch reich begabte Geigerin vor. Die abgeklärte, eindringliche Art, wie sie, mit Herrn Gustav Altvater als feinempfindlicher Vertreter des stilvoll durch­geführten Klavierparts, die hohen (Schönheiten derBallade und Polonaise" des Pariser Violinisten Henry Vieuxtemps ; in Erscheinung treten liest letale das alänreude udiniiifie I

Mohr" die diesjährige Haupiversammlung statt. Tagesord­nung: Vorstandswahl und Verschiedenes. Wegen der Wichtig­keit der Verhandlungen ist allseitiges Erscheinen der Mit­glieder erwünscht.

Die freiw. Feuerwehr veranstaltet morgen Samstag abend zu Ehren einer Anzahl Mitglieder, welche der Wehr 25 Jahre angehören, einen großen Festkommers im Saalbau zum deutschen Haus". Diese Feier in würdiger Weise vor­zubereiten war die Aufgabe eines besonderen Festausschusses, der auch, soweit es aus der uns vorliegenden Festordnung ersichtlich, seine Aufgabe bestens gelöst hat. Der Gesang­vereinGermania" sowie dieTurngemeinde Hanau" stellen ihre Kunst bereitwilligst in den Dienst der guten Sache, eine überaus reichhaltige Auswahl humoristischer Darbietungen dürfte die Teilnehmer zweifellos in heiterste Stimmung ver­setzen und auch die Sladtkapelle wird durch Vortrag hübscher Musikstücke zur Verschönerung des Festes beitragen. Auf alle Fälle ist den Mitgliedern Gelegenheit geboten, einigt wirklich genußreiche Stunden in kameradschaftlichem Kreise zu verbringen. Da, wie aus gestriger Annonce ersichtlich, auch die Einführung von Freunden gestattet ist, dürfte im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Genüsse wohl reichlich Gebrauch davon gemacht werden.

* Marianische JünglingS - Kongregation Hanau. Bei recht zahlreicher Beteiligung der Mitglieder hielt am ver­gangenen Mittwoch Herr stud. phil. Decker im hiesigen kathol. Jünglingsverein einen überaus klaren und dem Ver­ständnis der jugendlichen Mitglieder gut angepaßten Vortrag überKoloniale Bestrebungen Deutschlands". Redner schil­derte zunächst die kolonialen Bestrebungen vor der Reichs- gründung. Ausgehend ,von den kolonialen Versuchen der Ebinger nnd Welser in Venezuela unter spanischer Ober­hoheit und den Ansiedelungsversuchen der Fugger in Chile, verbreitete Herr Decker, sich dann über den Plan des Grafen Fried. Kasimir v-o n Hanau in Guayana unser der Hoheit der niederländisch-westindischen Kompanie eine d eutsche Ansiedelung ins Leben zu rufen. Bezeichnend für den weit- schaltenden Blick dieses Herrschers war sein Wort:Tapfere Teutsche macht, daß man in der Mapp (= Landkarte) neben Neuspanien, Neufrankreich, Neuengelland auch in's Künftige Neuteutschland finde". Nachdem Redner noch die Be­strebungen des Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen dargelegt hatte, welch'letzterer zwar der preußisch-bengalischen Kompanie in Emden 1753 einen Freibrief verlieh, im übrigen aber dem Kolonialerwerb skeptisch gegenüberstand, ging der Vortragende dazu über, den jugendlichen Zuhörern, die ein sichtliches Interesse an den Ausführungen zeigten, die kolo­nialen Gründungen des neuen Deutschen Reiches zu schildern. Eingehend legte er die einzelnen Etappen des Kolonial- Erwerbes bis zur Erwerbung eines Teiles des französischen Kougg 1911 dar. Mit dem Hinweis, daß eS mit dem bloßen Erwerbe der Kolonien nicht allein getan sei, daß es vielmehr nun darauf an komme, auch deutsche Kultur in den Kolonien zu verbreiten, schloß Herr Decker seine interessanten Ausführungen. Recht erfreulich ist es, daß unsere Studenten sich auch auf diese Weise in den Dienst der Jugendpflege stellen, und es sei deshalb Herrn Decker auch an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Talent der Künstlcin im schönsten Lichte. Ebensogut durch­geführt warenAndantio F-bur" von Padre Martini (17061784) und zwei Altwiener Tanzweisen (1820), alle drei Stücke in der Bearbeitung von Fritz Kreisler.

Die Konzertveranstaltung derWeinser" hat einen künstlerisch erhabenen Eindruck hinterlassen.st.

* Staditheater. Einen glänzenden Verlauf nahm die gestrige Jubiläumsvorstellung, welche unserem Stadttheater zur Ehre gereichte. Am heutigen Freitag wird als letzte Vorstellung im Abonnement A. das prächtige, immer wieder gern gesehene Volks­stückMein Leopold" von L'Arronge neu einstudiert unter der Spielleitung des Herrn Direktor Steffter gegeben. Morgen Samstag geht bei kleinen Preisen zum letzten Male das Lustspiel Die 5 Frankfurter" in Szene, in welchem Herr Alfred Haase sich in seiner Eigenschaft als Bonvivant vom hiesigen Publikum verabschieden wird: am Sonntag nachmittag tritt dann Herr Haase zum letzten Male in der OperetteDer Rodelzigeuner" auf. Diese bietet den Damen Mia Adam, Helene Schmidt-Schütz sowie unserem Heldentenor Herrn Gustav Fünfgeld Gelegenheit, sich in vortrefflichey, Partien vom Publikum zu verabschieden, während die Schlußvorstellung am Sonntag abend (Abonn. B.) Mein Leopold" das letzte Auftreten der Damen Hammer und Büttner sowie der Herren de Giorgi, Krahe, Kliewer, Grund­mann, Heinze, Spohn, Wagner und Wallbrück mit sich bringt. Die Damen Marta Arens, Alide Ballin, Lila Harves und Hetty Michel wurden von Herrn Direktor Steffter für die nächste ! seit wieder engaaiert.