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GeNerai-Anzeiger
AAllichts Grgm für Stadt- und FaadLrers Saasa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die Sgespaltene Petitzelle oder deren RMM SO $& im Reklamenteil die Zeile 45 Pfg.
verantwort!. Redakteur: E, Schrecker in Haruu^
Nr. 67
Ferirsprechanschltttz Rr. 230
Dienstag den 19. März
Fernsprechanschlich Nr. 230
1912
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Fan au.
Beurlaubung des Kreistierarztes.
Im Anschluß an meine Kreisblattbekanntmachung vom 24. v. M. — V. 1306 (vgl. Nr. 48 des „Hanauer Anzeigers" vom 24. s. Mts.) — bringe ich hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß der Königliche Kreistierarzt Wittlinger hier bis zum L Juni d. J. weiter beurlaubt worden ist.
Mit der Vertretung ist, soweit es sich um die Feststellung von Rotz und Lungenseuche des Rinkwiehs und die bei der Bekämpfung dieser Seuchen vorkommenden amtstierärztlichen Obliegenheiten handelt, der Königliche Kreistierarzi Schirmer in Gelnhausen, dagegen bezüglich aller übrigen Dienstgeschäfte der prakt. Tierarzt Hufnagel in Hanau (Telephon Nr. 465, Amt Hanau) beauftragt worden.
Hinsichtlich der Viehuntersuchungen in der in dem hiesigen Schlachthofe eingerichteten Untersuchungsstelle nehme ich Bezug auf den letzten Absatz meiner vorstehend ange- zogenen Bekanntmachung vom 24. v. M.
Hanau den 19. März 1912. V. 1829
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor. Frhr. Laur.
Eandhreis Ranau. .
Wegen Aenderung der Gleisanlagen auf Bahnhof Langenselbold wird der in Klm. 33,55 der Strecke Frankfurt— Bebra westlich des Bahnhofs befindliche Wegeübergang (Verbindungsweg des Ortes Langenselbold mit der Leipzigerstraße) am 21. d. M., von 6 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, für den Fuhrwerksverkehr polizeilich gesperrt.
Hanau den 18. März 1912. V. 1805
Der König!. Landrat. Frhr. Laur.
Wegen Einbaues des Bahnüberganges dèr Militärbahn in die Chaussee Großauheim — Großkrotzenburg (Landweg Nr. 22) wird die genannte Sttaße für 4 Arbeitstage und zwar vom 26. bis einschl. 29. März 1912 polizeilich gesperrt. Hanau den 18. März 1912. V. 1765
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Dienstnachrichten ms dm Kreise.
Im Stadtteil Frankfurt a. M-Seckbach ist die Maul- vnd Klauenseuche festgestellt.
Hanau den 18. März 1912. - V. 1773
Unter dem Viehbestand der Witwe Karl Lambertus 1er in Kahl ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Das Anwesen ist Sperrbezirk, die übrigen Teile des Gemeindebezirks Kahl sind Beobachtungsgebiet. Hanau den 18. März 1912. V. 1809
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Kunst und Cében,
19. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 16. März.
Vorsitzender: Oberstabsarzt a. D. Prof. Dr. E. Marx. Direktor Dr. M. Walter spricht über: „The Grand Canyon of Arizona (Coloradofluß) und Yosemite Valley (Californien).
Zwei Quellflüsie, der Grand River und der Green River, vereinigen sich zu dem Coloradofluß (Länge 3200 Klm.), dessen Stromgebeit ungefähr 1H mal so groß ist, wie Deutschland und noch bis vor kurzem fast vollständig unbekannt war. Unbestimmte Gerüchte von den Wundern des vom Coloradoflusie gebildeten Grand Canyon veranlaßten im Jahre 1776 einen spanischen Priester und 1857 eine Expedition der Vereinigten Staaten, dieses Gebiet genauer zu durchforschen. Doch erst dem mutigen Major J. W. Powell gelang es im Jahre 1869, unter unsäglichen Strapaze?! den Canyon vollständig zu durchfahren und seine Wunder der Mitwelt bekannt zu machen.
Mögen auch noch manche Rätsel der Losung harren, so besitzen wir ein schon ziemlich genaues Bild von der geo- logischen Struktur dieses Felsentales. In eine einförmige, 2000—3000 Meter über dem Meeresspiegel liegende Hochfläche hat der Coloradofluß im Laufe der Jahrtausende eine bis zu 1600 Meter tiefe Rinne ausgewaschen, deren $u einem kleinen Teile noch heute senkrecht aufstrebende , Wände durch Einflüsse geologischer und meteorologischer j Art abaebröckelt lind, sodak die früher bis zu 15 Klm breite 1
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß nach den Beschlüssen der städtischen Körperschaften vom 1. April 1912 ab der Preis für den elektrischen Lichtstrom von 60 auf 50 Pfg für 1 Kilowattstunde, unter Beibehaltung der seitherigen Rabattsätze, ermäßigt wurde.
In Folge der hierdurch bedingten wesentlichen Verbilligung des elektrischen Lichtes dürften in nächster Zeit vermehrte Anschlüsse an das städtische Kabelnetz zu erwarten sein und bitten wir daher um frühzeitige Anmeldung gewünschter Neuanschlüsse.
Hanau den 14. März 1912. 6937
Ctädt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Hanau.
v. E ä ß l e r.
Bekanntmachung.
In eiligen Fällen, wie bei plötzlichen Rohrbrüchen, kann telephonische Mitteilung an uns außerhalb der gewöhnlichen Eeschäftsstunden unter „Rufnummer 411, Hauptfeuermeldestelle" gerichtet werden.
Hanau den.14. März 1912. 6939
Stävt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Hanau, v. Gäßler.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Herren-Nickeluhrkette, 1 schwarzer Spazierstock mit Neusilbergriff, 1 10-Markstück, 1 Arbeitsbuch für Regina Streit aus Dettingen.
Verloren: 1 großer Herren-Regenschirm mit Fischbeingestell, 1 goldener Trauring (gez. O. D.), 1 schwarzer Sammetgürtel mit gelber Schnalle.
Zugelaufen: 1 schwarzer graugezeichneter Dachshund.
Hanau den 19. März 1912.
Politische Rundschau.
Die Verteilung unserer Seestreitlräfte in Ostafien hat sich in den letzten Tagen sehr geändert. Der jetzige Stand läßt darauf schließen, daß eine Beruhigung im Jangtsetal eingetreten und daß die Militärrevolten im Norden Chinas mitSestimmend gewesen sind. Das Jangtsegebiet, das Monate hindurch 10 Kriegsschiffe festhielt, bedarf deren jetzt nur 6, die sich gleichmäßig über den Strom verteilen. In der Mündung ankert der Kreuzer „Nürnberg", in der neuen Hauptstadt der Republik, Nanking, weilt das Schwesterschiff „Leipzig", vor Hankau die Kanonenboote „Jaguar" und Luchs" und das Flußkanonenboot „Vaterland" und vor Tschungking der „Otter". Der sich ständig bessernde Wasserstand erleichtert den Stromdienst und gestattet den größeren Schiffen ein Vordringen ins Innere. Das Gros des Kreuzergeschwaders, die Panzerkreuzer „Scharnhorst" und „Gnei- senau", der kleine Kreuzer „Emden" und die Hochseetorpedo- ^iwiimtMJuumHijimwML'MmaMjgmBagita^^ ............
Schlucht sehr verengt worden ist. Bei dieser Erosionsarbeit ließ die Natur die abenteuerlichsten Felsbildungen entstehen, die nicht nur den Grand Canyon selbst, sondern auch die Canyons der kleinen Nebenflüsse charakterisieren. Dabei weisen die Eesteinsmassen die prächtigsten Farben auf. Ueber einer 300 Mtr. dicken schwarzen Schicht aus Gneis und Granit lagert eine Quarzschicht, die verschiedene Färbungen besitzt- Ebenso prangt die darauffolgende Lage aus Sandstein (cliff sandstone) und die höhlenreiche Schicht aus Nischensandstein in den verschiedensten Farben, die zum größten Teil durch färbende Beimengungen der herabfließenden Wasser verursacht werden. Die darauffolgende Schicht aus Kalkstein (red^walMimestone) erstrahlt an einigen Stellen des Canyon in blendendem Weiß, an anderen in glühendem Rot. Auf diesem Kalkstein ruht eine andere Kalksteinschicht, die abwechselnd aus grauem und roten Gestein zusammengesetzt ist und deshalb den Namen „banded sandstone“ (Bändersandstein) erhalten hat. lieber dem Ganzen liegt endlich eine mächtige Schlußdecke aus Kalkstein (Aubrey limestone oder Tower limestöne) von verschiedenartigster Färbung und den seltsamsten Gestaltungen.
Seit einigen Jahren gelangt der Reisende bequem zu diesem hervorragendem Naturwunder. Von der Santa-F6- Eisenbahnlinie geht eine Zweigbahn von der Station Wil- lia?ns nach Norden bis dicht an den Rand des Grand Canyon, wo ein mit allem Komfort der Neuzeit eingerichtetes großes Hotel (El Tovar) die Fremden aufnimmt. Der erste Eindruck, den der Wanderer hier, am Rande der 20 Kilometer breiten Riesenschlucht stehend, empfängt, ist der schreckhaften Erstaunens. das erst allmählich in unlag-
boote „8 90" und „Taku", liegt in Tsingtau bereit, zum Schutz der Reichsangehörigen schnell auf der Taku-Reede zu erscheinen. In dem von Unruhen heimgesuchten Kantonbecken übt das Flußkanonenboot „Tsingtau" allein den Schutzdienst aus, nachdem das Kanonenboot „Tiger" von Hongkong aus Segelbefehl nach Swatau erhalten hat.
. 3er BerWbeitemOrid im MrWmmer.
Die Arbeitswilligen im Bochumer und Dortmunder Revier.
Nach amtlicher Auskunft ist am Montag auf allen Zechen des Bochumer Bezirks die Anfahrt erheblich größer gewesen, als am Samstag. Im gesamten Ruhrrevier betrug der weitere Rückgang der Streikziffern gegen Samstag 4 Prozent. Eine ganze Anzahl Zechen gehen dazu über, die zweite Schicht einzulegen.
Auch im Dortmunder Revier nimmt die Zahl der Ar- beitswilligen stetig zu. Im Stadtkreise Dortmund fuhren am Montag ca. 150 Bergleute mehr ein, und im Landkreise Dortmund betrug die Zunahme an Arbeitswilligen ungefähr 1500. Nach der Aufstellung des Oberbergamts Dortmund vermehrten sich die Arbeitswilligen im ganzen Ruhrbezirk um 9552, während die Streikenden auf 159 000 etwa zurückgingen. Es befinden sich demnach nicht einmal ganz 50 Prozent im Ausstande.
Die ersten Aburteilungen wegen Streikvergehens.
Bochum, 18. März. Die ersten Fälle von Streikvergehen kamen heute vor der Straffammer zur Aburteilung. Alle Angeklagten waren Polen. Wegen eines Ueberfalls auf den Invaliden Ullke wurden der Arbeiter Jdaczek zu 1 Jahr, der Mitangeklagte Arbeiter Kamalski zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die letzte Strafe traf auch den Bergmann Malinowski, der auf Arbeitswillige geschossen hatte. Die Vorfälle hatten sich bei den Kruppschen Zechen „Han- noöe^ und „Hannibal" abgespielt. Am hiesigen Landgericht wird für die Streikvergehen eine befonbere Strafkammer gebildet, die, so lange erforderlich, täglich Sitzungen abhalten wird.
Die Folgen des Streiks.
Betzdorf, 18. März. Die Friedrichhütte in Wehbach hat infolge der durch den Streik im Kohlenrevier bedingten Ab- schwächung der Kohlenzufuhr das Platinwalzwerk außer Betrieb gesetzt, bis die Verhältnisse wieder bessere sind. Die Leitung der Hütte hofft, die übrigen Betriebszweige nicht einschränken, oder gar stillegen zu müssen.
Eine klägliche sozialdemokratische Versammlung in Neunkirchen.
Der Versuch der Sozialdemokratie, .den Ausstand ins Saargebiet zu übertragen, ist als gescheitert zu betrachten. Am Sonntag fand in Neunkirchen eine von sozialdemokratischer Seite einberufene Bergarbeiterversammlung statt, bie nur einen kläglichen Besuch auftvies. Es waren etwa 200 Personen erschienen. Der Redner, ein Sozialdemokrat bare Bewunderung übergeht. Der Redner schildert nun ander Hand von Lichtbildern die Wanderung, auf schmalem Saumpfade, von der oberen Terasse, entlang an gähnenden Abgründen, hinunter in die Tiefe zum Bette des Coloradoflusses, das auf dem Maultiere erreicht wird und teils die wunderbarsten, im reichen Farbenglanz erstrahlenden Naturschönheiten, teils Grausen erregende, düstere Anblicks des Felsenlabyrinthes dem erstaunten Auge darbietet.
Ebenso wie der Grand Canyon ist auch das Posemite-Tal in Kalifornien, am westlichen Abhange der Sierra Nevada, durch Erosion entstanden. Der ziemlich ebene, 12 Kilometer lange, 800—3000 Meter breite Talgrund wird durchflossen von dem reißenden Mercedflutz, dessen Flußbett 1300 Meter über dem Meeresspiegel liegt, während die umgebenden Felswände bis zu 1700 Meter ansteigen. Mächtige Wasserfälle geben der Gegend ihren eigenen Reiz: auch an lieblichen Landschaftsbildern, mit üppiger Vegetation bedeckten Wiesen und prächtigen Baumgruppen fehlt es nicht, wie erne Anzahl fein ausgeführter, farbiger Lichtbilder, unter denen sich auch Wiedergaben der berühmten, über 5000 Jahre alten Saumriefen des Marinosa-Hains (Sequoja gigantea) befanden, zum Schlüsse den Zuhörern vor Augen führten.
Albumblätter.
Vertraue Gottes Vaterbânden, Wenn er den liebsten Wunsch versagt! Was hier beginnt, wird dort vollenden, Wo dir ein neues Leben tagt.
Es ruhllr im engen Raum der ^ett
Die Keime deiner Ewigkeit. Ttevge.